{"id":1509,"date":"2008-09-20T10:03:08","date_gmt":"2008-09-20T09:03:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1509"},"modified":"2009-02-09T12:20:53","modified_gmt":"2009-02-09T11:20:53","slug":"actiontrashendlosstory-folge-1-ente-gut-%e2%80%93-alles-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1509","title":{"rendered":"\/\/ actiontrashendlosstory folge 1: ente gut \u2013 alles gut?"},"content":{"rendered":"<p>Es war eine Julinacht. W\u00fcrzburg hatte sich in eine Waschk\u00fcche verwandelt. Die Wasser, die vom Himmel fi elen, stiegen, kaum, dass sie auf die Erde gefallen waren, als Dampf zum Himmel wieder auf. Ein wild schimpfendes Paar fuhr auf Fahrr\u00e4dern in Schlangenlinien vom Boot Richtung Frauenland. Auf einem, bei Gelegenheit der Post entliehenen Fahrrad, sa\u00df Tom, ein 19j\u00e4hriger Polizist in seinen besten Jahren. Neben ihm fuhr die Studentin Vera, die, um ihr Studium zu finanzieren, als Stra\u00dfenbahnfahrerin arbeitete. Eigentlich hatten sie Veras Geburtstag auf dem Boot feiern wollen. Sie war vierundzwanzig geworden. Zur Feier des Tages hatte Vera mit ihrer besten Freundin Juliette einen durchgezogen.Danach war genau das passiert, was immer geschah, wenn Vera kiffte. Sie wurde vom Gras nymphoman und schmiss sich an die \u00fcbelsten Typen heran, die ihr \u00fcber den Weg liefen. Tom hatte mit der kichernden Juliette Vera beobachtet und es \u00fcberhaupt nicht komisch gefunden. W\u00e4hrend sie in die Pedale traten, warf Tom Vera die \u00fcbelsten Beschimpfungen an den Kopf. Zwar schrie Vera auch irgendetwas zur\u00fcck, doch es war nicht ganz verst\u00e4ndlich. Manchmal unterbrach sie ihr Gebr\u00fcll und begann wie ein Pferd zu wiehern. Am Wittel hielt Vera pl\u00f6tzlich an, stieg ab und plumpste auf den Gehsteig.\u201eIch muss kotzen,\u201c kicherte sie.<!--more--> \u201eMann Alter, ich muss kotzen.\u201c Entnervt starrte Tom auf seine Freundin. Gab es hier irgendwo einen M\u00fclleimer, wo er Vera dr\u00fcber h\u00e4ngen k\u00f6nnte? Statt einen solchen zu finden, entdeckte er vor der Uni eine Gestalt, die sich mit einer gro\u00dfen Kneifzange an einem Fahrradschloss zu schaffen machte. Ein Fahrraddieb, durchfuhr es Tom. Er stellte seine Ohrenund Schwanz auf wie ein Wachhund und bellte: Halt, du Gauner, dich krieg ich!\u201c Doch die Gestalt hatte mittlerweile die Kette durch gekniffen, schwang sich auf das erbeutete Rad und raste mit einem teufl ischen Lachen von dannen.Tom hatte Vera augenblicklich vergessen, sprang  auf sein Rad und sauste dem Dieb hinterher.Vera schaute verbl\u00fcfft in die Richtung in die  Tom verschwunden war. Auf allen Vieren kroch  sie vorw\u00e4rts. \u201eImmer Tom folgen. Mann, ist mir  \u00fcbel,\u201c dachte sie und kroch ein paar Stra\u00dfen weiter.  Nachdem sie sich f\u00fcnf Minuten sich auf allenVieren vorw\u00e4rts bewegt hatte, richtete sich Vera auf, um nach Tom Ausschau zu halten. Der Sauerstoffgehalt,der in dieser H\u00f6henlage herrschte, war aber so konzentriert, dass er Vera die Sinne  raubte und sie r\u00fccklings in eine Vorgartenhecke  rauschte. Sie begann laut zu schnarchen. Eine  Ratten-Gang, die zuf\u00e4llig des Weges kam, machtesich sofort \u00fcber ihre Turnschuhe her. Schlie\u00dflich kriegt man als Ratte nicht alle Tage so feine Bionaturkautschuksohlenzum Futtern. W\u00e4hrend die Ratten L\u00f6cher fra\u00dfen, tr\u00e4umte Vera, dass Tom ihr die F\u00fc\u00dfe massierte.Tom war in einer wilden Verfolgungsjagd durch die halbe Stadt dem Fahrradbanditen gefolgt. Am Ende der Jagd hatte sich der Gauner in einen Keller gefl\u00fcchtet. \u201eGleich hab ich dich,\u201c fl\u00fcsterte Tom und siegessicher rannte er die Kellertreppe herunter. Am Ende des Ganges leuchtete Licht. Tom hechtete drauf zu und \u00fcberlegte noch, wie er den \u00fcberraschtenDieb \u00fcberrumpelten sollte, als er im Eingang stehen blieb. Der kleine Raum war vollgestopft mit gestohlenen Fahrr\u00e4dern. Mindestens um die f\u00fcnfzig stapelten sich hier. \u201eDa ist ja meins!\u201c schrie Tom erbost und st\u00fcrzte auf ein Rad los, das Vera f\u00fcr ihn zu Weihnachten wie ein Zebra angestrichen hatte. Doch Tom h\u00e4tte besser aufpassen sollen, denn der Fahrraddieb trat pl\u00f6tzlich aus einem Schatten hervor und schlug Tom mit einem Gummikn\u00fcppel eins \u00fcber die R\u00fcbe. Tom sah sofort Sternchen und pinke Elefanten. \u201eHohoho,\u201c lachte der BWL Student wie der Weihnachtsmann. \u201eBesser aufpassen, Herr Neunmalklug.\u201c Er wickelte Tom wie eine Mumie erst in Klopapier und anschlie\u00dfend mit Paketband ein. Er betrachtetesein Kunstwerk und verlie\u00df den Raum.Am n\u00e4chsten Tag wurde Vera davon aufgeweckt, dass sie jemand aus dem Busch zu pfl \u00fccken versuchte. \u201eWas f\u00e4llt Ihnen ein, Sie Pflaume!\u201c polterte eine Dame. \u201eWarum h\u00e4ngen Sie einfach so in meiner Hecke?\u201c Ohne Vorwarnung schlug sie mit einem gebl\u00fcmten Regenschirm auf Vera ein. \u201eDa und da und da! Das wird Sie lehren bei ehrlichen Leuten in der Hecke h\u00e4ngen zu bleiben.\u201c Wie eine reife Birne plumpste Vera auf den Gehsteig. Doch die Furie mit dem gebl\u00fcmten Schirmhatte noch nicht genug getobt und trat mit ihren spitzen Schnabelschuhen kr\u00e4ftig in Veras Hinterteil. Grummelnd kroch sie die Stra\u00dfe hinauf, bis die Dame von ihr abgelassen hatte und in ihr Reihenhaus zur\u00fcckgekehrt war. Vera hielt sichden Sch\u00e4del und verfl uchte den Kater. Ihr Kopf schmerzte, als ob er gleich zerspringen wollte.Ger\u00e4dert kroch sie heimw\u00e4rts. Tom w\u00fcrde hoffentlich mit einem starken Kaffee auf sie warten. Warum hatte er sie in diesem Gr\u00fcnzeug h\u00e4ngen lassen? Wo war der Typ abgeblieben? Fluchend kroch sie nach Hause. Wenn man einen Mannbraucht, ist er nie zur Stelle. Aber, wenn man ihn nicht braucht, dann krabbelt er auf einem rum und man kriegt ihn gar nicht mehr los. So philosophierte Vera und versuchte den schwankenden B\u00fcrgersteig zu ignorieren.Zu Hause wartete leider kein Kaffee auf sie und auch kein Tom. Die Wohnung war leer, hei\u00df und stank noch nach dem Deo, mit dem sich Tom gestern eingespr\u00fcht hatte, bevor sie zum Boot gezogen waren. \u201eTom,\u201c wimmerte Vera. Hatte Tom sie im Busch h\u00e4ngen lassen und eine andere abgeschleppt? \u201eSchei\u00dfkerl,\u201c schniefte Vera und rief Juliette an, um sich bei ihr Klarheit \u00fcber den gestrigen Abend zu verschaffen, denn in ihrer Erinnerung klaffte eine gewaltige L\u00fccke. Doch Juliette meinte, dass Tom gegen drei Uhr aufgebrochen war, um mit ihr nach Hause zu fahren. Doch wo war Tom abgeblieben?Vera versuchte ihn auf seinem Handy zu erreichen, doch das war abgeschaltet. Das tat Tom doch nie, nicht einmal nachts. Etwas musste passiert sein. Vielleicht ein Gewaltverbrechen? Wom\u00f6glich lag Tom irgendwo in einem Abflussrohr,verblutete an den Sch\u00fcssen, die ein Krimineller auf ihn abgefeuert hatte und wartete darauf, von ihr gerettet zu werden.\u201eVerdammt!\u201c schrie Vera und st\u00fcrzte in ihren zerl\u00f6cherten Turnschuhen zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe. Den restlichen Tag brachte sie damit zu, wimmernd in der Stadt herum zu torkeln und seinen Namen zu rufen. Am Main lief sie flussauf und-abw\u00e4rts. Dabei wankte sie zuf\u00e4llig an Toms Kellerverlie\u00df vorbei. Tom stand sehns\u00fcchtig am Kellerfenster und sah, wie ihre schlanken Fu\u00dffesseln an ihm vorbeiliefen. Dumpfe, klagende T\u00f6n stie\u00df er aus, doch Vera konnte sie nicht h\u00f6ren. Ein Apfel verstopfte Toms Mund. Verzweifelte musste er mit ansehen, wie seine jammernde Freundin verschwand, ohne ihn bemerkt zu haben. Ein Kollege von Tom rief bei Vera an und fragte, wo dieser bliebe. \u201eTom verreckt in einem Abflussrohr,\u201cschrie sie ins Telefon, dass dem anderen am Ende der Leitung die Ohren klingelten. \u201eEr braucht meine Hilfe, doch ich fi nd ihn nicht! Mirco, hilf mir!\u201c Mirco beruhigte sie erst einmal und fragte dann, wo er sie auffi schen konnte. Aufdem Revier fl \u00f6\u00dfte ihr der diensthabende Wachmann tiefschwarzen Kaffe ein und zermantschte Brezeln. Man beriet sich, Tom als vermisst registrieren zu lassen. Aber leider war er noch nicht seit vierundzwanzig Stunden verschwunden und was Vorschrift ist, ist nun mal Vorschrift. Tief verzweifelt ging Vera diese Nacht in die Propellerbar. Der Barkeeper hatte Mitleid mit dem H\u00e4ufchen Elend und gab ihr einen aus. Au\u00dferdem zerteilte er vor lauter Barmherzigkeit sein gro\u00dfes Schnupftaschentuch und schenkte ihr die H\u00e4lfte. Vera heulte so gro\u00dfe Krokodilstr\u00e4nen, dass ihre H\u00e4lfte pitschnass war und der barmherzige Barkeeper sich gezwungen sah, auch die andere H\u00e4lfte zu stiften. Ganz sanft streichelte sie eine Hand. Die Hand kam immer n\u00e4her. Eine zweite Hand kroch heran. Bald erschien auch der K\u00f6rper, an dem die Natur die H\u00e4nde befestigthatte. Er geh\u00f6rte zu der ganzk\u00f6rpert\u00e4towierten Susi, die am Bahnhof in einer Imbissbude Frittenund halbe H\u00e4hnchen f\u00fcr Sechs F\u00fcnfzig verkaufte und zwar die knackigsten Fritten und prallsten H\u00e4hnchen der Stadt, wie sie Vera immer wieder versicherte. Die starrte nur die ganze Zeit in Susis Ausschnitt und beobachtete die Schmetterlinge,die zwischen den Br\u00fcsten auf ihrer Grillh\u00e4ndelhaut hin und her fl atterten. Susi war von den vielen Jahren des Grillens selbst immer mehr ein Grillh\u00e4ndel geworden. Ein Duft nach Grillw\u00fcrze, Pfeffer und Salz ging von ihr aus. Nach Mitternachtknutschte Vera mit Susi und dachte dabei hungrig an Fritten und halbe Grillh\u00e4ndel f\u00fcr Sechs F\u00fcnfzig. W\u00e4hrend all die Dinge passiert waren, hatte der Regen nicht aufgeh\u00f6rt vom Himmel zu duschen. Die Sichtweite betrug gut gesch\u00e4tzt vier Zentimeter, so sehr dampfte die Erde. Der Main war zu einem rei\u00dfenden Gew\u00e4sser angeschwollen und die Schiffahr musste eingestellt werden. Im Mainviertel wurden die ersten H\u00e4user evakuiert. Tom sah die Feuerwehrboote auf dem Main kreuzen und bekam es langsam mit der Angst zu tun. Konnte die Sintfl ut nicht etwas sp\u00e4ter beginnen?Noah musste auch zuerst seine Arche bauen, bevor Gott es regnen lassen konnte. Das Wasser schwappte schon in den Keller und Tom bekam nasse F\u00fc\u00dfe. Den Fahrraddieb hatten sie wahrscheinlich gerettet, nur ihn w\u00fcrde man ersaufenlassen. Er schwitzte Blut (seine Wunde vom Gummikn\u00fcppel war wieder aufgeplatzt) und Wasser und kam sich sehr biblisch vor. Was trieb wohl seine geliebte Vera? Nein, das wollte er doch nicht wissen. Wahrscheinlich nudelte sie gerade irgendein Arschloch. In dieser d\u00fcsteren Situation zeigte sich ein Lichtblick. Ein kleiner Flipper schwamm durch das Kellerfenster herein. Eigentlich war es nur eine dumme Stockente, die sich auf der Durchreise von Rum\u00e4nien nach D\u00e4nemark verfahren hatte, aber f\u00fcr Tom war das die Rettung. Denn die Ente schwamm so nah an ihn heran,dass er ihr voll M\u00fche (schlie\u00dflich war er mit Klopapier und Paketband einmumifiziert worden) sein einzigartiges Cappy \u201eW\u00fcrzburg macht Spa\u00df\u201c auf den Entensch\u00e4del wuzeln konnte. Die doofe Stockente, als sie entdeckt hatte, dass siedoch nicht in Kopenhagen angekommen war, machte kehrt und paddelte samt Toms Cappy auf dem Kopf fr\u00f6hlich wieder hinaus. Tom starrte ihr hinterher und hoffte nichts sehnlichster, als dass Vera das Cappy finden w\u00fcrde. Denn das Wasserim Keller reichte ihm schon bis zum Hals und es w\u00fcrde nur eine Frage der Zeit sein, bis er ersoffen war . . &#8230;. in der n\u00e4chsten folge gehts knallhart weiter!\/\/ von joni masch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war eine Julinacht. 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