{"id":1577,"date":"2008-09-20T09:35:23","date_gmt":"2008-09-20T08:35:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1577"},"modified":"2008-09-24T13:30:00","modified_gmt":"2008-09-24T12:30:00","slug":"zuckerbeat-volume-28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1577","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 28"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_underoath.jpg\" alt=\"_underoath.jpg\" class=\"right\" \/>Wenn selbst Slipknot dazu neigen, Balladen rauszuhauen, dann muss man sich eben anderorts Ersatz suchen. Harte Kl\u00e4nge haben ja schlie\u00dflich Konjunktur. Aber gehobener musikalischer Anspruch \u2013 der ist leider oft Mangelware. Da muss man schon ordentlich graben, um einen echten Schatz auszuheben. Dementsprechend k\u00f6nnte man <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/underoath\" target=\"_blank\"><strong>Underoath<\/strong><\/a> <em>(<\/em><em>klickt<\/em><em> auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite) <\/em> eigentlich zu ihrem neuen Werk begl\u00fcckw\u00fcnschen. Das umschifft \u00fcber weite Strecken die vorherrschenden Metalcore-Klischees und baut ordentlich Druck auf. L\u00e4sst aber dennoch gen\u00fcgend Raum f\u00fcr Melodie und Spannungsb\u00f6gen. Kurz gesagt: Die Zeit f\u00fcr die Jungs scheint gekommen, sich endlich an der Spitze der harten Community festzusetzen. Und ich w\u00fcrde \u201eLost In The Sound Of Separation\u201c (6) jetzt auch wahnsinnig gerne abfeiern, w\u00fcrde da nicht immer dieser christliche Unterton in den Songs mitschwingen. Die gl\u00e4ubige Haltung der Band zieht sich n\u00e4mlich inhaltlich durch die komplette Scheibe. Und was soll ich sagen? Die ganze Predigt wirkt am Ende ziemlich penetrant und abschreckend. Soll hei\u00dfen: etwas mehr Understatement d\u00fcrfte das n\u00e4chste Mal sicher nicht schaden. Ansonsten bitte weiter so. Musikalisch ist dieses Brett n\u00e4mlich kaum zu \u00fcberbieten.  <!--more--><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_dandy-warhols.jpg\" alt=\"_dandy-warhols.jpg\" class=\"right\" \/>Womit wir dann auch gleich zum n\u00e4chsten H\u00f6hepunkt hin\u00fcber schlendern. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thedandywarhols\" target=\"_blank\"><strong>The Dandy Warhols<\/strong><\/a> sind zur\u00fcck. Und wie sie zur\u00fcck sind. \u201eEarth To The Dandy Warhols\u201c (7) wirkt nach dem ausuferndem Vorg\u00e4nger wie ein Befreiungsschlag f\u00fcr die hervorragende Liveband. Hier wird h\u00f6chstens noch am Rande angedeutet, dass sie vor einiger Zeit mal einen Monsterhit, wie \u201eBohemian Like You\u201c rausgehauen haben. Stattdessen verlieren sie sich in verzerrten Welten, improvisierten Kl\u00e4ngen und sagenhaften Arschtretern, wie \u201eMission Control\u201c. Man darf diese Platte durchaus als Absage an diejenigen verstehen, die in ihnen nur den n\u00e4chsten hei\u00dfen Gaul gesehen haben, den die Industrie fr\u00f6hlich ausschlachten konnte. Alle trendbewussten Hipsters sollten sich schon mal reichlich Watte ins Ohr stopfen. Denn was hier anrollt ist der ungez\u00fcgelte Drang einer Band sich endlich von jeglichen Konventionen und Zuschreibungen zu l\u00f6sen. Rockalben wie diese, die ohne jedes Kalk\u00fcl an allen g\u00e4ngigen Trends vorbei segeln, ohne ihrer Umgebung auch nur einen Hauch von Aufmerksamkeit zu schenken, muss man einfach f\u00fcr ihre Kompromisslosigkeit abfeiern, <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_mogwai.jpg\" alt=\"_mogwai.jpg\" class=\"right\" \/>bis der Putz von den W\u00e4nden bl\u00e4ttert. \u201eEarth To Dandy Warhols\u201c! Keine Frage. Was uns dann geradewegs zu  <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/mogwai\" target=\"_blank\"><strong>Mogwai<\/strong><\/a> bringt. Die l\u00e4uten ihr neuestes Werk \u201eThe Hawk Is Howling\u201c (7) mit einem epischen Klavier-Intro und dem Songtitel \u201eI\u00b4m Jim Morrison, I\u00b4m Dead\u201c ein. Die Platteninfo wei\u00dft zudem fr\u00f6hlich darauf hin, dass es eigentlich Schwachsinn ist, dem geschriebenen Wort auch nur das geringste Ma\u00df an Aufmerksamkeit zu schenken. Es w\u00e4re ja eh kein Wort auf dem Werk zu h\u00f6ren. Stattdessen soll die Musik lieber Bilder im Kopf erzeugen. Dazu braucht man keine Stimme. Die w\u00fcrde eh nur von der Sch\u00f6nheit dieser instrumentalen Wucht ablenken. Am Ende f\u00fchlt man sich wie berauscht. Diese Scheibe ist ein melodieverliebtes Wesen, das einen in einer einsamen Nacht beim Schlendern durch einsame Seitenstra\u00dfen mit schimmernden Stra\u00dfenlaternen begleitet. Schei\u00dfe nur, dass ich mir jetzt einen fucking Disc-Man kaufen muss, weil die Cd vollkommen watermarked ist und ich sie deshalb nic<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_filter.jpg\" alt=\"_filter.jpg\" class=\"right\" \/>ht mal auf meinen iPod ziehen darf. Aber was solls. Wert ist sie das allemal. Was ich vom neuen Album von  <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/filter1\" target=\"_blank\"><strong>Filter<\/strong><\/a> wirklich auch gerne behaupten w\u00fcrde. Schlie\u00dflich begleiten mich Richard Patricks Kl\u00e4nge schon seit einer gef\u00fchlten Ewigkeit. Und so verfalle ich auch erst mal in nostalgische Stimmung, als der Opener \u201eSoldiers Of Misfortune\u201c aus den Boxen dr\u00f6hnt. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Die breite Produktion, diese verdammt grandiose Stimmgewalt des Protagonisten, die traumhaften Refrains, diese industrielle Stimmung. Alles stimmt auf \u201eAnthems For The Damned\u201c (5). Nur leider scheint dem Segel, dass diese Scheibe antreibt auf halber Strecke die Luft auszugehen. Anders ist es nicht zu erkl\u00e4ren, dass man in H\u00e4lfte zwei immer wieder zur Skip-Taste greifen muss, weil die Songs allzu oft ins Nichts laufen. Dazu ist das Ganze inhaltlich noch derma\u00dfen konservativ gef\u00e4rbt, dass ich am Ende fast schon emp\u00f6rt die Segel streiche. Ich und Filter werden wohl keine Freunde mehr. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_parenthetical-girls.jpg\" alt=\"_parenthetical-girls.jpg\" class=\"right\" \/>Die Zeit heilt eben doch alle Wunder. Kommen wir deshalb zu weitaus erfreulicheren Neuigkeiten. Die <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/parentheticalgirlsband\" target=\"_blank\"><strong>Parenthetical Girls<\/strong><\/a> haben n\u00e4mlich mit \u201eEntanglements\u201c (7) ein verzwicktes Pop-Werk am Start, das sich problemlos mit dem kompletten Output der Dresden Dolls messen kann. Klingt fast ein bisschen, als wollte die Band sich um ein pers\u00f6nliches Orchester bewerben. So verquer und spannend klang jedenfalls seit langem keine orchestral anmutende Ver\u00f6ffentlichung mehr. Das Album spaziert auf dem schmalen Grad zwischen Musical-Momenten und beschwingter Romantic, Movie Atmosph\u00e4re vergangener Tage. Das Piano stolziert voran, wie der Rattenf\u00e4nger von Hameln. Die Band folgt ihm auf Schritt und Tritt. 32 Minuten lang. Dann ist der Spuck pl\u00f6tzlich vorbei. Und man f\u00fchlt sich so derma\u00dfen durchgesch\u00fcttelt wie nach einer Fahrt mit der Achterbahn. Doch zum Nachdenken bleibt keine Zeit, die n\u00e4chste <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_draytones.jpg\" alt=\"_draytones.jpg\" class=\"right\" \/>Runde ist schon eingel\u00e4utet. Schlie\u00dflich ist die Start-Taste nur einen Knopfdruck entfernt. So als wollten diese Sounds einem einreden, dass der Rausch nie zu Ende geht. Geht er dann auch nicht, bewegt sich aber wieder in geregeltere Bahnen. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thedraytones\" target=\"_blank\"><strong>The Draytones<\/strong><\/a> haben n\u00e4mlich ihr Deb\u00fctalbum \u201eUp In My Head\u201c (6) an den Start gebracht. Und sorgen damit f\u00fcr ein angenehmes Schmunzeln bei all den Indie-Headz, die immer noch nicht genug vom Sound der Kooks und Courteeners haben. Dabei gl\u00e4nzt die Platte durch ihren lockeren Vibe und die manchmal rotzig dargebotenen Gesangslinien. Kurz gesagt: Eigentlich will man diese Mucke ja schon aus Prinzip schei\u00dfe finden, weil es schon so viel \u00c4hnliches gibt. Und trotzdem packt sie einen in diesem Fall wieder aufs Neue. Weil sie immer dann, wenn man meint, sie w\u00fcrde sich im konventionellen Einheitsbrei  niederlassen, wieder aufspringt, einem auf dem Kopf herumtanzt und die Haarfrisur durcheinander wirbelt. Kurz gesagt: \u201eUp In My Head\u201c braucht man nicht zwangsl\u00e4ufig, es sorgt aber trotzdem f\u00fcr eine geh\u00f6rige Portion Spa\u00df zwischendurch.  Im direkten Vergleich dazu muss man allerdings <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thefaint\" target=\"_blank\"><strong>The Faint<\/strong><\/a> leider <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_faint.jpg\" alt=\"_faint.jpg\" class=\"right\" \/>unterstellen, dass sie sich auf ihrem neuen Album \u201eFasciinatiion\u201c (5) leider zwischenzeitlich auf ihren Lorbeeren ausruhen. Die ersten beiden Tracks \u201eGet Seduced\u201c und \u201eThe Geeks Were Right\u201c \u00fcberscheinen zwar beinahe den kompletten Backkatalog mit links, aber dann geht\u2019s bergab. \u201eMachine In The Ghost\u201c nervt mit einer sagenhaft schlimmen Endlos-Synthie-Schleife samt Kindergartenrefrain. Fortw\u00e4hrend vermisst man zudem die mitrei\u00dfenden Hooklines vergangener Tage, die ihre Songs \u00fcber die restliche Synthie-Welt emporgehoben haben. Stattdessen wird halbgares effektvoll aufgeblasen oder einfach nur ungest\u00fcm herum experimentiert. Und am Ende ist man sich irgendwie sicher, dass das alles noch viel bunter h\u00e4tte scheinen k\u00f6nnen. Vor allem, wenn dann wieder \u201eGet Seduced\u201c und \u201eThe Geeks Were Right\u201c erklingen. Und aus einer herbstlichen Ein\u00f6de eine Tanzfl\u00e4che zimmern. Das n\u00e4chste Mal wird alles besser. Was man von <strong>Falco<\/strong> nat\u00fcrlich <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_falco.jpg\" alt=\"_falco.jpg\" class=\"right\" \/>nicht mehr behaupten kann. Ver\u00f6ffentlicht wird trotzdem flei\u00dfig weiter. Tote lassen sich eben perfekt vermarkten. Also hat man nun seinen gefeierten Liveauftritt vor 100.000 neu aufgelegt. \u201eDonauinsel Live\u201c (6) zeigt dabei einen begnadeten K\u00fcnstler in Bestform. Passend zum 25. Geburtstag des Wiener Donauinselfestivals und 15j\u00e4hrigem Jubil\u00e4um des Auftritts bietet einem die Cd und vor allem die DVD einen gelungenen Einblick in die Welt des K\u00fcnstlers. Die Atmosph\u00e4re \u00fcbertr\u00e4gt sich auf der Stelle auf den Zuh\u00f6rer\/Zuschauer. Die Qualit\u00e4t der Aufnahme ist bestechend. Und wenn man nicht immer grunds\u00e4tzlich \u00fcber den Sinn\/Unsinn einer Live-Ver\u00f6ffentlichung diskutieren k\u00f6nnte, kann man die Herausgeber in diesem Fall nur zu ihrem Gesamtpaket begl\u00fcckw\u00fcnschen. Womit wir uns dann<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_blak-twang.jpg\" alt=\"_blak-twang.jpg\" class=\"right\" \/> am Ende noch mal kurz in England umschauen. Besser gesagt bei dem oftmals untersch\u00e4tztem Genre UK HipHop. Da treibt schon seit den 90ern  <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/blaktwang\" target=\"_blank\"><strong>Blak Twang<\/strong><\/a> fr\u00f6hlich sein Unwesen ohne hierzulande gro\u00dfen Aufsehen zu erregen. Auf seinem neuesten Streich namens \u201eSpeaking From Experience\u201c (6) werden dann auch erst mal keine Gefangenen gemacht. Stattdessen scheppern die Beats bedrohlich nach vorn und geben dem K\u00fcnstler in den 24 Tracks ausgiebig Gelegenheit sich gekonnt in Szene zu setzen. F\u00fcr die Charts d\u00fcrfte es dabei wohl eine Spur zu industrial-m\u00e4\u00dfig abgehen. Seine Fans aber werden ihm mal wieder tiefsten Respekt aussprechen. Hat er ja auch verdient, f\u00fcr dieses Monster von Rapalbum. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ von Alexander Nickel-Hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn selbst Slipknot dazu neigen, Balladen rauszuhauen, dann muss man sich eben anderorts Ersatz suchen. Harte Kl\u00e4nge haben ja schlie\u00dflich Konjunktur. Aber gehobener musikalischer Anspruch \u2013 der ist leider oft Mangelware. Da muss man schon ordentlich graben, um einen echten Schatz auszuheben. Dementsprechend k\u00f6nnte man Underoath (klickt auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1577","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-filmkunst"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1577"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1577\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}