{"id":1569,"date":"2008-09-20T10:04:29","date_gmt":"2008-09-20T09:04:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1569"},"modified":"2008-09-24T13:31:30","modified_gmt":"2008-09-24T12:31:30","slug":"zuckerbeat-volume-30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1569","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 30"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_31-knots.jpg\" alt=\"_31-knots.jpg\" class=\"right\" \/><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/31knots\" target=\"_blank\"><strong>31 Knots<\/strong><\/a> <em>(<\/em><em>klickt<\/em><em> auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite) <\/em>lassen einem nicht viel Luft zum Atmen. Direkt nach dem Bet\u00e4tigen der Play-Taste und einem Inferno aus Handclaps und Gesang w\u00fctet ein Sturm. Gitarrenw\u00e4nde bauen sich vor einem auf, preschen nach vorne und man meint hier gleich von einem flammenden Instrumental-Inferno der Marke Maserati mitgerissen zu werden. Dann aber ebben sie pl\u00f6tzlich wieder ab, lassen dem sagenhaften Schrei\u2014Stakkato-Gesang mehr Raum zur Entfaltung und die Musik m\u00fcndet in eine melancholische Piano-Passage. \u201eWorried Well\u201c (7)  klingt wie ein Zwitter aus rhythmus-betontem Rock der Marke Bloc Party und einem Vulkan, der sich kurz vor dem Ausbruch eine Gitarre in die Erdkruste steckt. So trabt die Platte dann durch ihre entfesselten Songs, als wolle sie nur deshalb poppige Akzente setzen, um sie anschlie\u00dfend wieder mit voller Wucht zu zerfetzen. Diese Scheibe fordert einen geradezu heraus mit diesem Zick-Zack-Kurs. Und es macht einen H\u00f6llenspa\u00df, sich immer wieder aufs Neue von ihr \u00fcberrollen zu lassen.<!--more--> Etwas weniger dynamisch kommt da das vorw\u00e4rts driftende Album des schweizerischen Rockgauls <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/babygenius\" target=\"_blank\"><strong>Baby Genius<\/strong><\/a> (5) um <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_baby-genius.jpg\" alt=\"_baby-genius.jpg\" class=\"right\" \/>die Ecke. Schon beim ersten Song des Albums kann man sich nur schwer der hitverd\u00e4chtigen Magie seiner St\u00fccke entziehen. Nicht umsonst bezeichnen ihn manche schon als \u201ePete Doherty der Schweiz\u201c. Soweit w\u00fcrde ich dann allerdings doch nicht gehen. Zugegeben: Die Songs von Baby Genius sind atemlos und berauschend. Trotzdem geht ihnen die Libertineske Spontaneit\u00e4t fast v\u00f6llig ab. Stattdessen wird alles in ein glatt produziertes Soundkorsett gesteckt und ordentlich aufgepimpt. Am Ende liegt deshalb auch eher der Vergleich nahe, dass man hier eine durchaus passable Alternative zu den schw\u00e4chelnden Kaiser Chiefs vor sich hat, die schon aufgrund ihres unglaublich hohen Mitgr\u00f6hlfaktors runter l\u00e4uft, wie Regenrinnen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dieses Hochgef\u00fchl nicht allzu schnell wieder einstellt. Dann k\u00f6nnte aus Baby Genius n\u00e4mlich durchaus noch ein international erfolgreicher Indierock-Act werden. Stellt sich nur die Frage, ob er das eigentlich will? Und ob die Welt nicht schon zu \u00fcbers\u00e4ttigt ist mit musikalischen Entw\u00fcrfen dieser Gangart. Also abwarten\u2026 und solange mit <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/wearemint\" target=\"_blank\"><strong>Mint<\/strong><\/a> in <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_mint.jpg\" alt=\"_mint.jpg\" class=\"right\" \/>hypnotischen Zust\u00e4nden schwelgen. Schon der Opener \u201eBrand New Toy\u201c ihres Albums \u201eHinterland\u201c (6) wirkt wie ein nicht enden wollender Segelflug durch die Ein\u00f6de hiesiger Landschaften. Nur, dass einem dabei irgendwie nicht langweilig wird. Jedenfalls erinnert einen die Musik mit all ihrer melodieseligen Hingabe immer wieder an flackernde Glanzlichter, wie sie die W\u00fcrzburger Jungs von Miles und Electric Club in den 90ern reihenweise raus gehauen haben. Und wenn dann bei \u201eGiving Blood To Machines\u201c auch noch das Gaspedal durchgetreten wird, ist man endg\u00fcltig verliebt. Da k\u00f6nnen all die Rezensenten noch so oft anmerken, dass man diese Band ja schon aus Prinzip schei\u00dfe finden muss. Schlie\u00dflich haben sie ihre Musik erst neulich f\u00fcr einen gro\u00dfen Werbespot hergegeben. Ich find sie trotzdem gut. Mit Ausnahme der einen sp\u00e4rlich instrumentierten, elektro-flankierten Ballade in der Mitte. Und dem etwas nachlassendem Euphoriepegel gegen Ende. Wobei? Das alles hat irgendwie auch seine Berechtigung. Weil es die vielen, gelungenen Songs um sich herum nur noch viel heller scheinen l\u00e4sst. Und die kleinen Fehler nat\u00fcrlich auch Langlebigkeit garantieren. Also lehnt euch mal zur\u00fcck und zieht euch diese Scheibe rein. Es lohnt sich\u2026 Womit wir uns dann mal den schwei\u00dftreibenden Sph\u00e4ren zuwenden. Jedenfalls rockt das neue Album von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thebuguk\" target=\"_blank\"><strong>The Bug<\/strong><\/a> gleich <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_the-bug.jpg\" alt=\"_the-bug.jpg\" class=\"right\" \/>zu Beginn derma\u00dfen nach vorne, dass der Horizont nur noch einen Katzensprung entfernt ist. Befreit von allen Zw\u00e4ngen haut uns der K\u00fcnstler auf \u201eLondon Zoo\u201c (6) ein treibendes Ragga-Tune um die Ohren, dass ganze Viehherden wie wild im Kreis springen. Bei diesen Tracks kann man fast schon nach den Basswellen greifen, bevor sie einen unter sich begraben. Diese Musik will einen physisch angreifen. Vor den Kopf sto\u00dfen. Aufwecken. Bis pl\u00f6tzlich jede einzelne Vene in deinem K\u00f6rper pulsiert, dein Herz wie wild zu pochen anf\u00e4ngt und alles um dich herum in diesen Strudel an BombBassTracks saugt. Wenn ihr also zum letzten Mal bei Seeed das Bed\u00fcrfnis hattet, eure komplette Inneneinrichtung aus dem zehnten Stock ins Erdgeschoss zu bef\u00f6rdern, dann werdet ihr zu diesem Album eine Abrissbirne erklimmen und gleich das ganze Haus platt machen. So unmittelbar hat schon lange keine Platte mehr geklungen. Also checkts mal aus. This Moment Is The Bug. Und sonst nichts. Runterkommen kann man danach immer noch. Am besten mit <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/emirsian\" target=\"_blank\"><strong>Emirsian<\/strong><\/a>. Dem <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_emirsian.jpg\" alt=\"_emirsian.jpg\" class=\"right\" \/>h\u00e4tte man aufgrund seiner T\u00e4tigkeit bei den verehrten Harmful gar nicht zugetraut, dass er sich auf seinem Soloalbum in solch melodische Sph\u00e4ren verliert. Die verdrehte Rhythmik des Openers nimmt einen dabei sofort in Beschlag und ruft sch\u00f6ne Erinnerungen an die vertonten Wahnsinnigkeiten von Radiohead wach. Insgesamt ist \u201eYelq!\u201c (6) aber trotz seiner vereinzelt ruppigen Ausfl\u00fcge ins Kiesbett vor allem Pop. Und zwar einer von der Sorte, der sich erst nach dem zehnten Durchlauf als solcher entpuppt. Diese Platte ist mehr das Zusammenfinden zweier Menschen, die sich schon ewig kennen, als die Liebe auf den ersten Blick. Und genau deshalb wird die Zeit auch auf der Seite dieser Musik stehen. Weil sich am Ende alles zusammenf\u00fcgt, wie Legosteine. Und dabei so zauberhafte Balladen, wie \u201eCatalogue Of Dears\u201c und \u201eRadio On\u201c herauskommen, die sich zu schade sind, ihre Knospen f\u00fcr jeden fl\u00fcchtigen Blick zu offenbaren. Die   <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/coldwarkids\" target=\"_blank\"><strong>Cold War Kids<\/strong><\/a> sind<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_cold-war-kids.jpg\" alt=\"_cold-war-kids.jpg\" class=\"right\" \/> da schon ein wenig zutraulicher. Entsprechend ihres Plattentitels \u201eLoyalty To Loyalty\u201c (5) bleiben sie ihrem Sound auch auf dem Zweitwerk treu. Da wird vorwiegend midtempo gerockt, zwischenzeitlich auch mal ordentlich gejammt und am Schluss stinkt alles, als k\u00e4me gerade eine ge\u00f6ffnete Whiskey-Flasche durchs Fenster geflogen. Manchmal verheddern sich die Jungs dabei allerdings auch ein bisschen. Dann driften ihre Songs derma\u00dfen ins Abseits, dass man sich nicht mehr ganz sicher ist, ob das jetzt noch Emotion oder schon Ambition ist. Zumindest entgehen sie damit aber der Gefahr, wie zuletzt Kings Of Leon, in allzu gem\u00e4chliche Radioregionen vorzudringen. \u201eLoyalty To Loyalty\u201c ist ein Werk, dem man anmerkt, dass es live gespielt werden muss. Diese Musik will raus aus dem Plattenspieler und rein in die verrauchte Spelunke an der n\u00e4chsten Stra\u00dfenecke. Dort n\u00e4mlich wird sie alles und jeden einlullen\u2026 wie die Silhouette des im Raum stehenden Zigarettenqualms. Wer es gerne etwas brachialer mag, der sollte sich derweil mal die  <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/starfuckinghipsters\" target=\"_blank\"><strong>Star Fucking Hipsters<\/strong><\/a> reinziehen. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_star-fucking-hipsters.jpg\" alt=\"_star-fucking-hipsters.jpg\" class=\"right\" \/>Die f\u00fchren einen erstmal geh\u00f6rig aufs Glatteis und basteln als Opener ein Grime-afines Elektro-Geballer zusammen. Anschlie\u00dfend darf dann allerdings ordentlich rotzgerockt werden. Mot\u00f6rhead h\u00e4tten den Titeltrack nicht besser hinbekommen. Und \u00fcberhaupt. Die Energie wirkt hier nicht aufgesetzt. Man riecht regelrecht die Schwei\u00dfr\u00e4nder, die die Jungs bei den Liveshows auf ihren Shirts hinterlassen. Damit aber noch nicht genug. Gleich darauf gibt\u2019s eine Runde temporeichen Melody Core der besseren Sorte. Und wenn dann in \u201eTwo Cups Of Tea\u201c und \u201eEmpty Lives\u201c auch noch Midtempo gerockt wird, stellt man sich unweigerlich die Frage, ob sich hier nicht jemand einen Spa\u00df daraus macht, einfach mal alle Genres durchzudeklinieren und dabei einen Hit nach dem anderen zu fabrizieren. Soll hei\u00dfen: Star Fucking Hipsters lassen auf \u201eUntil We\u00b4re Dead\u201c (6) einfach mal ordentlich die Sau raus. Und haben sichtlich Spa\u00df dabei. Anschlie\u00dfend werden dann auch noch Ska (\u201eSnitch To The Suture\u201c), Rock (\u201eOnly Sleep\u201c) und Metal (\u201eThe Path Is Paved\u201c) mit rein gezogen und ein h\u00fcbschen Pop Punkerchen mit Blink 182 Ged\u00e4chtnisriff abgefeuert. Alles in allem ein begeisterndes Album. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ von Alexander Nickel-Hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31 Knots (klickt auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite) lassen einem nicht viel Luft zum Atmen. Direkt nach dem Bet\u00e4tigen der Play-Taste und einem Inferno aus Handclaps und Gesang w\u00fctet ein Sturm. 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