{"id":19247,"date":"2017-05-20T13:14:36","date_gmt":"2017-05-20T11:14:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=19247"},"modified":"2017-05-20T14:15:17","modified_gmt":"2017-05-20T12:15:17","slug":"aufgelesen-vol-175-moody-bitches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=19247","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (1)75 &#8211; &#8222;moody bitches&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>mit neuen B\u00fcchern von David Duchovny, Julie Holand, Chris W. Wilpert &amp; Robert Zwarg und Richard Kern. <\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/david-duchovny.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-19248\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/david-duchovny.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/david-duchovny.jpg 394w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/david-duchovny-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>\/\/ <strong>David Duchovny<\/strong> hat uns zugegeben ziemlich \u00fcberrascht mit seinem literarischen Deb\u00fct, das irgendwo im Bereich gesellschaftskritische Fabel anzusiedeln gewesen ist. Man kam einfach nicht mehr los von der sympathischen Schreibe des Akte X-Darstellers, der nun mit \u201eEin Papagei in Brooklyn\u201c noch einmal nachlegt. Darin dreht sich alles um Marty Fullilove und seinen Sohn Ted, die beide einen ziemlich ern\u00fcchternden Lebenslauf mit sich herumtragen. Der Vater ist ein ziemlich zynischer Typ, der alles im Leben schlechtzureden versucht und der Sohn ein erfolgloser Schriftsteller, der als Erdnussverk\u00e4ufer im Stadion seinen Lebensunterhalt verdient. Kein Wunder, denkt man sich als Leser, dass die beiden seit Jahren kein Wort mehr miteinander gesprochen haben, doch dann holt den Vater eine schwere Krankheit ein und der Sohn entscheidet sich ihn zu besuchen. <!--more-->Nachdem er einige Vorw\u00fcrfe und Beschimpfungen von Seiten des Vaters \u00fcber sich ergehen lassen musste, beginnt eine Zeit des gegenseitigen Ann\u00e4herns und die beiden beginnen den Wert der Familie wieder sch\u00e4tzen zu lernen. David Duchovny zeichnet dabei ein sehr glaubw\u00fcrdiges Bild des schwierigen Vater-Sohn-Verh\u00e4ltnisses, das einen bis zur letzten Seite nicht mehr losl\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/julie-holland.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-19249\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/julie-holland-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/julie-holland-188x300.jpg 188w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/julie-holland.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a>\/\/ <strong>Julie Holland<\/strong> ist seit \u00fcber 20 Jahren in einer psychiatrischen Praxis in Manhattan aktiv und konnte dabei selbst beobachten, welche Auswirkungen die vielen Medikamente auf das menschliche Gehirn haben. In ihrem Buch dreht sich demnach nun alles um die Frauen, die sie in ihrer Praxis besuchen und die mit den Anforderungen des Lebens auf irgendeine Art und Weise nicht klar kommen. Viele sind \u00fcberfordert und ausgebrannt und doch wollen sie es allen um sich herum immer recht machen. Also fordert Julie Holland von ihnen zuerst einmal eines: sie sollen akzeptieren, dass sie von Natur aus launisch sind. Die \u201eMoody Bitches\u201c, die sie in ihrem Werk skizziert, sind in diesem Zusammenhang also so etwas wie die launischen Gem\u00fctszust\u00e4nde einer Frau (bzw. wie es im Klappentext hei\u00dft: Das launische Biest in einem selbst). Ihnen will sie dabei helfen, ihre eigenen Ecken und Kanten und vor allem Emotionen vollends zuzulassen und auch auszuleben. Nur so k\u00f6nnen laut Holland ihre Talente zur vollen Entfaltung gelangen. \u201eDie Wahrheit \u00fcber die Pillen, die wir nehmen, den Schlaf, der uns fehlt, den Sex, den wir vermissen und was uns wirklich verr\u00fcckt macht\u201c hei\u00dft es im Untertitel des Buches und wir m\u00fcssen zugeben, dass dieser radikale Ansatz der Schriftstellerin \u00fcberaus schmissig geschrieben ist. Ob man ihn allerdings selbst f\u00fcr sich nutzen m\u00f6chte, das muss jede Frau am Ende selbst entscheiden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/destruktive.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-19250\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/destruktive-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/destruktive-201x300.jpg 201w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/destruktive.jpg 334w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a>\/\/ Es ist schon ein paar Jahre her, dass man den Hipster als solchen im deutschen Feuilleton wiederentdeckte. Etwas aus der Zeit gefallen wirkt deshalb auf dem ersten Blick ein neues Werk aus dem \u201eVentil\u201c-Verlag, das wir euch aber trotzdem ganz innig ans Herz legen m\u00f6chten. In dem Buch des Literaturwissenschaftlers <strong>Chris W. Wilpert<\/strong> und des Philosophen <strong>Robert Zwarg<\/strong> dreht sich alles um die Geschichte dieses Sozialtypus, der einfach nicht totzukriegen ist. Eben deshalb widmen sie sich die Beiden in ihrem Sammelband \u201eDestruktive Charaktere\u201c dem Hipster als Krisenph\u00e4nomen, wobei sie den Hipster vor allem als Symptom von bestimmten Ideologien sehen. Nachdem sich inzwischen die meisten Ordnungs-Kriterien wie Geschlechterrollen und Klassen zunehmend aufzul\u00f6sen scheinen, aber auch in der \u00d6ffentlichkeit immer wieder Umbr\u00fcche im Bereich der Kultur geschehen, ist der Hipster eine Art Krisenph\u00e4nomen, der in gewisser Weise nur das gesellschaftliche Leben spiegelt. Mit Hilfe zahlreicher Gastautoren werfen die beiden Herausgeber dabei den Blick auf so spannende Themengebiete wie die Hip Politics, die TV-Reihen \u201eGirls\u201c und \u201eBroad City\u201c oder das Hipster-Klischee an sich. Schnupper also unbedingt mal rein in dieses Werk aus der Reihe \u201eTestcard Zwergobst\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/berlin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-19251\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/berlin-230x300.jpg\" alt=\"\" width=\"230\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/berlin-230x300.jpg 230w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/berlin.jpg 490w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a>\/\/ Wer sich gerne mal wieder etwas eing\u00e4ngiger mit der Geschichte von Berlin auseinander setzen m\u00f6chte, der sei an dieser Stelle nochmal herzlichst an ein neues Werk aus dem Hause \u201eSuhrkamp Nova\u201c verwiesen. \u201e<strong><em>Berlin Heart Beats<\/em><\/strong>\u201c versteht sich dabei allerdings nicht als abgeschlossenes Werk, sondern l\u00e4sst Raum f\u00fcr Neues. Berlin war immer eine Stadt, die sich im Umbruch befand. Gerade nach der Wende haben sich alte Strukturen aufgel\u00f6st und es entstand Raum und Platz zum Ausprobieren. Improvisation war das Stichwort und so verschafft einem dieses Fotobuch nicht nur einen spannenden Einblick in die Szene vor Ort, es finden sich auch exklusive Gespr\u00e4che darin, die alle zusammen mit eine Collage anmuten. Neben Klaus Biesenbach, Frank Castorf, Flake und Christiane R\u00f6singer kommen noch zahlreiche weitere zu Wort und ihre Geschichten werden von Bildern aus dem Hause Rolf Z\u00f6llner, Ben De Biel, Harald Hauswald, Hendrik Rauch, Philipp von Recklinghausen, Ute Mahler und Markus Werner unterf\u00fcttert. Alles zusammen versetzen sie einen in einen rausch\u00e4hnlichen Zustand, der die Stimmung vor Ort sehr gekonnt zu spiegeln vermag und jetzt schon Lust auf die n\u00e4chste Berlin-Reise macht. Wenn du also ganz tief eintauchen willst in das Herz Berlins, dann schnapp dir diese \u201eStories From The Wild Years 1990 \u2013 Present\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/richard-kern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-19252\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/richard-kern-222x300.jpg\" alt=\"\" width=\"222\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/richard-kern-222x300.jpg 222w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/richard-kern.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 222px) 100vw, 222px\" \/><\/a>\/\/ Ebenfalls \u00fcberaus gelungen ist ein neuer Fotoband aus dem \u201eTaschen\u201c-Verlag, welcher sich noch einmal intensiv mit dem Schaffen von <strong>Richard Kern<\/strong> auseinander setzt. \u201eNew York Girls\u201c wurde urspr\u00fcnglich im Jahre 1996 erstmals ver\u00f6ffentlicht und versammelt zahllose Fotos von Frauen, die sich im Dunstkreis der New Yorker Punkszene herumtrieben. Nach seinen Filmen \u201eKilled Me First\u201c, \u201eFingered\u201c und \u201eSubmit To Me Now\u201c hatte Kern wieder Lust bekommen als Fotograf t\u00e4tig zu werden und seine Fotos strotzen nur so vor Ideen. Die expliziten Motive, die man hier pr\u00e4sentiert bekommt, versetzen einen sofort zur\u00fcck in Richtung 90er. Viele Motive sind inzwischen zu Klassikern der Fetischfotografie avanciert und die Neuausgabe bietet noch einiges mehr. Neben zahlreichen Outtakes der jeweiligen Sessions finden sich auch viele bis dato unver\u00f6ffentlichte Fotos, die dieses Standartwerk imposant erweitern. Eingel\u00e4utet wird das Buch dann auch noch von einem spannenden Interview, bei welchem Richard Kern auf die Sonic Youth-Bassistin und S\u00e4ngerin Kim Gordon trifft. Selbige ist ja auch seit jeher bekannt daf\u00fcr mit ihrer Kunst anzuecken und so ist dieses Werk sicherlich nichts f\u00fcr die breite Masse. Wenn man aber bereit ist, sich auf das Schaffen von Richard Kern einzulassen, wird man sehr schnell feststellen, dass es hier um mehr geht, als nur die Sehnsucht nach nackten K\u00f6rpern. Kern wollte Grenzen ausloten und es entsteht Kunst daraus. Er zeigt Frauen mit Waffen, Kerzen und beim Rasieren. Der Fotograf aus North Carolina hat nichts am Hut mit g\u00e4ngigen Klischees, er geht lieber dahin wo es weh tut und gerade das macht seine \u201eNew York Girls\u201c zu so einer spannenden Angelegenheit. Herausgegeben wurde das Album \u00fcbrigens von <strong>Dian Hanson<\/strong> aus Seattle, die selbst Jahrelang f\u00fcr die unterschiedlichsten Herrenmagazine, wie zum Beispiel Juggs und Leg Show, verantwortlich gewesen ist. Deshalb zugreifen bitte. Es lohnt sich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit neuen B\u00fcchern von David Duchovny, Julie Holand, Chris W. 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