{"id":1263,"date":"2008-07-23T08:57:03","date_gmt":"2008-07-23T07:57:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1263"},"modified":"2008-08-05T09:47:52","modified_gmt":"2008-08-05T08:47:52","slug":"zuckerbeat-volume-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1263","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 22"},"content":{"rendered":"<p>Wie jetzt? Ihr wollt bei der Hitze einfach auf der faulen Haut liegen und abspannen? Dann schiebt blo\u00df nicht \u201eX Marks Destination\u201c (6) von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thewhipmanchester\" target=\"_blank\"><strong>The Whip<\/strong><\/a> <em>(klickt auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite) <\/em>in <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_the-whip.jpg\" alt=\"_the-whip.jpg\" class=\"right\" \/>den Player. Die verpassen euch n\u00e4mlich einen astreinen Synthie-Rock-Arschtritt der Sonderklasse. Schon nach zwanzig Sekunden h\u00e4lt es keinen mehr auf den Sitzen. \u201eI wanna\u2026 I wanna be trashed\u201c. Ein minimalistisches Elektromonster walzt da heran und ehe man sich versieht, ist man mittendrin in den 80ern. Neonfarben fluten die Wohnblocks. Und die Lampen hinter den Zimmerfenstern flackern solange im Takt, bis man eine Choreografie zu erkennen scheint. Dieses Album ist ein wohlschmeckendes Aufputschmittel, das dich aus der Umlaufbahn schleudert, bis du pl\u00f6tzlich mit beiden Beinen an der Zimmerdecke h\u00e4ngst, wie Homers Spiderschwein. Trotzdem gilt auch hier wieder: Wohl dosiert genie\u00dfen, sonst schmeckts irgendwann, wie abgestandene Cola. Aber welche Band kann schon von sich behaupten, dass sich ihre ballernden Synthie-Kracher nicht irgendwann abnutzen. Das schaffen ja nicht mal The Faint. Und das will einiges hei\u00dfen. <!--more-->Hinterher wird dann erstmal ordentlich in Nostalgie gebadet. Und man ist sich auch nach mehreren Durchl\u00e4ufen noch nicht so ganz sicher, ob <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/gavinrossdale\" target=\"_blank\"><strong>Gavin Rossdale<\/strong><\/a> jetzt<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_gavin-rossdale.jpg\" alt=\"_gavin-rossdale.jpg\" class=\"right\" \/> einen Bauchplatscher oder einen schicken K\u00f6pfer hingelegt hat. \u201eWanderlust\u201c (5) jedenfalls ist beileibe nicht so schlecht, wie es in diversen Gazetten bereits verbreitet wurde. Zugegeben\u2026 Die Single \u201eLove Remains The Same\u201c trieft regelrecht vor Schmalz. Aber der Opener \u201eCan\u00b4t Stop The World\u201c und auch \u201eAnother Night In The Hills\u201d zeigen den S\u00e4nger in wesentlich besserer Verfassung, als noch zu uns\u00e4glichen \u201cInstitute\u201d-Zeiten. Insgesamt sollte man deshalb jetzt bestimmt kein Meisterwerk erwarten. Dazu fehlt Herrn Rossdale einfach der Mut zur Unberechenbarkeit. Aber alle, die sich vor Jahren noch bei diversen Bush-Konzerten in den Schlammlagen gew\u00e4lzt haben, d\u00fcrften an diesen Songs durchaus Gefallen finden. Bleibt am Ende eigentlich nur das Manko der hohen Balladendichte und der glatten Produktion. Au\u00dferdem besteht nat\u00fcrlich auch bei Gavin Rossdale die Gefahr, dass er irgendwann als Abziehbild seiner selbst endet. Deshalb sollte er das n\u00e4chste Mal vielleicht mal ein paar gefragte Produzenten anrufen, die auch den Mut zu Risiken haben. Seine Liebste d\u00fcrfte da ja sicher ein paar Kontakte haben. Womit wir dann die B\u00fchne freimachen f\u00fcr Danger Mouse. Der hat n\u00e4mlich <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/theshortwaveset\" target=\"_blank\"><strong>The Shortwave Set<\/strong><\/a> produktionstechnisch <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_shortwave-set.jpg\" alt=\"_shortwave-set.jpg\" class=\"right\" \/>unter die Arme gegriffen und das klingt dann auf \u201eReplica Sun Machine\u201c (7), als w\u00fcrden die Gorillaz mit The Velvet Underground fusionieren. Gleich von Beginn an schickt dich die Scheibe auf Achterbahnfahrt durch die Milchstra\u00dfe und entl\u00e4sst dich schlie\u00dflich in den endlosen Weiten der Atmosph\u00e4re. Psychedelischer Pop klang selten so spannend. Das liegt vor allem an den Melodien, die immer wieder sch\u00f6ne Erinnerungen an die Flaming Lips wachrufen. So sch\u00f6n, wie in \u201eNo Social\u201c wurde jedenfalls schon lange nicht mehr in hymnischen Refrains vor sich hin geschwelgt. \u00dcberhaupt scheint hier alles irgendwie aus dem Nichts aufzutauchen. Dass die Scheibe trotz aller psychedelischen Ans\u00e4tze dann auch noch kurzweilig wirkt, ist am Ende fast schon ein kleines Wunder. Und zwar eines, von dem man sich in warmen Sommern\u00e4chten gerne durch die Stra\u00dfen der Stadt treiben l\u00e4sst. Mit Kopfh\u00f6rern versteht sich. Und dann scheint E.T. gar nicht mehr so weit weg zu sein, wenn du pl\u00f6tzlich mit Fahrtwind im R\u00fccken einen kleinen H\u00fcgel hinabsaust. Am Fu\u00dfe dessen wiederum purzelst du allerdings erstmal in einen Fahrstuhl, der dich schnurstracks wieder nach oben hievt. Zu ihr\u2026 Zu einem Album, das mehr Spektakel ist, als eine Ansammlung von Songs. Behaupten zumindest alle. Denn <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/carlabruni\" target=\"_blank\"><strong>Carla Bruni<\/strong><\/a> ist <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_carla-bruni.jpg\" alt=\"_carla-bruni.jpg\" class=\"right\" \/>ein Weltstar. Wie sie sich in verschiedenen Welten spielend zu Recht findet, verwundert und verzaubert. Auf ihrem dritten Album \u201eComme si de rien n\u00b4\u00e9tait\u201c (6) wirkt sie \u00fcberraschend befreit. Befreit vielleicht von dem Umstand, dass sie diesmal keine Gedichte des 19ten und 20ten Jahrhunderts vertont, was ihr am Ende aber dennoch sehr gut gelang. Vielleicht auch von dem Umstand, dass es da drau\u00dfen neben Blues &amp; Folk noch andere Spielwiesen f\u00fcr Songschreiber gibt. Und so streckt sie ihrem eigenen Albumtitel in musikalischer Hinsicht erstmal den Mittelfinger entgegen. Hier ist n\u00e4mlich rein gar nichts, als ob nichts gewesen w\u00e4re. Man sp\u00fcrt vielmehr das Anliegen der S\u00e4ngerin ihre Songs von der reduzierten Atmosph\u00e4re loszurei\u00dfen, die ihre fr\u00fchen Alben ausstrahlten. Ein Schlupfloch entdeckt sie schlie\u00dflich in der Welt der Popmusik und inszeniert sich selbst als Teil einer Band. Ja, sie stellt sich mit \u201eYou Belong To Me\u201c sogar Gro\u00dfmeister Bob Dylan im direkten Vergleich\u2026 und muss damit scheitern. Sorgt aber dennoch mit ihren eigens komponierten Songs daf\u00fcr, dass dieses Album nicht nur im Kontext ihrer Person die Charts empor schie\u00dfen wird, sondern auch unabh\u00e4ngig von den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden seinen musikalischen Reiz entfaltet. Zudem kann man sich kaum eine sch\u00f6nere Scheibe vorstellen, die einen beim Schlendern durch die Stra\u00dfenschluchten einer altert\u00fcmlichen europ\u00e4ischen Stadt begleitet. Alles wirkt so herrlich distanziert und dennoch zum Greifen nahe. Wie alte Gem\u00e4uer eben auch. Fehlen jetzt eigentlich nur noch der passende <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_fleet-foxes.jpg\" alt=\"_fleet-foxes.jpg\" class=\"right\" \/>Altar und ein paar Steinfelsen zum Rumsitzen und dann h\u00e4tte man die perfekte Atmosph\u00e4re f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/fleetfoxes\" target=\"_blank\"><strong>Fleet Foxes<\/strong><\/a> (7). Die spielen eine Art Gospel-Folk und schaffen es trotzdem, nicht austauschbar zu klingen. Ihr gr\u00f6\u00dftes Kapital sind die Melodien und die glasklare Produktion, die das Sammelsurium an Sounds wunderbar aufeinander abstimmt. So umschmeicheln einen schimmernde Perlen der Marke \u201eRagged Wood\u201c, bei dem man sich immer wieder fragt, wie die Band trotz ihrer st\u00e4ndigen Abstecher ins Absurde wieder in die Spur zur\u00fcckfindet. \u00dcberhaupt. Wie die Fleet Foxes es scheinbar spielend meistern, dass ihnen die Musik nicht v\u00f6llig aus der Bahn gleitet: Das ist schon ganz gro\u00dfes Kino. Und beschert einem am Ende elf St\u00fccke, die wirken, als h\u00e4tte da jemand eine Jamsession der Beach Boys anberaumt und dann k\u00e4men pl\u00f6tzlich Arcade Fire rein gest\u00fcrmt. Das neue Album der Gruppe <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/diegruppesport\" target=\"_blank\"><strong>Sport<\/strong><\/a> tritt ebenfalls in gro\u00dfe Fu\u00dfstapfen. Allerdings sind es diesmal die eigenen. Der Vorg\u00e4nger \u201eAufstieg und Fall der Gruppe Sport\u201c war n\u00e4mlich so etwas, wie das beste Kante-Album, das Kante nie geschrieben haben.<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/_sport.jpg\" alt=\"_sport.jpg\" class=\"right\" \/> \u201eUnter den Wolken\u201c (7) ist nun etwas unscheinbarer geraten. Und trotzdem schlie\u00dft man wunderbare Songs, wie \u201eDer Schmerz\u201c nach einigen Durchl\u00e4ufen ganz tief ins Herz. Wer sein Album mit einem St\u00fcck namens \u201eGehirnersch\u00fctterung\u201c und den Zeilen \u201ees trifft dich wie ein Schlag\u201c einl\u00e4utet, der hat Gro\u00dfes vor. Umso sch\u00f6ner aber, dass sich hinter diesen Schlagworten auch immer noch tiefsinnige Inhalte verstecken. Denn Sport haben (im Gegensatz zu den Sportfreunden) diese seltene F\u00e4higkeit, ihre Worte nach mehr als nur Worte klingen zu lassen. Und irgendwann hat sich sicher jeder schon mal gefragt: \u201eWenn alle Stricke rei\u00dfen, was ist zu verlieren, was Wert w\u00e4re zu behalten?\u201c Und so wirkt dieses Album letztlich vor allem als Gesamtkunstwerk. Thronten beim Vorg\u00e4nger noch Songs, wie \u201eNewton\u201c oder \u201eEin Ende\u201c erhaben \u00fcber den restlichen St\u00fccken, scheinen sich Sport nun endg\u00fcltig ihres Weges sicher zu sein. Und der f\u00fchrt geradewegs nach oben, auch wenn sie ein paar Stolperfallen eingebaut haben. Kurz gesagt: Diese Scheibe rockt wie H\u00f6lle. Und wir stemmen uns dem Wind entgegen bis wir abheben. Also haut rein. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ <em>von Alexander Nickel-Hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie jetzt? Ihr wollt bei der Hitze einfach auf der faulen Haut liegen und abspannen? Dann schiebt blo\u00df nicht \u201eX Marks Destination\u201c (6) von The Whip (klickt auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite) in den Player. Die verpassen euch n\u00e4mlich einen astreinen Synthie-Rock-Arschtritt der Sonderklasse. 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