{"id":12550,"date":"2013-11-06T18:31:39","date_gmt":"2013-11-06T17:31:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=12550"},"modified":"2013-11-06T18:32:13","modified_gmt":"2013-11-06T17:32:13","slug":"aufgelesen-vol-103-wir-fanden-uns-ziemlich-bedeutend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=12550","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (1)03 &#8211; &#8222;wir fanden uns ziemlich bedeutend&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em style=\"mso-bidi-font-style: normal;\">mit B\u00fcchern von Georg Klein, Ulrich Tukur, Tim Renner &amp; Sarah W\u00e4chter, David Markson und Peter Mattei.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12551\" title=\"georg-klein\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/georg-klein.jpg\" alt=\"georg-klein\" width=\"199\" height=\"325\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/georg-klein.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/georg-klein-183x300.jpg 183w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>\/\/ Der Augsburger <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Georg Klein<\/strong> wurde f\u00fcr seine Werke schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt er neben dem Br\u00fcder-Grimm-Preis auch den Preis der Leipziger Buchmesser f\u00fcr seinen \u201eRoman der Kindheit\u201c. Mit \u201eDie Zukunft des Mars\u201c erscheint nun ein zauberhaftes Werk im retro-futuristischen Look, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Im Rahmen der Geschichte wird man als Leser in Richtung Mars transferiert, wo die Menschen unabh\u00e4ngig von ihren Urahnen auf der Erde ein selbstbestimmtes Dasein fristen.<\/p>\n<p class=\"MsoNoSpacing\"><span style=\"mso-bidi-font-style: italic;\"><!--more--><\/span><\/p>\n<p>So hat sich inzwischen auch der Analphabetismus auf dem Planeten breit gemacht, ein junger Arzt allerdings will sich damit nicht abfinden und beginnt einige leere Bl\u00e4tter mit seinen eigenen Erkenntnissen zu f\u00fcllen. Was das Ganze mit einem r\u00e4tselhaften Wesen aus den Gesteinsschichten des Planeten zu tun hat und einem fr\u00f6hlichen alten Herren, der sich daran macht auf dem Planeten Erde die defekten Ger\u00e4te wieder in Stand zu setzen? Georg Klein gelingt es mit seiner fantastischen Erz\u00e4hlung die Grenzen des literarisch-m\u00f6glichen auszuloten und erz\u00e4hlt eine Geschichte, die von der menschlichen Sehnsucht nach Fortschritt und Weiterentwicklung handelt. Fazit: \u201eDie Zukunft des Mars\u201c ist ein wirklich au\u00dfergew\u00f6hnliches Werk.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12552\" title=\"tukur\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/tukur.jpg\" alt=\"tukur\" width=\"188\" height=\"308\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/tukur.jpg 244w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/tukur-183x300.jpg 183w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/>\/\/ Ebenfalls im klassischen Look biegt das aktuelle Werk von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Ulrich Tukur<\/strong> um die Ecke, das man sich als Fan von poetischer Sprache und der Magie von Musik auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen sollte. W\u00e4hrend man jedenfalls so durch die Zeilen des Buches schweift, wird man immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob hier eigentlich alles mit rechten Dingen zugeht. \u201eDie Spieluhr\u201c ist ein Roman, der sich immer wieder zwischen den Zeilen bewegt. Realit\u00e4tsebenen werden \u00fcbersprungen und die Dinge damit zwangsl\u00e4ufig in Frage gestellt. Im Grunde genommen ist das Werk aber eine Liebesgeschichte, die immer wieder in Richtung Abgrund blickt. Ein Labyrinth tut sich vor dem Auge des Lesers auf und entl\u00e4sst einen nicht mehr in Richtung Freiheit, bevor auch die letzte Zeile des Werkes ausgelesen ist. Der bekannte Schauspieler macht also auch in literarischer Hinsicht alles richtig und fesselt seine Leser, indem er sie konsequent an der Nase herumf\u00fchrt. Ob am Ende alle heil aus der ganzen Geschichte herauskommen? Am besten du findest es selbst heraus und freust dich \u00fcber diese poetische Sprache, die einem noch Tage sp\u00e4ter im Kopf herumschwirrt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-12553\" title=\"renner\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/renner.jpg\" alt=\"renner\" width=\"463\" height=\"738\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/renner.jpg 630w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/renner-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/>\/\/ Eine Abrechnung getarnt als schickes Buch erscheint in diesen Tagen unter dem Banner des oftmals bem\u00fchten Die Sterne-Zitats \u201eWir hatten Sex in den Tr\u00fcmmern und tr\u00e4umten\u201c. <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Tim Renner<\/strong> macht sich darin zusammen mit <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Sarah W\u00e4chter<\/strong> auf, der gut ge\u00f6lten Pop-Maschinerie ein paar fette Bremskl\u00f6tze zwischen die Zahnr\u00e4der zu pfeffern. So werden wir nicht nur mit reichlich Hintergrundinfos bez\u00fcglich zahlreicher Stars und Sternchen versorgt, sondern auch mit den Hinterm\u00e4nnern konfrontiert, die sich oftmals f\u00fcr alles M\u00f6gliche, aber ganz sicher nicht f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Musik interessieren. Inmitten zahlloser Musikverr\u00fcckter und Falschspieler entwerfen die beiden ein treffsicheres Bild der Szene und spicken ihren Text mit einer geh\u00f6rigen Portion an Selbstironie. Wenn du also auch \u201eDie Wahrheit \u00fcber die Popindustrie\u201c wissen m\u00f6chtest und schon an John Nivens fabelhaftem Roman \u201eKill Your Friends\u201c deine helle Freude hattest, dann schnupper mal rein. Es lohnt sich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12554 alignright\" title=\"markson\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/markson-187x300.jpg\" alt=\"markson\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/markson-187x300.jpg 187w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/markson-640x1024.jpg 640w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/markson.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/>\/\/ Mit dem Werk \u201eWittgensteins M\u00e4tresse\u201c kommt in diesen Tagen au\u00dferdem ein wirklich bemerkenswertes, amerikanisches Meisterwerk auch hierzulande in den Handel. Die deutsche \u00dcbersetzung des bereits 1988 ver\u00f6ffentlichten Roman hat eine gef\u00fchlte Ewigkeit in Anspruch genommen und pr\u00e4sentiert uns eine Protagonistin namens Kate, die sich f\u00fcr den letzten Menschen auf unserer Erde h\u00e4lt. Als Leser wird man in diesem Zusammenhang lange im Unklaren dar\u00fcber gelassen, ob Kate nun verr\u00fcckt ist oder man den Worten der Hauptfigur Glauben schenken darf. W\u00e4hrenddessen darf man die Protagonistin allerdings dabei beobachten, wie sie ihre Erinnerung auf B\u00fccher und Kunstwerke durchforstet und somit die Geschichte der Menschheit noch einmal unter ver\u00e4nderten Bedingungen miterleben. Immer wieder sieht man sich als Leser mit zahllosen Behauptungen konfrontiert. War Homer eine Frau? Lispelte Aristoteles? \u201eWittgensteins M\u00e4tresse\u201c von <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">David Markson<\/strong> wirft existenzielle Fragen auf und ist im wahrsten Sinne des Wortes genau das, was David Foster Wallace \u00fcber dieses Werk behauptete: \u201eEin Geniestreich\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12555\" title=\"mattei\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/mattei.jpg\" alt=\"mattei\" width=\"198\" height=\"308\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/mattei.jpg 270w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/mattei-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/>\/\/ Zu guter Letzt wollen wir euch noch auf das literarische Deb\u00fct des Theater- und Filmregisseurs <strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\">Peter Mattei <\/strong>aufmerksam machen, das in diesen Tagen via \u201eRowohlt\u201c in den Handel kommt. \u201eDer grosse Blowjob\u201c ist ein Werk, das von den Abgr\u00fcnden der menschlichen Existenz erz\u00e4hlt, indem es sich an einem bis dato skrupellosen Angestellten in einer Werbeagentur heranwagt. Eric ist von Beruf Rausschmei\u00dfer und er ist verdammt gut in seinem Job. Niemand mag ihn, aber er begreift das als Kompliment. Eines Abends aber nimmt er eine Praktikantin mit nach Hause und sie erweist sich als wahrhaft verr\u00fcckt. Jedenfalls kommt dem Protagonisten sehr schnell die Idee, seine Feinde k\u00f6nnten die junge Lady auf ihn losgelassen haben. Als sie am n\u00e4chsten Tag auch noch mit einer Verletzung im Gesicht im Krankenhaus auftaucht und Eric des \u00dcbergriffs beschuldigt wird, scheint sein Schicksal bereits besiegelt. Nun findet er sich selbst in der Rolle all jener wieder, die er in den vergangenen Jahren mit seiner kalten Haltung in ihren existenziellen Grundfesten ersch\u00fctterte. Ob es am Ende ein Entrinnen aus dieser Abw\u00e4rtsspirale gibt? Am besten du riskierst selbst mal einen Blick in das Werk. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von Georg Klein, Ulrich Tukur, Tim Renner &amp; Sarah W\u00e4chter, David Markson und Peter Mattei. \/\/ Der Augsburger Georg Klein wurde f\u00fcr seine Werke schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. So erhielt er neben dem Br\u00fcder-Grimm-Preis auch den Preis der Leipziger Buchmesser f\u00fcr seinen \u201eRoman der Kindheit\u201c. 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