{"id":11328,"date":"2013-03-10T13:33:47","date_gmt":"2013-03-10T12:33:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=11328"},"modified":"2013-03-10T13:34:12","modified_gmt":"2013-03-10T12:34:12","slug":"aufgelesen-vol-76-unruhe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=11328","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 76 &#8211; &#8222;unruhe&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit neuen B\u00fcchern von Anna Weidenholzer, Dirk Stermann, Dave Eggers, Madions Smartt Bell und Hugh Howey. <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11329\" title=\"anna-weidenholzer\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/anna-weidenholzer.jpg\" alt=\"anna-weidenholzer\" width=\"199\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/anna-weidenholzer.jpg 299w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/anna-weidenholzer-179x300.jpg 179w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>\/\/ \u201eDer Winter tut den Fischen gut\u201c erz\u00e4hlt die Geschichte einer arbeitslosen Textilfachverk\u00e4uferin und ist v\u00f6llig zu Recht f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen \u201ePreis der Leipziger Buchmesse\u201c nominiert. In der Geschichte von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Anna Weidenholzer <\/strong>sieht sich die Protagonistin damit konfrontiert, dass da niemand mehr ist, der sie braucht. Sie hat zwar einen gro\u00dfen Teil ihres Lebens noch vor sich, aber die Sache mit der Karriere scheint sich zunehmend im Sande zu verlaufen. Im Grunde genommen ist ja eh schon alles vorbei. Denn Marias Leben l\u00e4uft r\u00fcckw\u00e4rts. In Form von Erinnerungsfetzen setzt sich auf diese Weise die gesamte Existenz der Protagonistin bruchst\u00fcckhaft zusammen. Und man f\u00fchlt sich als Leser in einen regelrechten Sog der Emotionen gerissen.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p>Am Ende ist es dann fast so, als l\u00e4gen all die Tr\u00e4ume und Hoffnungen noch offen vor einem. Und man sp\u00fcrt, wie sich das Leben langsam seinen Weg durch die erstarrten Adern bahnt, welche pl\u00f6tzlich wieder zu pulsieren beginnen. \u201eDer Winter tut den Fischen gut\u201c ist ein echter Gl\u00fccksfall von einem Roman. Und man sollte sich unbedingt treiben lassen von dieser Geschichte, welche die \u201eRanderscheinungen\u201c unserer Existenz vollends in den Mittelpunkt r\u00fcckt.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-11330\" title=\"dirk-stermann\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/dirk-stermann.jpg\" alt=\"dirk-stermann\" width=\"217\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/dirk-stermann.jpg 312w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/dirk-stermann-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/>\/\/ Nachdem uns der Duisburger Autor <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Dirk Stermann<\/strong> bereits mit seinem Roman \u201e6 \u00d6sterreicher unter den ersten 5\u201c um den kleinen Finger gewickelt hat und anschlie\u00dfend wochenlang auf der Spitzenposition der \u00f6sterreichischen Hitlisten verweilte, erscheint nun sein neues Werk namens \u201eSto\u00df im Himmel \u2013 Der Schnitzelkrieg der Kulturen\u201c. In seinem neuen Buch erz\u00e4hlt er die Geschichte von Rudi Gluske. Der bekommt es in seinem Roman nicht nur mit fanatischen Moslems, sondern auch mit nerv-t\u00f6tenden Patrioten zu tun. Dazu gesellt sich eine rachs\u00fcchtige Schwester namens Rosa, ein Bundeswehr-fixierter Vater namens Ludger und der ORF, der hier auch irgendwie noch seine Finger im Spiel zu haben scheint. Dabei geht\u2019s auch diesmal wieder herrlich absurd zu und man m\u00f6chte das Buch am Liebsten in einem Rutsch durchschm\u00f6kern. Der Autor versteht es einfach sehr gekonnt, mit g\u00e4ngigen Klischees zu spielen, ohne dass das Ganze zu plump r\u00fcberkommen w\u00fcrde. Stattdessen gelingt Dirk Stermann auch diesmal wieder ein facettenreiches Werk, das einen immer wieder ein breites Schmunzeln aufs Gesicht zaubert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11331\" title=\"dave-eggers\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/dave-eggers.jpg\" alt=\"dave-eggers\" width=\"116\" height=\"190\" \/>\/\/ In seinem neuen Roman erz\u00e4hlt <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Dave Eggers<\/strong> die Geschichte des Gesch\u00e4ftsreisenden Alan Clay, der sich mit dem drohenden Niedergang Amerikas konfrontiert sieht. Die Wirtschaftsmacht von einst hat ihre gr\u00f6\u00dften Zeiten bereits hinter sich und befindet sich auf dem absteigenden Ast. F\u00fcr Clay allerdings k\u00f6nnten sich in pers\u00f6nlicher Hinsicht goldene Zeiten anbahnen: eigentlich ist er schon \u00fcber 50 und hat seine gro\u00dfen Tage l\u00e4ngst hinter sich gelassen, dann aber offeriert ihm sein Chef ein lukratives Angebot: er soll an den K\u00f6nig von Saudi-Arabien ein formvollendetes IT-System verkaufen. W\u00e4hrend Clay verhandelt, reflektiert er sein eigenes Leben. Seine Ehe ist zerbrochen, das Verh\u00e4ltnis zu seiner Familie zerr\u00fcttet. Parallel dazu hat er allerdings eine bewegte Karriere als Angestellter bei verschiedenen Firmen hingelegt.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Welchen Wert aber hat das am Ende, wenn pl\u00f6tzlich keiner mehr da ist, der einem wirklich etwas bedeutet? Dave Eggers erz\u00e4hlt in \u201eEin Hologramm f\u00fcr den K\u00f6nig\u201c die Geschichte eines Mannes, der dem Erfolg alles untergeordnet hat. Er erz\u00e4hlt damit im \u00fcbertragenen Sinne aber auch die Geschichte der amerikanischen Gesellschaft (und auch der unseren). Dabei gelingt es ihm immer wieder die Kosten des wirtschaftlichen Wachstums aufzuzeigen, die sich nicht in Dollarnoten beziffern lassen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-11332\" title=\"madison-samrtt-bell\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/madison-samrtt-bell.jpg\" alt=\"madison-samrtt-bell\" width=\"195\" height=\"305\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/madison-samrtt-bell.jpg 304w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/madison-samrtt-bell-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/>\/\/ <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Madison Smartt Bell<\/strong> erz\u00e4hlt in ihrem neuen Roman die verst\u00f6rende Geschichte eines ehemaligen Sekten-Mitglieds, das von den Geistern der Vergangenheit eingeholt wird. Die Autorin aus Nashville, Tennessee schickt einen als Leser auf eine dunkle Reise in die Abgr\u00fcnde der menschlichen Seele. Ausgangspunkt ihres Romans \u201eDie Farbe der Nacht\u201c ist der Anschlag auf das \u201eWorld Trade Center\u201c im Jahr 2001. In der Flut der Fernsehbilder erblickt die Protagonistin ein l\u00e4ngst verblasstes Gesicht. Von Gef\u00fchlen \u00fcbermannt macht sie sich auf nach New York. Das Schicksal ruft nach Mae (so der Name der Hauptfigur) und die hat ihr Gewehr im Gep\u00e4ck, um die Dinge (in ihrem Sinne) wieder in Ordnung zu bringen. Worum es hier eigentlich geht, dar\u00fcber lassen wir euch in diesem Zusammenhang erst noch einmal im Dunklen. Denn \u201eDie Farbe der Nacht\u201c lebt von seiner mysteri\u00f6sen Grundstimmung, die einen als Leser in einen regelrechten Sog der Emotionen zieht. Ob die Beteiligten am Ende heil aus der ganzen Geschichte heraus kommen oder ob vielleicht schon von vorne herein jeder Hoffnungsschimmer erloschen gewesen ist? Es lohnt sich mal reinzuschnuppern, weil \u201eDie Farbe der Nacht\u201c gleicherma\u00dfen fasziniert und verst\u00f6rt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11334\" title=\"hugh-howey\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/hugh-howey.jpg\" alt=\"hugh-howey\" width=\"191\" height=\"306\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/hugh-howey.jpg 263w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/hugh-howey-187x300.jpg 187w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/>\/\/ Wer mal wieder einen richtig packenden Endzeit-Roman lesen m\u00f6chte, der kommt an dem aktuellen Buch von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Hugh Howey<\/strong> nicht vorbei. \u201eSilo\u201c handelt von einer Gesellschaft, die seit Generationen kein Tageslicht mehr erblickt hat. Die Menschen hausen unter der Erde, weil die Oberfl\u00e4che verw\u00fcstet ist. Der Autor spielt in seiner Geschichte gekonnt mit den \u00c4ngsten der Leser. Es ist die Furcht vor dem Unbekannten, die die Gesellschaft zusammenschwei\u00dft. Dann aber entscheidet<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>sich Sheriff Holston nach dem Tod seiner Frau dazu, die wichtigste Regel zu brechen. Er macht sich auf in Richtung Erdoberfl\u00e4che \u2013 er will das \u201eSilo\u201c verlassen. Bl\u00f6derweise soll der Erdboden t\u00f6dlich sein f\u00fcr jeden, der ihn betritt. Ob er die Luke zur Au\u00dfenwelt trotzdem \u00f6ffnet? Und was sein Vorhaben bei den Bewohnern im \u201eSilo\u201c ausl\u00f6st? Als Leser kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, w\u00e4hrend man sich durch die Seiten dieses spannenden Zukunftsszenarios w\u00fchlt. Hugh Howey hat einen nachdenklich stimmenden Zukunftsroman geschrieben, der einem anhand einer fiktiven Geschichte vor Augen f\u00fchrt, wie wir als Menschen jeden Tag manipuliert werden. Wir w\u00fcnschen euch allen deshalb jetzt schon spannende Unterhaltung. Und viel Spa\u00df auf der Buchmesse. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit neuen B\u00fcchern von Anna Weidenholzer, Dirk Stermann, Dave Eggers, Madions Smartt Bell und Hugh Howey. \/\/ \u201eDer Winter tut den Fischen gut\u201c erz\u00e4hlt die Geschichte einer arbeitslosen Textilfachverk\u00e4uferin und ist v\u00f6llig zu Recht f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen \u201ePreis der Leipziger Buchmesse\u201c nominiert. 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