{"id":12100,"date":"2013-09-01T09:42:20","date_gmt":"2013-09-01T08:42:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=12100"},"modified":"2013-09-01T09:42:50","modified_gmt":"2013-09-01T08:42:50","slug":"aufgelesen-vol-90-adam-nickte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=12100","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 90 &#8211; &#8222;adam nickte&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit B\u00fcchern von Francesca Segal, Nicole Zepter, Oscar Niemeyer, Bernd Schneid und Stefanie de Velasco. <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12101\" title=\"segal\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/segal.jpg\" alt=\"segal\" width=\"199\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/segal.jpg 265w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/segal-189x300.jpg 189w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>\/\/ Im klassischen Look kommt das aktuelle Werk der Londoner Schriftstellerin <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Francesca Segal<\/strong> daher, die bereits zuvor als Redakteurin beim \u201eGuardian\u201c oder \u201eDaily Telepgraph\u201c von sich reden machte. Mit \u201eDie Arglosen\u201c legt sie nun ihr literarisches Deb\u00fct vor und widmet sich darin einem P\u00e4rchen, das bereits zw\u00f6lf Jahre zusammen ist. Just in dem Moment allerdings, als die beiden ihre Verlobung bekannt geben, scheint sich das Schicksal zu wenden. Auf einmal taucht n\u00e4mlich die Cousine der Braut auf und Adam f\u00fchlt sich heftig zu ihr hingezogen. F\u00fcr wen er sich am Ende entscheidet? Darum geht es in diesem Werk.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p>Vor allem aber thematisiert die Autorin im \u00fcbertragenen Sinne die Frage, inwieweit das Leben von uns allen planbar ist. Hier jedenfalls gibt es kein richtig und falsch, kein gut oder b\u00f6se. Es stehen einfach nur Gef\u00fchle im Raum mit denen sich die Protagonisten konfrontiert sehen und die sie irgendwie in ihr bestehendes Leben eingliedern m\u00fcssen. Ob am Ende dann alles in Schutt und Asche liegt? Wer wei\u00df das schon. Francesca Segal gelingt mit \u201eDie Arglosen\u201c ein beeindruckendes Deb\u00fct voller vielschichtiger Charaktere, das mit den \u00fcblichen Schnulzenromanen in den \u00f6rtlichen Buchhandlungen rein gar nichts am Hut haben. Wenn du also auf Erz\u00e4hlungen der Marke \u201eVielleicht lieber Morgen\u201c stehst, lies mal rein. Es k\u00f6nnte sich als lohnenswert erweisen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12103\" title=\"kunst-hassen\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/kunst-hassen.jpg\" alt=\"kunst-hassen\" width=\"154\" height=\"261\" \/>\/\/ All jene, die zuletzt ein Museum besucht haben und sich insgeheim gefragt haben, was der ganze M\u00fcll an den W\u00e4nden da eigentlich bedeuten soll, die kommen im aktuellen Werk von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Nicole Zepter<\/strong> auf ihre Kosten. Die widmet sich in \u201eKunst hassen\u201c n\u00e4mlich ihrer entt\u00e4uschten Liebe zur Hochkultur und stellt dabei zahlreiche k\u00fcnstlerische Arbeiten in Frage. Mit ihrer sympathischen, polemischen Herangehensweise referiert sie dar\u00fcber, dass heutzutage viel zu schnell viel zu viel Durchschnittliches gut gehei\u00dfen wird, weil keiner sich mehr traut, sich mit einer Aussage die Finger zu verbrennen. Ihr Buch ist ein einziges Pl\u00e4doyer daf\u00fcr, mal wieder so richtig weit das Maul aufzurei\u00dfen und offen zu sagen, wenn man etwas so richtig schei\u00dfe findet. Das wiederum finden wir super und legen euch diesen kleinen, aber feinen Band ganz innig ans Herz. Darin findet ihr n\u00e4mlich nicht nur diverse Gr\u00fcnde das eine oder andere Kunstwerk zu hassen \u2013 ihr kriecht auch raus aus eurem Wellness-H\u00e4uschen mit \u201eGef\u00e4llt mir\u201c-Funktion, das dazu f\u00fchrt, dass man sich jede kritische Anmerkung verkneift. Muss ja schlie\u00dflich l\u00e4ngst m\u00f6glich geritten werden, der Gaul, der sich Hype nennt. Wer das so schei\u00dfe findet, wie wir, liest dieses Buch. Es lohnt sich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12104\" title=\"niemeyer\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/niemeyer.jpg\" alt=\"niemeyer\" width=\"135\" height=\"200\" \/>\/\/ Kurz vor seinem Tod ver\u00f6ffentlichte der renommierte Architekt <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Oscar Niemeyer<\/strong> noch einmal ein gelungenes Fazit seines eigenen Daseins. Das Ergebnis h\u00f6rt auf den Namen \u201eWir m\u00fcssen die Welt ver\u00e4ndern\u201c und erscheint in diesen Tagen als handliches B\u00fcchlein im \u201eVerlag Antje Kunstmann\u201c. Der Blick des Autors ist in diesem Zusammenhang stark gepr\u00e4gt von seinem Heimatland Brasilien, dem er einst eine neue Hauptstadt konzipierte. In seinem Buch pl\u00e4diert er daf\u00fcr es in Zukunft besser zu machen. Er reflektiert unsere Gesellschaft in all ihren Facetten und steckt einen schon nach wenigen Seiten mit seinem Enthusiasmus an. Schade eigentlich, dass dieses Werk schon nach so wenigen Seiten wieder zu Ende ist. Man h\u00e4tte gerne noch ein wenig l\u00e4nger den Worten des Autors gelauscht. Sch\u00f6n aber ist es trotzdem, dass der zu seinem Tod beinahe 105-j\u00e4hrige, noch einmal in literarischer Form zu uns spricht. Also nehmen wir uns jetzt erst mal ein Beispiel an seinen Worten und versuchen die Welt durch unsere Fantasie zu einem besseren Ort zu machen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12105\" title=\"schneid\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/schneid.jpg\" alt=\"schneid\" width=\"218\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/schneid.jpg 277w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/schneid-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/>\/\/ W\u00e4hrend in diesen Tagen alle auf die letzten Episoden der grandiosen TV-Reihe \u201eBreaking Bad\u201c hin fiebern, m\u00f6chten wir die Gelegenheit nutzen und euch auf ein aufschlussreiches \u201eFach\u201c-Buch aus der Feder von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Bernd Schneid <\/strong>hinweisen. \u201eDie Sopranos, Lost und die R\u00fcckkehr des Epos\u201c widmet sich dem Thema \u201eErz\u00e4hltheoretische Konzepte zu Epizit\u00e4t und Psychobiographie\u201c und ist in diesem Zusammenhang nicht nur mit zahlreichen Zitaten aus oben genannten Serien gespickt, sondern auch mit interessanten Abhandlungen \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge von Homer und Tony Soprano versehen. Der Autor deckt Querverbindungen auf, widmet sich der \u201eLiteraturgeschichte des Epos\u201c und geht zu guter Letzt auch noch sehr intensiv auf die beiden episch-angelegten TV-Reihen ein, die man sich als Serienfan auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Von dem Wissenschafts-Sprech auf dem Buchr\u00fccken braucht man sich in diesem Zusammenhang \u00fcbrigens nicht abschrecken lassen, sich als Anh\u00e4nger der Reihen eingehender mit diesem Werk auseinander zu setzen. Man muss zwar als Laie ab und zu das eine oder andere Wort nachschlagen, wird daf\u00fcr aber daf\u00fcr detailliert \u00fcber die unterschiedlichen Bedeutungsebenen der einzelnen Episoden unterrichtet. Wenn du also auch gerne etwas gr\u00e4bst, schau doch mal rein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12106\" title=\"tigermilch\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/tigermilch.jpg\" alt=\"tigermilch\" width=\"217\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/tigermilch.jpg 362w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/tigermilch-183x300.jpg 183w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/>\/\/ Die Oberhausener Schriftstellerin <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Stefanie de Velasco<\/strong> erz\u00e4hlt uns in ihrem neuen Roman die Geschichte zweier Jugendfreundinnen, die vollkommen unzertrennlich sind. Nini und Jameelah wohnen beide im selben Viertel und das Leben liegt noch vor ihnen. W\u00e4hrend sie mit Ringelstr\u00fcmpfen durch die Stra\u00dfen schlendern und dabei \u00fcber das Thema \u201eEntjungferung\u201c sprechen, scheint alles perfekt. Doch ihre kleine Parallelwelt beginnt zu br\u00f6ckeln, als in der Familie eines Freundes pl\u00f6tzlich etwas Unheilvolles passiert. Und so stecken Nini und Jameelah pl\u00f6tzlich mitten drin im echten Leben und m\u00fcssen feststellen, dass es nicht immer nur aus sonnigen Momenten besteht. Stefanie de Velasco gelingt es mit \u201eTigermilch\u201c sehr authentisch die Gef\u00fchle eines jungen Menschen auf Papier zu \u00fcberf\u00fchren. Ihr Roman rei\u00dft einen schon nach kurzer Zeit in einen regelrechten Sog der Emotionen. Der Titel selbst bezieht sich in diesem Zusammenhang auf ein Mischgetr\u00e4nk aus Milch, Mariacron und Maracujasaft, das die beiden immer wieder auf der Schultoilette zusammenmischen. Ob sie am Ende des gemeinsamen Sommers noch dieselben sind oder sich ihre Wege am Ende trennen? Das verraten wir hier nat\u00fcrlich noch nicht\u2026 Alle, die auf glaubw\u00fcrdige \u201eComing Of Age\u201c-Geschichten stehen, k\u00f6nnen aber gerne mal einen Blick in das Buch werfen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von Francesca Segal, Nicole Zepter, Oscar Niemeyer, Bernd Schneid und Stefanie de Velasco. \/\/ Im klassischen Look kommt das aktuelle Werk der Londoner Schriftstellerin Francesca Segal daher, die bereits zuvor als Redakteurin beim \u201eGuardian\u201c oder \u201eDaily Telepgraph\u201c von sich reden machte. 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