{"id":11471,"date":"2013-03-30T16:49:18","date_gmt":"2013-03-30T15:49:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=11471"},"modified":"2013-03-30T16:51:12","modified_gmt":"2013-03-30T15:51:12","slug":"aufgelesen-vol-81-kronauer-erkannte-die-ungerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=11471","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 81 &#8211; &#8222;um 13:02 war es schon \u00fcber 31 grad hei\u00df&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit B\u00fcchern von U.D. Bauer, <span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\">Georg Lindt &amp; Ingolf Rech, Alen Meskovic, <\/span>James M. Cain und Carsten Kluth. <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11472\" title=\"udbauer\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/udbauer.jpg\" alt=\"udbauer\" width=\"199\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/udbauer.jpg 257w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/udbauer-167x300.jpg 167w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>\/\/ In Zeiten, in denen jede Information nur einen Mausklick entfernt ist, muss die Literatur neue Wege gehen. Wie Selbige aussehen k\u00f6nnten, davon verschafft uns die Autorin <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">U.D. Bauer<\/strong> einen ersten Eindruck. Ihr aktuelles Werk besteht aus keinem einzigen Satz, der von ihr selbst verfasst Worten ist. \u201eO.T.*\u201c oder \u201eOhne Titel\u201c besteht einzig und allein aus Zitaten, die in fast schon be\u00e4ngstigender Form schl\u00fcssig miteinander zu einem gro\u00dfen Ganzen verwoben worden sind. 2857 Zitate haben es am Ende in das Werk geschafft. In diesem Zusammenhang kommen nicht nur die Gro\u00dfen der Weltliteratur zu Wort, sondern auch zahlreiche Literaten, die man in diesem Zusammenhang nicht unbedingt auf dem Zettel hat. So puzzelt sich die Autorin durch eine Fundgrube an gro\u00dfen S\u00e4tzen und setzt sie in einen neuen Kontext: \u201eO.T.\u201c ist eine Art Familiengeschichte mit jeder Menge hinterh\u00e4ltiger Figuren, Dreiecksbeziehungen und romantischer Momente.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p>So stellt sich am Ende fast zwangsl\u00e4ufig die Frage: Wird der Autor in Zukunft \u00fcberhaupt noch gebraucht? Reicht es nicht, bereits Vorhandenes in einem neuen Kontext zu thematisieren? Muss originell unbedingt auch original sein? Am Ende des Werkes stellt sich die Autorin den Fragen ihres Publikums. Max Dax, der bereits f\u00fcr die \u201eSpex\u201c sein au\u00dferordentliches Talent als tiefsinniger Gespr\u00e4chspartner (die Interviews mit Nick Cave muss man gelesen haben!), stellt sich der Autorin und geht diesem einzigartigen literarischen Unterfangen auf den Grund, das man unbedingt gelesen haben sollte: denn \u201eO.T.\u201c funktioniert. So darf man am Ende durchaus von einem kleinen literarischen Wunder sprechen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-11473\" title=\"weitergehen\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/weitergehen-211x300.jpg\" alt=\"weitergehen\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/weitergehen-211x300.jpg 211w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/weitergehen.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\">\/\/ Ein schickes Rundum-Gl\u00fccklich-Paket erscheint in der Zwischenzeit auch im \u201eLieblingsbuch\u201c-Verlag. \u201eWir werden immer weitergehen\u201c besteht aus zahllosen Essays und Interviews und ist ein gefundenes Fressen f\u00fcr jeden Indie-Rock-Anh\u00e4nger. Im Rahmen des Buches, das neben den Texten auch mit vielen eindrucksvollen Fotos versehen ist, werfen die Macher nicht nur einen Blick hinter die Kulissen im Musikgesch\u00e4fts, es kommen neben einigen Plattenladenbesitzern und Musikliebhabern auch zahlreiche Label-Betreiber zu Wort. So erfahren wir aufschlussreiche Details \u00fcber den Kreuzberger Club \u201eSO36\u201c von Thomas Winkler und Peter Radzuhn. Dazu gibt\u2019s aufschlussreiche Beitr\u00e4ge zu der \u201eRoten Flora\u201c in Hamburg und ein interessantes Gespr\u00e4ch mit Alfred Hilsberg, welcher die beiden Labels \u201eZickZack\u201c und \u201eWhats so funny about\u201c ins Leben gerufen hat. Abgerundet wird das ganze Unterfangen mit h\u00fcbschen Bildern von Jim Avignon und Fotografien von Martin Eberle. Als w\u00e4re das noch nicht genug, bekommt man passend zum Berliner \/ Hamburger Szene-Rundumschlag auch noch zwei gelungene DVDs oben drauf. Im Rahmen des ersten Teils werden in diesem Zusammenhang nicht nur viele Interviews zu einem gro\u00dfen Ganzen zusammengepuzzelt, man <span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>darf sich auch \u00fcber Live-Auftritte und pers\u00f6nliche Anekdoten von Bands wie Tocotronic, Stereo Total oder Atari Teenage Riot freuen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Im zweiten Teil der DVD spulen die Macher dann zehn Jahre nach vorne und treffen die einzelnen Protagonisten noch einmal. Es lohnt sich also mal reinzuschauen und zwar nicht nur f\u00fcr Ortsans\u00e4ssige. Auf der Innenseite des R\u00fcckumschlags versteckt sich au\u00dferdem eine zweite DVD, der sich mit dem \u201eGlanz und Elend einer Berliner Plattenfirma\u201c namens \u201eLieblingslied Records\u201c auseinander setzt, bei der neben dem hier besprochenen Werk auch weitere, h\u00fcbsch aufgemachte DVDs und CDs zu Themen wie \u201eProvinzgl\u00fcck\u201c oder \u201eLiebe &amp; Herzschmerz\u201c erschienen sind. Fazit: Wer auf liebevoll recherchierte Geschichten im hochwertigen Look steht, der kommt an diesem Gemeinschaftswerk von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Georg Lindt<\/strong> und <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Ingolf Rech<\/strong> nicht vorbei. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-11474\" title=\"ukulele-jam\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ukulele-jam.jpg\" alt=\"ukulele-jam\" width=\"252\" height=\"351\" \/><\/span>\/\/ Die Geschichte eines Fl\u00fcchtlings erz\u00e4hlt der neue Roman von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\"><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\">Alen Meskovic<\/span><\/strong><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\">. Der Bosnier Miki findet sich eines Tages mit seiner Familie in einem ehemaligen Ferienlager an der kroatischen K\u00fcste wieder. Zusammen blicken sie aufs Meer und versuchen den Schrecken der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Miki sieht sich in diesem Zusammenhang aber nicht nur mit der wachsenden Angst um seinen Bruder konfrontiert, sondern auch mit seinem wehm\u00fctigen Vater und der mit ihrem Schicksal hadernden Mutter. So wird er langsam erwachsen in einer durchweg angespannten Atmosph\u00e4re und versucht dennoch, die Vorz\u00fcge der Jugend in vollen Z\u00fcgen zu genie\u00dfen. Dem Autor gelingt mit seinem Buch nicht nur eine glaubw\u00fcrdige \u201eComing Of Age\u201c-Erz\u00e4hlung, die sch\u00f6ne Erinnerungen an Literaturklassiker der Marke \u201eF\u00e4nger im Roggen\u201c wachruft, sondern auch ein gesellschaftspolitisches Statement. Selbiges wird gekontert mit einer unbeschwerten Schreibe, die immer wieder f\u00fcr ein breites Grinsen auf den Lippen des Lesers sorgt. \u201eUkulele Jam\u201c gelingt es sehr \u00fcberzeugend, das Leben eines jungen Menschen in Worte zu fassen, der sich in seinem pers\u00f6nlichen Umfeld mit der stetig um sich greifenden Resignation konfrontiert sieht.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Der Roman schreit einem in diesem Zusammenhang regelrecht ins Gesicht: lebe, verdammt nochmal, lebe, als ob es kein Morgen mehr g\u00e4be!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-11475\" title=\"abserviert\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/abserviert.jpg\" alt=\"abserviert\" width=\"200\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/abserviert.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/abserviert-191x300.jpg 191w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/span>\/\/ Einen lange verschollenen Klassiker der Noir-Literatur bekommen wir nun ebenfalls vom neuen Popkultur-Verlag \u201eMetrolit\u201c in einer ansprechenden Neuauflage pr\u00e4sentiert. \u201eAbserviert\u201c erz\u00e4hlt die Geschichte einer jungen Frau, die nach dem Tod ihres Mannes als Kellnerin in einer Cocktailbar arbeitet. Sie braucht das Geld, um irgendwie den Monat zu \u00fcberstehen, au\u00dferdem m\u00f6chte sie das Sorgerecht f\u00fcr ihren Sohn wieder haben. W\u00e4hrend sie ihrer T\u00e4tigkeit am Tresen nachgeht, lernt sie zwei v\u00f6llig unterschiedliche M\u00e4nner kennen. Einen jungen Herzensbrecher, der sie vom gro\u00dfen Gl\u00fcck tr\u00e4umen l\u00e4sst und einen \u00e4lteren Herren, der sie nicht nur mit einer gro\u00dfen Portion Trinkgeld versorgt, sondern auch gleich noch um ihre Hand anh\u00e4lt. Ob sie auf das zwielichtige Angebot eingeht? Und ob die Protagonistin wirklich f\u00fcr den Tod ihres Mannes verantwortlich ist, wie von ihrer Schw\u00e4gerin behauptet? Am besten du findest es selbst heraus. Der verschollene Roman des amerikanischen Autors <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">James M. Cain<\/strong> kann sich in Ans\u00e4tzen durchaus mit seinem Klassiker \u201eWenn der Postmann zweimal klingelt\u201c messen. Und wirft einen intensiven Blick in die Untiefen der menschlichen Seele.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-11476\" title=\"carsten-kluth\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/carsten-kluth-624x1024.jpg\" alt=\"carsten-kluth\" width=\"463\" height=\"760\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/carsten-kluth-624x1024.jpg 624w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/carsten-kluth-182x300.jpg 182w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/carsten-kluth.jpg 975w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/>\/\/ Der Politik-Wissenschaftler <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Carsten Kluth<\/strong> hat in der Zwischenzeit seinen Deb\u00fct-Roman im \u201ePiper\u201c-Verlag ver\u00f6ffentlicht. \u201eWenn das Land still ist\u201c kann man aufgrund seiner Geschichte noch am Ehesten als Gesellschafts-Roman bezeichnen. Die Story dreht sich um einen gewissen Harald Kronauer, welcher in politischer Hinsicht gro\u00df hinaus m\u00f6chte. So schleppt er sich jeden Morgen um 4 Uhr aus dem Bett und geht seinen allt\u00e4glichen Verpflichtungen nach. Schade eigentlich, dass sich seine Frau kein bisschen f\u00fcr seine Pl\u00e4ne interessiert. Gut aber, dass es wenigstens Martina gibt. Sie ist seine Geliebte und gleichzeitig Feuer und Flamme f\u00fcr Haralds Ambitionen. Warum dem so ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Jedenfalls st\u00fcrzt das Kartenhaus, das sich der Protagonist m\u00fchevoll errichtet hat, nach und nach in sich zusammen und so bekommt man mit zunehmender Dauer einen \u00e4u\u00dferst interessanten Roman voller tiefgr\u00fcndiger Charaktere pr\u00e4sentiert, der einen bis zum Ende nicht mehr los l\u00e4sst. Wer sich also f\u00fcr die allt\u00e4glichen Auf- und Abs des Lebens interessiert, sollte mal reinlesen. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von U.D. Bauer, Georg Lindt &amp; Ingolf Rech, Alen Meskovic, James M. Cain und Carsten Kluth. \/\/ In Zeiten, in denen jede Information nur einen Mausklick entfernt ist, muss die Literatur neue Wege gehen. Wie Selbige aussehen k\u00f6nnten, davon verschafft uns die Autorin U.D. Bauer einen ersten Eindruck. 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