{"id":1874,"date":"2008-11-12T11:12:40","date_gmt":"2008-11-12T10:12:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1874"},"modified":"2008-11-12T12:31:38","modified_gmt":"2008-11-12T11:31:38","slug":"endlosstory-folge-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=1874","title":{"rendered":"\/\/ endlosstory folge 2"},"content":{"rendered":"<p>Ein fescher Entenbraten<\/p>\n<p>Das ist bisher passiert: Die Studentin Vera hat mit ihrem Freund, dem Polizisten Tom, auf dem Boot ihren Geburtstag gefeiert. Auf der Heimfahrt entdeckt Tom einen Fahrraddieb. Er verfolgt den Dieb, wird aber leider von diesem \u00fcberlistet und in einem Kellerverlie\u00df eingebunkert. Wegen akuter Hochwassergefahr wird das Mainviertel evakuiert, nur Tom bleibt im Keller zur\u00fcck. Seine einzige Hoffnung, dass er doch noch gefunden wird, ist eine Stockente, der er sein Cappy aufgesetzt hat.<\/p>\n<p>Munter paddelte die doofe Stockente durch das Kellerfenster hinaus, Toms \u201eW\u00fcrzburg macht Spa\u00df\u201c-Cappy auf dem Entensch\u00e4del. Sie schwamm geradewegs dem Schnabel nach. Irgendwann w\u00fcrde sie schon in D\u00e4nemark ankommen, dachte sie sich.<!--more--> Gegen den rei\u00dfenden Main zu schwimmen, h\u00e4tte sowieso nicht viel Sinn gemacht. So schipperte die Stockente den Main hinab und auch am Boot vorbei. Dort tobte mal wieder eine krachende Party. Das Boot schaukelte heftig.<br \/>\nAuch Vera wackelte lustig in der Partymasse mit. Lustig war sie, da sie schon einige Tequillas und Wodka Tonics intus hatte. Durch den vielen Alkohol hatte sie vergessen, dass sie eigentlich verzweifelt nach ihrem Freund suchte. Ihr war auch entfallen, dass sie \u00fcberhaupt mit Tom zusammen war und nicht mit diesem Milchb\u00fcbchen, das wie elektrisiert zwischen ihren Br\u00fcsten auf und ab h\u00fcpfte. Dabei stie\u00df er so hart gegen ihr Kinn, dass Vera der Sch\u00e4del dr\u00f6hnte und sie das Milchb\u00fcbchen von sich stie\u00df. Sie torkelte in Richtung frischer Luft. Das B\u00fcbchen fiel in ein weiteres Milchb\u00fcbchen hinein und dies nahm ein weiteres mit. Kurz und gut, gem\u00e4\u00df dem Dominoeffekt kamen einige minderj\u00e4hrige Besucher ins Straucheln. W\u00fctend schlug der eine gegen den anderen, bis eine w\u00fcste Massenschl\u00e4gerei im vollen Gange war. Vera bekam davon nicht viel mit, sondern hing \u00fcber der Reling und kotzte ins Wasser. Just in diesem romantischen Augenblick paddelte die Stockente vorbei. Vera hatte gerade die Augen offen und erholte sich von ihrer Klosch\u00fcsselfahrt. Die Ente guckte hoch zu Vera und fragte sich, ob sie schon in Kopenhagen angekommen sei. Vera sah das Cappy \u201eW\u00fcrzburg macht Spa\u00df\u201c auf dem Entenkopf sitzen.<br \/>\nDas war Toms Cappy!, durchleuchtete es sie und pl\u00f6tzlich wusste sie auch, dass sie eigentlich Tom begl\u00fccken wollte und nicht das Milchb\u00fcbchen. Oh, mein Gott! Dachte sie im Suff. Dort unten schwimmt mein Tom als Wasserleiche! Ich muss ihn retten. Und mit einem Platscher plumpste sie \u00fcber die Reling ins Wasser. Die Stockente \u2013 die \u00fcbrigens m\u00e4nnlich war, ein sehr dummer Erpel, der Schilftuning zu seinem Hobby gemacht hatte \u2013 dachte nur: Wow, tolle Tussi und schwamm sofort auf Vera zu.<br \/>\n\u201eTom,\u201c kreischte sie. \u201eIch liebe dich!\u201c Vera grabschte nach der Stockente und paddelte ans Ufer. Erst dort bemerkte sie, dass das gar nicht Tom war, sondern eine doofe Ente.<br \/>\n\u201eTom ist tot,\u201c heulte sie. \u201eNie h\u00e4tte er seine Cappy freiwillig abgesetzt.\u201c Dann schimpfte sie auf den Erpel ein, der aus Rum\u00e4nien war und nur auf der Durchreise nach D\u00e4nemark und \u00fcberhaupt nichts verstand. Er dachte nur: Wow, tolle Br\u00fcste!<br \/>\n\u201eWo ist Tom?\u201c br\u00fcllte Vera. Als sie merkte, dass das nichts half, wankte sie mit dem Erpel unter dem Arm in Richtung Polizeiwache. Vielleicht w\u00fcrde man dort etwas mit diesem doofen Vieh anfangen k\u00f6nnen.<br \/>\n\u201eIch will wissen, wo Tom ist.\u201c Vera setzte unsanft die Stockente auf Mircos Schreibtisch ab, ein Kollege und Freund von Tom.<br \/>\n\u201eVera, du trinkst zu viel,\u201c sagte er. \u201eEs gibt da eine wirklich tolle Gruppe, mit denen du \u00fcber deine Probleme reden kannst und Spa\u00df macht es auch noch! Probier es mal!\u201c<br \/>\nDoch Vera gab Mirco einen unsanften Knuff in die Seite und knurrte: \u201eDie Ente tr\u00e4gt Toms Cappy! Mensch, Meier, guck die dir doch an!\u201c<br \/>\nMirco Meier runzelte die Stirn. Er schob die Ente in einen Scanner. Ein feiner Strahl tastete den Entenk\u00f6rper ab. Das Ergebnis speiste er in seinen Rechner ein. Der glich es sofort mit der Tierdatei von Interpol ab.<br \/>\n\u201eDiese Ente kommt aus Rum\u00e4nien,\u201c sagte Mirco. \u201eDie war an der Grenze auff\u00e4llig. Hat eine Frau bel\u00e4stigt durch ordin\u00e4res Quaken.\u201c<br \/>\n\u201eCool! Was nutzt uns das?\u201c<br \/>\n\u201eIch wei\u00df es nicht. Es wird wohl Sinn machen, das Bild der Ente ans Lokal-Fernsehen weiter zu geben mit einem Aufruf an die Bev\u00f6lkerung. Wer diese Ente kennt, soll sich bei uns melden.\u201c<br \/>\nVera nickte und hoffte, dass das irgendetwas helfen w\u00fcrde. Sie machte sich wirklich Sorgen um Tom. Hoffentlich war er nicht einem Kannibalen in die H\u00e4nde gefallen, der ihn gerade gen\u00fcsslich verspeiste mit einem Tropfen Silvana oder noch besser herben Domina. Sie stie\u00df bei diesem entsetzlichen Gedanken einen jaulenden Ton von sich.<\/p>\n<p>Am Morgen flackerte das Bild der Ente im Fernsehapparat. Die W\u00fcrzburger kappten ihre Fr\u00fchst\u00fccks-eier und fragten sich, ob ihnen diese Ente wirklich nicht bekannt vorkam. Denn als Belohnung gab es die Ente gebacken. Dieses knusprige Versprechen wollte sich niemand entgehen lassen!<br \/>\nAuch die kleine Uta Hempel, die wegen ihrer scheu\u00dflichen Brille immer in der Schule ge\u00e4rgert wurde, sah das Bild der Ente. W\u00e4hrend sie ihre Corn Flakes in sich schaufelte, sagte sie: \u201eFuck you!\u201c (das hatte sie in der Schule aufgegabelt. Was es genau bedeutete, war ihr nicht klar. Aber es klang sehr beeindruckend, fand Uta.) Der Vater gab ihr erz\u00fcrnt eine Ohrfeige und danach sofort milder gestimmt einen Eisbeutel, als er h\u00f6rte, dass seine Tochter die Ente im Mainviertel gesehen hatte.<br \/>\nSo bekamen die Hempels den Entenbraten und die Polizei begann weitr\u00e4umig das Mainviertel zu durchsuchen. Sie durchfilzten alles, was nicht niet- und nagelfest war. Bei dieser Ak-<br \/>\ntion entdeckten sie eine private Hanfzucht, befreiten eine Katze vom Dach und schickten zu einem verwahrlosten Alten die Wohlfahrtsmission, aber Tom entdeckten sie nicht.<br \/>\nW\u00e4hrenddessen stieg und stieg das Wasser in Toms Verlie\u00df.<br \/>\nIch werde sterben, wenn nicht bald etwas passiert, dachte er sich und im gleichen Augenblick: Hey man, Alter, kein F\u00fcnf-Uhr-Morgens-Dienst mehr! Hey, man, Alter, Party! Ne, aber, wenn ich tot bin, kann ich an Veras Br\u00fcsten nicht mehr nuckeln.<br \/>\nDiese Erkenntnis schockte ihn so sehr, dass er den Apfel, der ihn bis jetzt geknebelt hatte, mit einem \u201ePlopp\u201c aus seinem Mund bef\u00f6rderte. Das war auch h\u00f6chste Eisenbahn, denn das Wasser stand ihm schon bis zum Hals. Mit einem in br\u00fcnstigen \u201eCaramba\u201c \u2013 Schrei riss er mit den Z\u00e4hnen seine Verpackung auseinander und befreite sich so. Tom schwamm durchs Kellerfenster, wo hindurch Stunden zuvor die Ente abgehauen war. Er tauchte auf und wurde vom rei\u00dfenden Main hinunter gesp\u00fclt. Erst beim Kulturspeicher gelang es ihm, ans Ufer zu krabbeln.<br \/>\n\u201eAlles Schei\u00dfe,\u201c jammerte Tom verwirrt. Die Gefangenschaft hatte ihn geistig etwas zugerichtet. Tr\u00fcbe blickte er um sich, ohne zu wissen, was er tun sollte. Da kam ein Bus angesaust und Tom fiel nichts Besseres ein als einzusteigen. Das war keine so gute Idee. Erstens starrten ihn die Fahrg\u00e4ste vorwurfsvoll an. Die paar Tage Geiselhaft hatten Tom extrem verwildern und obendrein altern lassen. Seine N\u00e4gel waren schrecklich lang, sein Haar zerzaust und ein langer Rauschebart wuchs von seinem Kinn. Zweitens walzte sofort ein Fahrkartenkontrolleur auf ihn zu, der mit der geschulten Nase eines langj\u00e4hrig erfahrenen Beamten sofort roch, dass Tom keinen Fahrschein hatte. Freude strahlend stellte er Tom einen Ordnungswidrigkeitsbescheid aus und wies ihn auch auf die Steuernummer hin, was wichtig f\u00fcr das Finanzamt sei. Tom tropfte traurig auf seinem Sitz.<br \/>\n\u201eWas f\u00fcr ein Jammertal, das Leben,\u201c sinnierte er.<br \/>\n\u201eNe, ne, Genosse, life is great!\u201c Eine schwere Hand legte sich auf seine Schulter, die keinen Zweifel daran lie\u00df, dass das Leben wirklich \u00b4ne tolle Sause war.<br \/>\n\u201eWas wollen denn Sie wissen?\u201c<br \/>\n\u201eIk bin en Berliner, i \u00e4\u00df Klopse, ik we\u00df, wie des Leben is.\u201c<br \/>\n\u201eWas macht denn ein Berliner in W\u00fcrzburg?\u201c fragte Tom erstaunt.<br \/>\n\u201eKlopse-Entzug. Hast\u00b4e mal \u00b4nen Euro?\u201c<br \/>\n\u201eSeh\u00b4 ich so aus?\u201c fragte Tom vorwurfsvoll und stieg am Hauptbahnhof aus. Der Berliner machte ihm etwas Angst. Sowieso fand er Berliner immer unertr\u00e4glich gespr\u00e4chig und das Du, das einem sofort angeboten wurde, regte ihn auch auf. Seitdem er vollj\u00e4hrig war, pochte er darauf, mit Sie angesprochen zu werden. Frierend stand er am Hauptbahnhof.<br \/>\nSusi langweilte sich zu Tode \u2013 das Frittenfett wurde gerade neu erhitzt, die H\u00e4hnchen brutzelten auf der Stange -, als sie Tom sah. Eigentlich war es nur sein Allerwertester, der \u00fcberzeugte sie aber sofort.<br \/>\nKnacks und Hamm! Dachte sie sich.<br \/>\n\u201eGrillhendel, S\u00fc\u00dfer, Sechs f\u00fcnfzig mit Fritten inklusive. Hast nicht Lust?\u201c<br \/>\nDiesem Sirenengesang konnte Tom nicht widerstehen. Er drehte sich zu Susi und ihrer Frittenbude um. Susi wurde sofort ganz hei\u00df und feucht ums Herz, als sie Tom sah, denn sie stand besonders auf verwahrloste M\u00e4nner.<br \/>\n\u201eGerne, nur meine Kohle ist weg.\u201c<br \/>\n\u201eOch, des macht nichts. F\u00fcr dich gibt`s umsonst.\u201c<br \/>\nVerhungert zerfleischte Tom das Grillhendel mit den Z\u00e4hnen. Das Grillfett spritzte links und rechts zur Seite. Als Susi sah, wie fertig Tom war, lud sie ihn zu sich in ihren Stand ein. Gerne kroch Tom zu Susi, weil es da so sch\u00f6n warm war. Zufrieden hockte er den restlichen Tag dort, fra\u00df ein Grillhendel nach dem anderen und f\u00fchlte sich recht gl\u00fccklich und zufrieden.<br \/>\nUm sechs Uhr machte Susi Feierabend und klappte ihren Stand zu. Den ganzen Tag \u00fcber war ihr das Wasser bei Toms Anblick im Mund zusammen gelaufen. So einen feschen Knaben hatten sie lange nicht mehr unter die Finger bekommen. Da die Klappe nun runter war, sah man \u00fcberhaupt nichts mehr in dem kleinen Anh\u00e4nger. Daf\u00fcr roch es sehr gut nach Fritten und Hendeln.<br \/>\n\u201eWer hat denn das Licht ausgemacht?\u201c fragte Tom etwas d\u00e4mlich.<br \/>\n\u201eIch,\u201c hauchte Susi, \u201emein wunderbarer Hahn. Ich vollf\u00fchre jetzt einen Sieben-Schleier-Tanz f\u00fcr dich.\u201c<br \/>\nDer Wagen wackelte etwas und Tom flogen allerlei Kleidungsst\u00fccke um die Ohren. Er h\u00f6rte ein animalisches St\u00f6hnen und Grunzen, aber Susi sah er in der \u00e4gyptischen Finsternis nicht. Dann ging das Licht an und die ganzt\u00e4towierte Susi stand breitbeinig \u00fcber Tom.<br \/>\nAch du gr\u00fcne Neune, dachte er sich und ihm wurde ganz schummrig bei all den Schmetterlingen und Blumen, die auf Susis Hinterteil herum wuselten.<br \/>\n\u201eIch bin eine Spielwiese,\u201c seufzte Susi und lie\u00df sich auf Tom hernieder. Und dann spielten sie rammelnde Karnickel. Kurz, bevor Tom \u00fcber den Gipfel schritt, br\u00fcllte er, was er immer gleichzeitig mit Vera zu br\u00fcllen pflegte, wenn sie mit ihm \u00fcber den Gipfel schritt: \u201eIch glaub, mich knutscht ein Elch.\u201c<br \/>\nSusi hielt inne und erinnerte sich, was sie erst vor kurzem von diesem M\u00e4dchen geh\u00f6rt hatte, mit dem sie in der Propellerbar die Damentoilette unsicher gemacht hatte.<br \/>\n\u201eKennst du eine Vera?\u201c fragte sie Tom.<\/p>\n<p>Und alles w\u00fcrde nun gut ausgehen, wenn Vera nicht gerade geknebelt in einem Kofferraum eines Audis TT l\u00e4ge, der Richtung Grenze donnerte, am Steuer ein matschiger Latinolover \u2013 doch davon in der n\u00e4chsten Folge mehr&#8230;<br \/>\n\/\/  von joni masch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein fescher Entenbraten Das ist bisher passiert: Die Studentin Vera hat mit ihrem Freund, dem Polizisten Tom, auf dem Boot ihren Geburtstag gefeiert. Auf der Heimfahrt entdeckt Tom einen Fahrraddieb. 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