{"id":10196,"date":"2012-09-03T08:39:17","date_gmt":"2012-09-03T07:39:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10196"},"modified":"2012-09-03T10:00:14","modified_gmt":"2012-09-03T09:00:14","slug":"aufgelesen-vol-52-war-das-unsensibel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10196","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 52 &#8211; &#8222;war das unsensibel?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit B\u00fcchern von John Green, Richard Ford, Ann-Marlene Henning &amp; Tina Bremer-Olszewski, Katerina Dimitriadis und Helmut Schreier.<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10197\" title=\"Green_24009_MR1.indd\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/john-green.jpg\" alt=\"Green_24009_MR1.indd\" width=\"198\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/john-green.jpg 423w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/john-green-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/>\/\/ Es ist schon bemerkenswert, dass das aktuelle Werk von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">John Green<\/strong> so erfolgreich ist. Schlie\u00dflich widmet er sich in \u201eDas Schicksal ist ein mieser Verr\u00e4ter\u201c einem \u00e4u\u00dferst schwierigen Thema. In seinem Buch dreht sich alles um eine Sechzehnj\u00e4hrige namens Hazel, die wegen ihrer Krebs-Erkrankung nicht mehr lange zu leben hat.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Mitleidsbekundungen aller Art kann sie schon lange nicht mehr h\u00f6ren und auch sonst versucht sie sich weitestgehend aus dem Leben ihrer Mitmenschen raus zu halten. Eines Tages allerdings trifft sie in einer Selbsthilfegruppe auf Augustus. Der junge Kerl, den sie alle nur \u201eGus\u201c rufen, macht nicht nur einen \u00e4u\u00dferst witzigen und liebenswerten Eindruck auf sie, er ist auch \u00e4u\u00dferst schlagfertig und intelligent.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\">Selbst in den Momenten, wo jede Hoffnung verloren scheint, begegnet Augustus seinem Schicksal mit einem L\u00e4cheln auf den Lippen. Das wiederum imponiert Hazel und es kommt wie es kommen muss \u2013 die beiden verlieben sich ineinander und r\u00fcsten sich f\u00fcr die letzte, gro\u00dfe Reise. Hazel hat n\u00e4mlich einen Traum: Sie m\u00f6chte, bevor sie stirbt, noch einmal ihren Lieblingsautor treffen. John Green versteht es dabei nahezu perfekt, jegliche Klischeefallen zu umschiffen. Er stattet seine Charaktere mit einer geh\u00f6rigen Portion Selbstvertrauen und jeder Menge Tiefgang aus. R\u00fchrselige Momente sind so gut wie nicht vorhanden und auch sonst ist \u201eDas Schicksal ist ein mieser Verr\u00e4ter\u201c ganz sicher kein Buch, dass die Hoffnungslosigkeit der Situation vor Augen f\u00fchren m\u00f6chte. Ganz im Gegenteil: John Green macht mit seinem Werk deutlich, dass das Leben genau hier und jetzt passiert. Er ruft durch seine Geschichte dazu auf, dass man es genie\u00dfen sollte &#8211; ganz gleich wie bedr\u00fcckend die weiteren Aussichten auch sind.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10198\" title=\"richard-ford\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/richard-ford.jpg\" alt=\"richard-ford\" width=\"200\" height=\"307\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/richard-ford.jpg 314w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/richard-ford-196x300.jpg 196w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>\/\/ Womit wir auch schon beim neuen Roman von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Richard Ford<\/strong> angelangt w\u00e4ren. \u201eKanada\u201c dreht sich<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>um einen jungen Kerl namens Dell, dessen Eltern nach einem missgl\u00fcckten Bank\u00fcberfall im Kittchen sitzen. Gleich zu Beginn wird man dabei als Leser nicht nur ausf\u00fchrlich \u00fcber Dells Vergangenheit (und die seiner Eltern) informiert, man bekommt auch ein gutes Gesp\u00fcr daf\u00fcr, wie er sich als Heranwachsender f\u00fchlen muss, nachdem er fortw\u00e4hrend keinen festen Halt mehr unter den F\u00fc\u00dfen findet. Die Geschichte wird dabei aus der Sicht des zuk\u00fcnftigen Rentners Dell erz\u00e4hlt, der sich im gehobenen Alter nochmal an sein fr\u00fcheres Leben zur\u00fcckerinnert. So erfahren wir, dass Dell nach dem missgl\u00fcckten Bank\u00fcberfall seiner Eltern zu seinem eigenen Schutz nach Kanada gebracht wird und sich schlie\u00dflich in einem kleinen Kaff wiederfindet, in welchem es vor zwielichtigen Gestalten nur so wimmelt. Unterschlupf findet er bei einem gewissen Arthur Remlinger, der nicht nur einige Leichen im Keller hat, sondern Dell auch noch ziemlich tief in die Schei\u00dfe reitet. Nach und nach spitzen sich die Ereignisse vor Ort immer weiter zu. Diverse Morde geschehen, bis Dell nur noch einen Ausweg sieht: er muss zur\u00fcck in Richtung Grenze. Er will endlich all den Mist hinter sich lassen, der sich in seiner Vergangenheit angesammelt hat. Wie aber soll das funktionieren\u2026? Es hat dem Jungen schlie\u00dflich nie jemand beigebracht, wie man sich seinen Problemen stellt. Fast scheint es, als w\u00e4re Dell fortw\u00e4hrend auf der Flucht\u2026 vor dem Leben und auch vor sich selbst. Dabei m\u00f6chte er doch eigentlich nur eins: ein m\u00f6glichst stressfreies (oder noch besser: gew\u00f6hnliches) Leben f\u00fchren. Ob ihm das gelingt und welche Folgen es nach sich zieht? Es lohnt sich das herauszufinden, weil Richard Ford in \u201eKanada\u201c einen glaubw\u00fcrdigen Charakter erschafft. Eine Figur, die sich mit der wichtigsten Herausforderung ihres Lebens konfrontiert sieht: erwachsen zu werden.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10199\" title=\"make-love\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/make-love.jpg\" alt=\"make-love\" width=\"463\" height=\"654\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/make-love.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/make-love-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/>\/\/ Und darauf hat die Welt gewartet. Das Aufkl\u00e4rungsbuch \u201eMake Love\u201c macht die gute alte \u201eLiebe, Sex und Z\u00e4rtlichkeit\u201c-Lekt\u00fcre \u00fcberfl\u00fcssig. Die beiden Sch\u00f6pferinnen <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Ann-Marlene Henning<\/strong> &amp; <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Tina Bremer-Olszewski<\/strong> widmen sich dem Thema Sex auf witzige und umfassende Weise. Getreu dem Motto: \u201eWer Bescheid wei\u00df, hat mehr Spa\u00df\u201c setzen sich ihr Buch auf gelungene Art und Weise mit der sch\u00f6nsten Nebensache der Welt auseinander. Bereits im Rahmen der Einleitung erz\u00e4hlen uns die Beiden von den zahllosen Synonymen des Wortes \u201eMuschi\u201c (und \u201eGlied\u201c) und nehmen auch im weiteren Verlauf des Buches kein Blatt vor dem Mund. In den einzelnen Kapiteln wird dann ausgiebig \u00fcber die Sex-Altersgrenzen in den einzelnen L\u00e4ndern der Welt und die durchschnittlichen Alterszahlen beim \u201eErsten Mal\u201c gequatscht. Neben allerhand Statistiken zum Thema Geschlechtskrankheiten (und Rasieren) finden sich au\u00dferdem zahllose Fotos von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Heji Shin<\/strong>, sowie ausgiebige Erl\u00e4uterungen zu den Themen \u201eOrgasmuskunde\u201c und \u201eGeschlechtsorgane\u201c in dem Werk. Durch ihre offene und unverklemmte Herangehensweise an das Thema Sex macht es nicht nur wahnsinnig viel Spa\u00df, den Abhandlungen der beiden Autorinnen zu folgen, man erf\u00e4hrt auch als nicht mehr ganz so junger Leser zahlreiche Dinge, die man, zum Beispiel in Bezug auf der sexuellen Vorlieben in anderen L\u00e4ndern dieser Welt, nicht unbedingt auf dem Zettel hatte.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10200\" title=\"Adobe Photoshop PDF\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/kats.jpg\" alt=\"Adobe Photoshop PDF\" width=\"231\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/kats.jpg 372w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/kats-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/>\/\/ Hungrige M\u00e4uler hergeh\u00f6rt. Es gibt jetzt eine Alternative zu Chefkoch.de und dem \u00f6rtlichen Pizza-Lieferservice\u2026 in diesen Tagen erscheint n\u00e4mlich ein wundersch\u00f6nes Buch von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Katerina Dimitriadis<\/strong> aus N\u00fcrnberg- \u201eK\u00e4ts Studenten K\u00fcche \u2013 Kochen und Backen f\u00fcr alle Kochsemester\u201c hat alles was ein Kochbuch f\u00fcr Selbstversorger braucht. Im Buch befinden sich unter anderem Einkaufslisten f\u00fcrs Smartphone via QR-Code, au\u00dferdem punktet es mit einem wahnsinnig sch\u00f6nen Layout, wir ihr es vielleicht aus der \u201eFr\u00e4ulein\u201c kennt (wenn nicht, holt Euch diese Zeitschrift am Bahnhof \u2013 sie ist nicht nur f\u00fcr weibliche Leser interessant). Letztendlich zeichnet sich das Buch der 22-j\u00e4hrigen aber auch durch die Auswahl der Gerichte aus. \u201eFish and Chips\u201c findet ihr dort genauso wie Zucchini-Quiche oder Chili con Carne. Ofenkartoffeln, Risotto oder K\u00e4sesp\u00e4tzle. Das Beste aber, alles scheint relativ einfach umzusetzen, auf \u00fcberm\u00e4\u00dfig fette (sprich: unvertr\u00e4gliche) Gerichte wird verzichtet und wenn doch mal eines dabei ist, wird es nicht standardm\u00e4\u00dfig pr\u00e4sentiert. Es gibt au\u00dferdem weitere Vorteile gegen\u00fcber den Kochb\u00fcchern von Zacherl, Tim, Jamie und so weiter\u2026 die meisten Gerichte sind f\u00fcr 2 Personen ausgelegt (Wer kocht t\u00e4glich noch f\u00fcr 4 Personen?) und k\u00f6nnen auch in einer vegetarischen Variante zubereitet werden oder mit den Gew\u00e4chsen der Saison garniert werden. Die meisten Rezepte sind in 20 Minuten zubereitet. Viel Spa\u00df beim Kochen getreu Katarinas Motto: Gesunde, schnelle K\u00fcche, die satt und gl\u00fccklich macht! <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">(verfasst von K. Reschke)<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10201\" title=\"schreiner\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/schreiner.jpg\" alt=\"schreiner\" width=\"195\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/schreiner.jpg 238w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/schreiner-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/>\/\/ Der langj\u00e4hrige Umwelt-Autor <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Helmut Schreier<\/strong> ver\u00f6ffentlicht in diesen Tagen sein neues Werk \u201eKrise der Kindheit\u201c. Darin kreidet er an, dass die junge Generation sich immer weiter von der Natur entfernt. Viele Kinder h\u00e4tten \u00fcberhaupt keinen Bezug mehr zu ihrer Umwelt, lautet die These des Professors f\u00fcr Hochschulp\u00e4dagogik und deshalb m\u00f6chte er mit seinem neuen Werk sehr gerne eine Diskussion ansto\u00dfen. Passend dazu hat er das Buch mit dem Untertitel \u201eWarum wir in die Natur zur\u00fcckfinden m\u00fcssen\u201c versehen und gibt zu Protokoll, dass wir auch deshalb so leben, wie wir leben, weil bereits die Eltern der jungen Generation die Natur nie richtig kennen gelernt haben. Nun ist es wirklich nicht so, dass man diesen Umstand nicht kritisch hinterfragen sollte, das muss man sogar. Und Helmut Schreiber n\u00e4hert sich seinem Thema auch durchaus differenziert, wenn er anerkennt, dass die Jugend heutzutage eben anders tickt (oder noch besser: mit besseren technischen Voraussetzungen ausgestattet ist), als fr\u00fcher \u2013 wenn sie zum Beispiel erst durch GPS-Ger\u00e4te dazu angeregt wird, nach drau\u00dfen zu gehen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Gleichzeitig aber schwingt da immer so ein kritischer Unterton mit, wenn er diese Entwicklungen aufgreift. Im weiteren Verlauf spricht er unter anderem \u00fcber \u00dcbergewicht und ADHS und wie sie mit der zunehmenden Reiz\u00fcberflutung in unserem Leben in Verbindung stehen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Das mag alles bis zu einem gewissen Punkt<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>zutreffend sein, wirft allerdings die Frage auf, ob die Welt wirklich so schwarz \/ wei\u00df ist, wie sie hier streckenweise gemalt wird oder ob da nicht doch eine geh\u00f6rige Portion an Sehnsucht nach den guten, alten Zeiten mitschwingt. Mit \u201eKrise der Kindheit\u201c gelingt Helmut Schreiber genau das, was er im Sinn hatte: ein diskussionsw\u00fcrdiges Buch zu schreiben. Also schnuppert mal rein und macht euch selbst ein Bild. Bis zum n\u00e4chsten Mal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von John Green, Richard Ford, Ann-Marlene Henning &amp; Tina Bremer-Olszewski, Katerina Dimitriadis und Helmut Schreier. \/\/ Es ist schon bemerkenswert, dass das aktuelle Werk von John Green so erfolgreich ist. Schlie\u00dflich widmet er sich in \u201eDas Schicksal ist ein mieser Verr\u00e4ter\u201c einem \u00e4u\u00dferst schwierigen Thema. 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