{"id":10493,"date":"2012-10-19T09:44:19","date_gmt":"2012-10-19T08:44:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10493"},"modified":"2012-10-19T09:44:40","modified_gmt":"2012-10-19T08:44:40","slug":"aufgelesen-vol-60-wir-leben-in-einem-zeitalter-des-pop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10493","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 60 &#8211; &#8222;wir leben in einem zeitalter des pop&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit B\u00fcchern von Simon Reynolds, Norbert Hering &amp; Hartwig von Schubert, Vea Kaiser, Neil Young und Beth Ditto. <\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-10494 alignright\" title=\"reynolds\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/reynolds-225x300.jpg\" alt=\"reynolds\" width=\"198\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/reynolds-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/reynolds.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/>\/\/ In zahlreichen Musikmagazinen stand im vergangenen Jahr ein Werk an der Spitze der Literatur-Charts. Die Rede ist nat\u00fcrlich von \u201eRetromania\u201c \u2013 dem neuen Buch von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Simon Reynolds<\/strong>, der mit \u201eRip It Up And Start Again\u201c bereits das ultimative Post Punk-Standartwerk verfasste und daf\u00fcr nicht nur von uns mit einer Lobeshymne bedacht wurde. Nun erscheint sein neues Werk \u201eRetromania\u201c endlich in deutscher Sprache und setzt sich mit der Frage auseinander, ob heutzutage noch etwas Einzigartiges in Sachen Popmusik entstehen kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\">Reynolds versucht anhand zahlreicher Beispiele darzulegen, dass die R\u00fcckw\u00e4rts-Gewandtheit im Popgesch\u00e4ft den dringend notwendigen Innovativen erheblich im Weg steht. Er reflektiert aber auch die Geschichte der Popmusik im 20. Jahrhundert und wirft dabei weitere interessante Fragen auf. Ganz nebenbei ist der Autor au\u00dferdem mit einem hohen Ma\u00df an Begeisterung an das Objekt seiner Begierde herangetreten, was dem Leser immer wieder ein breites Schmunzeln aufs Gesicht zaubert, wenn sich Reynolds dem nicht enden wollenden 50s-Revival oder der ewigen Lust am Sampeln annimmt. Man merkt immer wieder, dass hier ein echter Musikliebhaber am Werk ist, der sich mit voller Hingabe am Pop-Geschehen der vergangenen Jahrzehnte abarbeitet. <span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Passend zur Neuver\u00f6ffentlichung wurden dem Band au\u00dferdem ein gelungenes Vorwort von Didi Neidhard und ein aussagekr\u00e4ftiger Kommentar des Autors h\u00f6chstpers\u00f6nlich hinzugef\u00fcgt. Es lohnt sich also mal reinzuschnuppern in diese \u201eRetromania\u201c der Extraklasse. Ein besseres Buch \u00fcber Popmusik wird man sich in diesem Jahr nicht mehr ins Regal stellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10495\" title=\"cyberage\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cyberage.jpg\" alt=\"cyberage\" width=\"277\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cyberage.jpg 277w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/cyberage-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/>\/\/ Wer sich diferneziert mit den technologischen M\u00f6glichkeiten unserer Zeit auseinander setzen m\u00f6chte, der sollte sich mal an das aktuelle Werk von Herausgeber <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Norbert Hering<\/strong> und <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Hartwig von Schubert<\/strong> heranwagen. In \u201eCyberAge\u201c wagen sich die beiden an das ambitionierte Unterfangen, die Welt des Digitalen auf ihre Urspr\u00fcnge hin abzuklopfen und bis in den \u00e4u\u00dfersten Winkel zu durchleuchten. Ihr Buch hebt sich in diesem Zusammenhang ab von den zahllosen halb-wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen, die derzeit den Markt \u00fcberschwemmen. Wissenschaftlich fundiert widmen sie sich nicht nur gegenw\u00e4rtigen Ph\u00e4nomenen wie der zunehmenden Vernetzung der Welt durch das Word Wide Web, sondern besch\u00e4ftigen sich auch unter ethischen Gesichtspunkten mit so schwierigen Themenfeldern wie Cyber-War und Cyber-Crime. Die Problematik der allgegenw\u00e4rtigen \u00dcberwachung wird genauso thematisiert, wie der gegenw\u00e4rtige Entwicklungsstand von Kampfrobotern. Dabei werfen sie zahlreiche dr\u00e4ngende Fragen auf, die im Zuge der zunehmenden Digitalisierung unserer Welt dringend diskutiert werden m\u00fcssen. \u201eCyberAge\u201c ist in diesem Zusammenhang aber auch deshalb so bemerkenswert, weil das Werk sich nicht wie ein wissenschaftlich-fundiertes Fachbuch liest. Ganz im Gegenteil. Die einzelnen Beitr\u00e4ge sind auch f\u00fcr einen Laien in Sachen Cybertechnologie problemlos nachzuvollziehen und spannend zu lesen. Das wiederum d\u00fcrfte am Ende hoffentlich dazu beitragen, dass sich in Zukunft noch mehr Menschen mit den hier dargelegten Problemstellungen und ungeahnten M\u00f6glichkeiten einer digitalisierten Welt auseinander setzen ohne gleich vor einer \u201eDigitalen Demenz\u201c zu warnen.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><span style=\"mso-spacerun: yes;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10496\" title=\"vea-kaiser\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/vea-kaiser.jpg\" alt=\"vea-kaiser\" width=\"231\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/vea-kaiser.jpg 307w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/vea-kaiser-184x300.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><\/span>\/\/ Ein Werk \u00fcber das Thema Blasmusik zu schreiben, ist heutzutage ein \u00e4u\u00dferst gewagten Unterfangen. Die junge Autorin <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Vea Kaiser<\/strong> aber meistert diesen Drahtseilakt auf kuriose Weise. Schon der Untertitel des Buches namens \u201eWie die Wissenschaft in die Berge kam\u201c macht deutlich, dass es sich hierbei keineswegs um eine blo\u00dfe Ansammlung von sachdienlichen Informationen handelt. Danz im Gegenteil. Die Autorin hat mit \u201eBlasmusikpop\u201c einen echten Generationen-Roman aus dem \u00c4rmel gesch\u00fcttelt. Die Geschichte selbst dreht sich um eine Familie, die sich vollends ihrer Liebe zur Wissenschaft verschreibt. So folgen wir unter anderem<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Johannes A. Irrwein bei seinem Streifzug durchs Leben. Gerade am Matura gescheitert, sieht er sich mit der Situation konfrontiert, eventuell doch sein weiteres Leben in einem traditionelle Alpen-Ort verbringen zu m\u00fcssen. Dabei wollte Johannes doch schnurstracks in die gro\u00dfe weite Welt hinaus, wenn der Ernst des Lebens erst einmal vorbei ist. Weil er nun aber in St. Peters festsitzt, entschlie\u00dft er sich dazu, aus der Not eine Tugend zu machen und die Geschichte seines Heimatortes niederzuschreiben. Dabei allerdings schlittert er in so manche kuriose Situation, welche die Autorin mit viel Charme und Witz ausstattet, so dass man als Leser aus dem Grinsen gar nicht mehr herauskommt. Wenn eine Liebe zur Wissenschaft auf den harten Alltag trifft, ist das Chaos vorprogrammiert und man darf sich als Leser auf 450 Seiten sympathischen Wahnsinns freuen. Wer also mehr wissen m\u00f6chte \u00fcber Fischbandw\u00fcrmer, schwangere Dorfprinzessinnen und nat\u00fcrlich jede Menge Blasmusik, sollte unbedingt mal reinschnuppern. Es lohnt sich.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10497\" title=\"neil-young\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/neil-young.jpg\" alt=\"neil-young\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/neil-young.jpg 264w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/neil-young-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/>\/\/ <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Neil Young<\/strong> z\u00e4hlt mit Sicherheit zu den wichtigsten Musikern seiner Generation. Mit \u201eHeart Of Gold\u201c und \u201eDown By The River\u201c hat er nicht nur ein paar unvergessliche Rock-Klassiker aus dem \u00c4rmel gesch\u00fcttelt, er hat sich auf seine alten Tage auch dazu entschlossen, die Geschichte seines Lebens ins Literarische zu \u00fcberf\u00fchren. Sein Werk, das er mit dem sch\u00f6nen Titel \u201eEin Hippie-Traum\u201c versehen hat, thematisiert dabei alle wichtigen Stationen im Leben des Musikers. Seit den 60er Jahren ist der Musiker aus der Rock-Szene nicht mehr wegzudenken und verschafft sich 1970 mit seinem Soloalbum \u201eAfter the Gold Rush\u201c erstmals Aufmerksamkeit weit \u00fcber Szenegrenzen hinaus. Was folgte war der viel beachtete Einstieg bei \u201eCrosby, Stills &amp; Nash\u201c, der ihm endg\u00fcltig einen Status als absoluter Kult-Musiker sicherte. So war Young durch seine kompromisslose Art unter anderem Wegbereiter f\u00fcr zahlreiche Ikonen der allseits beliebten Grunge-Szene und machte auch abseits des musikalischen Trubels immer wieder von sich h\u00f6ren. Einen Blick in sein Innerstes pr\u00e4sentiert er nun erstmals in seiner aktuellen Autobiographie. Darin wartet der Musiker nicht nur mit zahlreichen Anekdoten aus seinem bewegten Leben auf, sondern auch mit zahlreichen Hintergrundinformationen zu den unterschiedlichen Stationen seiner Karriere als Musiker. Er schreibt \u00fcber seine Liebe zu Hawaii, \u00fcber die bewegten Tage in den 60er Jahren und \u00fcber seine ersten Schritte als K\u00fcnstler. Die einzelnen Lebensabschnitte werden mit sehr vielen humoristischen Passagen gekontert, so dass man auch als Neil Young-Neueinsteiger sehr viel Spa\u00df mit der Lekt\u00fcre dieses Buches haben kann.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10498\" title=\"beth-ditto\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/beth-ditto.jpg\" alt=\"beth-ditto\" width=\"195\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/beth-ditto.jpg 195w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/beth-ditto-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/>\/\/ <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Beth Ditto <\/strong>wiederum hat in der Zwischenzeit das scheinbar Unm\u00f6gliche geschafft. Sie hat sich als S\u00e4ngerin einer weitestgehend unbekannten Elektro-Punk-Combo zu einer der Stilikonen der heutigen Zeit gemausert. Das ist umso bemerkenswerter, weil sie so \u00fcberhaupt nicht dem g\u00e4ngigen Sch\u00f6nheitsideal entspricht, welches heute im Rahmen zahlreicher Magazine den Mainstream zu reflektieren scheint. Im Rahmen ihres Buches \u201eHeavy Cross\u201c erz\u00e4hlt sie nicht nur von den zahllosen Momenten, in denen sie sich entt\u00e4uscht in ihre vorgezeichnetes Schicksal f\u00fcgen sollte. Doch anstatt als Krankenschwester oder Mutter zu enden, entscheidet sie sich schlie\u00dflich f\u00fcr die andere Alternative und proklamiert: \u201eKiss My Ass\u201c.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Im Rahmen ihres Buches erfahren wir in diesem Zusammenhang nicht nur zahlreiche Dinge \u00fcber ihre gro\u00dfen Erfolge mit der Rock-Band \u201eThe Gossip\u201c, die heute auf den gro\u00dfen Festivalb\u00fchnen des Landes steht, man erf\u00e4hrt auch<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>viel Pers\u00f6nliches \u00fcber Beth Ditto, die als Kind immer \u201eBreitarsch\u201c genannt wurde und sich am Ende \u00fcber alle g\u00e4ngigen Konventionen erhoben hat. Wie hei\u00dft es so sch\u00f6n\u2026 \u201eWer zuletzt lacht, lacht am Besten\u201c. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von Simon Reynolds, Norbert Hering &amp; Hartwig von Schubert, Vea Kaiser, Neil Young und Beth Ditto. \/\/ In zahlreichen Musikmagazinen stand im vergangenen Jahr ein Werk an der Spitze der Literatur-Charts. 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