{"id":1214,"date":"2008-07-21T09:01:04","date_gmt":"2008-07-21T08:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1214"},"modified":"2008-07-21T09:44:10","modified_gmt":"2008-07-21T08:44:10","slug":"zuckerbeat-volume-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1214","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 21"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_drivebyargument.jpg\" alt=\"_drivebyargument.jpg\" class=\"right\" \/>Lassen wir uns doch einfach mal \u00fcberraschen, also Waschzettel aus dem Fenster geschmissen und dann einfach mal die Musik f\u00fcr sich sprechen lassen. Das ist dann in etwa so, als w\u00fcrde man pl\u00f6tzlich vom Indie zum Jazz \u00fcberlaufen, in den Laden rennen und blind ins Regal greifen. Und was soll ich sagen, im Falle von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/drivebyargument\" target=\"_blank\"><strong>Drive-By Argument<\/strong><\/a> <em>(klickt auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite)<\/em> (6) geht der Ansatz voll auf. Da werden munter die Melodien, wie Ping Pong B\u00e4lle \u00fcbers \u00fcberschaubare Feld aus Synthies und Gitarren geballert, dass man immer wieder mit der Zunge schnalzt, als wollte man einen astreinen Schmetterball hinlegen. Die Platte ist ein einziger Hitreigen, der es sich irgendwo neben den Killers gem\u00fctlich macht. Jeder Song f\u00fcr sich allein macht gute Laune. Und da kann man es am Ende auch verkraften, dass dieses selbst betitelte Werk am St\u00fcck gezockt, leider etwas eint\u00f6nig r\u00fcberkommt.<!--more-->In tanzbaren Gefilden bewegt sich derweil auch <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/kaskademusic\" target=\"_blank\"><strong>Kaskade<\/strong><\/a>. Der<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_kaskade.jpg\" alt=\"_kaskade.jpg\" class=\"right\" \/> sch\u00fcrt allerdings erstmal schlimme Erwartungen, weil er seine Musik unter anderem f\u00fcr beinahe alles von Budweiser bis MTVs \u201eReal World\u201c hergab. Die Teenie-Fraktion d\u00fcrfte also unterbewusst schon mal den ein oder anderen Track seines neuen Werks \u201eStrobelite Seduction\u201c (3) geh\u00f6rt haben. Falls nicht, machts allerdings auch nix. Die Scheibe tr\u00e4llert sich n\u00e4mlich relativ gleichf\u00f6rmig durch zehn spannungsarme Dancefloor-Entw\u00fcrfe, die genauso unscheinbar schimmern, wie kaputte Taschenlampen. Dann vielleicht doch lieber die neue Compilation aus dem Hause <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/meltfestival\" target=\"_blank\"><strong>Melt!<\/strong><\/a> antesten. Das vielleicht einzigartigste Festival Deutschlands pr\u00e4sentiert passend zur Partysause einen schicken Sampler, der brillant zusammengestellt wurde. Bestachen die Vorl\u00e4ufer schon durch ein imposantes Bandaufgebot, wirkten dabei allerdings teilweise etwas holprig, hat man es auf \u201eMelt IV\u201c<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_melt4.jpg\" alt=\"_melt4.jpg\" class=\"right\" \/> (7) nun erstmals geschafft, so unterschiedliche Bands, wie The Notwist, Franz Ferdinand, Hercules And Love Affair, Blood Red Shoes, Hot Chip und nat\u00fcrlich den allgegenw\u00e4rtigen L\u00fctzenkirchen (\u201e3 Tage wach\u201c ist die offizielle Melt!-Hymne) so aneinanderzupflanzen, dass daraus ein bezauberndes Blumenbeet entspringt. Dass dabei nur wenig unver\u00f6ffentlichtes Material dabei ist\u2026 wen juckts? Songs, wie \u201eThe Hollows\u201c von Why? und Blackmails \u201e(Feel It) Day By Day\u201c wirken auch nach f\u00fcnfzig Durchl\u00e4ufen noch taufrisch, wie Autoscheiben beim Sonnenaufgang. Stellt sich nur die Frage warum eigentlich die Lautst\u00e4rke der Tracks nicht besser gepegelt wurde? Kann doch nicht sein, dass mich Justice lauter anschreien, als Blackmail. Zumindest mit der Volume-Abstimmung haben andere weniger Probleme, werfen aber dennoch einige Fragen auf. Zum Beispiel, warum einer Band, wie <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/meinnameist\" target=\"_blank\"><strong>P:lot<\/strong><\/a>, die<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_pilot.jpg\" alt=\"_pilot.jpg\" class=\"right\" \/> eigentlich in hoffnungsvollen Sph\u00e4ren der Marke Selig treiben k\u00f6nnte, so derma\u00dfen \u00fcberproduziert wurde. Das Album \u201eMein Name ist\u201c (4) erstickt leider trotz gelungener Ans\u00e4tze in den Weiten seiner breit ausgestreckten Soundfl\u00fcgel. Die Songs bieten keinen Halt und l\u00f6sen sich nach Verklingen des letzten Tons einfach in Luft auf. Nichts bleibt h\u00e4ngen. Au\u00dfer dieses Gef\u00fchl, dass da mehr h\u00e4tte gehen m\u00fcssen. Andererseits ist das vielleicht immer noch besser, als eine Band, die ihr Album mit Zeilen, wie \u201ewir wollen Wasserski fahren auf dem Kurf\u00fcrstendamm\u201c einl\u00e4utet. Kann mal bitte jemand eine andere Anlage holen, die neue Scheibe von den \u00c4rzten reinschieben und so laut aufdrehen, dass man nix mehr von solch unsagbaren Erg\u00fcssen mitkriegt. Der zweite Song von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/sdpworld\" target=\"_blank\"><strong>SDP<\/strong><\/a> klingt dann eigentlich, wie der erste. Und beide zusammen wiederum, wie \u201eLasse Redn\u201c von oben genannter Band. Und dann soll das ganze nat\u00fcrlich auch noch irgendwie sozialkritisch sein, <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_sdp.jpg\" alt=\"_sdp.jpg\" class=\"right\" \/>weil doppelb\u00f6dig. Nur leider kommt davon nichts beim H\u00f6rer an, weil alles so einf\u00f6rmig wirkt. Und dann noch diese Songtitel\u2026 \u201eDie Frau vom Ordnungsamt\u201c, \u201eDer Chiwawa von Paris Hilton\u201c und \u201eAbt\u00f6rn\u201c. Allesamt St\u00fccke, die man sofort in den Giftschrank sperren m\u00f6chte. Genauso, wie die meisten anderen der 18 Tracks. \u201eDie Rache des kleinen Mannes\u201c (3) sieht meiner Meinung nach jedenfalls anders aus. Also sorry, Jungs. Das ist mir zu viel Sch\u00f6nwetter-Stimmung. Das gibt nur Sonnenbrand. Deswegen machen wirs uns mal in melancholischen Breiten gem\u00fctlich. Leicht verst\u00f6rend d\u00fcrften <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/bedroomwalls\" target=\"_blank\"><strong>Bedroom Walls<\/strong><\/a> dabei auf alle wirken, die den wunderbaren Horror-Streifen \u201eAll The Boys Love Mandy Lane\u201c im Kino gesehen haben. Da ert\u00f6nt n\u00e4mlich in trister Atmosph\u00e4re der vielleicht sch\u00f6nste Song des Albums namens \u201eIn Anticipation Of Your Suicide\u201c. Dabei punktet das Album nicht nur mit traumhaften Zeile \u201eYour Suicide Is Just A Last Years News\u201c,<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_bedroom-walls.jpg\" alt=\"_bedroom-walls.jpg\" class=\"right\" \/> sondern auch durch diese unverf\u00e4ngliche Melodien-Seeligkeit, bei der immer ein mysteri\u00f6ser Unterton mit zu schwimmen scheint. Dieses Album wird eines dieser Werke werden, die man ganz f\u00fcr sich alleine h\u00f6ren will. Man m\u00f6chte sich mit \u201eAll Good Dreamers Pass This Way\u201c (6) im Zimmer verkriechen und den Regentropfen beim Aufprall auf das gegen\u00fcberliegende Hausdach zusehen. Einfach um diesen Funken Hoffnung zu erhalten, dass vielleicht einer dieser Tropfen sich gegen sein Schicksal stemmt, und nicht an den br\u00fcchigen Ziegeln zerschellt. Und weil wir gerade so sch\u00f6n in unserer Traumwelt schweben, lassen wir uns hinterher auch gerne noch von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/iamklootmusic\" target=\"_blank\"><strong>I Am Kloot<\/strong><\/a> auf einen Trip mitnehmen. Deren neues Album \u201eMoolah Rouge\u201c (8) klingt wie der letzte Atemzug eines hoffnungslosen Romantikers, der kurz davor steht, an seinem Weltschmerz zu ersticken. Schon allein wie im ersten Song dieses sch\u00f6ne kleine Wort <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_iamkloot.jpg\" alt=\"_iamkloot.jpg\" class=\"right\" \/>\u201eSweetness\u201c ins Mikrofon gehaucht wird\u2026 so verst\u00f6rend und doch aufgeladen mit liebreizender Anziehungskraft. Man m\u00f6chte sich einfach nur treiben lassen. So wie die Band selbst. Die spielte dieses wunderbare Werk n\u00e4mlich in wenigen Tagen im Studio ein. Es war fast wie ein Gig, gaben sie zu Protokoll und man merkt es den Songs an. Sie leben von ihren spontanen Ideen. Von der unpr\u00e4tenti\u00f6sen Produktion. Von den \u00dcberraschungsmomenten. Von den wunderbaren Melodien. Von der Liebe zur Musik. Oh schei\u00dfe, jetzt werd ich hier fast schon euphorisch, aber sp\u00e4testens bei \u201eFerris Wheel\u201c ist jeder, der das Wort \u201eIndie\u201c schon mal geh\u00f6rt hat, hin und weg von dieser Platte. Alles in allem also definitiv ein ernstzunehmender Anw\u00e4rter auf die Jahrescharts. Ebenfalls bemerkenswert, aber in ganz anderer Hinsicht ist \u201eTha Carter III\u201c (7) von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/lilwayne\" target=\"_blank\"><strong>Lil Wayne<\/strong><\/a>. Der<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_lil-wayne.jpg\" alt=\"_lil-wayne.jpg\" class=\"right\" \/> famose Reimbastler wird ja seit einiger Zeit als Meister seines Fachs bezeichnet. Und deshalb hat er sie auch fast alle gekriegt: Jay-Z, Busta Rhymes und Konsorten. Alle wollten sie mit von der Partie sein, wenn Lil Wayne zum dritten Mal den Carter gibt. Aber wie soll man das eigentlich noch steigern, wenn die renommierte New York Times schon \u00fcber den Vorg\u00e4nger als \u201ehistorische Ver\u00f6ffentlichung\u201c spricht. Am Ende gibt es nur ein Antwort: Einfach weitermachen, ein bisschen an den Produktionsschrauben drehen und die geplante Carter-Trilogie auf h\u00f6chstem Niveau zu Ende bringen. Alles in allem muss man sagen: Es gelingt ihm. Es gibt derzeit kaum einen Rapper, der seinem einzigartigen Flows und seiner versierten Wortspielen das Wasser reichen kann. Da stellt sich eigentlich nur die Frage, wann der Junge auch hierzulande einschl\u00e4gt. \u201eTha Carter III\u201c hat aufgrund seiner abwechslungsreichen Produktion jedenfalls beste Chancen an den Spitzenpositionen der Charts zu kratzen. Und vor allem \u201eA Milli\u201c ist vom Sound her so herrlich verquer, dass man einfach niederknien m\u00f6chte. Womit wir dann auch schon am Ende w\u00e4ren. Also tsch\u00f6. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ <em>von Alexander Nickel-Hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lassen wir uns doch einfach mal \u00fcberraschen, also Waschzettel aus dem Fenster geschmissen und dann einfach mal die Musik f\u00fcr sich sprechen lassen. Das ist dann in etwa so, als w\u00fcrde man pl\u00f6tzlich vom Indie zum Jazz \u00fcberlaufen, in den Laden rennen und blind ins Regal greifen. Und was soll ich sagen, im Falle von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1214","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-filmkunst"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1214\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}