{"id":1807,"date":"2008-11-03T14:45:46","date_gmt":"2008-11-03T13:45:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1807"},"modified":"2008-11-10T13:48:17","modified_gmt":"2008-11-10T12:48:17","slug":"zuckerbeat-32","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1807","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat 32"},"content":{"rendered":"<p><!--more-->W\u00e4re das eine gerechte Welt, w\u00e4ren vor ein paar Jahren nicht Wir sind Helden und mia. aus der Versenkung in die Spitzenregionen der Charts gekrochen. Nein, <a href=\"www.spillsbury.de\/ - 155k \" target=\"_blank\"><strong>Spillsbury <\/strong><\/a><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/spillsbury.jpg\" alt=\"spillsbury.jpg\" class=\"right\" \/>w\u00e4ren heute die gr\u00f6\u00dfte Popband dieses Landes. Der Erstling \u201eRaus\u201c atmete neben den NDW-Anleihen auch eine Portion Punk-Appeal. Und klang damit so viel mitrei\u00dfender und unmittelbarer als das gleichf\u00f6rmige Zeug der Kollegen. Doch dann zerrieben sie sich auf dem Folgewerk \u201e2\u201c in der scheinbar allgegenw\u00e4rtigen Dringlichkeit, ganz schnell etwas nachlegen zu m\u00fcssen. Und was soll ich sagen: sie sind gescheitert. Was mich die Band nur noch mehr ins Herz schlie\u00dfen lie\u00df. Die Hoffnung blieb n\u00e4mlich: auf ein atemloses Meisterwerk. Auf noch mehr Zeilen der Marke \u201ewenn du die Augen morgens zumachst, verschwindet dann der Tag?\u201c Und jetzt sind sie urpl\u00f6tzlich wieder da. \u201eAuf zum Atem\u201c kommt aus dem Nichts. Und pr\u00e4sentiert eine Band, die sich kompromissloser denn je dem Popaspekt ihrer Musik verschreibt. \u201eDas letzte was ich tu in meinem Leben ist sterben\u201c schleudern sie einem da in \u201eEs ist egal\u201c entgegen. Und es klingt wie ein Spatenschlag in die Fresse derer, die sie bereits beerdigt hatten. Blumenschmuck war ja noch nie so ihr Ding. Und deswegen zerfetzen sie ihr h\u00fcbsch geschm\u00fccktes Grab mit einem zielsicheren Tanz der Teufel-Ged\u00e4chtnis-Handgriff. \u201eAuf zum Atem\u201c ist ebenso poppig, wie unberechenbar. Das h\u00fcbsche Antlitz verkommt immer wieder zur Fratze. Das Ganze in genau zehn St\u00fccken, die dir hinterr\u00fccks in die Fresse schlagen. Dieses Album ist so 100 Prozent Spillsbury, dass man sich mit einem Mal die Boxhandschuhe \u00fcberzieht und sich in den Ring st\u00fcrzt. Gegen die Gleichf\u00f6rmigkeit der Poplandschaft. Ein Hoch auf Spillsbury. Also Arme hoch.  \u20269,10 und aus. Und dann mal geschaut, was <a href=\"www.myspace.com\/hotclubdeparis - 168k\" target=\"_blank\"><strong>Hot Club De Paris<\/strong><\/a> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/hot-club-de-paris.jpg\" alt=\"hot-club-de-paris.jpg\" class=\"right\" \/>so treiben. \u201eLive At Dead Lake\u201c\u2013\u00fcbrigens kein Livealbum- k\u00f6nnte man durchaus einen typischen Zweitling nennen. Die Band bleibt lediglich berechenbar in Bezug auf ihre Unberechenbarkeit. Insgesamt erzielen die vielen Rhythmuswechsel, die stark an die Anfangstage der Futureheads erinnern, nat\u00fcrlich nicht mehr denselben A-ha-Effekt, wie beim Erstling, aber trotzdem sprudeln die Ideen nur so aus den Jungs heraus. Manch einer mag das sicher anstrengend finden, aber wenn man sich erstmal durch das vordergr\u00fcndige Chaos gew\u00fchlt hat, entpuppt sich hinter den Songs durchaus so etwas, wie Hit Appeal. \u201eThe Dice Just Wasn\u00b4t Loaded From The Start\u201c zum Beispiel. Was ist denn das bitte? Perkussives Gitarrentrommeln? So kompromisslos und hinterfotzig vorgetragen, dass man meint, die Jungs w\u00fcrden sich geradewegs ins \u201cBitter Sweet Symphony\u201d-Video von The Verve st\u00fcrzen, um Gro\u00dfmeister Ashcroft ein Bein zu stellen. Eine Platte, wie ein Wettlauf mit der Zeit. Ein dicker Mittelfinger gegen den Stillstand. Mit derma\u00dfen vielen Hakenschl\u00e4gen, dass man manchmal das Gef\u00fchl bekommt, da w\u00fcrde jemand mit Kakteen nach den Jungs werfen. Alles in allem also einer der sch\u00f6nsten Hindernis-L\u00e4ufe des ausklingenden Sommers. Trotz eingebauter Stolperfallen. V\u00f6llig ausgepowert lehnt man sich anschlie\u00dfend zur\u00fcck und lauscht den Kl\u00e4ngen von <a href=\"tonight.rp-online.de\/public\/article\/musik\/621756\/Woolfy-vs-Projections-The-Astral-Projections-of-Starlight.html \" target=\"_blank\"><strong>Woolfy Vs Projections<\/strong>.<\/a><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/woolfy.jpg\" alt=\"woolfy.jpg\" class=\"right\" \/> Die errichten auf \u201eThe  Astral Projections Of Starlight\u201c eine bunte Zauberwelt und lassen dabei die unterschiedlichsten elektronischen Lichteffekte auf den Zuh\u00f6rer hinabregnen. Stimmungsvolle Jazz-Anleihen treffen auf Vocal-Samples und verlieren sich in den ausufernden House-Arrangements. Dabei kann sich die Musik nie so recht entscheiden, ob sie nun After- oder Party Hour sein m\u00f6chte. Die Funkanleihen und dubbigen Disco-Ausfl\u00fcge machen dennoch gl\u00fccklich, weil sie am Ende ein homogenes Gesamtbild erzeugen. Und wenn dann in \u201eThis Space\u201c auch noch Trompeten und Saxofon einen fliegenden Teppich unter die nackten F\u00fc\u00dfe zaubern, dann l\u00e4sst man sich endg\u00fcltig von der Platte hinfort tragen. Etwas Sternenstaub in den Haaren hat schlie\u00dflich noch niemandem geschadet. Im schlimmsten Fall tr\u00e4gt man anschlie\u00dfend einen Wasserfall aus Glitzersternen vor sich her. Was wiederum manchen emp\u00f6rten Aufschrei von zu viel Harmonie nach sich zieht. Aber damit muss man eben leben, wenn man zu solch anschmiegsamen Kl\u00e4ngen kurzerhand die Bodenhaftung verliert. Die wiederum hat der King schon l\u00e4ngst verloren. Der chillt wahrscheinlich grade im Rockstarhimmel und kartet mit den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen aus, wer denn nun das n\u00e4chste Schwergewicht im Rockgesch\u00e4ft werden wird. P\u00fcnktlich zum 50j\u00e4hrigen Deutschland-Jubil\u00e4um (die Plattenfirmen scheinen sich inzwischen immer absurdere Gr\u00fcnde f\u00fcr Ver\u00f6ffentlichungen aus den Fingern zu saugen) gibt\u2019s nun einen erneuten Aufguss der alten Hits in Form einer Doppel-Best Of namens \u201e50 Jahre <strong>Elvis<\/strong><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/elvis.jpg\" alt=\"elvis.jpg\" class=\"right\" \/> in Deutschland\u201c. Zwischen die Hits wurden dabei ein paar rare Aufnahmen aus Bad Nauheim gestreut, die allesamt nicht sonderlich st\u00f6ren. Bei Titeln wie \u201eFrankfort Special\u201c sollte man allerdings auch keine musikalischen Wunderwerke erwarten. Sehr st\u00f6rend allerdings (aber zumindest in wei\u00dfer Voraussicht ans Ende der Platte gepresst) sind die zahlreichen Interview-Ausschnitte auf Scheibe eins. Da folgt fast zwangsl\u00e4ufig ein entnervter Klick auf die Stopp-Taste. Stellt sich also mal wieder die Frage: Wer braucht so was? Und wieso schl\u00e4gt Stoff wie dieser, bei dem sich noch nicht mal sonderlich viel M\u00fche bei der Gestaltung gegeben wird, immer wieder in den oberen Regionen der Charts ein. Ich wei\u00df es nicht. Und genie\u00df stattdessen einfach noch ein bisschen die Musik, die auch als 50ster Aufguss ihrer selbst nicht totzukriegen ist. Hinterher allerdings bin ich mal wieder verliebt. Die Ska-Granaten von <a href=\"www.myspace.com\/theslackers - 211k\" target=\"_blank\"><\/a><strong>The Slackers <\/strong><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/slackers.jpg\" alt=\"slackers.jpg\" class=\"right\" \/>haben n\u00e4mlich mal wieder einen neuen Gl\u00fccksbringer am Start. \u201eSelf Medication\u201c packt die H\u00e4ngematte aus\u2026 \u201cEveryday is Sunday when you&#8217;re unemployed. Feels pretty good man, I should be overjoyed. Every tomorrow&#8217;s Monday, Friday never comes.\u201d Ja so klingt das wohl, wenn man es sich in seiner Nische gem\u00fctlich gemacht hat. Und, dass ich mal zu solch hoffnungsvollen Lyrics, wie &#8222;The stars that wouldn&#8217;t shine, they don&#8217;t go away, just &#8218;cause you don&#8217;t see them shining here today\u201d im Takt wippe, w\u00e4re mir vorher auch nicht in den Sinn gekommen. Dieses Album will so derma\u00dfen gemocht werden, dass man sich schon fast ein bisschen ausgenutzt vorkommt. Aber wehren kann man sich trotzdem nicht. Sie wissen eben einfach, wie\u00b4s geht. Also &#8222;sing me a happy song, so I can dance the whole night long. Sing me a sweet melody, so I can find a harmony. When I hear that song, I know nothing can go wrong.&#8220; Wie wahr, wie wahr. Und ebenso zur\u00fcckgelehnt treiben wir weiter in Richtung <a href=\"www.myspace.com\/sorrygilberto - 176k\" target=\"_blank\"><strong>Sorry Gilberto<\/strong><\/a>.<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/sorry-gilberto.jpg\" alt=\"sorry-gilberto.jpg\" class=\"right\" \/> Die durfte ich vor einiger Zeit schon mal auf einem Festival am Berliner Rauch Haus live erleben. Und ich muss zugeben, dass der Auftritt damals so charmant lo-fi-poppig war, dass ich ihn bis heute nicht aus dem Kopf bekommen habe. G\u00e4ste waren zwar nicht viele da. Aber die beiden haben trotzdem eine traumhafte Figur gemacht, wie sie da in der Nachmittagshitze ihre H\u00fcften schwangen. Umso sch\u00f6ner, dass das elegant gekleidete Duo jetzt endlich mal einen richtigen Tontr\u00e4ger an den Start gebracht hat. Auf \u201eMemory Oh\u201c sp\u00fcrt man ganz deutlich den Einfluss der Moldy Peaches. Charmant reduziert erz\u00e4hlen sie im Duett ihre Geschichten \u00fcbers Leben und sorgen hin und wieder durch spielerische Einf\u00e4lle, wie das schicke Fiepsen im Hintergrund von \u201eLove But Zero\u201c, daf\u00fcr, dass einem die Mucke nicht irgendwann auf den Sack geht. Jakob Dobers und Anne von Kelle sind wirklich so eine Band, die man sich am liebsten auf einem einsamen Maisfeld vorstellt. Irgendwo spielt ein kleines Kind mit seinem Hund, auf der anderen Seite springen ein paar Au\u00dferirdische aus dem Dickicht. Und irgendwann ballern alle zusammen mit Spielzeugpistolen auf einen Drachen, der sich in den \u00c4sten des nahe liegenden Waldst\u00fccks verheddert hat. Dazwischen erheben sich diese winzig kleinen Songs wie Blubberblasen aus der Seifenkiste und zerplatzen auf der Nase. Hach, Kurzweil kann manchmal so herrlich sein. Also umarmt dieses Album. Alle. Jetzt. Und knutscht zu dieser Musik die Welt aus den Angeln. Hinterher n\u00e4mlich k\u00f6nnte so manchen das Grinsen aus dem Gesicht plumpsen. Da wird zum x-ten Mal die Retro-Keule des Rock\u00b4n`Roll geschwungen und man ist durchaus versucht den<strong> <a href=\"www.myspace.com\/towersoflondon - 168k\" target=\"_blank\">Towers Of London<\/a><\/strong> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/towers-of-london.jpg\" alt=\"towers-of-london.jpg\" class=\"right\" \/>daf\u00fcr einen Award als letzte Hardrock Band der Gegenwart auszustellen. \u201eFizzy Pop\u201c jedenfalls ist so derma\u00dfen altbacken, dass man sich an dem Album durchaus die Z\u00e4hne ausbei\u00dfen kann. Die St\u00fccke rockenrollen so breitbeinig ins glitzernde Blitzlichgewitter, dass man wie ein begossener Pudel das Weite sucht. Das k\u00f6nnen die doch anno 2008 nicht wirklich ernst meinen? Eine Single namens \u201eNaked On The Dance Floor\u201c raus hauen und tats\u00e4chlich glauben, dass die gesamte Fangemeinde sich jetzt wieder zum Lockensch\u00fctteln vor der B\u00fchne versammelt. Sorry, Leute, aber du muss ich passen. Da schlag ich mir lieber die N\u00e4chte mit der neuen DVD von <strong><a href=\"www.myspace.com\/soulwax - 188k \" target=\"_blank\">Radio Soulwax<\/a> <\/strong>um die Ohren. In \u201ePart Of The Weekend Never Dies\u201c kriegt man n\u00e4mlich noch mal hautnah vor Augen gef\u00fchrt, wer damals der Vorreiter, nicht nur in Sachen Bastard-Pop, gewesen ist. Die Scheibe beinhaltet zwei Filme \u00fcber <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/radio-soulwax.jpg\" alt=\"radio-soulwax.jpg\" class=\"right\" \/>die renommierte Band. In der gleichnamigen Dokumentation kommen neben der Gruppe auch allerhand interessante K\u00fcnstler, wie James Murphy, Peaches &amp; die Klaxons zu Wort. Weiterhin beinhaltet die DVD Liveaufnahmen aus entspannten \u201eNite Versions\u201c Tagen. Daraus wird ein schickes Paket mit beiliegender Cd geschn\u00fcrt, das man jedem Fan nur blind ans Herz legen kann. \u00dcber einen Zeitraum von 120 Liveshows wird das Spektrum der Band ausgelotet und mit Saam Farahmand \u2013 unter anderem verantwortlich f\u00fcr die aktuellen Clips von Hercules &amp; Love Affair und Hot Chip &#8211; von einem renommierten Clip-Regisseur in Szene gesetzt. Insgesamt entsteht daraus ein ebenso kurzweiliger, wie berauschender Spa\u00df f\u00fcr elektro-affine Indie-Anh\u00e4nger, mit dem ich mich dann f\u00fcr heute in die Nacht verabschiede. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<\/p>\n<p><em>von: alexander nickel-hopfengart<\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1807","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-filmkunst"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1807","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1807"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1807\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1807"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1807"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1807"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}