{"id":1356,"date":"2008-08-05T09:46:03","date_gmt":"2008-08-05T08:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1356"},"modified":"2008-08-05T09:50:02","modified_gmt":"2008-08-05T08:50:02","slug":"zuckerbeat-volume-23","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1356","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 23"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend sich die ganze Welt an Pete Dohertys Lifestyle aufgeilt, wird gerne mal vergessen, dass sein ehemaliger Kollege Carl Barat auch noch am Start ist. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/_dirty-pretty-things.jpg\" alt=\"_dirty-pretty-things.jpg\" class=\"right\" \/>Seine Combo, also known as <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/dirtyprettythingsofficial\" target=\"_blank\"><strong>Dirty Pretty Things<\/strong><\/a> <em>(<\/em><em>klickt auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite) <\/em>ist dabei n\u00e4mlich im After-Libertines-Vergleich der wesentlich schmissigere Zweitling gelungen. Zugegeben. Die beiden Libertines-Scheiben bleiben nach wie vor unerreicht. Aber \u201eRomance At Short Notice\u201c (6) wei\u00df durchaus zu gefallen mit seinen ges\u00e4uselten Indie-Perlen der Marke \u201ePlastik Hearts\u201c und \u201eTired Of England\u201c. Die Scheibe lebt dabei vor allem davon, dass sich die Dirty Pretty Things nur selten an \u00fcberambitionierte Soundentw\u00fcrfe heranwagen. Wo die Babyshambles vor allem auf ihren Erstling regelm\u00e4\u00dfig an den ambitionierten Songstrukturen scheitern, verl\u00e4sst sich Barats Crew einfach auf ihre St\u00e4rken und ballert zw\u00f6lf Songs aus der Kanone, die funkelnd am Firmament zerschellen.<!--more--> Einzig \u201eCome Closer\u201c und \u201eFaultlines\u201c driften dabei vielleicht ein St\u00fcckchen zu weit in Kooks-sche Gefilde ab. Was den positiven Gesamteindruck aber nur geringf\u00fcgig zu mindern wei\u00df. Die anspruchsvollen Klangwelten von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/pivotpivot\" target=\"_blank\"><strong>Pivot<\/strong><\/a> sind <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/_pivot.jpg\" alt=\"_pivot.jpg\" class=\"right\" \/>da schon ein ganz anderes Kaliber. Vertrackte Songs \u2013 von John McEntire (Tortoise) abgemischt \u2013 geben einem das Gef\u00fchl, als w\u00e4re man gerade die Zielscheibe eines betrunkenen Messerwerfers, der sich mal so richtig abreagieren m\u00f6chte. Etwas gruselig wirkt das alles schon, wenn die Australier ihren Post-Rock auf die Menschheit loslassen, wie ein durch geknalltes Eichh\u00f6rnchen beim n\u00e4chtlichen Angriff auf Parkbank-Schl\u00e4fer. Der Opener jedenfalls d\u00fcrfte sich perfekt zur Untermalung eines Schlachtfests im modernen Splatter-Movie eignen. Danach allerdings schieben sich Keyboard-Fl\u00e4chen durch deine H\u00fcften und dr\u00fccken deinen Hintern in Richtung Tanzfl\u00e4che. \u201eO Soundtrack My Heart\u201c (6) wirkt dabei, als w\u00fcrden Ratatat pl\u00f6tzlich einen auf Krautrock machen und vergessen, die Rei\u00dfleine zu ziehen. Ein insgesamt \u00fcber weite Strecken ebenso anstrengendes, wie vereinnahmendes Erlebnis. Ein Album, wie ein Fels, der die Auffahrt zur Autobahn blockiert. Bis man sich endg\u00fcltig verliert im Dickicht der Irrwege. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/kleeband\" target=\"_blank\"><strong>Klee<\/strong><\/a> gehen <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/_klee.jpg\" alt=\"_klee.jpg\" class=\"right\" \/>da eher den entgegen gesetzten Weg. Ihre Musik polarisiert vor allem deshalb, weil sie so stringent geradeaus l\u00e4uft. Daran \u00e4ndert sich auch auf \u201eBerge versetzen\u201c (7) nichts. Die Single \u201eZwei Herzen\u201c ist der Hit f\u00fcr diejenigen, denen Mia. zu sehr in esoterische Gefilde abdriften. Klee sprechen in ihren Songs direkt an, was sie f\u00fchlen. Und werden deshalb oft mit dem Vorwurf konfrontiert, klischeehafte Musik abzuliefern. Meiner Meinung nach ist das Gegenteil der Fall. \u201eSag mir, wie weit muss ich gehen, um hinter meinen Horizont zu sehen?\u201c wird hier gekontert mit Zeilen der Marke \u201eAlle Ziele, die ich hatte, verloren sich auf Wegen\u201c. Das Gef\u00fchl wird sp\u00fcrbar. Trotz der einfachen Wortwahl. Trotz der Vergleiche, die man schon hundert Mal geh\u00f6rt hat. Klee pressen da noch ein Gef\u00fchl raus. Und genau das kann man ihnen gar nicht zu hoch anrechnen. Diese Hingabe an die Musik. Diese Kompromisslosigkeit. Dieses Gef\u00fchl die Wahrheit einfach mal beim Namen zu nennen. Du willst \u201eBerge versetzen\u201c? Kein Problem. Einfach \u201eplay\u201c dr\u00fccken und die Augen schlie\u00dfen. Und hinterher vielleicht noch mal von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/drdog\" target=\"_blank\"><strong>Dr. Dog<\/strong><\/a> behandeln<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/_dr-dog.jpg\" alt=\"_dr-dog.jpg\" class=\"right\" \/> lassen. Deren neustes Werk \u201eFate\u201c (7) klingt wie ein Wellness-Wochenende auf einer Hippie-Farm. Die Ch\u00f6re heben dich empor zu den Sternen und legen die Welt unter dir auf Warteschleife. Romantische Popmusik mit leicht angefolkten Sounds der Marke Bob Dylan l\u00e4sst dich die Augen schlie\u00dfen und durch die Zeit rei\u00dfen. Und dann stehst du pl\u00f6tzlich zwischen lauter leicht bekleideten Menschen und tanzt dich zu dieser Musik in eine bessere Welt. Dr. Dog entfernen sich auf \u201eFate\u201c zwar ein ganzes St\u00fcck von g\u00e4ngigen Song-Schemata, verstecken aber zwischen den psychedelischen Ans\u00e4tzen zahlreiche Schatzkisten randvoll mit Melodien. Am eindrucksvollsten gelingt ihnen das alles im Song \u201eHang On\u201c. Den m\u00f6chte man einfach nur solange umarmen, bis er sich unter der Haut festsetzt. So, wie diese Platte, die hoffentlich nicht von der Flut der Ver\u00f6ffentlichungen mitgerissen wird. Sondern verweilt. Dort wo sie hingeh\u00f6rt. In den Geh\u00f6rg\u00e4ngen der Menschen. F\u00fcr alle, die es derweil eine Spur rockiger m\u00f6gen, sei hierbei noch auf <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/cogrockmusic\" target=\"_blank\"><strong>Cog<\/strong><\/a> hingewiesen<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/_cog.jpg\" alt=\"_cog.jpg\" class=\"right\" \/>. Mir liegen gerade zwar keine weiteren Infos zu der Combo vor, aber jeder, der bei Incubus ins Schwitzen ger\u00e4t, sollte auch mit \u201eSharing Space\u201c (6) gut bedient sein. Die St\u00fccke bewegen sich dabei immer auf dem schmalen Grad zwischen Prog-Ans\u00e4tzen und Alternative-Rock-Phantasien. Verlieren sich dabei aber niemals in allzu schmalzigen Schunkel-Konsens der Marke Nickelback. Stattdessen f\u00fchlt man sich ein bisschen, als w\u00fcrde man die Band gerade im Studio bei einem ausgedehnten Jam belauschen. Dass die St\u00fccke dabei auch nach mehreren Durchl\u00e4ufen nicht an Spannung verlieren, liegt vor allem an den verqueren Song-Ans\u00e4tzen, die konsequent auf gelungene Spitzen zusteuern, die man durchaus \u201eRefrains\u201c nennen k\u00f6nnte, wenn sie sich denn auch mal wiederholen w\u00fcrden. Gut, dass sie es nicht tun. Denn so bleiben Cog ein echter Geheimtipp f\u00fcr alle, die den Glauben in die Rockmusik noch nicht verloren haben. Ebenso ausufernd, aber wesentlich elektronischer scheppern <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/halma\" target=\"_blank\"><strong>Halma<\/strong><\/a> anschlie\u00dfend<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/_halma.jpg\" alt=\"_halma.jpg\" class=\"right\" \/> durch einen fiktiven Filmsoundtrack, der oftmals in dubbige Gefilde abst\u00fcrzt. \u201eBroad Peak\u201c (6) ist der perfekte Sound f\u00fcr Schlafwandler auf einer n\u00e4chtlichen Hauptverkehrsstra\u00dfe. In jedem Moment k\u00f6nnte dich die Musik mit einem gezielten Schlag \u00fcber die Leitblanke schmettern. Dennoch wirken die Songs verf\u00fchrerisch. Z\u00e4rtlich. Mysteri\u00f6s. Wie ein Haufen Aliens, die sich gerade durch ein einsames Waldst\u00fcck schleichen, um die Umgebung zu erkunden. Dann treffen sie pl\u00f6tzlich auf Gevatter Tod. Ein gezielter Wink. Ein Portal. Und schwups, schlendern die kleinen gr\u00fcnen M\u00e4nnchen in eine Zwischenwelt und schweben davon. Du hast den Faden verloren? Kein Problem. H\u00f6r dir einfach mal Halma an, wenn du nachts um 5 mit dem Fahrrad nach Hause f\u00e4hrst. Die Musik wird die Welt um dich in einen geheimnisvollen Schleier h\u00fcllen. Wer es trotzdem gerne, etwas bodenst\u00e4ndiger mag, dem sei hier zum Abschluss noch eine wirklich gelungene Sampler-Reihe ans Herz gelegt. Zum Auftakt von \u201ePop Portrait\u201c (7) wurde n\u00e4mlich niemand geringerer, als <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/jandelay\" target=\"_blank\"><strong>Jan Delay<\/strong><\/a>, gebeten<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/_jan-delay.jpg\" alt=\"_jan-delay.jpg\" class=\"right\" \/>, sein pers\u00f6nliches Lieblings-Songs zusammen zu stellen. Und man verliert sich auch heute noch zu gerne in Torchs wunderbarem \u201eKapitel 1\u201c oder der Adolf Noise-Remix\u2013Fassung des gro\u00dfen Deutschrap-Klassikers \u201eIst mir egal\u201c von Der Tobi und das Bo. Hach, deutscher HipHop kann so sch\u00f6n sein. Aber Jan Delay l\u00e4sst es nat\u00fcrlich nicht dabei bewenden, sich nur an seinem Fachgebiet abzuarbeiten. Stattdessen treten dazwischen die Goldenen Zitronen und Turbostaat die Zimmert\u00fcr ein. Und sein neuer Kumpel Udo Lindenberg ist nat\u00fcrlich auch am Start. Am meisten Spa\u00df macht aber das Wiedersehen mit den fast vergessenen und bis heute v\u00f6llig untersch\u00e4tzten Selig (\u201eOhne dich\u201c). Wobei die ollen Hamburger Jungs von Tocotronic (\u201eLet There Be Rock\u201c) und der ehemalige W\u00fcrzburger Knarf Rell\u00f6m nat\u00fcrlich auch aller Ehren wert sind. Insgesamt also ein bunter Haufen, der da von dem lieben Jan Delay angekarrt wurde. Und wir freuen uns jetzt schon auf die Fortsetzung mit (so meine ich geh\u00f6rt zu haben) den Jungs von Tocotronic. So stay tuned. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ <em>von Alexander Nickel-Hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend sich die ganze Welt an Pete Dohertys Lifestyle aufgeilt, wird gerne mal vergessen, dass sein ehemaliger Kollege Carl Barat auch noch am Start ist. 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