{"id":18757,"date":"2017-02-08T19:08:50","date_gmt":"2017-02-08T18:08:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=18757"},"modified":"2017-02-08T19:42:57","modified_gmt":"2017-02-08T18:42:57","slug":"aufgelesen-vol-170-am-rand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=18757","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (1)70 &#8211; &#8222;am rand&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>mit neuen B\u00fcchern von Thomas Koebner, Hans Platzgumer, David Foster Wallace, Heike Melba-Fendel und Fatma Aydemir.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-18758\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/edgar-reitz-209x300.jpg\" alt=\"edgar-reitz\" width=\"199\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/edgar-reitz-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/edgar-reitz.jpg 349w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/>\/\/ <strong><\/strong>Edgar Reitz<strong> <\/strong>hat mit seiner \u201eHeimat\u201c-Trilogie ein Epos erschaffen, wie es hierzulande seinesgleichen sucht. \u00dcber 50 Stunden<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span>Filmmaterial erwarten den Neueinsteiger und das auf allerh\u00f6chstem Niveau. Wer sich dar\u00fcber hinaus noch etwas intensiver mit dem Werdegang des K\u00fcnstlers auseinander setzen m\u00f6chte, der kann nun auch zu einer spannenden Biografie aus dem \u201eReclam\u201c-Verlag greifen. In \u201eEdgar Reitz \u2013 Chronist deutscher Sehnsucht\u201c macht sich der Schriftsteller <strong>Thomas Koebner<\/strong> daran, das Leben des Protagonisten noch einmal nachzuzeichnen und schafft es dabei, ein sehr interessantes Bild des \u201eHeimat\u201c-Sch\u00f6pfers zu zeichnen. Edgar Reitz ist in diesem Zusammenhang wahrscheinlich nicht nur der Epiker unter den Filmemachern hierzulande, es gelingt ihm auch \u00fcberaus glaubw\u00fcrdige Figuren zu erschaffen, die er dann ein ganzes Jahrhundert lang begleitet. \u201eHeimat\u201c ist f\u00fcr ihn in diesem Zusammenhang nie ein Begriff gewesen, der einen bestimmten Ort beschrieb. <!--more-->Einen Zaun um etwas zu ziehen, was man dann als Heimat begreift, w\u00fcrde ihm wahrscheinlich nie in den Sinn kommen. Dennoch gibt es bestimmte Grundgegebenheiten unter denen wir auf die Welt kommen und dazu geh\u00f6rt nun mal, dass wir uns im jungen Alter noch nicht selbst entscheiden k\u00f6nnen, wo wir leben. Deswegen spielt sein Epos zwar in Schabbach im Hunsr\u00fcck, selbiges steht aber nur stellvertretend f\u00fcr eine Sehnsucht nach einem Platz an dem man sich zuhause f\u00fchlt. Dem Autor gelingt es dabei sehr treffend noch einmal das Werk des K\u00fcnstlers Edgar Reitz unter die Lupe zu nehmen und so bekommt man zahlreiche Hintergrundinformationen aus dem Leben des Regisseurs und zu seinen Filmen, die einen dazu bringen, das Werk gleich noch einmal von vorne anzusehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-18759\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/hand-platzgumer-183x300.jpg\" alt=\"SU_Platzgumer_2.indd\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/hand-platzgumer-183x300.jpg 183w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/hand-platzgumer-627x1024.jpg 627w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/hand-platzgumer.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/>\/\/ \u201eAm Rand\u201c findet sich derweil der Protagonist des neuen Romans von <strong>Hans Platzgumer<\/strong> wieder. Der \u00f6sterreichische Musiker und Schriftsteller, der einst auch auf dem legend\u00e4ren Label \u201eL\u00b4age D\u00b4or\u201c ver\u00f6ffentlichte, stellt in seinem neuen Werk die Frage nach richtig oder falsch. Verzwickt ist die Situation f\u00fcr die Hauptfigur namens Gerold Ebner vor allem deshalb, weil die Grenzen zwischen den beiden immer wieder zu verschwimmen scheinen. Schon als Kind hat Gerold seines ersten Toten gesehen und mit der Zeit mussten zwei weitere Menschen dran glauben, die durch seine H\u00e4nde gestorben sind. Seine Mutter wollte er nicht l\u00e4nger dem Terror des Gro\u00dfvaters aussetzen und seinen besten Freund erl\u00f6ste er von seinem Leiden. Ist er deshalb jetzt ein M\u00f6rder? Und was bittesch\u00f6n hat ihn eigentlich dazu gebracht hier rauf auf den Gipfel zu steigen? Wird er hier wirklich seinen letzten Schritt tun, bevor sein Leben ein Ende nimmt? Hans Platzgumer gelingt es mit seinem neuen Roman eine wahnsinnige Spannung zu erzeugen, die einen bis zum (bitteren?!?) Ende hin fesselt. Es lohnt sich also mal reinzuschnuppern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-18760\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/david-foster-wallace.jpeg\" alt=\"david-foster-wallace\" width=\"182\" height=\"277\" \/>\/\/ Nachdem <strong>David Foster Wallace<\/strong> leider bereits verschieden ist, gibt es f\u00fcr die Fans des begnadeten Autors trotzdem keinen Grund traurig zu sein. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden erscheinen neue Ver\u00f6ffentlichungen des vielschichtigen Schriftstellers und so kommen wir zu Jahresbeginn in den Genuss eines kleinen aber feinen Werkes namens \u201eDer grosse rote Sohn\u201c, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Darin macht sich der Autor im Auftrag der Zeitschrift \u201ePremiere\u201c auf in Richtung Caesars Palace in Las Vegas. Dort werden im Jahre 1998 die \u201eAdult Video News Awards\u201c vergeben, was so in etwa den Oscars der Pornofilmszene entspricht. Dort spricht Foster Wallace nicht nur mit den Protagonisten der Szene, die auf so sch\u00f6ne Namen wie Dick Filth h\u00f6ren, sondern er legt auch die Zusammenh\u00e4nge und Wechselwirkungen der Porno-Industrie offen. Dass es dabei gerade das vollkommene Fehlen jeglicher Ironie ist, das dieses Werk zu einem der witzigsten seiner Zunft macht, ist bemerkenswert und d\u00fcrfte all jenen gefallen, die bereits an der \u201eKreuzfahrt-Review\u201c \u201eSchrecklich am\u00fcsant \u2013 aber in Zukunft ohne mich\u201c ihre helle Freude hatten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-18761\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/melba-fendel-194x300.jpg\" alt=\"melba-fendel\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/melba-fendel-194x300.jpg 194w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/melba-fendel.jpg 324w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/>\/\/ Was macht man eigentlich, wenn man eines Tages nach Hause kommt und dort einen Zettel vorfindet, auf dem steht, dass der eigene Mann einen verlassen will? Dieses Ausgangsszenario stellt die \u201eZeit\u201c-Kolumnistin <strong>Heike-Melba Fendel<\/strong> ihrem zweiten Buch namens \u201eZehn Tage im Februar\u201c voran und f\u00fcgt hinzu, dass er sich zehn Tage Bedenkzeit erbete, um \u00fcber die Zukunft der gemeinsamen Beziehung nachzudenken. Die Frau entscheidet sich darauf erstmal zum Er\u00f6ffnungsabend der Berlinale zu schlendern, denn dort wartet ein breites Sammelsurium an Filmen auf sie. Genauso wie die Regisseurin Jane Campion, der sie sich auf seltsame Weise verbunden f\u00fchlt. So wird \u201eZehn Tage im Februar\u201c im weiteren Verlauf immer mehr zu einer Art Sinnsuche f\u00fcr die Protagonistin. M\u00f6chte sie in der Vergangenheit verharren, wo sie einst mit einem Scheich in Cannes herumstapfte oder lieber Tr\u00e4nen im Hier und Jetzt vergie\u00dfen, wo das geliebte Eigenheim auch nicht die erhoffte Erl\u00f6sung darstellt. Welche Aufgabe sie in diesem Zusammenhang von Jane Campion mit auf den Weg bekommt, als ihr Mann schlie\u00dflich wieder zu Hause aufschl\u00e4gt. Es lohnt sich mal reinzuschnuppern in dieses Werk, das vom Timing her gar nicht besser erscheinen konnte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-18762\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fatma-aydemir-183x300.jpg\" alt=\"Aydemir_25441_MR1.indd\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fatma-aydemir-183x300.jpg 183w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/fatma-aydemir.jpg 278w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/>\/\/ \u00dcber den neuen Roman von <strong>Fatma Aydemir<\/strong> wird derzeit ziemlich viel gesprochen. Die studierte Germanistin ist nicht nur Redakteurin bei der \u201eTaz\u201c, sondern schreibt auch f\u00fcr das \u201eMissy Magazin\u201c und sie \u201eSpex\u201c und mit ihrem Deb\u00fct \u201eEllbogen\u201c ist ihr ein echter literarischer Gl\u00fccksgriff gelungen. Im Grunde genommen beschreibt sie in ihrem Werk die Suche einer jungen Frau nach ihren Wurzeln. Hazal Akg\u00fcnd\u00fcz ist 17 Jahre junge und lebt wie die Autorin in Berlin. Sie will eigentlich ein ganz normales Leben f\u00fchren, doch ihre Eltern f\u00fchlen sich fremd in ihrer Wahlheimat. Mit unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert beginnt alles mit dem Klauen eines Lippenstifts. Was folgt sind stumpfe Gewalt und eine Flucht nach Istanbul vor der Polizei \u2013 in eine Stadt, in der sie noch nie zuvor gewesen ist. Dort sucht sie ihren Platz in einer Welt und man nimmt Anteil am Leben dieser so glaubw\u00fcrdig in Szene gesetzten Protagonistin, die so viel \u00fcber das Alltag zu erz\u00e4hlen wei\u00df, wie ihn viele Menschen heutzutage erleben. Wenn du also mal wieder ein wirklich spannendes Buch aus dem echten Leben lesen m\u00f6chtest, dann lass dir dieses Werk nicht entgehen. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<span style=\"mso-spacerun: yes;\"> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit neuen B\u00fcchern von Thomas Koebner, Hans Platzgumer, David Foster Wallace, Heike Melba-Fendel und Fatma Aydemir. \/\/ Edgar Reitz hat mit seiner \u201eHeimat\u201c-Trilogie ein Epos erschaffen, wie es hierzulande seinesgleichen sucht. \u00dcber 50 Stunden Filmmaterial erwarten den Neueinsteiger und das auf allerh\u00f6chstem Niveau. 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