{"id":1704,"date":"2008-10-20T15:38:58","date_gmt":"2008-10-20T14:38:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1704"},"modified":"2008-11-10T13:53:13","modified_gmt":"2008-11-10T12:53:13","slug":"zuckerbeat-volume-33","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1704","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 33"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/tocotronic.jpg\" alt=\"tocotronicx\" class=\"right\" \/>Die Vorfreude ist riesig, als klar ist, dass Tocotronic den zweiten Teil der Reihe \u201ePop Portrait\u201c kompilieren. Jan Delay hat ja schon auf dem Erstling ein bemerkenswertes Gesp\u00fcr f\u00fcr gro\u00dfe Popmomente bewiesen &#8211; nicht nur indem er den grandiosen Selig zu sp\u00e4ter, aber verdienter Ehre verhalf. Nein, er hat es tats\u00e4chlich geschafft, dass man sich als H\u00f6rer wieder in die Zeit zur\u00fcckversetzt sieht, in der man mit dem musikbegeisterten Kumpel noch flei\u00dfig Mixtapes austauschte. Nun also liegt es an <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/tocotronic\" target=\"_blank\"><strong>Tocotronic<\/strong><\/a> mit neuen Sch\u00e4tzen aus der Musiktruhe um sich zu werfen. <!--more-->Und wie zu erwarten, gibt es auch auf Nummer zwei kaum was zu bem\u00e4ngeln. Stilsicher bewegen sich die Jungs aus Hamburg vorwiegend in indie\u2026(zuweilen \u2026lektuellen) Bahnen, ohne dass man sich auch nur einmal gen\u00f6tigt f\u00fchlt, die Skip-Taste zu dr\u00fccken. Max M\u00fcller wird da ehrenvoll versichert, dass seine Band Mutter immer noch ein wichtiger Einfluss f\u00fcr die inzwischen ebenfalls in die Jahre gekommene Jugend ist. Mit Stephen Malkmus (Pavement) wird ein bet\u00f6render Moment exquisiter Gitarrenarbeit rekapituliert. Und zu guter letzt auch noch der grandiose House-Hit \u201eMuzik\u201c von den Hamburgern selbst ins tocotronische Korsett \u00fcberf\u00fchrt. Weiterhin am Start: Die wie immer verst\u00f6rend sch\u00f6nen Sonic Youth, Elektrok\u00f6nig Justus K\u00f6hnke. Die Trauerkl\u00f6se von Wilco und nat\u00fcrlich The Fall, die ewig hippe Combo des ewig n\u00f6rgelnden Mark E. Smith. Da kann man glatt nostalgisch werden. Und sich jetzt sc<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/senses-fail.jpg\" alt=\"senses-fail.jpg\" class=\"right\" \/>hon auf Teil 3 freuen. Vorher pfeifen wir uns allerdings noch die neue Scheibe von<strong> <a href=\"www.myspace.com\/sensesfail - 210k \" target=\"_blank\">Senses Fail<\/a><\/strong> rein. Die m\u00fcssen ja oft als abschreckendes Beispiel daf\u00fcr herhalten, was aus dem sch\u00f6nen Begriff \u201eEmo\u201c geworden ist. Auf Tournee mit der alten Garde soll es sogar zu abf\u00e4lligen Kommentaren ihnen gegen\u00fcber gekommen sein. Kurz gesagt: Die Vorzeichen f\u00fcr die Band k\u00f6nnten nicht schlechter sein. Dabei war Album numero uno, genannt \u201eLet It Enfold You\u201c, ja durchaus geschmacksicherer Screamo-Pop, dem man den ein oder anderen Hit attestieren konnte. Nun allerdings ist Schluss mit lustig. Die Band verheddert sich auf \u201eLife Is Not A Waiting Room\u201c in halbgaren Ideen und fabriziert dabei nicht nur alternativ rockende Simple Plan-Standards der Marke \u201eHair Of The Dog\u201c, sondern ebenso halbherzige Hardcore-Attacken. Sp\u00e4testens nach Track Nummer f\u00fcnf schaltet der H\u00f6rer dabei endg\u00fcltig auf Durchlauf. Und sucht schnell das Weite in Richtung<strong> <a href=\"www.myspace.com\/thosedancingdays - 173k\" target=\"_blank\">Those Dancing Days<\/a><\/strong>. Deren Album \u201eIn Our Space Hero Suits\u201c galoppiert gleich im Opener so charmant powerpoppig nach vorne, dass man sich <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/those-dancing-days.jpg\" alt=\"those dancing days\" class=\"right\" \/>gut am Halfter festkrallen sollte. Wie ein hyperaktives Schaukelpferd wippen die M\u00e4dels aus Schweden im Takt und schlagen dabei auch gerne mal den einen oder anderen Salto. Dass sie dabei nicht vom Ross purzeln, liegt am Ende vor allem an der hohen Melodiedichte der ersten H\u00e4lfte. Da reiht sich Hit an Hit, was schlie\u00dflich im Cardigans-liken \u201eActionman\u201c seinen H\u00f6hepunkt findet. Die fu\u00dfwippende H\u00fcftschwunggesellschaft in jeder Indiedisco d\u00fcrfte ihnen also schon mal sicher sein. Und die etwas verschrobenere zweite H\u00e4lfte kann man sich trotz einzelner Aussetzer auch ohne weiteres sch\u00f6n grinsen. Schlie\u00dflich ist man immer noch wie berauscht von diesen Melodien, die wie ein winziger Sonnenstrahl eine Schneise ins k\u00fchle Herbstwetter rei\u00dfen. Womit wir uns der spannenden Frage zuwenden, ob einem wie Everlast auch 2008 noch eine gewisse Bedeutung zuzumessen ist. Daf\u00fcr spricht ja schon mal, dass Snoop Dogg ihn erst k\u00fcrzlich zum Duett gebeten hat. Aber reicht die Restenergie auch noch f\u00fcr ein ganzes Album. \u201eLove, War And The Ghost Of Whitey Ford\u201c gibt darauf keine eindeutige Antwort. Die Platte rummst relativ d\u00fcster vor sich hin und verliert sich \u00fcber weite Strecken in Old-School-Sounds der Marke Cypress Hill &amp; Konsorten. Das findet der nostalgisch veranlagte H\u00f6rer nat\u00fcrlich \u00e4u\u00dferst charmant. Aber sp\u00e4testens, wenn <a href=\"profile.myspace.com\/index.cfm?fuseaction=user.viewProfile&amp;friendID=61208440 - 169k -\" target=\"_blank\"><strong>Everlast<\/strong><\/a> Johnny Cash mit einem Cover von \u201eFolsom Prison Blues\u201c seinen Respekt ausspricht, stellt sich unweigerlich die Frage, ob da nicht etwas mehr gehen m\u00fcsste. Lediglich Sounds aus der Konserve aufkochen? Reicht das, um relevant zu bleiben? Am Ende muss man schon zugeben, dass diese zur\u00fcckgewandte Sichtweise durchaus einen gewissen Reiz hat. Dann allerdings muss man auch einwerfen, dass viele der Songs wohl auch auf einer \u201eBest Of The 90s\u201c-Compilation nicht sonderlich auffallen w\u00fcrden. Also ist man hin und her gerissen von der Musik, die wirkt, als w\u00e4re die Zeit einfach um die Jahrtausendwende <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/everlast.jpg\" alt=\"everlast.jpg\" class=\"right\" \/>stehen geblieben. Am besten also, man lehnt sich zur\u00fcck, schlie\u00dft die Augen und dr\u00fcckt noch mal auf Play. Ich meine, immer noch besser als dieses uns\u00e4gliche Euro-Dance-Revival! Und \u201eDie In Yer\u00b4 Arms\u201c ist einfach ein verfluchter Hit, der mit jedem Durchlauf den Partypegel weiter nach oben schraubt. So \u201ejump, jump, jump, jump\u2026\u201c Oder so \u00e4hnlich. Und dann check mal <a href=\"www.myspace.com\/Frittenbude - 191k\" target=\"_blank\"><strong>Frittenbude<\/strong><\/a>. Hei\u00df und fettig geht\u2019s auf deren Album \u201eNachtigall\u201c zu. Perfekt arrangierter Elektro-Wumms Marke Egotronic &amp; Bratze schreit einem da aus voller Kehle entgegen. Mit schickem Tiercomic auf dem Cover rufen sie den Ausnahmezustand aus. Wer sich ihr Remix von Kettcars \u201eGraceland\u201c auf Myspace angeh\u00f6rt hat, kommt aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Die Mediengruppe Telekommander jedenfalls sollte auf der Hut sein, denn hier k\u00f6nnte ihnen jemand den Rang ablaufen. Diese Musik schreit so derma\u00dfen nach einer schwei\u00dftreibenden Liveshow, dass man sich geneigt f\u00fchlt, selbst auf die Stra\u00dfe zu rennen und \u201ePandab\u00e4r, Pandab\u00e4r\u201c zu skandieren. Dazu beginnen dann die Stra\u00dfenlaternen zu flackern und tauchen die City in ein bet\u00f6rendes Blitzlichtgewitter. Also l\u00e4sst man sich einfach vom ruhelosen Beat treiben. Vom schlicht bezaubernden \u201eMindestens in 1000 Jahren\u201c in die Welt der Kuns<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/frittenbude.jpg\" alt=\"frittenbude.jpg\" class=\"right\" \/>t entf\u00fchren. Und vom \u201eSuperschnitzellovesong\u201c ordentlich durchbraten. Hinterher h\u00fcpft man dann zur charmanten Gemma Ray in den Wagen und dreht eine Runde zu den cineastischen Sounds ihres gelungenen Albums \u201eThe Leader\u201c. Einige meinen schon hier die perfekte Fusion aus Amy Winehouse und Norah Jones gefunden zu haben. Andere br\u00fcllen laut: Nina Simone. Auch PJ Harvey darf da nat\u00fcrlich nicht fehlen, bevor Isobell Campbell den Referenzregen vollendet. Insgesamt muss man sagen. Sie liegen durchaus richtig. Dieses Album saugt den Sound vergangener Tage \u00fcberaus gekonnt in sich auf, nur um ihn dann in Richtung Zielgruppe zu pusten. Diese St\u00fccke kann man sich ebenso in den heruntergekommenen Spelunken eines Tarantino-Streifens vorstellen, als auch im Vorspann zum n\u00e4chsten Bond Streifens.<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/gemma-ray.jpg\" alt=\"gemma-ray.jpg\" class=\"right\" \/><a href=\"www.myspace.com\/gemmaraymusic - 182k\" target=\"_blank\"> <\/a><strong><a href=\"www.myspace.com\/gemmaraymusic - 182k\" target=\"_blank\">Gemma Ray<\/a> <\/strong>macht zeitlose Musik f\u00fcr Bars, bereichert sie aber um Gospelanleihen und verliert sich nur zu gerne in g\u00e4ngigen Pop-Schemata. Dass sie dabei noch so frisch und unverbraucht klingt, macht sie zur vielleicht spannendsten Alternative der g\u00e4ngigen Konsenssirenen auf dem Musikmarkt. Weil man merkt, dass hier trotz des missratenen Covers mehr Wert auf Inhalt, als auf die Verpackung gelegt wird. Also merkt euch Gemma Ray und freut euch hinterher auf ein Wiedersehen mit den Jungs von Bloc Party. Die geistern jetzt ja schon seit geraumer Zeit mit neuen Songs durch die Blogsph\u00e4ren des World Wide Web. Haben sich nun aber durchgerungen ihr neustes Meisterst\u00fcck auch regul\u00e4r zu ver\u00f6ffentlichen. \u201eIntimacy\u201c ist am Ende ein echter Befreiungsschlag geworden. So elektro-verschwurbelt, wie im Opener \u201eAres\u201c hat man die Crew jedenfalls noch nicht erlebt. Und mit \u201eMercury\u201c wird dann  ein beatlastiges Brett nachgelegt, das auch den letzten Hausbesetzer auf die Stra\u00dfe schickt. Im Pub angekommen genehmigt man sich dann erstmal einen Drink zum famosen \u201eHalo\u201c, f\u00fchrt ein bisschen Small Talk zu den fl\u00fcsternden Lauten von \u201eBiko\u201c und schickt sich an mit der famosen \u00dcber-Single \u201eOne Month Off\u201c endg\u00fcltig dem Pulsschlag des Nachtlebens zu erliegen. So komisch es klingt: <a href=\"www.myspace.com\/blocparty - 178k \" target=\"_blank\"><strong>Blo<\/strong><\/a><strong><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/bloc-party.jpg\" alt=\"bloc-party.jpg\" class=\"right\" \/><\/strong><a href=\"www.myspace.com\/blocparty - 178k \" target=\"_blank\"><strong>c Party <\/strong><\/a>vertonen mit diesem Album die intime Vorstellung eines atemlosen Wochenendes. Dass sie es dabei immer wieder schaffen, den darin liegenden Widerspruch aufzul\u00f6sen, ist mehr als nur bemerkenswert. Es zeigt, welche M\u00f6glichkeiten noch in dieser Gruppe schlummern. Also unbedingt dranbleiben. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<br \/>\n<em> \/\/ von: alexander nickel-hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorfreude ist riesig, als klar ist, dass Tocotronic den zweiten Teil der Reihe \u201ePop Portrait\u201c kompilieren. 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