{"id":10404,"date":"2012-10-09T13:31:12","date_gmt":"2012-10-09T12:31:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10404"},"modified":"2012-10-09T13:31:37","modified_gmt":"2012-10-09T12:31:37","slug":"aufgelesen-vol-58-was-bist-du-fur-ein-idiot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10404","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 58 &#8211; &#8222;was bist du f\u00fcr ein idiot?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit B\u00fcchern von T.M. Wolf, J.K. Rowling, Wolf Haas, Russ Beastley und Alex Ogg.<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10405\" title=\"tmwolf\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/tmwolf.jpg\" alt=\"tmwolf\" width=\"198\" height=\"279\" \/>\/\/ Es gibt sie immer wieder. Diese Deb\u00fct-Romane, die einen von der ersten Seite an fesseln und bis zum Ende hin nicht mehr loslassen. Der amerikanische Autor <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">T.M. Wolf<\/strong> hat mit seinem Buch \u201eSound\u201c gerade einen solch grandiosen Einstand hingelegt, dass wir aus dem Grinsen gar nicht mehr herauskommen. Das liegt zu allererst an der Aufmachung des Werkes. Da haben sich die Verantwortlichen etwas ganz Besonderes einfallen lassen &#8211; sie erheben \u201eSound\u201c zu einem typografischen Meisterst\u00fcck, sorgen aber gleichzeitig daf\u00fcr, dass dabei der Lesefluss nicht verloren geht.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\">Die Story selbst dreht sich um einen jungen Kerl namens Cincy, der in seine Heimatstadt New Jersey zur\u00fcckkehrt. Die Begeisterung dar\u00fcber, wieder in sein vergangenes Leben zur\u00fcckfinden zu m\u00fcssen, h\u00e4lt sich bei ihm allerdings stark in Grenzen. Dann aber findet er bei einem alten Kumpel Unterschlupf und beginnt zusammen mit ihm die alten Platten aus der Kiste zu kramen, die mal so viel Bedeutung f\u00fcr ihn hatten. Die beiden ziehen zusammen durch die Clubs der Stadt und erinnern sich an die Zeit ihrer Jugend, als alles noch so sch\u00f6n problemlos gewesen ist. Gleichzeitig aber stellt sich eine gewisse Unzufriedenheit bei Cindy ein. Er f\u00fchlt sich wie in einer Warteschleife und wartet nur darauf, dass ihn endlich jemand aus diesem selbst errichteten Gef\u00e4ngnis befreit. Gerade, als er die Hoffnung schon fast wieder aufgeben will, trifft er Vera\u2026 und der Rest ist Geschichte \u2013 eine Geschichte wohlgemerkt, die trotz des \u00fcblichen Boy-Meets-Girl-Themas so hinrei\u00dfend ist, dass man sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Also schnuppert mal rein. Es lohnt sich.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10406\" title=\"jkrowling\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/jkrowling.jpg\" alt=\"jkrowling\" width=\"164\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/jkrowling.jpg 220w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/jkrowling-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 164px) 100vw, 164px\" \/>\/\/ Sehns\u00fcchtig hat die Welt in den vergangenen Wochen auf den neuen Roman von Harry Potter-Sch\u00f6pferin <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">J.K. Rowling<\/strong> gewartet. Der Sicherheitsaufwand, mit welchem das Werk im Vorhinein unter Verschluss gehalten wurde, sucht Seinesgleichen und so \u00fcberrascht es nur umso mehr, dass \u201eEin pl\u00f6tzlicher Todesfall\u201c am Ende doch ein ziemlich bodenst\u00e4ndiger Roman geworden ist. \u201eHarry Potter\u201c-Fans jedenfalls werden hier nicht bedient, das Buch spricht vielmehr ein erwachsenes Publikum an. Im Mittelpunkt steht der Tod eines gewissen Barry Fairbrother, der kurz nach seinem 40ten Lebensjahr das Zeitliche segnet. Die Einwohner seines Heimatortes Pagford sind geschockt \u2013 naja, zumindest geben sie es vor. Die Dorfbewohner selbst haben es n\u00e4mlich faustdick hinter den Ohren. Zwischen Alten und Jungen, M\u00e4nnern und Frauen, Kindern und Eltern herrscht Missgunst und Streit. Und jetzt muss auch noch Barrys Platz im Gemeinderat neu besetzt werden. Dass das nicht allzu einfach werden d\u00fcrfte, ist dem Leser schon nach wenigen Seiten klar. J.K. Rowling versteht es sehr gekonnt, die Psyche der einzelnen Bewohner herauszuarbeiten und so eine bitterb\u00f6se Gesellschafts-Satire zu kreieren. Mit der Zeit entbl\u00e4ttert sich so das wahre Wesen einzelner Protagonisten und der Autorin gelingt es, dass man bereits lange vor den letzten Zeilen des Romans keine Sekunde mehr an die gro\u00dfe, weite Welt von Harry Potter denkt. Ist eben ein echtes Kunstst\u00fcck, dieses Werk.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10407\" title=\"haas\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/haas.jpg\" alt=\"haas\" width=\"202\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/haas.jpg 251w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/haas-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/>\/\/ Der neue Haas ist kein Brenner. Auf diesen Umstand muss hier noch einmal hingewiesen werden, damit keine Unklarheiten entstehen. Allen Haas-Fans ist nat\u00fcrlich l\u00e4ngst bekannt, dass <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Wolf Haas<\/strong> nicht nur Brenner-Romane schreibt, da er schon fr\u00fcher Kinder- und Sachb\u00fccher ver\u00f6ffentlicht hat. Jetzt aber, vor Beginn der Frankfurter Buchmesse, ver\u00f6ffentlichte der Verlag \u201eHoffmann und Campe\u201c das neue Werk \u201eVerteidigung der Missionarsstellung\u201c des Wiener Autors. In allen deutschsprachigen Feuilletons wird der Roman derzeit gelobt und m\u00f6glicherweise spricht sein neues Werk besonders Feuilletonisten an &#8211; werden doch die Sprachen Deutsch, Englisch und Mandarin wechselweise verwendet. Auch das Layout d\u00fcrfte Sch\u00f6ngeistern sehr zusagen: die typografische Gestaltung der Seiten, S\u00e4tze die quer (von links unten nach rechts oben) laufen, [Regieanweisungen] oder nur teilweise bedruckte Seiten. Kein Brenner! Dementsprechend gibt es im Roman auch keinen Dialekt, kein Wiener Schm\u00e4h. keinen trockenen und derben Humor und auch keine Wortspiele. Der Klappentext erz\u00e4hlt tats\u00e4chlich die komplette Handlung: \u201eAls ich mich das erste Mal verliebte, war ich in England, und da ist die Rinderseuche ausgebrochen. Als ich mich das zweite Mal verliebte, war ich in China, und da ist die Vogelgrippe ausgebrochen. \u2026\u201c. Wobei hier wechselweise aus der Perspektive von Benjamin Lee Baumgartner und vom Autor selbst berichtet wird. Fazit: Wer auf Romane steht, bei dem die Handlung nicht-chronologisch und mit zahlreichen Widerspr\u00fcchen versehen ist, der sollte sich die \u201eVerteidigung der Missionarsstellung\u201c unbedingt nach Hause holen. <em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">(verfasst von K. Reschke)<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10408\" title=\"design-und-punk\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/design-und-punk.jpg\" alt=\"design-und-punk\" width=\"231\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/design-und-punk.jpg 340w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/design-und-punk-256x300.jpg 256w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/>\/\/ Punkrock ist immer eine Musikrichtung gewesen, die sich in stilistischer Hinsicht relativ deutlich von anderen Stilen abgegrenzt hat. Dementsprechend erscheint in diesen Tagen im \u201eHannibal\u201c-Verlag eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Abhandlung \u00fcber das Themengebiet \u201eDesign<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>und Punk\u201c, die mit \u00fcber 900 Abbildungen, diversen Interviews und zahlreichen Hintergrundinformationen gesegnet ist. Im Rahmen des Werkes von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Russ Beastley<\/strong> &amp; <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Alex Ogg <\/strong>werden dabei nicht nur die zahllosen Flyers und Fanzines der vergangenen 45 Jahre unter die Lupe genommen, sondern auch das Erscheinungsbild der einzelnen Genre-Klassiker beleuchtet. Die informativen Textbeitr\u00e4ge von Zeitzeugen verschaffen einem in diesem Zusammenhang einen guten Einblick in die gro\u00dfe, weite Welt des Punk und sind mit zahllosen, pers\u00f6nlichen Anekdoten versehen. So bekommt man in \u201eDesign und Punk\u201c ein sehr differenziertes Bild der damaligen Zeit pr\u00e4sentiert und hat die M\u00f6glichkeit sich stundenlang in den zahllosen Illustrationen und Fotos zu verlieren, welche im Rahmen dieses Werkes zu begutachten sind. Denn auch, wenn das Thema nat\u00fcrlich niemals vollst\u00e4ndig umrissen werden kann, haben die Macher keine Kosten und M\u00fchen gescheut, um m\u00f6glichst umfassend \u00fcber die <span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>\u201ePost Punk\u201c, \u201eOi!-Punk\u201c und \u201eDo It Yourself\u201c-Szene zu berichten. All jene, die auf Punk-Rock stehen, sollten sich dieses Werk also auf keinen Fall entgehen lassen. Es macht einfach nur verdammt viel Spa\u00df sich durch dieses Sammelsurium an Punk-Designs zu w\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10409\" title=\"titanic\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/titanic.jpg\" alt=\"titanic\" width=\"176\" height=\"228\" \/>\/\/ 30 Jahre \u201e<strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Titanic<\/strong>\u201c \u2013 das will nat\u00fcrlich entsprechend gefeiert werden und so haben sich die Sch\u00f6pfer der \u201everbotenste(n) Zeitschrift Deutschlands\u201c (Spiegel) daran gemacht, die H\u00f6hepunkt aus <span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>drei Jahrzehnten Heft-gewordenen Satire-Wahnsinns zusammenzukratzen und ein schickes Gesamtpaket daraus zu schn\u00fcren. Der Untertitel \u201eDas erstbeste aus 30 Jahren\u201c ist nat\u00fcrlich ebenfalls mit einem fetten Augenzwinkern versehen und sorgt daf\u00fcr, dass man schon beim ersten Date mit diesem Werk aus dem Grinsen gar nicht mehr herauskommt. Die Macher der \u201eTitanic\u201c haben in den vergangenen Jahren vor keinem noch so hei\u00dfen Eisen den Schwanz eingezogen und klopfen sich daf\u00fcr zu Recht auf die Schultern. Der Leser wiederum wird begl\u00fcckt mit zahllosen Illustrationen, Texten und Comics, die vor nichts und niemandem Halt machen. Da werden nicht nur Helmut Kohl und Angela Merkel veralbert, es darf sogar im \u201eGenschman\u201c-Shop gest\u00f6bert werden. Das Besondere an den \u201eTitanic\u201c-Beitr\u00e4gen ist allerdings, dass immer darauf geachtet wird, dass das Ganze nicht zu plump anmutet. Stattdessen darf man sich als Leser auf eine geh\u00f6rige Portion doppelb\u00f6diger Sozialkritik freuen, die den Reigen an witzigen Motiven und Texten gelungen erg\u00e4nzt. Wer bisher noch nicht auf den Geschmack in Sachen \u201eTitanic\u201c-Magazin gekommen ist, sollte dieses Werk unbedingt mal durchbl\u00e4ttern. Es lohnt sich. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von T.M. Wolf, J.K. Rowling, Wolf Haas, Russ Beastley und Alex Ogg. \/\/ Es gibt sie immer wieder. Diese Deb\u00fct-Romane, die einen von der ersten Seite an fesseln und bis zum Ende hin nicht mehr loslassen. Der amerikanische Autor T.M. 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