{"id":19654,"date":"2017-08-07T13:01:25","date_gmt":"2017-08-07T11:01:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=19654"},"modified":"2017-08-07T13:01:25","modified_gmt":"2017-08-07T11:01:25","slug":"ein-entspanntes-verlaengertes-wochenende-beim-a-summers-tale-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=19654","title":{"rendered":"\/\/ ein entspanntes, verl\u00e4ngertes wochenende beim &#8222;a summers tale 2017&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XLogo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-19657\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XLogo.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XLogo.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XLogo-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a>\u2026und jetzt sitzt du nach vier Festivaltagen wieder zu Hause und h\u00f6rst eine Schallplatte von Matze Rossi, der eigentlich nur zu Besuch sein wollte beim diesj\u00e4hrigen \u201eA Summers Tale\u201c-Festival vor den Toren Hamburgs. Nun, wahrscheinlich war er ebenso begeistert von der Stimmung vor Ort, wie wir, jedenfalls tritt der Schweinfurter im Laufe des verl\u00e4ngerten Wochenendes gleich zwei Mal auf. In seinen Auftritten l\u00e4sst sich dieses Festival dann auch irgendwie zusammenfassen, was gar nicht so einfach ist, weil du hier so viele M\u00f6glichkeiten hast dich auszuleben und doch vor allem eines machst: Abschalten vom Alltag.<\/p>\n<p><!--more--><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XMatzeRossiUndGel\u00e4nde.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19655 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XMatzeRossiUndGel\u00e4nde.jpg\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XMatzeRossiUndGel\u00e4nde.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XMatzeRossiUndGel\u00e4nde-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Matze Rossi jedenfalls freut sich \u00fcber die vielen Kinder auf dem Festival und die tragen ein geh\u00f6riges St\u00fcck dazu bei, dass hier alles etwas entspannter abl\u00e4uft, als auf anderen Festivals. Im Gegensatz zum \u201eLollapalooza\u201c in Berlin, das versucht die junge Generation mit der Elterngeneration zu vers\u00f6hnen und beiden ein ma\u00dfgeschneidertes Programm zu pr\u00e4sentieren, haben sich die Macher hier entschlossen nur die Elterngeneration anzusprechen, die eigentlich schon lange nicht mehr auf den gro\u00dfen Festivals unterwegs ist. Die Betonung allerdings liegt auf \u201enicht mehr\u201c und dieses \u201enicht mehr\u201c resultiert aus dem Gef\u00fchl, da irgendwie rausgewachsen zu sein und inzwischen eine Familie gegr\u00fcndet zu haben. Matze Rossi geht das wohl \u00e4hnlich, er war jedenfalls selbst seit vielen Jahren nicht mehr als Gast auf einem Festival und doch scheint er sich sichtlich aufgehoben zu f\u00fchlen hier in diesem durchweg bezaubernden Ambiente.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZParcour.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19659 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZParcour.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZParcour.jpg 1000w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZParcour-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZParcour-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Woran das liegt? Vor allem wahrscheinlich erstmal an der Liebe zur Musik. Wir sind wohl nicht die einzigen, die den monstr\u00f6sen, durch-getakteten Veranstaltungen nicht mehr allzu viel abgewinnen k\u00f6nnen. Es ist zwar toll an einem Wochenende gef\u00fchlte 50 Bands irgendwie gesehen zu haben, aber noch viel besser ist es zehn Bands wirklich intensiv erlebt zu haben. The Notwist zum Beispiel, die gef\u00fchlt noch nie so gut gewesen sind wie an diesem Freitagabend im Zelt, wo gegen Ende auch zu elektronischen Kl\u00e4ngen getanzt werden darf, bevor einen der zauberhafte Refrain von \u201ePilot\u201c in die Nacht hinaus entl\u00e4sst.<\/p>\n<p>\u201eCould be enough<br \/>\nIf only he&#8217;s the pilot<br \/>\nOnce a day\u201c<\/p>\n<p>(The Notwist \u2013 \u201ePilot\u201c)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZG\u00e4ste.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19658 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZG\u00e4ste.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZG\u00e4ste.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZG\u00e4ste-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Daf\u00fcr sind wir hergekommen. F\u00fcr Momente wie diesen, an den wir uns wahrscheinlich auch in zehn Jahren noch erinnern werden. Wobei wir an dieser Stelle erst noch einmal zur\u00fcckspulen m\u00f6chten. Mittwochabend. Kurz vor 23 Uhr. Hilflos auf dem Gel\u00e4nde herumirrend finden sich dennoch ein paar hilfsbereite Menschen, die einem den Weg zum Zeltplatz weisen. Menschen, die hier nicht ihren Job zu machen scheinen, sondern dazu beitragen, dass sich hier wirklich jeder willkommen f\u00fchlt. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber man ist nach nur wenigen Minuten auf dem Gel\u00e4nde irgendwie angekommen in dieser entschleunigten Parallelwelt, die den Alltag einfach von der Bildfl\u00e4che schubst. Und obwohl auf den Zeitpl\u00e4nen gef\u00fchlte 300 Programmpunkte stehen, hat man hier nicht eine Minute lang das Gef\u00fchl in Eile zu geraten. Ganz im Gegenteil: hier scheint alles einem Motto zu folgen: \u201eAlles kann, nichts muss\u201c. \u00a0Ich stelle jetzt einfach mal die Behauptung in den Raum, man k\u00f6nnte hier auch ohne die Musik ein nahezu perfektes Wochenende verbringen. Man k\u00f6nnte beim \u201eWoodworking\u201c einen kleinen Hocker bauen oder einen Sportrucksack liebevoll selbst gestalten. Man kann sich die Siebdruckausstellung ansehen, im Rahmen derer sich viele auftretende K\u00fcnstler verewigt sehen oder einfach den liebevoll gestalteten Barfu\u00dfweg entlangschreiten. Ganz gleich was man hier tut, man kommt sofort zur Ruhe und das liegt auch an der Weitl\u00e4ufigkeit des Gel\u00e4ndes.<\/p>\n<p>\u201eI say don&#8217;t you know<br \/>\nYou say you don&#8217;t know<br \/>\nI say&#8230; take me out!\u201c<\/p>\n<p>(Franz Ferdinand \u2013 \u201eTake Me Out\u201c)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XKonstantin-Gropper_HierSehenDieLeuteNach3TageFestivalBesserAusAlsVorHerBeiAnderenFestivalsIstDasGegenteilDerFall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19656 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XKonstantin-Gropper_HierSehenDieLeuteNach3TageFestivalBesserAusAlsVorHerBeiAnderenFestivalsIstDasGegenteilDerFall.jpg\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XKonstantin-Gropper_HierSehenDieLeuteNach3TageFestivalBesserAusAlsVorHerBeiAnderenFestivalsIstDasGegenteilDerFall.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/XKonstantin-Gropper_HierSehenDieLeuteNach3TageFestivalBesserAusAlsVorHerBeiAnderenFestivalsIstDasGegenteilDerFall-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es gibt in diesem Zusammenhang einige Gr\u00fcnde, warum das \u201eA Summers Tale\u201c-Festival aus der breiten Masse heraus sticht. Es ist zum einen diese positive und relaxte Stimmung, die \u00fcberall auf dem Gel\u00e4nde herrscht und der man sich nur zu gerne hingibt. Zum anderen haben die Macher aber auch ein ma\u00dfgeschneidertes Line-Up entworfen, um die Menschen vor Ort in eine Art Blase zu h\u00fcllen. Das B\u00fchnenprogramm mit den Pixies, Franz Ferdinand, PJ Harvey oder den Sternen h\u00e4tte man so auch schon vor zehn bis zwanzig Jahren auf Festivals live erleben k\u00f6nnen und genau darin liegt der Knackpunkt. Gepaart mit einem durchaus stattlichen Eintrittspreis, der sich allerdings sofort relativiert, wenn man bedenkt, was einem hier vier Tage lang geboten wird, schaffen es die Macher ein exakt auf die Zielgruppe zugeschnittenes Event auf die Beine zu stellen. Genau aus diesem Grund funktioniert das \u00a0\u201eA Summers Tale\u201c-Festival auch so hervorragend. Hier finden sich eben kaum Menschen, die nur wegen einem potenziellen Saufgelage den Campingplatz unsicher machen. Daf\u00fcr gibt\u2019s auf dem \u201eA Summers Tale\u201c einfach zu wenige Gleichgesinnte. Ja, man trifft tats\u00e4chlich nur sehr wenige klassische Festival-G\u00e4nger von heute auf dem Event. Stattdessen f\u00fchlt man sich ein wenig wie auf einer gro\u00dfen Familienfeier und zwar zu jener Zeit, als man selbst noch ein Kind gewesen ist. Mit staunenden Augen durchstreifen n\u00e4mlich nicht nur die jungen G\u00e4ste die eigens f\u00fcr sie errichtete Zwergstadt oder das Schafsgehege, das sich zum absoluten Dauerbrenner entwickelt. Man selbst ist auch hin und weg, was hier auf scheinbar beil\u00e4ufige Art und Weise alles geschieht. Hat man den geschwungenen Paletten-Torbogen nahe dem Eingang, auf welchem das Logo des Festivals thront, erst einmal hinter sich gelassen, taucht man ein in eine Oase der Gl\u00fcckseligkeit. Auch eine so schr\u00e4ge Idee wie ein \u201ePlattdeutsch\u201c-Crashkurs wirkt hier schlicht bezaubernd, weil sie einem das sch\u00f6ne Gef\u00fchl vermittelt, hier gut aufgehoben zu sein. So schlendert man \u00fcber das Gel\u00e4nde und hinter jeder Ecke scheint eine neue \u00dcberraschung auf einen zu warten. Selbst nach vier Tagen entdeckt man immer noch neue Orte auf dem Festival, womit wir bei einem weiteren Pluspunkt des \u201eA Summers Tale\u201c angelangt w\u00e4ren. Hier hat n\u00e4mlich jeder Platz ohne Ende. Keiner sieht sich gezwungen, sich auf eine enge Bierbank zu quetschen oder irgendwelches halbgares Festival-Food in sich reinzuschieben. Nein, man sucht sich einfach ein lauschiges Pl\u00e4tzchen und genie\u00dft die Leckereien, die da in Quark- und Burger-Form dargereicht werden. Cineastische und literarische Delikatessen inklusive.<\/p>\n<p>\u201eIch bin das Chaos, hey,<\/p>\n<p>wo willst du hin?\u201c<\/p>\n<p>(Judith Holofernes \u2013 \u201eIch bin das Chaos\u201c)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZSwingTanzKurs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-19660 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZSwingTanzKurs.jpg\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZSwingTanzKurs.jpg 500w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ZSwingTanzKurs-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Grunde genommen ist es ein aussichtsloses Unterfangen, jemandem dieses Festival n\u00e4her bringen zu wollen, der nicht selbst dort gewesen ist. Man muss es erleben. Man muss dieses Gef\u00fchl sp\u00fcren, nach einem gelungenen Auftritt auf einer der vielen kleinen B\u00fchnen, noch ein paar Minuten zu verweilen und mit dem K\u00fcnstler zu reden oder einfach nur in sch\u00f6nen Erinnerungen zu schwelgen. Im Grunde genommen schickt uns das \u201eA Summers Tale\u201c n\u00e4mlich auf Zeitreise in unsere eigene Jugend. Damals als wir noch irgendwo auf einer Wiese lagen und irgendjemand zum ersten Mal \u201eWhere Is My Mind?\u201c von den Pixies auf einem billigen Soundsystem abspielte. Hier f\u00fchlt sich das Leben f\u00fcr einen Moment wieder genauso wahrhaftig und unendlich an wie damals. Fast wie ein \u201eTagtraum\u201c, womit wir dann auch wieder bei Matze Rossi angekommen w\u00e4ren, dem wir nur zu gerne die letzten Worte dieses Textes \u00fcberlassen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir werden immer \u00e4lter und die Welt wird digital.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6re meine Lieblingsplatten aus den letzten f\u00fcnfzig Jahren.<\/p>\n<p>Auch schlage ich immer wieder gerne in meinen Fotoalben nach,<\/p>\n<p>nur um mich nochmal zu erinnern, wie wir fr\u00fcher einmal waren.<\/p>\n<p>Und es tut so gut zu sehen, wie wir zusammen und gl\u00fccklich \u00e4lter werden<\/p>\n<p>Und es tut so gut zu sehen, wie wir gl\u00fccklich und zusammen \u00e4lter werden\u201c<\/p>\n<p>(Matze Rossi \/ Tagtraum \u2013 \u201eAnalog am St\u00fcck\u201c)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026und jetzt sitzt du nach vier Festivaltagen wieder zu Hause und h\u00f6rst eine Schallplatte von Matze Rossi, der eigentlich nur zu Besuch sein wollte beim diesj\u00e4hrigen \u201eA Summers Tale\u201c-Festival vor den Toren Hamburgs. 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