{"id":10610,"date":"2012-11-11T12:56:31","date_gmt":"2012-11-11T11:56:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10610"},"modified":"2012-11-11T12:59:12","modified_gmt":"2012-11-11T11:59:12","slug":"aufgelesen-vol-62-nichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=10610","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 62 &#8211; &#8222;we could be heroes&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit B\u00fcchern von Stephen Chbosky, Janne Teller, Anthony McCarten, Christian Brandst\u00e4tter \/ Rainer Metzger und C\u00e9sar Aira. <\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10611 alignright\" title=\"chbosky\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/chbosky.jpg\" alt=\"chbosky\" width=\"198\" height=\"303\" \/>\/\/ Schon etwas l\u00e4nger auf dem Markt, aber im Zuge des wunderbaren Kinofilms \u201eVielleicht lieber morgen\u201c noch einmal neu aufgelegt, erscheint <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Stephen Chbosky<\/strong>s Coming Of Age-Roman \u201eDas also ist mein Leben\u201c noch einmal in einer l\u00e4ngst f\u00e4lligen Neuauflage. All jene, die etwas f\u00fcr Filme wie Donnie Darko oder Serien der Marke \u201eFreaks &amp; Geeks\u201c \u00fcbrig haben, sollten sich das Buch unbedingt unter den Nagel rei\u00dfen. Die Geschichte dreht sich um einen 15-J\u00e4hrigen namens Charlie, der sich im ersten Jahr auf der Highschool befindet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\">Nachdem er anfangs keine Freunde findet, trifft er im Rahmen einer Sportveranstaltung auf Patrick und seine Schwester Sam, die sein komplettes Leben auf den Kopf stellen. Zusammen stolpert das Trio Schritt f\u00fcr Schritt ins Erwachsenenleben und ist so tiefgr\u00fcndig gezeichnet, dass nicht einen Moment lang das Gef\u00fchl aufkommt, hier einen klischeebeladenen Allerwelts-Roman vorgesetzt zu bekommen. Kein Wunder, dass sich der Autor selbst dazu entschieden hat, die einzelnen Kapitel auch als Film in Szene zu setzen. Die Magie des Buches l\u00e4sst sich n\u00e4mlich vortrefflich auf die Leinwand transformieren, wenn das Trio zum Beispiel in einem Tunnel erstmals den Song \u201eHeroes\u201c von David Bowie zu h\u00f6ren bekommt und dabei von einem Gef\u00fchl namens \u201eunendlich\u201c \u00fcbermannt wird. Mehr gibt\u2019s nicht zu sagen. Was folgt ist G\u00e4nsehaut.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10612\" title=\"teller\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/teller.jpg\" alt=\"teller\" width=\"231\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/teller.jpg 352w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/teller-176x300.jpg 176w\" sizes=\"auto, (max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/>\/\/\u201eEin brutales und mutiges Buch\u201c nennt \u201eDie Zeit\u201c das Buch \u201e<span style=\"mso-bidi-font-weight: bold;\">Nichts \u2013 Was im Leben wichtig ist<\/span>\u201c aus der Feder von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Janne Teller<\/strong>. Die geb\u00fcrtige Kopenhagenerin hat f\u00fcr ihren Jugendroman, der nicht nur f\u00fcr junge Menschen interessant ist, den d\u00e4nischen Kinderbuchpreis bekommen und es ist schon bemerkenswert, mit welcher Hartn\u00e4ckigkeit sie die Frage verfolgt, was denn auf dieser Welt \u00fcberhaupt noch von Bedeutung ist. Die Geschichte um einen nihilistischen Sch\u00fcler namens Pierre, der seine Klassenkameraden mit dem Satz konfrontiert, dass f\u00fcr ihn nichts von Bedeutung sei, worauf Selbige ihm das Gegenteil beweisen m\u00f6chten, indem sie in einem alten S\u00e4gewerk Dinge zusammentragen, die f\u00fcr sie pers\u00f6nlich einen Wert haben, liest sich in einem Zug durch. Die Situation eskaliert, nachdem sich ein Sch\u00fcler den Finger abschneidet, weil er einen Wert im Zusammenhang mit dem Gitarrenspielen darstellt und steuert auf ein bedr\u00fcckendes Finale zu. Ich m\u00f6chte in diesem Zusammenhang noch nicht zu viel \u00fcber den Ausgang des Buches verraten. Wichtig aber ist: die Geschichte ber\u00fchrt und stellt die immer wieder aktuelle Frage im Leben eines jeden Menschen. \u201eWozu das Ganze?\u201c Wer nach Antworten sucht, wird in diesem Buch keine Finden. Er findet \u201enichts\u201c, aber dieses \u201enichts\u201c d\u00fcrfte ihn zum Nachdenken anregen.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10613\" title=\"nccarten\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/nccarten.jpg\" alt=\"nccarten\" width=\"198\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/nccarten.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/nccarten-180x300.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/>\/\/ Werke \u00fcber einschneidende Erlebnisse im famili\u00e4ren Kontext gibt es zuhauf. Auch der neuseel\u00e4ndische Schriftsteller <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Anthony McCarten<\/strong> hat ein Buch dar\u00fcber geschrieben, wie es ist, einen Bruder \/ Sohn zu verlieren, zaubert dabei aber eine ebenso glaubw\u00fcrdige, wie zeitgem\u00e4\u00dfe Geschichte aus dem \u00c4rmel. \u201eGanz normale Helden\u201c dreht sich um die Familie Delpe. Deren J\u00fcngster ist gestorben und die restlichen Familienmitglieder versuchen alle auf ihre Art und Weise mit dem Verlust umzugehen. W\u00e4hrend der Vater beschlie\u00dft, mit der Familie aufs Land zu ziehen, chattet die Mutter mit einem Unbekannten und der verbleibende Sohn, der gerade vollj\u00e4hrig geworden ist, baut sich im Internet eine zweite Existenz als Star eines Onlinespiels auf. Lange hat Jeff, so der Name des Sohnes, noch versucht die Familie zusammenzuhalten und seine Eltern bei der Verarbeitung des schrecklichen Schicksalsschlags zu unterst\u00fctzen, dann aber taucht er mithilfe seines Online-Spiels erst einmal unter. Sein Vater wiederum, der sich nicht damit abfinden m\u00f6chte, begibt sich ebenfalls in die endlosen Weiten des World Wide Web und versucht seinen Sohn dort wiederzufinden. W\u00e4hrenddessen geht nicht nur seine Karriere St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in die Br\u00fcche, auch seine Frau wendet sich immer weiter von ihm ab. Doch Jim, so der Name des Vaters, l\u00e4sst sich nicht beirren und so sucht am Ende jedes Familienmitglied f\u00fcr sich einen Ausweg aus diesem Schlamassel, in das sie da so pl\u00f6tzlich wie unerwartet geraten sind. Ob sie dabei auch wieder zueinander finden? Es lohnt sich das herauszufinden, weil \u201eGanz normale Helden\u201c ein sehr gelungenes Werk \u00fcber uns Menschen in einer zunehmend digitalisierten Welt ist.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10614\" title=\"swinging\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/swinging.jpg\" alt=\"swinging\" width=\"239\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/swinging.jpg 343w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/swinging-205x300.jpg 205w\" sizes=\"auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/>\/\/ In den 60er Jahren ging es in Gro\u00dfbritannien hoch her. Die \u201eSwinging Sixties\u201c wurden eingel\u00e4utet und ganz London stand Kopf. W\u00e4hrend die Beatles und die Rolling Stones zu Weltstars avancierten, brach eine regelrechte Minirock-Invasion aus und die Stra\u00dfen von London waren pl\u00f6tzlich gespickt mit zauberhaft gekleideten Jungspunden, die einer ganzen Epoche eine Strahlkraft verleihen sollte, welche bis heute nachwirkt. Im Rahmen des Werkes \u201eSwinging Sixties \u2013 Kunst &amp; Kultur in der Weltstadt der 60er Jahre\u201c werden nun \u00fcber 600 Motive der damaligen Atmosph\u00e4re in der britischen Hauptstadt zusammengefasst und spulen einen schnurstracks 50 Jahre in der Zeit zur\u00fcck. Angefeuert vom Sound von The Kinks oder The Who verliert man sich schon nach wenigen Seiten in diesem Sammelsurium der Stilvielfalt, das auch heute nichts von seinem Charme verloren hat. Neben den Fotos von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Christian Brandst\u00e4tter<\/strong> bekommt man au\u00dferdem zahlreiche Informationen von Autor <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Rainer Metzger<\/strong> vor den Latz geknallt, der die bezaubernden Motive mit zahlreichen Textpassagen unterf\u00fcttert. Es ist eigentlich fast unm\u00f6glich bei einem solchen Gesamtkunstwerk nicht sofort in nostalgische Stimmung zu verfallen. \u201eSwinging Sixities\u201c ist eine imposante W\u00fcrdigung an ein mehr als au\u00dferordentliches Zeitalter. Schade eigentlich, dass der ganze Spuck schon nach 350 Seiten wieder vorbei ist. Man h\u00e4tte noch stundenlang weiterschm\u00f6kern k\u00f6nnen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-10615\" title=\"aira\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/aira.jpg\" alt=\"aira\" width=\"205\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/aira.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/aira-180x300.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/>\/\/ Ein wirklich bemerkenswertes Buch erscheint in diesen Tagen aus der Feder von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">C\u00e9sar Aira<\/strong>. Der Schriftsteller aus Argentinien hat in den vergangenen Jahren bereits 30 Romane ver\u00f6ffentlicht und sich auf diese Weise eine gro\u00dfe Fangemeinde zusammengekratzt. Mit seinem neuen Buch namens \u201eDer Literaturkongress\u201c d\u00fcrfte er abermals zahlreiche Leser von sich \u00fcberzeugen. Das Werk dreht sich um einen Schriftsteller namens (ratet mal!) C\u00e9sar (wer auch sonst?!) und thematisiert dessen Entschluss, irgendwann die Weltherrschaft zu erlangen. Dazu macht sich der Protagonist auf den Weg zu einem Literaturkongress, um sein perfides Vorhaben in die Tat umzusetzen. Sein Ziel, einen mexikanischen Schriftsteller zu klonen, gestaltet sich allerdings etwas schwieriger als gedacht. F\u00fcr den Leser wiederum ist es ein absolutes Vergn\u00fcgen dem Hauptdarsteller (und Autoren) bei der verr\u00fcckten Angelegenheit \u00fcber die Schulter zu schauen. \u201eDer Literaturkongress\u201c ist ein nahezu gr\u00f6\u00dfenwahnsinniges Werk, irrsinnig witzig getextet und mit etwas mehr als 100 Seiten auch ideal am St\u00fcck konsumierbar. Wer bisher noch nichts von C\u00e9sar Aira geh\u00f6rt hat, sollte die Chance nutzen und jetzt zuschlagen. Es lohnt sich.<strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\"> <\/strong>Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von Stephen Chbosky, Janne Teller, Anthony McCarten, Christian Brandst\u00e4tter \/ Rainer Metzger und C\u00e9sar Aira. \/\/ Schon etwas l\u00e4nger auf dem Markt, aber im Zuge des wunderbaren Kinofilms \u201eVielleicht lieber morgen\u201c noch einmal neu aufgelegt, erscheint Stephen Chboskys Coming Of Age-Roman \u201eDas also ist mein Leben\u201c noch einmal in einer l\u00e4ngst f\u00e4lligen Neuauflage. 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