{"id":1587,"date":"2008-09-20T09:45:35","date_gmt":"2008-09-20T08:45:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1587"},"modified":"2008-09-24T13:30:51","modified_gmt":"2008-09-24T12:30:51","slug":"zuckerbeat-volume-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1587","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 29"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_finn.jpg\" alt=\"_finn.jpg\" class=\"right\" \/>Erster Gedanke: Doors! Zweiter Gedanke: Sigur Ros! Dritter Gedanke: Wundersch\u00f6n! So ungef\u00e4hr l\u00e4uft das ab, wenn <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/finndot\" target=\"_blank\"><strong>Finn.<\/strong><\/a> <em>(<\/em><em>klickt<\/em><em> auf den Interpreten und ihr gelangt zum Reinh\u00f6ren sofort auf dessen Myspace Seite)<\/em> ein neues Album ver\u00f6ffentlichen. \u201eThe Best Low-Priced Heartbreakers You Can Own.\u201c (7) l\u00e4sst einem nicht mal die M\u00f6glichkeit, sich hinter irgendeiner Ecke zu verstecken und in die rationalen Welten des seri\u00f6sen Musikjournalismus zur\u00fcckzukehren. Nein, es lullt einen ein. Und wer die BanVer\u00f6ffentlichung vollkommen dem k\u00fcnstlerischen \u00dcberbau unterordnet. Soll hei\u00dfen. Die Songs bewegen sich zeitweise abseits jeglid schon mal live erleben durfte, wird es mir nachsehen, dass ich hier ins Schw\u00e4rmen gerate. Solch epische Traumlandschaften begegnen einem schlie\u00dflich nicht alle Tage. Und dass sie mich auch diesmal wieder kriegen, liegt daran, dass sich diesecher Strukturen. Und wandeln, als klassisches Drama in f\u00fcnf Akten inszeniert, unbeirrt von einem H\u00f6hepunkt zum anderen. Live erleben k\u00f6nnt ihr das Ganze demn\u00e4chst auch im Jugendkulturhaus Cairo in W\u00fcrzburg. Da stehen Finn. n\u00e4mlich am 27. November im Rampenlicht.<!--more--><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_unbunny.jpg\" alt=\"_unbunny.jpg\" class=\"right\" \/> Also schon mal vormerken und dann eine Stufe weiter nach oben klettern und mit dem neuen Album von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/unbunny\" target=\"_blank\"><strong>Unbunny<\/strong><\/a> endg\u00fcltig in melancholischer Anmut erstarren. \u201eSnow Tires\u201c (7) pudert dir jetzt schon die ersten Schneeflocken ins Gesichter und verliert sich in akustischen Kl\u00e4ngen Marke Electric Club (erinnert sich eigentlich noch jemand an die wunderbare W\u00fcrzburger Band?). Sp\u00e4testens bei dem gehaucht, schr\u00e4g gesungenem, verdammt noch mal beinahe gejaulten Song \u201eI Leave Stones Unturned\u201c kramt man in alten Kartons auf dem Speicher, um sich zu diesem nostalgischen Flair in Jugenderinnerungen zu vertiefen. Und dann st\u00fcrmt man pl\u00f6tzlich zum Pfeifkonzert des Herbstwindes \u00fcber ein endloses Maisfeld, l\u00e4sst sich einfach fallen und schickt den verstaubten Drachen vom Speicher in Richtung Wolkenformationen. Dort malt er Herzen ans Firmament und rei\u00dft dich schlie\u00dflich mit nach oben. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_zebrahead.jpg\" alt=\"_zebrahead.jpg\" class=\"right\" \/>Auf einmal kommt dir die ganze Welt so klein vor, so fern, so unbedeutend, weil diese Scheibe alles um dich herum ausl\u00f6scht und dich eintauchen l\u00e4sst in ein Meer aus Tr\u00e4nen. Das f\u00fchlt sich alles so \u201eecht\u201c an. Stellt sich nur die Frage? \u201eSag mal weinst du, oder ist das der Regen?\u201c Womit wir dann mal wieder runterkommen. Diese Ganze Melancholie heute. Das endet sonst noch in schlimmsten Selbstmitleidsszenarien. Also lassen wir mal die PopPunker von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/zebrahead\" target=\"_blank\"><strong>Zebrahead<\/strong><\/a> aus der Versenkung kriechen, um uns wieder aufzum\u00f6beln. Stellt sich nur die Frage. ob die Plattenfirma die Cd nicht versehentlich mit der letzten Scheibe von Sum 41 verwechselt hat. Der Sound, der einem auf \u201ePhoenix\u201c (4) entgegenprallt, klingt n\u00e4mlich so derma\u00dfen nach den Crossover-Ausw\u00fcchsen vergangener Tage, dass man am liebsten sein altes Skateboard an die Wii anschlie\u00dfen m\u00f6chte. Fehlt nur leider <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_alesana.jpg\" alt=\"_alesana.jpg\" class=\"right\" \/>der passende Stecker. Womit wir dann auch schon beim eigentlichen Problem angekommen w\u00e4ren. Ist das alles noch zeitgem\u00e4\u00df? Wer braucht denn heute noch Crossover-Sounds Marke Clawfinger und Melodieb\u00f6gen a la Blink 182? Und nimmt man dann nicht lieber die Originale, statt sich das 2008er Update zu holen? Ich wei\u00df ja nicht\u2026 Und schlie\u00dflich gibt\u2019s ja auch noch Bands, wie <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/alesana\" target=\"_blank\"><strong>Alesana<\/strong><\/a>, die das Ganze auf \u201eWhere Myth Fades To Legend\u201c (5) eine Spur zeitgem\u00e4\u00dfer angehen. Trotzdem will der Funke auch bei dieser Melange aus Screamo, Hardcore und Punkrockans\u00e4tzen nicht so recht \u00fcberspringen. Einfach deshalb, weil sich hier mal wieder das typische Problem auftut, dass Ver\u00f6ffentlichungen dieser Gangart so mit sich bringen. Es gibt einfach zu viele \u00e4hnliche Bands. Und da f\u00fchlt man sich als olle Kartoffel wie ich so langsam ein bisschen, als w\u00fcrde man gerade zum f\u00fcnfzigsten Mal ausgepuddelt und anschlie\u00dfend wieder in den Dreck geworfen. Fans des Genres sollten dennoch einen Durchgang riskieren. Denn qualitativ habe ich durchaus schon Schlechteres geh\u00f6rt. Nur emotional ber\u00fchrt mich diese \u201eLegende\u201c hier leider <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_the-little-ones.jpg\" alt=\"_the-little-ones.jpg\" class=\"right\" \/>nicht. Bei <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/wearethelittleones\" target=\"_blank\"><strong>The Little Ones<\/strong><\/a> wiederum bin ich dann bereit, mich auf die n\u00e4chste Yacht einladen zu lassen und ein bisschen unter dem strahlenden Himmelpforten zu tanzen. \u201eMorning Tide\u201c (6) klingt in etwa so, als h\u00e4tten die Shins den f\u00fcnften Gang in ihrer Karre entdeckt. Hier wird man regelrecht durchgesch\u00fcttelt von poppigen Midtempo-Wohlf\u00fchlhymnen der flockigen Sorte. Fast jeder Song ist ein Kookscher-Hit und dementsprechend dreht auch schon halb UK zu diesen Sounds durch. Da wandeln sogar die Enten, sonst ja allseits bekannt als \u201eBomber der L\u00fcfte\u201c, grazil \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che und stellen mit den anderen Luftbewohnern eine berauschende Choreographie auf die Beine. Soll hei\u00dfen: wer heute noch keinen Grund zum L\u00e4cheln gefunden hat: Hier hat er ihm. Man sollte nur dran denken, die gute Stimmung immer sch\u00f6n dosiert zu genie\u00dfen. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_it-bites.jpg\" alt=\"_it-bites.jpg\" class=\"right\" \/>Sonst endet man am Ende noch wie Heath Ledger im durchweg gelungenen Batman Teil zwei. Bei zu hoher Dosis verkommt das Grinsen dann schnell zur Fratze. Wovon auch <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/itbites\" target=\"_blank\"><strong>It Bites<\/strong><\/a> ein Lied singen k\u00f6nnen. Die klingen auf den ersten Blick nach der n\u00e4chst besten Emo-Combo, die sich aufmacht, in den Fluten der Ver\u00f6ffentlichungen abzusaufen. H\u00f6rt man allerdings genauer hin, entpuppt sich der hymnische Pop-Rock dieser gar nicht mehr so jungen Band durchaus als Hitschleuder. Bob Dalton und John Beck, die schon in den 80ern einige Achtungserfolge mit dieser Combo hinlegten, pr\u00e4sentieren sich nach 13 Jahren Abstinenz in ausgesprochen guter Verfassung. Zugegeben. \u201eThe Tall Ships\u201c (6) erfindet das Rad der Rockmusik nicht neu. Gl\u00e4nzt aber durch gelungene Smash-Hits, wie \u201eOh My God\u201c oder episch anmutende Sounds Marke \u201eThis Is England\u201c (sprengt doch glatt die 13 Minuten <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_wye-oak.jpg\" alt=\"_wye-oak.jpg\" class=\"right\" \/>Grenze und wird trotzdem nicht langweilig), die auch von My Chemical Romance stammen k\u00f6nnten. Am Ende f\u00fchlt man sich dann gl\u00e4nzend unterhalten, auch deshalb weil man hier anfangs mit einem verstaubten Retro-Werk gerechnet h\u00e4tte. Womit wir uns dann noch mal den abseitigen Sounds von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/wyeoak\" target=\"_blank\"><strong>Wye Oak<\/strong><\/a> hingeben. Deren Songs sind verortet zwischen den Polen Shoegaze und Folk. Und auch, wenn man diesem Sound eigentlich inzwischen ziemlich \u00fcberdr\u00fcssig ist, weil der Trend so was von durch genudelt ist, zaubern einem diese St\u00fccke immer wieder ein L\u00e4cheln aufs Gesicht. Das liegt unter anderem daran, dass die Scheibe hin und wieder in poppige Gefilde der 60er Jahre abdriftet. Und so f\u00fchrt dich \u201eIf Children\u201c (6) mit seiner Stilvielfalt immer wieder an der Nase herum. Insgesamt also eine durchaus spannendes Album, das uns das Label \u201eAffairs Of The Heart\u201c hier um die Ohren haut. In beinahe schon<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_kind-of-girl.jpg\" alt=\"_kind-of-girl.jpg\" class=\"right\" \/> radiopoppigen Sph\u00e4ren der besseren Sorte schwelgen derweil l<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/kindofgirldk\" target=\"_blank\"><strong>Kind Of Girl<\/strong><\/a> aus D\u00e4nemark. \u201eLonely In A Modern Way\u201c (5) erinnert von der ersten Sekunde an die charmante Anschmiegsamkeit von Abbas Gnaden. Die Songs sind glasklar produziert. Nur verliert die Platte leider mit zunehmender L\u00e4nge etwas an Drive und rutscht am Ende immer wieder beim Versuch aus, den schmalen Steg zwischen Kitsch und Romantik zu \u00fcberqueren. Stellt sich eigentlich nur die Frage, wo die Reise denn nun hingeht? Etwas mehr Ambition und Eigenst\u00e4ndigkeit\u2026 und diese Band erf\u00fcllt vielleicht genau das Versprechen, dass Dover mit ihren Pop-Versuchen zuletzt nicht einl\u00f6sen konnten. Zum Schluss wenden wir uns noch mal den melancholischen Welten von <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/theuglysuit\" target=\"_blank\"><strong>The Uglysuit<\/strong><\/a> (7) zu. Die breit angelegten Rockmusikkl\u00e4nge ziehen ein Gesicht zwischen<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/_the-uglysuit.jpg\" alt=\"_the-uglysuit.jpg\" class=\"right\" \/> melancholischer Trauermiene und sehnsuchtsvollem Verlangen. Diese Musik wirkt wie die perfekte Aussicht auf eine bl\u00fchende Wiese, auf der sich quietschfidele Schmetterlinge um den perfekten Fl\u00fcgelschlag bem\u00fchen. Langsam aber sicher begibt man sich in die w\u00e4rmenden H\u00e4nde solch wunderbarer Pop-Tracks, wie \u201eChicago\u201c oder t\u00e4nzelt mit nackten F\u00fc\u00dfen zu dem locker flockigen \u201e\u2026And We Became Sunshine\u201c durch die Grashalmgemeinde. Am Ende l\u00e4sst man sich dann einfach fallen und bl\u00e4st Seifenblasen in die Luft. Nur um hinterher in der hypnotischen Wucht dieser Musik zu versinken. Und damit lassen wirs dann auch f\u00fcr heute bewenden. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p>\/\/ von Alexander Nickel-Hopfengart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erster Gedanke: Doors! Zweiter Gedanke: Sigur Ros! Dritter Gedanke: Wundersch\u00f6n! So ungef\u00e4hr l\u00e4uft das ab, wenn Finn. 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