{"id":17933,"date":"2016-09-20T19:40:51","date_gmt":"2016-09-20T18:40:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=17933"},"modified":"2016-09-20T19:40:51","modified_gmt":"2016-09-20T18:40:51","slug":"aufgelesen-vol-163-skizze-eines-sommers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=17933","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (1)63 &#8211; &#8222;skizze eines sommers&#8220;"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNoSpacing\"><em>mit neuen B\u00fcchern von Moby, Christian Kracht, Gerhard Falkner, Andr\u00e9 Kubiczek und Andreas Baum. <\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-large wp-image-17934\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/moby-641x1024.jpg\" alt=\"moby\" width=\"200\" height=\"319\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/moby-641x1024.jpg 641w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/moby-188x300.jpg 188w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/moby.jpg 1003w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/>\/\/ Wer sich nochmal in die 90er Jahre zur\u00fcck transferieren m\u00f6chte, der kommt beim aktuellen Werk von <strong>Moby<\/strong> auf seine Kosten. Der K\u00fcnstler hat n\u00e4mlich unter dem schicken Titel \u201ePorcelain\u201c seine Biografie ver\u00f6ffentlicht und die ist wirklich lesenswert. Mitte der 90er entwickelt sich der Protagonist dabei zu einem der wichtigsten K\u00fcnstler der gegenw\u00e4rtigen DJ- und Technoszene. W\u00e4hrend seine ersten Gehversuche noch stark von den elektronischen Vorlieben des Musikers zehren, \u00f6ffnet er sich zunehmend neuen Stilrichtungen und \u00fcberschreitet damit konsequent Grenzen. <!--more-->Dass er damit auch beim Massenpublikum punkten kann, ist ein toller Nebeneffekt und so bekommen wir hier nicht nur eine \u00fcberaus selbstironische Abhandlung der einzelnen Karrierestationen vor den Latz geknallt, sondern wir erfahren auch sehr viel \u00fcber die Innansichten des Musikers. Sein Weg vom New Yorker Underground-Elektroniker zum Massen-DJ ist dabei mit zahlreichen Anekdoten versehen, die einen auch hin und wieder ganz ordentlich zum Nachdenken anregen. Soll hei\u00dfen: besser kann man seine eigene Biografie eigentlich kaum mehr in Szene setzen. Und wer noch einen passenden Soundtrack dazu sucht, kann auch gleich noch zu der limitierten Vinyl-Single \u201eMusic From Porcelain\u201c greifen, die vier knackige Mega-Hits des Musikers in sich vereint. Wir w\u00fcnschen viel Spa\u00df damit.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-17935\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/christian-kracht.jpg\" alt=\"christian-kracht\" width=\"200\" height=\"327\" \/>\/\/ Literarischen Nachschlag bekommen wir in diesen Tagen endlich mal wieder von <strong>Christian Kracht<\/strong> pr\u00e4sentiert. Der transferiert uns in seinem neuen Werk namens \u201eDie Toten\u201c zur\u00fcck in die 30er Jahre und entf\u00fchrt uns in Richtung der damaligen Filmszene. Wir treffen auf einen enthusiastischen Schweizer Regisseur namens Siegfried Kracauer, der versucht in Berlin den UFA-Member Alfred Hugenberg von einer Investition in seinen Film zu \u00fcberzeugen. Bei selbigem allerdings handelt es sich nicht nur um einen astreinen Gruselfilm, er soll auch noch in Japan gedreht werden, wo ein mysteri\u00f6ser Japaner namens Masahiko Amakasu noch eine Rechnung mit den Filmstudios in Hollywood offen hat. Was Sigfried Kracauer und Lotte Eisner mit der ganzen Sache zu tun haben, schlie\u00dflich waren sie es, die Kracauer erst auf die Idee mit dem schr\u00e4gen Streifen brachten? \u201eDie Toten\u201c wirft einen Blick auf den Zeitenwandel und die Macht der Bilder. Es ist gleichzeitig ein leichtf\u00fc\u00dfiges, wie auch vielschichtiges Werk, das man als Leser am Liebsten an einem Rutsch durchschm\u00f6kern m\u00f6chte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-17936\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/gerhard-falkner-182x300.jpg\" alt=\"gerhard-falkner\" width=\"182\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/gerhard-falkner-182x300.jpg 182w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/gerhard-falkner-624x1024.jpg 624w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/gerhard-falkner.jpg 975w\" sizes=\"auto, (max-width: 182px) 100vw, 182px\" \/>\/\/ Schon bald steht wieder die Frankfurter Buchmesse auf dem Programm und nat\u00fcrlich wollen wir euch auch dieses Jahr wieder \u00fcber die wichtigsten B\u00fccher der k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Longlist auf dem Laufenden halten. Bereits in der letzten Ausgabe haben wir auch Thomas Melles neues Werk \u201eDie Welt im R\u00fccken\u201c vorgestellt. Heute widmen wir uns dem Epochen-Roman \u201eApollokalypse\u201c, der sich mit den 80ern und 90ern in Berlin auseinander setzt. Der renommierte Dichter und Schriftsteller <strong>Gerhard Falkner<\/strong> z\u00e4hlt dabei nicht nur zu den meist-ausgezeichneten Autoren des Landes, ihm gelingt auf etwas mehr als 400 Seiten auch das Kunstst\u00fcck, zahlreiche Handlungsstr\u00e4nge formvollendet mit einander zu verweben. Man m\u00f6chte eigentlich noch nicht zu viel verraten, aber im weitesten Sinne wird hier anhand mehrerer Hauptfiguren (vor allem aber der Person des Georg Autenrieth, einem Westdeutschen, der immer wieder in der Stadt auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet) unsere Geschichte abgehandelt. So dreht sich dieses Werk um die Stasi, die RAF, die Kunst und das Leben gleicherma\u00dfen.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Im Mittelpunkt allerdings steht immer Berlin \u2013 eine Metropole im Wandel der Zeit und man h\u00e4tte nach den letzten Zeilen gerne noch ein wenig l\u00e4nger verweilt zwischen diesen Zeilen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-17937\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/andre-kubiczek-183x300.jpg\" alt=\"andre-kubiczek\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/andre-kubiczek-183x300.jpg 183w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/andre-kubiczek.jpg 346w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/>\/\/ Ins Jahr 1985 zur\u00fcck transferiert uns das aktuelle Werk des Potsdamer Schriftstellers <strong>Andr\u00e9 Kubiczek<\/strong>, der bereits mit seinem 2002er Werk \u201eJunge Talente\u201c f\u00fcr Furore sorgte. Nachdem er 2007 den Candide-Preis erhalten hat, steht nach \u201eDie fabelhafte Welt der Anarchie\u201c nun sein neuester Wurf in den Regalen. Darin erz\u00e4hlt er uns die Geschichte des sechzehnj\u00e4hrigen Ren\u00e9, der in den gro\u00dfen Ferien diesmal nicht die gro\u00dfe weite Welt unsicher macht. Stattdessen l\u00e4sst ihm sein Vater 1000 Mark da, die er zu gleichen Teilen mit seinen Freunden Dirk, Michael und Mario teilt. Die Jungs nutzen derweil die Zeit, um in den leeren Cafes der Stadt herumzusitzen und sich die Zeit mit witzigen Sp\u00e4\u00dfen und Ideen zu vertreiben. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die unerf\u00fcllten W\u00fcnsche und Hoffnungen der einzelnen Protagonisten, sondern auch die Suche nach der gro\u00dfen Liebe. Weil es dem Autor dabei gelingt, den Zeitgeist und das Innenleben der jungen Menschen so famos einzufangen, wurde sein Werk v\u00f6llig zu Recht auf die Longlist der Frankfurter Buchmesse gesetzt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-17938\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/andreas-baum.jpg\" alt=\"andreas-baum\" width=\"192\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/andreas-baum.jpg 192w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/andreas-baum-184x300.jpg 184w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/>\/\/ Vier Jahre sp\u00e4ter, im Jahr 1989, befinden wir uns im aktuellen Werk von <strong>Andreas Baum<\/strong>. Der Kulturredakteur des Deutschlandradios hat in seinem Deb\u00fct die Zeit der Wende zum Mittelpunkt des Geschehens erkl\u00e4rt und so treffen wir auf eine Gruppe junger Menschen, die sich dazu entschlossen hat, das Gr\u00fcnderzeithaus nahe des Rosenthaler Platzes gegen die ganzen Eindringlinge da drau\u00dfen zu verteidigen. Im Mittelpunkt steht dabei ein gewisser Sebastian Brandt, der in Berlin vor allem einen Rettungsanker sieht. Das Leben in der Provinz hat ihn ange\u00f6det und doch schleichen sich schon nach kurzer Zeit Risse in seiner neuen, heilen Welt ein. Im Haus selbst n\u00e4mlich sucht jeder nach seinem eigenen Vorteil und dann scheinen sich auch noch ein paar Schn\u00fcffler f\u00fcr den Verfassungsschutz unter die Bewohner geschlichen zu haben. Ob das alles am Ende wirklich gut ausgeht? \u201eWir waren die neue Zeit\u201c ist ein Werk \u00fcber gro\u00dfe Hoffnungen und entt\u00e4uschte Tr\u00e4ume, das man am liebsten in einem Rutsch durchschm\u00f6kern m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit neuen B\u00fcchern von Moby, Christian Kracht, Gerhard Falkner, Andr\u00e9 Kubiczek und Andreas Baum. \/\/ Wer sich nochmal in die 90er Jahre zur\u00fcck transferieren m\u00f6chte, der kommt beim aktuellen Werk von Moby auf seine Kosten. Der K\u00fcnstler hat n\u00e4mlich unter dem schicken Titel \u201ePorcelain\u201c seine Biografie ver\u00f6ffentlicht und die ist wirklich lesenswert. 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