{"id":12439,"date":"2013-10-26T13:35:27","date_gmt":"2013-10-26T12:35:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=12439"},"modified":"2013-10-26T13:36:11","modified_gmt":"2013-10-26T12:36:11","slug":"aufgelesen-vol-99-1968","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=12439","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. 99 &#8211; &#8222;1968&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit neuen B\u00fcchern von Ter\u00e9zia Mora, Ella Berthold &amp; Susan Elderkin mit Traudl B\u00fcnger, William Shaw, Sina Trinkwalder, Mario Doulis und Peter Ott.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12440\" title=\"mora\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/mora.jpg\" alt=\"mora\" width=\"199\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/mora.jpg 642w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/mora-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>\/\/ Ganz oben auf dem Thron sa\u00df in den vergangenen Wochen der aktuelle Roman von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Ter\u00e9zia Mora<\/strong>. \u201eDas Ungeheuer\u201c ist im wahrsten Sinne des Wortes ein be\u00e4ngstigendes Buch. Immer wieder huscht einem ein sanfter Schauer \u00fcber den R\u00fccken, wenn das Auge \u00fcber die Zeilen der Autorin schweift. Das liegt nicht nur an der grandiosen Geschichte, sondern auch an dem Spalt, der sich in der Mitte des Buches auftut. Die Geschehnisse in \u201eDas Ungeheuer\u201c sind n\u00e4mlich zweigeteilt und so folgen wir unserem Protagonisten auf seiner Reise in Richtung Urlaub, w\u00e4hrend er gleichzeitig in dem Tagebuch seiner verstorbenen Frau liest. Selbige hat sich das Leben genommen und seitdem versteht Darius Knopp (so der Name der Hauptfigur) die Welt nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p>W\u00e4hrend er in Richtung Ungarn aufbricht, wo seine Frau aufgewachsen ist, widmet er sich den geheimsten Gedanken und W\u00fcnschen seiner Verflossenen, die sich allesamt unterm Strich widerfinden und so den Lesefluss kontinuierlich st\u00f6ren. Als Leser muss man sich immer wieder entscheiden: weiter der Geschichte folgen oder doch die qu\u00e4lenden Geister der Vergangenheit bem\u00fchen? Wer sich auf \u201eDas Ungeheuer\u201c einl\u00e4sst wird mit einem bemerkenswerten St\u00fcck Literatur belohnt. Weshalb die Auszeichnung als Gewinner des \u201eDeutschen Buchpreis 2013\u201c auch vollkommen in Ordnung geht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12441\" title=\"romantherapie\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/romantherapie.jpg\" alt=\"romantherapie\" width=\"171\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/romantherapie.jpg 278w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/romantherapie-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/>\/\/ B\u00fccher, die sich um B\u00fccher drehen, sind meistens eine staubtrockene Angelegenheit. Nicht so das aktuelle Werk von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Ella Berthold<\/strong> &amp; <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Susan Elderkin<\/strong>. Zusammen mit <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Traudl B\u00fcnger<\/strong> haben sie sich hingesetzt und in ihrem Roman mit dem treffsicheren Titel \u201eDie Romantherapie\u201c die wichtigsten B\u00fccher f\u00fcr die unterschiedlichsten Lebenssituationen zusammengestellt. Unter dem Motto \u201e253 B\u00fccher f\u00fcr eine besseres Leben\u201c machen sie sich daran, die literarischen Errungenschaften von Tolstoi bis Fallada unter den Aspekten von einer nahenden Depression, Zahnschmerzen oder auf Ehebruch zu durchleuchten und den therapeutischen Nutzen des jeweiligen Schm\u00f6kers aufzuzeigen. Wenn du also ungl\u00fccklich verliebt bist, von Heimweh geplagt wirst oder vor lauter Stress kein Land mehr siehst, dann nimm dir ein paar Minuten Zeit und schm\u00f6ker in diesem Almanach. \u201eDie Romantherapie\u201c ist nicht nur liebevoll gestaltet, sondern auch \u00e4u\u00dferst hilfreich \u2013 und das bei so ziemlich jedem Problem, das man sich auf dieser Welt nur vorstellen kann. Au\u00dferdem bekommt man ganz nebenbei auch noch eine Menge Literatur-Klassiker empfohlen, die man unbedingt gelesen haben sollte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12442\" title=\"shaw\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/shaw.jpg\" alt=\"shaw\" width=\"152\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/shaw.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/shaw-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 152px) 100vw, 152px\" \/>\/\/ In dem Kriminalroman \u201eAbbey Road Murder Song\u201c werden wir in das London des Jahres 1968 transferiert. Autor <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">William Shaw<\/strong>, seines Zeichens langj\u00e4hriger Redakteur des Punkmagazins \u201eZigZag\u201c und Journalist f\u00fcr so renommierte Bl\u00e4tter wie den \u201eObserver\u201c oder die \u201eNew York Times\u201c macht sich in seinem Polizeithriller daran, den Mord an einer jungen Frau aufzugreifen. Selbige wird nahe der ber\u00fchmten Abbey Road Studios tot aufgefunden und es gibt zu Beginn noch keinerlei Hinweise darauf, warum sie das Zeitliche segnete. Weil zu jener Zeit gerade der Hype um die Beatles seinen H\u00f6hepunkt erreicht und das M\u00e4dchen ebenfalls zu den Anh\u00e4ngern z\u00e4hlte, ermitteln Detective Breen und seine Kollegin Tozer schon bald auch in Szenekreisen und sehen sich mit der Fratze des ach so farbenfrohen \u201eSwinging London\u201c konfrontiert. Der Autor streut in diesem Zusammenhang nicht nur zahlreiche Seitenhiebe auf den Zeitgeist der 60er ein, sondern versteht es auch sehr gekonnt, die Geschichte bis zum Finale spannend zu halten, weshalb wir \u201eAbbey Road Murder Songs\u201c auch allen Nicht-Beatles-Anh\u00e4ngern (gibt\u2019s die \u00fcberhaupt?) ganz innig ans Herz legen m\u00f6chten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12443\" title=\"trinkwalder\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/trinkwalder.jpg\" alt=\"trinkwalder\" width=\"170\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/trinkwalder.jpg 250w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/trinkwalder-178x300.jpg 178w\" sizes=\"auto, (max-width: 170px) 100vw, 170px\" \/>\/\/ Nach abgebrochenem BWL-Studium und einer Dekade in der Werbebranche eine Textilproduktion ins Leben zu rufen &#8211; in Deutschland, zu sozialvertr\u00e4glichen Bedingungen und mit biozertifizierten Stoffen? Unm\u00f6glich?!? Nein\u2026 <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Sina Trinkwalder<\/strong>, Jahrgang 1978, hat es geschafft. Die unbequeme aber leidenschaftliche Unternehmerin hat trotz vielen Unkenrufen im April 2010 ihre Textilproduktion in Augsburg begonnen. Dabei handelt es sich bei ihr nicht um einen Gutmenschen, die ihr Geld sinnvoll ausgeben m\u00f6chte. Auch sie ist an Gewinnmaximierung interessiert, jedoch nicht auf Kosten ihrer Mitarbeiter oder der Umwelt. Vielen ist der Name Sina Trinkwalder schon durch ihre Aktivit\u00e4ten in Sozialen Medien, u. a. bei Twitter, ein Begriff \u2013 manche haben sie auch schon in diversen Talkshows (Erwin Pelzig, Anne Will oder G\u00fcnter Jauch) live erleben k\u00f6nnen. In ihrem Buch \u201eWunder muss man selber machen\u201c zeigt die Autorin den steinigen Weg der N\u00e4herei \u201eManomama\u201c auf. Es liest sich fast wie einen Abenteuerroman und hat doch etwas M\u00e4rchenhaftes. Hier gibt es also ein starkes Fr\u00e4ulein, das gegen alle Widrigkeiten ein Unternehmen aufbaut um soziale Standards tats\u00e4chlich umzusetzen und nicht nur davon zu reden. Es gilt das richtige Personal zu finden und auch die Produktionshalle ist immer wieder ein Thema, das es neu zu \u00fcberdenken gibt und nat\u00fcrlich ist die Beschaffung der N\u00e4hmaterialen, der (N\u00e4h)maschinenpark, die Bio-Stoffe und die Kurzwaren, auch keine Kleinigkeit. Dabei f\u00e4llt Frau Trinkwalder durch alle Raster. Ihre Gesch\u00e4ftsidee ist f\u00fcr Banken nicht plausibel, deshalb kann sie keinen Kredit hoffen, sondern muss die Altersversorgung von sich und ihren Mann hernehmen, um ihren Traum in die Tat umzusetzen. Obgleich sie ausschlie\u00dflich Menschen einstellt, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, wie z. B. Langzeitarbeitslose, N\u00e4her oder Immigranten, kann sie keine F\u00f6rderungen beantragen oder Spendenquittungen ausstellen. Und das obwohl sie 2011 die Preise \u201eSocial Entrepreneur der Nachhaltigkeit\u201c vom Rat f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung, den \u201eB\u00fcrgerkulturpreis\u201c des Bayerischen Landtags \u00a0und den \u201eDeutschen Nachhaltigkeitspreis\u201c verliehen bekam. In ihrem Buch werden pers\u00f6nlichen Erlebnisse und Erfahrungen immer wieder von kurzen Exkursen und Analysen zum Thema Wirtschaft abgel\u00f6st und es macht verdammt viel Spa\u00df ihren Aufzeichnungen zu folgen.\u00a0<em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">(verfasst von K. Reschke)<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12444\" title=\"remediate\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/remediate.jpg\" alt=\"remediate\" width=\"147\" height=\"217\" \/>\/\/ Mit den Folgen der Digitalisierung setzt sich auch das aktuelle Werk \u201eRemediate\u201c von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Mario Doulis<\/strong> und Herausgeber <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Peter Ott<\/strong> auseinander. Unter dem Motto \u201eAn den R\u00e4ndern von Film Netz und Archiv\u201c setzen sie sich differenziert mit dem \u00dcbergang von Film und Video in Richtung Computer auseinander. Dadurch \u00e4ndert sich nicht nur unser gesamtes Rezeptionsverhalten, das Ganze wirft auch grundlegende Fragen auf. Warum noch f\u00fcrs Kino produzieren, wenn die Meisten sowieso nur noch via DVD oder Web konsumieren? Wird der \u00dcbergang vom Film zum Computerspiel (und umgekehrt) in Zukunft immer flie\u00dfender? Welche Rolle nehmen so genannte \u201eMachinimas\u201c in diesem Zusammenhang ein (das hei\u00dft: Filme, welche in Computerspielen gedreht werden) Neben Professor Mario Doulis und Filmemacher Prof. Peter Ott kommen in diesem Zusammenhang auch die Kuratorin Isabelle Arvers, der \u201eDigitalkultur\u201c-Projektleiter Michael Vust und der Software-Entwickler Daniel Kurfess neben vielen Weiteren zu Wort. Sie alle liefern gewohnt informative Beitr\u00e4ge, die mit zahlreichen Querverweisen auf gegenw\u00e4rtige Entwicklungen im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung versehen sind. In diesem Zusammenhang wird nicht nur \u00fcber eine neue Rolle des Faktors \u201e\u00d6ffentlichkeit\u201c im hier und jetzt diskutiert, sondern auch in Richtung Zukunft geblickt. Wenn du also heute schon wissen m\u00f6chtest wor\u00fcber morgen alles sprechen werden, dann schnupper mal rein. Es lohnt sich. Und zwar nicht nur f\u00fcr Fachleute. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit neuen B\u00fcchern von Ter\u00e9zia Mora, Ella Berthold &amp; Susan Elderkin mit Traudl B\u00fcnger, William Shaw, Sina Trinkwalder, Mario Doulis und Peter Ott. \/\/ Ganz oben auf dem Thron sa\u00df in den vergangenen Wochen der aktuelle Roman von Ter\u00e9zia Mora. \u201eDas Ungeheuer\u201c ist im wahrsten Sinne des Wortes ein be\u00e4ngstigendes Buch. 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