{"id":1492,"date":"2008-09-04T09:51:53","date_gmt":"2008-09-04T08:51:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1492"},"modified":"2008-09-04T10:04:25","modified_gmt":"2008-09-04T09:04:25","slug":"zuckerbeat-volume-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1492","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 27"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_black-kids.jpg\" alt=\"_black-kids.jpg\" class=\"right\" \/> Die Nacht ist zu Ende. Ein P\u00e4rchen liegt am Strand. Die aufgehende Sonne spiegelt sich in der Wasseroberfl\u00e4che. Die Sonnenstrahlen kitzeln sanft die K\u00f6rper des Liebespaars. Die Augen \u00f6ffnen sich. Sie g\u00e4hnt. Er streckt seine Arme gen Himmel. Und dann dr\u00fcckt irgendwo jemand auf Play. Musik ert\u00f6nt: die neue Scheibe der <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/blackkidsrock  \" target=\"_blank\"><strong>Black Kids<\/strong><\/a> <em>(<\/em><em>klickt<\/em><em> auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite)<\/em> aus Florida. Sie f\u00fchlt sich an, wie ein einziger Hitreigen. \u00c4hnlich wie der Erstling der Killers schleicht sich das Album \u201ePartie Traumatic\u201c (7) nicht sanft an einen heran. Es \u00fcberf\u00e4llt einen mit all seinem Sch\u00f6nklang. Die ersten sechs Songs sind allesamt Hitsingles. Der siebte ein Welthit. Er h\u00f6rt auf den Namen \u201eI\u00b4m not gonna teach your boyfriend how to dance with you\u201c und er ist so bezaubernd, dass die beiden Verliebten sich an die H\u00e4nde nehmen und mit nackten F\u00fc\u00dfen im Kreis tanzen. Der Sand unter ihren F\u00fc\u00dfen wirkt wie ein nicht enden wollender roter Teppich. Und sie scheinen zu schweben, bis sich die Platte ihrem Ende neigt. Da singt irgendjemand etwas von \u201ekiss your lips\u201c. Und es wirkt fast zu perfekt, um wahr zu sein. Beinahe traumatisch sch\u00f6n, wodurch es dann erst mal an der Zeit ist wieder runterzukommen. <!--more-->Bestens geeignet dazu: Das vierte Album der <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/constantines\" target=\"_blank\"><strong>Constantines<\/strong><\/a> aus <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_constantines.jpg\" alt=\"_constantines.jpg\" class=\"right\" \/>Kanada. \u201eKensington Heights\u201c (7) ist ein verworrenes, bisweilen schwer durchdringbares Dickicht an Str\u00e4uchern, deren Wurzeln im Punk, Grunge und Dub liegen. Trotzdem legt man die Scheibe immer wieder gerne ein. Sie fordert einen, \u00fcberfordert einen aber nicht. Stattdessen h\u00f6rt man diesen Gitarren nur allzu gerne dabei zu, wie sie quer schie\u00dfen, w\u00e4hrend die schmachtenden Worte des S\u00e4ngers eine Geschichte erz\u00e4hlen. \u201eThere\u00b4s no short cut. And no straight line\u201d. Dieses Album versteht es die Musik wieder von ihrem Status als Gebrauchsgut zu emanzipieren. Ist ein Schlag ins Gesicht f\u00fcr diejenigen, die sich im zehn Sekunden-Takt durch ihre \u00fcberf\u00fcllten Festplatten zappen, um ihrer riesigen Sammlung an Sounds verzweifelt ein Gef\u00fchl zu entlocken. Diese Scheibe ist ein Gegenentwurf. Sie sticht aus der Masse heraus. Und sie zeigt auf, wie sch\u00f6n eine Ballade, wie \u201eNew King\u201c klingen kann, wenn sie von solch hinrei\u00dfend dreckigen und rockigen Sounds umh\u00fcllt wird. Womit wir dann auch schon beim n\u00e4chsten H\u00f6hepunkt angelangt w\u00e4ren. Jedenfalls will sich mir auch nach zahlreichen Durchl\u00e4ufen von RZAs neuem Album nicht erschlie\u00dfen, warum die Reaktionen im Bl\u00e4tterwald so verhalten ausfallen. Eingestimmt von dem tollen Superhelden Comic-Strip im Booklet, macht sich <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/rza\" target=\"_blank\"><strong>RZA as Bobby Digital<\/strong><\/a> auf <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_rza.jpg\" alt=\"_rza.jpg\" class=\"right\" \/>HipHop-Sourensuche durch lo-fi-elektronische Arrangements (\u201eLong Time Coming\u201c) und ausufernde Jams (das \u00fcber achtmin\u00fctige Monster von Song \u201eYou Can\u00b4t Stop Me Now\u201c). Die Scheibe rollt dabei entspannt vor sich hin, setzt aber punktuell auch immer wieder Pop-Akzente (\u201eTry Ya Ya Ya\u201c und \u201cUp Again\u201d). Dazwischen schleichen sich charmante Wortspiele. Manchmal allerdings auch austauschbares Dicke Hose-Gepose, das der \u201eClan\u201c-Member \u00fcberhaupt nicht n\u00f6tig hat. Mit seinem Rap-Flow, so einzigartig, wie selbstgebackene Kekse, rei\u00dft er einen kurzerhand aus der Realit\u00e4t und macht dabei h\u00f6chstens noch den Fehler, nicht rechtzeitig auf \u201eStop\u201c zu dr\u00fccken. Zugegeben. Fokussiertes Arbeiten war nun wirklich noch nie seine Sache&#8230; trotzdem w\u00e4re \u201eDigi Snacks\u201c (6) wohl, h\u00e4tte er es auf die zahlreichen H\u00f6hepunkte beschr\u00e4nkt, nahe an einem Klassiker vorbei geschrammt. So wirkt es dennoch imposant, und hinterl\u00e4sst einen in der Hoffnung, dass es vielleicht beim n\u00e4chsten Mal wieder so weit sein k\u00f6nnte. Diese Musik ist schlie\u00dflich wie geschaffen, um abzuheben. Das kann man anschlie\u00dfend auch zum Sound der <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thedualers \" target=\"_blank\"><strong>Dualers<\/strong><\/a>. Einem <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_dualers.jpg\" alt=\"_dualers.jpg\" class=\"right\" \/>ziemlich radiotauglichen Reggae-Entwurf, der in England schon zwei Mini-Hits abwarf. Auf \u201eThe Melting Pot\u201c (4) landen sie dabei irgendwo zwischen Jamiroquai und Mattafix. Wagen dabei allerdings auch einige Abstecher in Ska-Gefilde. Trotzdem nervt die poppige Produktion auf Albuml\u00e4nge etwas, weil die Songs neben den geradlinigen Melodien nur wenig zu bieten haben, was sie aus der Masse herausstechen l\u00e4sst. Das hei\u00dft jetzt nicht etwa, dass man sich zu dieser Platte nicht perfekt in die H\u00e4ngematte schmei\u00dfen k\u00f6nnte und fr\u00f6hlich vor sich hinschaukeln k\u00f6nnte. Man sollte nur aufpassen, dass man dabei nicht einschl\u00e4ft. Wobei. Es gibt ja noch <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/derekmeins\" target=\"_blank\"><strong>Derek Meins<\/strong><\/a>. Ein imposanter Songwriter, 21 Jahre jung, der dich mit \u201eThe Famous Poet\u201c (5) wieder sanft in die Realit\u00e4t zur\u00fcckholt. Vor allem in grandiosen Opener \u201eThe Freud Song\u201c macht er sofort klar, welche Qualit\u00e4ten in ihm schlummern. Leider verliert sich das Album mit zunehmender L\u00e4nge in konfusen poetischen Erg\u00fcssen, die a-capella ablaufen. Und diese bierseligen Mitgr\u00f6hl-Refrains<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_derek-meins.jpg\" alt=\"_derek-meins.jpg\" class=\"right\" \/> in \u201eOh! You Pretty Woman\u201c und \u201eHoney Girl\u201c kann man auch nur bedingt guthei\u00dfen. Aber dann packt er dich pl\u00f6tzlich mit dem wunderbaren \u201eEnd Of Man\u201c wieder am Kragen und sch\u00fcttelt dich mit seiner bezaubernden Stimme durch, dass du meinst, hier w\u00fcrde der perfekte Duett-Partner f\u00fcr Conor Oberst vor dir stehen. Danach wird dann allerdings wieder gedichtet. Und am Ende ist man zunehmend verwirrt \u00fcber die Motivation des Musikers. Und wendet sich ratlos der charmanten <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/whokilledamandapalmer \" target=\"_blank\"><strong>Amanda Palmer<\/strong><\/a> zu. Die Dresden Dolls-Sirene hat n\u00e4mlich ihr hei\u00df erwartetes Solo-Album am Start. Und \u201eWho Killed Amanda Palmer?\u201d (6) wirkt wie ein aufreizender Nostalgie-Trip in vergangene Zeiten. Die Punk-Attit\u00fcde der Dolls wurde dabei nur geringf\u00fcgig gedrosselt und die St\u00fccke entpuppen sich trotz der Unterst\u00fctzung von Ben Folds am Piano als \u00fcberraschend forsche Tanzfl\u00e4chenf\u00fcller. Zumindest zu Beginn der Scheibe. Da werden absolut keine Anstalten gemacht, sich beim Seitensprung auf allzu gef\u00fchlsduselige Gem\u00fctszust\u00e4nde einzulassen. Stattdessen wird mal so richtig Dampf abgelassen. Die Nacht zum Tag gemacht. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_amanda-palmer.jpg\" alt=\"_amanda-palmer.jpg\" class=\"right\" \/>Und anschlie\u00dfend dann zur\u00fcckgelehnt und das Erlebte reflektiert. Hier liegt dann allerdings auch der Schwachpunkt dieser Scheibe. Die balladesken, nachdenklichen Momente wirken fast wie eine Stimmungsbremse zwischen solch himmelhochjauchzenden Pop-Etw\u00fcrfen, wie \u201eOasis\u201c. Am Ende \u00fcberwiegt allerdings trotzdem das positive Gesamtbild. Vor allem deshalb, weil der wunderbare Song \u201eThe Point Of It All\u201c dann doch noch vormacht, wie man ein balladeskes St\u00fcck imposant arrangiert. Womit wir dann auch schon bei einer Parallele zum \u201eKing Of Pop\u201c (3) angekommen w\u00e4ren. Dessen Balladen fielen ja auch immer ziemlich ab im Gegensatz zu seinen waghalsigen Tanzfl\u00e4chen-Smashern Marke \u201eBillie Jean\u201c, \u201eBeat It\u201c, \u201eScream\u201c oder \u201eSmooth Criminal\u201c. Die bet\u00f6ren einen auch heute noch aufgrund ihrer gelungenen und zeitlosen Instrumentierung. Aber \u201eHeal the world\u201c und \u201eEarth song\u201c? Mal im Ernst&#8230; die kannst du heutzutage doch nicht mal mehr im Mainstream-Radio laufen lassen. Am Ende beleben sie dann auch noch diesen uns\u00e4glichen \u201eFree Willy\u201c wieder. Oder \u201eKevin allein zu Haus\u201c f\u00fchlt sich dazu berufen, einen erneuten Anlauf als Schauspieler zu starten. Womit dann auch schon das Problem dieser Best-Of-Compilation aus dem <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_michael-jackson.jpg\" alt=\"_michael-jackson.jpg\" class=\"right\" \/>Hause Jackson benannt w\u00e4re. Wozu? Wer braucht dieses Album? Die zwei Bonus Tracks \u201eGot The Hots\u201c  und der \u201eThriller-Megamix\u201c sind beileibe nicht so wundersam, dass man sie anno 2008 noch mal neu aufw\u00e4rmen m\u00fcsste. Und den Rest kennen die Fans ja eh schon von den zahlreichen anderen Compilations, die der gerade 50 gewordenen Megastar in den letzten Jahren so rausgehauen hat. Die Verpackung wirkt zudem derma\u00dfen lieblos zusammengebastelt, dass man sich am Ende fragt, ob da nicht mancher K\u00e4ufer lieber seine alten Cds zusammenkramt und sich anschlie\u00dfend selbst eine Best-Of-H\u00fclle bastelt. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/michaeljackson  \" target=\"_blank\"><strong>Michael Jackson<\/strong><\/a> ist zweifelsohne einer der wichtigsten K\u00fcnstler der Popgeschichte gewesen. Und die Songs auf dieser Compilation \u00fcber weite Strecken \u00fcber alle Zweifel erhaben. Die Art ihrer Verbreitung ist allerdings ebenso zweifelhaft, wie die Qualit\u00e4t seiner letzten Platte \u201eInvincible\u201c. Was die Hoffnung nicht gerade erh\u00f6ht, dass er in Zukunft noch mal im Stande ist, das Ruder herum zu rei\u00dfen. Stellt sich also nur die Frage: \u201eDo You Remember. How It All Began. It Just Seemed Like Heaven. So Why Did It End?\u201d Man kann die Zeit eben nicht zur\u00fcck drehen. Und deshalb widmen wir uns zum Abschluss noch mal einen schicken Punkcombo, die bereits im letzten Jahr ein tolles Konzert im W\u00fcrzburger Jugendkulturhaus Cairo hinlegte. Die Rede ist nat\u00fcrlich von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thegaslightanthem\" target=\"_blank\"><strong>The Gaslight Anthem<\/strong><\/a>. Die haben jetzt endlich ihr neues Brett namens \u201eThe \u00b459 Sound\u201c (6) rausgehauen und klingen dabei erst mal sonderbar unaufdringlich. Die Musik der Jungs ist zweifelsohne poppiger geworden. Man k\u00f6nnte sogar fast von Soul-Punk<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_the-gaslight-anthem.jpg\" alt=\"_the-gaslight-anthem.jpg\" class=\"right\" \/> sprechen. Jedenfalls scheint die Band sich endg\u00fcltig dazu entschieden zu haben, jetzt doch nicht das Erbe von Hot Water Music anzutreten. Stattdessen sonnen sie sich lieber eine Runde unter Palmen. Werfen dabei mit Hooklines um sich und entwerfen dabei so facettenreiche, wie hymnische Tanzfl\u00e4chenf\u00fcller. Dass das Ganze dabei immer wieder in pathetische Gefilde abdriftet, kann man ihnen am Ende vielleicht ankreiden. Aber wen juckt das schon, wenn sich am Ende alle schwei\u00df\u00fcberstr\u00f6mt im Arm liegen. Dementsprechend. Viel Spa\u00df beim Feiern der letzten Sonnenstrahlen. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ von Alexander Nickel-Hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht ist zu Ende. 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