{"id":1321,"date":"2008-07-28T13:24:21","date_gmt":"2008-07-28T12:24:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1321"},"modified":"2008-07-28T13:29:37","modified_gmt":"2008-07-28T12:29:37","slug":"der-glaube-versetzt-berge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1321","title":{"rendered":"\/\/ der glaube versetzt berge"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/szenenbild_02jpeg_700x434.jpg\" alt=\"szenenbild_02jpeg_700\u00d7434.jpg\" class=\"right\" \/>Sechs elektronische Fl\u00f6tent\u00f6ne reichen  aus und schon ist es pl\u00f6tzlich wieder Montagabend, 20 Uhr 15, Pro Sieben. Obwohl man im Kino sitzt. Das Erlebnis, einmal die Woche \u201eX-Files\u201c zu gucken sitzt immer noch tief und das nicht ohne Grund. Die Fernsehserie, die Chris Carter 1992 unters Volk warf eroberte auf clevere Weise neuen Boden und war mit ihrer Mischung aus \u201eMonster of the Week\u201c-Folgen und Pilotfolgen, die immer mit den \u00fcbelsten Cliffhangern endeten auch ein enorm flexibles Serienformat. Inzwischen ist der Boden jedoch mehr als abgegrast, die vergangenen f\u00fcnfzehn Jahre haben tausende Mystery-Serien, -Filme und -Computerspiele hervorgebracht. Das einzige was die \u201eX-Files\u201c innerhalb dieses Sumpfes \u00fcber neun Staffeln rettete war sein Darstellerduo \u2013 und selbst das war zum Schluss h\u00e4ufiger getrennt als zusammen auf dem Schirm zu sehen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Jetzt ist dieses Darstellerduo wieder da, sechs Jahre nach Ende der Serie und die alte Chemie ist immer noch da, auch wenn Fox Mulder (David Duchovny) inzwischen etwas zugenommen und Dana Scully (Gillian Anderson) abgenommen hat, er einen Vollbart und sie ihr Haar l\u00e4nger tr\u00e4gt. Leider scheint diese alte Chemie auch zu bedeuten, dass man insgesamt auf Gewohntes bis Gew\u00f6hnliches setzt. Sicherlich bewusst, um Neuzuschauer nicht zu verschrecken, ist \u201eJenseits der Wahrheit\u201c (im Gegensatz zum ersten Kinofilm von 1998) kein Film, der auf das komplexe Gewirr von Verschw\u00f6rungstheorien und Alienverwicklungen zur\u00fcckgreift, das die Continuity-Folgen der Serie auszeichnete. Ganz losgel\u00f6st aus dem Kontext der Serie ist er jedoch auch nicht und Carter, und sein Produzent und Mitautor Frank Spotnitz waren so konsequent und haben aus Realzeit auch Filmzeit gemacht. Sechs Jahre sind vergangen, Scully arbeitet als \u00c4rztin in einem Krankenhaus (hat allerdings von Gerichtsmedizin auf Neurochirurgie umgesattelt \u2013 in Amerika geht das bestimmt), Mulder schneidet immer noch Alien-Zeitungsartikel aus und scheint gar nicht zu arbeiten. Die beiden leben separate Leben und es braucht einen Anruf des FBI um sie beide wieder zusammenzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Das Presseheft macht eine Riesengeheimniskr\u00e4merei um den Plot des Films, die eigentlich nicht n\u00f6tig ist. Monster der Woche ist im Film ein wegen P\u00e4dophilie verurteilter katholischer Priester names Father Joe, solide verk\u00f6rpert von Billy Connolly, der pl\u00f6tzlich seherische F\u00e4higkeiten entwickelt und Visionen von einer verschwundenen FBI-Agentin hat. \u00dcber Scully wird Mulder als alter Experte hinzugezogen und untersucht gleichzeitig den Fall, dessen Spuren zu einer Gruppe russischer Organh\u00e4ndler f\u00fchren, und die angebliche F\u00e4higkeit von Father Joe. Scully muss w\u00e4hrenddessen um das Leben eines ihrer Patienten f\u00fcrchten und ebenfalls ihre Hoffnung in eine Therapie setzen von der nicht bewiesen ist, dass sie hilft.<\/p>\n<p>Die gleichen sechs T\u00f6ne des Anfangs l\u00e4sst Carter auch einspielen als Mulder und Scully im FBI vor einem Foto von George W. Bush stehen, das direkt gegen\u00fcber von dem J. Edgar Hoovers h\u00e4ngt. Es sind Momente wie diese von denen der Film so etwas wie Lebenskraft zieht, kurze brillante Ideen, die im Drehbuch aufblitzen und zwischen den Darstellern lebendig werden. Ansonsten holen Carter und Spotnitz zum gro\u00dfen Rundumschlag aus, preschen mit allen Themen nach vorne, die den Amerikanern weh tun k\u00f6nnten (Organhandel, Homosexuelle Ehen, P\u00e4dophilie im Allgemeinen und Besonderen, Stammzellenforschung) und versuchen eine gro\u00dfe Parallele zwischen dem Glauben an \u00fcbernat\u00fcrliche M\u00e4chte und dem Glauben an weltliche Dinge herzustellen (daher auch der englische Originaltitel \u201eI Want to Believe\u201c).<\/p>\n<p>Etwas Besonderes entsteht dabei trotzdem nicht, der Film ist eine 105 Minuten lange X-Files-Doppelfolge, die den Fans ein paar Brocken in Sachen Mulder-Scully-Beziehung hinwirft und die Reize der gro\u00dfen Leinwand nur selten ann\u00e4hernd intelligent nutzt. Und wenn man sich selbst gegen\u00fcber ehrlich ist, beschleicht einen einfach sehr deutlich das Gef\u00fchl, dass die Zeit der \u201eX-Files\u201c vorbei ist und das hier nur etwas noch einmal lau aufgew\u00e4rmt wurde, das man besser in Frieden h\u00e4tte ruhen lassen sollen, dort wo es hingeh\u00f6rt: im Fernsehen.<\/p>\n<p>5 von 10 Zuckerli<\/p>\n<p>\/\/ von Alexander Gajic<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sechs elektronische Fl\u00f6tent\u00f6ne reichen aus und schon ist es pl\u00f6tzlich wieder Montagabend, 20 Uhr 15, Pro Sieben. Obwohl man im Kino sitzt. Das Erlebnis, einmal die Woche \u201eX-Files\u201c zu gucken sitzt immer noch tief und das nicht ohne Grund. 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