{"id":14779,"date":"2015-02-17T11:05:42","date_gmt":"2015-02-17T10:05:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=14779"},"modified":"2015-02-17T11:05:42","modified_gmt":"2015-02-17T10:05:42","slug":"aufgelesen-vol-135-family-business","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=14779","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (1)35 &#8211; &#8222;family business&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>mit neuen Werken von Teresa Pr\u00e4auer, Maik Br\u00fcggemeyer, Christoph Dreher, Stefanie Diekmann und Ian McEwan.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-14780\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/teresa-praauer.jpg\" alt=\"teresa-praauer\" width=\"200\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/teresa-praauer.jpg 237w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/teresa-praauer-182x300.jpg 182w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>\/\/ Im M\u00e4rz steht wieder die Leipziger Buchmesse vor der T\u00fcr und da nutzen wir nat\u00fcrlich die Gelegenheit euch in den kommenden Wochen mal \u00fcber einige Werk auf dem Laufenden zu halten, die dort f\u00fcr den Buchpreis nominiert sind. Passend dazu widmen wir uns heute zum Auftakt der ersten \u201eAufgelesen\u201c-Ausgabe in diesem Jahr dem aktuellen Buch von <strong>Teresa Pr\u00e4auer<\/strong>. Die Wiener Autorin hat bereits im Jahr 2012 den \u201easpekte-Literaturpreis\u201c f\u00fcr ihr Werk \u201eF\u00fcr den Herrscher aus \u00dcbersee\u201c abgesahnt und legt nun mit \u201eJohnny und Jean\u201c ein wahrhaftes Kunst-Werk vor. <!--more-->Die Geschichte selbst dreht sich um zwei junge Menschen, die sich auf der Kunsthochschule begegnen und irgendwie auf den gro\u00dfen Karrieresprung hoffen. Das Problem an der ganzen Geschichte ist nur. Um sie herum hat sich \u00dcberfluss breit gemacht und so werden nicht nur zahlreiche existenzielle Fragen aufgeworfen, sondern auch noch viel mehr Dinge ausprobiert und durchdekliniert. Es ist in diesem Zusammenhang durchaus bemerkenswert, wie einen die Autorin in einen regelrechten Sog der Emotionen rei\u00dft und mit dem Leser auf die \u00dcberholspur abbiegt. Dabei wird immer wieder deutlich, dass sich die beiden Protagonisten in einer Art Vorstufe zum echten Leben befinden, wo alles noch m\u00f6glich zu sein scheint und nichts zu Ende gedacht werden muss. Gerade diese Umtriebigkeit und der damit einhergehende Enthusiasmus machen \u201eJohnny und Jean\u201c zu einem rasanten Lesevergn\u00fcgen, das noch lange nachwirkt. Wenn du mal wieder ein ansteckendes Buch lesen willst, dann schnapp dir dieses hier. Es lohnt sich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-14781\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/maik-bruggemeyer-187x300.jpg\" alt=\"maik-bruggemeyer\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/maik-bruggemeyer-187x300.jpg 187w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/maik-bruggemeyer.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/>\/\/ B\u00fccher \u00fcber Bob Dylan gibt es ja bereits zuhauf. Das Werk des Musikjournalisten <strong>Maik Br\u00fcggemeyer <\/strong>ist dennoch eine Erw\u00e4hnung wert, weil es auf interessante Art und Weise ein ausgiebiges Gespr\u00e4ch in Romanform \u00fcberf\u00fchrt. \u201eCatfish\u201c ist nicht nur gespickt mit zahllosen Zitaten, Anekdoten und Textzeilen, es wirft auch einen Blick hinter die Kulissen und l\u00e4sst einem als Leser viel Raum f\u00fcr Spekulationen. Bob Dylan war ja als Musiker und vor allem als Mensch immer eine Art von Mysterium gewesen, das sich konsequent gegen jegliche Art von Vereinnahmung gewehrt hat. So liefert \u201eCatfish\u201c auch weniger Antworten, als Denkanst\u00f6\u00dfe und folgt damit Bob Dylans Motto, der auf dem Back-Cover mit folgendem Satz zitiert wird: \u201eWenn ich nicht Bob Dylan w\u00e4re, w\u00fcrde ich vermutlich selbst denken, dass Bob Dylan mit eine Menge Antworten geben kann\u201c. Dass der Journalist den Musiker eines Tages aufgrund zahlloser Zuf\u00e4lle wirklich in einer Bar in Greenwich Village kennenlernt, ist bemerkenswert (und ebenso frei erfunden) und er\u00f6ffnet dem Leser einen Einblick in eine faszinierende Gedankenwelt, die im Rahmen einiger Magazinseiten nur sehr schwer zu vermitteln w\u00e4re. Je l\u00e4nger man liest, umso mehr wird man in den Sog dieses Buches gezogen, das so viel mehr ist als eine weiter Biografie \u00fcber einen bekannten Musikers. Was genau, das muss allerdings jeder selbst f\u00fcr sich entscheiden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-14782\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/autorenserien-ii.jpg\" alt=\"autorenserien-ii\" width=\"246\" height=\"358\" \/>\/\/ Vor geraumer Zeit hatten wir euch schon einmal auf die wunderbare Abhandlung \u201eAutorenserien\u201c aufmerksam gemacht, welche auf dem gleichnamigen Symposium basiert, das sich auf differenzierte Art und Weise mit Qualit\u00e4ts-TV-Serien der vergangenen Jahre auseinander setzt. Nun ist endlich der zweite Band von Herausgeber <strong>Christoph Dreher<\/strong> erschienen und der steht dem ersten Werk in nichts nach. Ganz im Gegenteil: all diejenigen, die sich in diesen Tagen f\u00fcr qualitativ hochwertige Reihen wie \u201eMad Men\u201c, \u201eBreaking Bad\u201c oder \u201eTreme\u201c begeistern, sind hier genau an der richtigen Adresse. Das Buch liefert einen interessanten \u00dcberblick \u00fcber die aktuellen Entwicklungen im TV-Serien-Bereich und widmet sich neben den USA auch den europ\u00e4ischen Ph\u00e4nomenen auf den hiesigen Flimmerkisten. So wird man nicht nur mit zahllosen Geheimtipps konfrontiert, sondern erf\u00e4hrt auch Hintergr\u00fcndiges \u00fcber den \u201epsychoanalytischen Raum in HBO-Dramen\u201c (Jane Feuer) oder Skandinavische Ermittlerinnen (Kerstin Stutterheim). Niemand Geringeres als Diedrich Diederichsen setzt sich au\u00dferdem mit dem spannenden Thema \u201eSerie und Fragment\u201c auseinander. Ebenfalls enthalten sind Hintergrundinformationen zur Produktion von \u201eBreaking Bad\u201c und \u201eTreme\u201c sowie die Entwicklung von amerikanischen Qualit\u00e4ts-TV-Reihen. \u201eAutorenserien II\u201c ist in diesem Zusammenhang ein unsagbarer Schatz f\u00fcr jeden TV-Fan und erscheint wie bereits der Vorg\u00e4nger wieder auf Deutsch und Englisch zugleich.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-14783\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/six-feet-under.jpg\" alt=\"six-feet-under\" width=\"154\" height=\"238\" \/>\/\/ Wer hinterher immer noch nicht genug hat, der sei bei dieser Gelegenheit noch an eine illustre Neuerscheinung aus dem Hause \u201ediaphanes\u201c hingewiesen. Im Rahmen der illustren \u201ebooklet\u201c-Reihe, welche sich in den vergangenen Jahren schon mit zahlreichen TV-Ph\u00e4nomenen wie den Sopranos oder \u201eThe West Wing\u201c auseinander setzte, ist nun erstmals eine Familienserie an der Reihe. Die Rede ist von \u201eSix Feet Under\u201c, die via HBO zum absoluten Megahit avancierte und sich um das Leben der Familie Fisher dreht, deren Vater im Rahmen der ersten Episode das Zeitliche segnet. Dabei waren die Macher nicht nur kreativ darin, sich f\u00fcr jede Episode eine neue Todesart auszudenken, sondern dessen Leben mit dem Schicksal der einzelnen Protagonisten zu verkn\u00fcpfen, so dass immer wieder spannende und auch philosophische Fragen aufgeworfen werden. Neben dem fulminanten Serienfinale (manche sprechen vom besten aller Zeiten), widmet sich die Autorin <strong>Stefanie Diekmann<\/strong> nicht nur den zahllosen Toten im Rahmen der Reihe, sondern auch dem Beruf des Bestatters, der im Rahmen der Reihe eine gro\u00dfe Rolle spielt. Daneben sind nat\u00fcrlich auch diesmal wieder f\u00fcnf Anspieltipps in dem Werk versammelt, die einen guten Eindruck von der Serie vermitteln. Dennoch w\u00fcrden wir all jenen, die \u201eSix Feet Under\u201c noch nicht gesehen haben, dringend dazu raten, sich alle Folgen in chronologischer Reihenfolge anzusehen. Nur so werden die komplexen Beziehungen und Zusammenh\u00e4nge sichtbar. Au\u00dferdem sollten all jene, die im Piloten von den \u201eWerbeclips\u201c genervt waren, der Reihe nochmal eine zweite Chance geben. Sie ist schlicht grandios und geh\u00f6rt mit zu den besten Familienserien, die bisher auf der Mattscheibe zu sehen gewesen sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-14784\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/ian-mcewan.jpg\" alt=\"ian-mcewan\" width=\"132\" height=\"211\" \/>\/\/ Alle Fans des britischen Autors <strong>Ian McEwan<\/strong> d\u00fcrfen sich in diesen Tagen ebenfalls \u00fcber einen neuen Roman aus der Feder des Londoner Schriftstellers freuen. In seinem aktuellen Buch \u201eKindswohl\u201c nimmt sich der Autor eben jenem Thema an, das gerade f\u00fcr jede Menge Diskussionsstoff sorgt. Er wirft die Frage nach der Rolle der Religion in unserem Leben auf und thematisiert das Ganze an einer Geschichte um einen 17j\u00e4hrigen, dessen Leben im wahrsten Sinne des Wortes davon abh\u00e4ngt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht in diesem Zusammenhang \u00fcbrigens eine Familienrichterin namens Fiona Maye, die sich mit Scheidungen und Sorgerechtsfragen auseinander setzt. Nach \u00fcber 30 Jahren, in denen sie eine weitestgehend gl\u00fcckliche Ehe f\u00fchrte, passiert das unfassbare: ihr Mann bereitet ihr einen v\u00f6llig verr\u00fcckten Vorschlag und so ger\u00e4t ihr inneres Gleichgeweicht zunehmend ins Wanken. Welche Entscheidungen sie am Ende trifft? Am Besten du findest es selbst heraus. Denn Ian Mc Ewan hat mit \u201eKindswohl\u201c eines der herausforderndsten B\u00fccher dieses Fr\u00fchlings geschrieben. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zum n\u00e4chsten Szenewechsel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit neuen Werken von Teresa Pr\u00e4auer, Maik Br\u00fcggemeyer, Christoph Dreher, Stefanie Diekmann und Ian McEwan. \/\/ Im M\u00e4rz steht wieder die Leipziger Buchmesse vor der T\u00fcr und da nutzen wir nat\u00fcrlich die Gelegenheit euch in den kommenden Wochen mal \u00fcber einige Werk auf dem Laufenden zu halten, die dort f\u00fcr den Buchpreis nominiert sind. 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