{"id":15000,"date":"2015-04-05T18:10:58","date_gmt":"2015-04-05T17:10:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=15000"},"modified":"2015-04-05T18:10:58","modified_gmt":"2015-04-05T17:10:58","slug":"aufgelesen-vol-139-der-geist-amerikas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=15000","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol (1)39 &#8211; &#8222;der geist amerikas&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>mit B\u00fcchern von Marina Keegan, Rachel Kushner, Philipp Oehmke, Jochen Distelmeyer und John Gardener.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-15001\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/marina-keegan-624x1024.jpg\" alt=\"marina-keegan\" width=\"199\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/marina-keegan-624x1024.jpg 624w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/marina-keegan-182x300.jpg 182w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/marina-keegan.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>\/\/ Manchmal erscheinen Werke, die einem im wahrsten Sinne des Wortes ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubern. Dabei k\u00f6nnten die Umst\u00e4nde in diesem Zusammenhang nicht tragischer sein. <strong>Marina Keegan<\/strong> n\u00e4mlich, die Autorin von \u201eDas Gegenteil von Einsamkeit\u201c ist n\u00e4mlich bereits im Alter von 22 Jahren gestorben. Sie war gerade auf dem Weg zur Geburtstagsfeier ihres Vaters, als sie bei einem Autounfall verstarb. Nun aber erscheinen die Werke &amp; Essays der Yale-Absolventin doch noch in gebundener Form. Das Buch ist eines Sammlung der besten Texte eines Ausnahmetalents, welche man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. <!--more-->Die Texte mit so bezaubernden Titeln wie \u201eWinterferien\u201c, \u201eSogar Artischocken haben Zweifel\u201c und \u201eGep\u00e4ckausgabe\u201c drehen sich um Liebe, um Schmerz und um Sex. Immer aber sind sie durchzogen von einem unersch\u00fctterlichen Optimismus, der einen auf die Sonnenseite des Daseins schubst. \u201eDas Gegenteil von Einsamkeit\u201c ist ein Werk, das einen von einem Gem\u00fctszustand in den anderen switcht und dabei nahezu atemlos hinterl\u00e4sst. Dieses Werk hier strotzt nur so vor Emotionen und vor Lust am Leben. Der Autorin geht es darum, Dinge auszuprobieren und sie steckt einen an mit ihrem Enthusiasmus. Lassen dir diesen literarischen Hoffnungsschimmer also auf keinen Fall entgehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-15002\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/flammenwerfer.jpg\" alt=\"flammenwerfer\" width=\"176\" height=\"286\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/flammenwerfer.jpg 213w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/flammenwerfer-184x300.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/>\/\/ Wer sich anschlie\u00dfend einmal in Richtung 70er Jahre zur\u00fcckspulen lassen m\u00f6chte, der kommt beim aktuellen Album der amerikanischen Autorin <strong>Rachel Kushner <\/strong>auf seine Kosten. Die n\u00e4mlich ver\u00f6ffentlicht mit \u201eFlammenwerfer\u201c ihren weiten Roman und gleichzeitig ihr Meisterst\u00fcck, das selbst so illustre Kollegen Jonathan Franzen zu wahren Lobeshymnen verleitet. Die Geschichte selbst dreht sich um eine junge Frau, die in der New Yorker Underground-Szene genauso zu Hause ist wie auf ihrem Motorrad. Wir schreiben das Jahr 1975 und Reno ist gerade dabei sich mit einem gewissen Sandro auf etwas Ernsteres einzulassen. Zusammen mit ihm reist sie nach Italien in eine Sommerresidenz am Comer See und sieht sich pl\u00f6tzlich mit einer ihr bis dato v\u00f6llig fremden Welt konfrontiert. Inmitten von Stra\u00dfenk\u00e4mpfen, Streiks und Entf\u00fchrungen ver\u00e4ndert sich ihr Blick auf die Welt und sie versucht sich mit den ver\u00e4nderten Bedingungen auseinander zu setzen. Dass sie hinterher nicht mehr dieselbe ist, d\u00fcrfte genauso klar sein, wie der Umstand, dass es sich bei \u201eFlammenwerfer\u201c um ein wahrhaft explosives St\u00fcck Literatur handelt, dass man aufgrund seiner Intensit\u00e4t am liebsten in einem St\u00fcck durchlesen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-15003\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/toten-hosen.jpg\" alt=\"toten-hosen\" width=\"226\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/toten-hosen.jpg 226w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/toten-hosen-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/>\/\/ Es gibt eine Unmenge von Band-Biografien, die man sich getrost sparen kann. Die aktuelle aus der Feder von <strong>Philipp Oehmke<\/strong> \u00fcber die Punk-Legenden von den Toten Hosen geh\u00f6rt nicht dazu. Schon die Zitate auf dem Back-Cover machen neugierig. Der eine der Jungs m\u00f6chte auf keinen Fall, das seine Familie den Inhalt des Buches zu Gesicht bekommt, ein anderer hat Dinge \u00fcber sich erfahren, die er so gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Es macht also kurz gesagt verdammt viel Spa\u00df dem Autor bei seinen Aufzeichnungen zu folgen und so wird \u201eDie Toten Hosen \u2013 Am Anfang war der L\u00e4rm\u201c von Seite zu Seite mehr zum Seelenstriptease einer Gruppe, \u00fcber die man alles zu wissen glaubte und sich nun doch noch einmal eines Besseren belehrt sieht. Das Buch n\u00e4mlich bel\u00e4sst es nicht etwas dabei die wichtigsten Karriere-Stationen der Band durch zu deklinieren, man bekommt auch einen intensiven Einblick hinter die Kulissen einer Crew, deren Dasein sich weitestgehend unter den strengen Augen der \u00d6ffentlichkeit abspielt. Entzaubert wird die Band durch das Buch allerdings trotzdem nicht, sonst w\u00fcrden sich die Mitglieder auch kaum auf dem R\u00fcckumschlag zitieren lassen. Dennoch hat man \u00fcber die volle Distanz das Gef\u00fchl, da hier jemand sehr authentisch auf den Punkt bringt, was diese Band ausmacht. Dass die Mitglieder dabei nicht immer nur auf der Sonnenseite des Lebens herumstehen, versteht sich von selbst\u2026<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-15004\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/jochen-distelmeyer.jpg\" alt=\"U1_978-3-498-01203-8.indd\" width=\"180\" height=\"294\" \/>\/\/ \u2026und f\u00fchrt uns direkt zu einem weiteren Werk, welches zumindest indirekt auf die popkulturelle Leserschaft abzielt. \u201eOtis\u201c von Blumfeld-S\u00e4nger <strong>Jochen Distelmeyer<\/strong> ist eines dieser B\u00fccher, das mit der B\u00fcrde klarkommen muss, dass da jemand in die Tasten haut, der eigentlich in einem anderen pop-kulturellen Kontext verortet ist. Seine Musik jedenfalls ist \u00fcber alle Zweifel erhaben und so wird die Latte in Sachen \u201eOtis\u201c auch schon mal sehr hoch angelegt. Wahrscheinlich auch deshalb fiel das Werk bei vielen Rezensenten gnadenlos durch, weil man von Jochen Distelmeyer eben gleich immer den ganz gro\u00dfen Wurf erwartet. Der wiederum ist das Buch nicht. Es ist vielmehr ein erster Versuch eines grandiosen Musikers, sich auf neuem Terrain zu Recht zu finden. Das Buch selbst beginnt mit dem R\u00fccktritt des Bundespr\u00e4sidenten im Jahr 2012. Gerade erst ist der Protagonist in die deutsche Hauptstadt abgedampft, um sich dort ganz aufs Schreiben zu konzentrieren. Nebenbei m\u00f6chte er dadurch auch noch \u00fcber die gro\u00dfe Liebe hinwegkommen und so treffen sich eines Abends zahlreiche wichtige Personen seines bisherigen Lebens um den ganz gro\u00dfen Knall herbei zu f\u00fchren. Was das Ganze jetzt mit der Odysee von Homer zu tun hat? Es lohnt sich durchaus mal reinzuschauen in diesen Roman, der hoffentlich dazu f\u00fchrt, dass der Autor und K\u00fcnstler sich in Zukunft noch weiter ins literarische Fach hervorwagt. Es k\u00f6nnte dabei n\u00e4mlich durchaus gro\u00dfartiges herausspringen, wenn die zahllosen Querverweise und Seitenhiebe dieses Erstlings in geregelte Bahnen gelenkt w\u00fcrden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-15005\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/bond-1.jpg\" alt=\"bond-1\" width=\"463\" height=\"695\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/bond-1.jpg 600w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/bond-1-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/>\/\/ Gleich doppelten Grund zur Freude haben in diesen Tagen die Fans der altehrw\u00fcrdigen Agentenreihe um James Bond. Der \u201eCross Cult\u201c-Verlag ver\u00f6ffentlicht ja schon seit geraumer Zeit eine Neuauflage der urspr\u00fcnglichen Romane, auf denen die Filme der Serie basieren. Inzwischen sind wir in diesem Zusammenhang \u00fcbrigens schon bei den B\u00fcchern 17 und 18 kommen, die wie bereits die Vorl\u00e4ufer im schicken Retro-Look erscheinen. Den Auftakt macht diesmal der Band \u201eDer Kunstsammler\u201c, im Rahmen dessen sich Bond auf einmal den amerikanischen Beh\u00f6rden unterstellt sieht. Zusammen mit seiner Partnerin Cedar (eine Freundin eines alten Freundes namens Felix Leiter) wollen sie einer <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-15006\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/bond-2-200x300.jpg\" alt=\"bond-2\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/bond-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/bond-2.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>Spezialeinheit namens SPECTRE das Handwerk legen, die sich auf die Fahnen schreibt in den Stra\u00dfen f\u00fcr Chaos zu sorgen. Ebenfalls von Autor <strong>John Gardener<\/strong> wurde auch der Band \u201eEisbrecher\u201c aus den \u00c4rmeln gesch\u00fcttelt. Darin verschwimmen die Grenzen zusehends und Bond muss sich mit einigen ehemaligen Gegenspielern zusammensetzen, um einen Auftrag in der Ein\u00f6de Lapplands auszuf\u00fchren. In arktischen Gefilden soll auf diese Weise der Faschismus bek\u00e4mpft werden, aber das Misstrauen zwischen den einzelnen Beteiligten ist gro\u00df und so kommt es schon bald zu ersten Komplikationen zwischen den Parteien. Ob da am Ende wirklich alles gut ausgeht? Der Autor folgt mit seinen Romanen dem Stil von Kult-Autor Ian Fleming und f\u00fchrt die Agentenreihe fulminant fort, indem er immer wieder Bruchstellen im Getriebe ausmacht und die einzelnen Beteiligten differenzierter ausarbeitet. Die Zeiten von Gut gegen B\u00f6se scheinen in diesem Zusammenhang endg\u00fcltig vorbei zu sein, stattdessen mischen sich immer wieder Graut\u00f6ne dazwischen. Soll hei\u00dfen: auch die neuesten B\u00e4nde sind ein \u00fcberaus lohnenswertes Unterfangen. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit B\u00fcchern von Marina Keegan, Rachel Kushner, Philipp Oehmke, Jochen Distelmeyer und John Gardener. \/\/ Manchmal erscheinen Werke, die einem im wahrsten Sinne des Wortes ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubern. Dabei k\u00f6nnten die Umst\u00e4nde in diesem Zusammenhang nicht tragischer sein. 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