{"id":2150,"date":"2008-11-27T16:08:03","date_gmt":"2008-11-27T15:08:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2150"},"modified":"2009-01-08T12:14:13","modified_gmt":"2009-01-08T11:14:13","slug":"zuckerbeat-volume-40","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2150","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 40"},"content":{"rendered":"<p>Es scheint <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/theshakyhands\" target=\"_blank\"><strong>The Shaky Hands<\/strong><\/a> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/shaky-hands.jpg\" alt=\"shaky-hands.jpg\" class=\"right\" \/>etwas erm\u00fcdet zu haben, immer nur pfeifend durch die Parks der City zu rennen und die w\u00e4rmenden Sonnenstrahlen aufzusaugen. Jedenfalls ist auf ihrem zweiten Album \u201eLunglight\u201c ein unumst\u00f6\u00dflicher Drang zu sp\u00fcren, es hin und wieder auch mal so richtig krachen zu lassen. Die Blumenkr\u00e4nzchen im Haar werden abgefackelt von den elektronischen Gitarrenriffs. Und \u00fcberhaupt. Die Hippies von gestern mausern sich auf dieser Platte zu den Arschtretern von morgen. Surfen sie beim beschwingten Opener  \u201eA New Parade\u201c noch auf einer Welle der Beach Boyschen Gl\u00fcckseeligkeit, machen sich die Jungs aus Portland mit zunehmender Laufl\u00e4nge immer weiter daran, den Kinks ein geh\u00f6rige Portion verfolkter Gitarren unterzujubeln. Am Ende klingt die Scheibe dann gerade noch retro genug, um die Herzen der Indie-Gemeinde im Sturm zu erobern. Als psychedelischer Bruder der Strokes wandeln die Shaky Hands fortan durch die Erdbeerfelder des Universums, um sich dadurch ein St\u00fcck vom gro\u00dfen Kuchen zu sichern.<!--more--> Mit ihrer kruden Mischung aus fr\u00fchen R.E.M. und psychedelischen Tr\u00e4umereien a la Velvet Underground d\u00fcrften sie zudem eines der langlebigsten Alben des vergangenen Jahres gezimmert haben. Und tragen damit ein weiteres St\u00fcck dazu bei, dass sich die Grenzen zwischen den Generationen endg\u00fcltig aufl\u00f6sen. <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thealiens\" target=\"_blank\"><strong>The Aliens<\/strong><\/a><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/the-aliens.jpg\" alt=\"the-aliens.jpg\" class=\"right\" \/> schlagen hinterher in eine \u00e4hnliche Kerbe. Wobei schlagen eigentlich das falsche Wort ist. Sie schmiegen sich vielmehr ganz z\u00e4rtlich an ihre Umgebung heran. \u201eLuna\u201c klingt wie ein vertrackter Mix aus sonniger Popmusik, psychedelischen Rockmomenten und acid-beeinflussten Elektroschnipseln. In fast prog-rockiger Manier schichtet die Band einzelne Elemente \u00fcbereinander und verliert sich dabei immer wieder in zehnmin\u00fctigen Ausschweifungen, denen man durchaus therapeutische Wirkung unterstellen k\u00f6nnte. Trotzdem strahlen gerade die \u201eschmissigeren\u201c Tracks, wie \u201eMagic Man\u201c oder das surf-beeinflusste \u201eTheremin\u201c eine mysteri\u00f6se Energie aus. Man neigt fast schon dazu, mal wieder die alten Pink Floyd-Scheiben aus dem Plattenschrank zu kramen. Gibt sich dann am Ende aber doch zufrieden mit dieser versierten Mischung aus Bowie-Anleihen und Beatles im klassischen \u201eWhite Album\u201c-Look. Alles in allem kann man zu dieser, sagen wir mal, \u201eRave\u201c-Platte n\u00e4mlich nur allzu gut in nostalgischen Erinnerungen zerrinnen, ein paar Sterne vom Himmel pfl\u00fccken und Schneeflocken aus der Flugbahn rei\u00dfen. Weniger berauscht, aber dennoch berauschend geht es weiter mit <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/officialtillyandthewall\" target=\"_blank\"><strong>Tilly &amp; The Wall<\/strong><\/a>.<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/tilly-and-the-wall.jpg\" alt=\"tilly-and-the-wall.jpg\" class=\"right\" \/> Der flotte F\u00fcnfer aus Omaha war ja schon immer eine Ausnahmeerscheinung im Popgesch\u00e4ft. Ich meine: Welche Band kann schon mit f\u00fcnf Songschreiber(inne)n aufwarten? Oder von sich behaupten, dass Conor Oberst allein wegen ihnen ein eigenes Label aus dem Boden stampft. \u201eO\u201c jedenfalls gibt sich auf den ersten Blick etwas distanzierter, gar unterk\u00fchlter als die Vorg\u00e4nger. Die Band macht es einem nicht einfach. Ob da jetzt led-zep-m\u00e4\u00dfig vor sich hingerifft wird, bis die Fingerkuppen rot anlaufen oder das psychedelische Einmaleins durchdekliniert wird. Die pr\u00e4genden Stepptanz-Einlagen von fr\u00fcher vermisst man schon ein wenig, wenn sie sich so weit in den Hintergrund schrauben. Was die Songs dann manchmal auch etwas bem\u00fcht wirken l\u00e4sst. So als wollte man sich beil\u00e4ufig des eigenen Trademark-Sounds entledigen, der aber nun mal zu einem geh\u00f6rt, wie das Brot zur Backstube. Trotzdem klingt in den Songs immer noch der euphorische, bandeigene Moment mit, wenn sie mit Rasseln, Trompeten und Glockenspielen auf die Menschheit losgehen. Dass sie sich dabei zeitweise verheddern\u2026 geschenkt! Denn sp\u00e4testens beim n\u00e4chsten Album wird eh wieder alles super. So lange muss man bei <strong><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thebandbelleandsebastian\" target=\"_blank\">Belle &amp; Sebastian<\/a> <\/strong>gar nicht mehr warten. Die rekapitulieren lieber ihre s\u00fc\u00dfesten Momente in klebrig verpoppten \u201eBBC Sessions\u201c. Wenn man da pl\u00f6tzlich ein Wiedersehen mit so zeitlosen Klassikern, wie \u201eLike Dylan In The Movies\u201c<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/belle-sebastian.jpg\" alt=\"belle-sebastian.jpg\" class=\"right\" \/> feiert, f\u00fchlt man sich auf der Stelle zur\u00fcck versetzt ins elterliche Kinderzimmer. Damals, als noch die ganze Wand voll klebte mit Postern und Krims Krams, der sich eben so ansammelte, wenn das Leben um einen herum pulsiert. Und man merkt, dass das eigentlich gar nicht so lange her ist, dass man sich zum ersten Mal zu diesen Songs mit der besten Freundin unter der Decke versteckte und von einer besseren Welt tr\u00e4umte. Belle &amp; Sebastian sind eben die perfekte Band um die Welt um sich herum auszuknipsen. Und weil sich die Aufnahmen auch noch auf die Anfangsphase von 1996 bis 2001 beziehen, k\u00f6nnen sich hier alle Neuank\u00f6mmlinge noch mal einen schicken \u00dcberblick \u00fcber die Fr\u00fchphase dieser hierzulande leider allzu lang ignorierten, nahezu perfekten Indie-Pop-Kapelle verschaffen. Auf Scheibe zwei (die mir leider nicht vorliegt) gibt\u2019s dazu noch einige Coverversionen von Lou Reed, Thin Lizzy &amp; George Harrison sowie zahlreiche Livemitschnitte. \u201eThe BBC Sessions\u201c sind also das perfekte Rundum-gl\u00fccklich-Paket f\u00fcr alle Fans verklebter Indie-Pop-Schmusehits mit Tiefgang. Der Soundtrack f\u00fcr die beste Pyjama-Party, die ihr jemals (nicht) gefeiert habt. Der Weichzeichner f\u00fcr all die sch\u00f6nen Jugenderinnerungen, die euch in nostalgischen Zeiten immer wieder einholen. Und neben all den lieblos dahin gerotzten Best Of Compilations das vielleicht strahlendste Weihnachtsgeschenk, das in diesem Jahr im Geschenkkorb <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/gang-gang-dance.jpg\" alt=\"gang-gang-dance.jpg\" class=\"right\" \/>liegen k\u00f6nnte. Bei <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/ganggangdance\" target=\"_blank\"><strong>Gang Gang Dances<\/strong><\/a> aktuellen Album \u201eSaint Dymphna\u201c fragt man sich vor lauter Klirren und Scheppern derweil, wann man eigentlich das letzte Mal eine Scheibe der Einst\u00fcrzenden Neubauten aus dem Schrank gezogen hat. Ein sehnsuchtsvoller Schrei, besser gesagt ein intensives St\u00f6hnen l\u00e4utet dann einen gut gew\u00fcrzten Eintopf aus leckeren Indie-H\u00e4ppchen ein. Irgendwo zwischen You Say Party! We Say Die! und den herzallerliebsten Jungs und M\u00e4dels von The Go-Team schrauben die Riots hier an Tracks, die sich des \u00d6fteren als schmissige Hits entpuppen. Dazu muss man sich allerdings erstmal reichlich durch das Gewirr an verschiedenen Zutaten bohren, bevor sich schlie\u00dflich die gut versteckten Melodien in den Vordergrund sch\u00e4len. Diese Mucke ist vielleicht noch am ehesten vergleichbar mit dem kruden, alten Zeug von den wunderbaren M83. Die psychedelischen Einsch\u00fcbe wirken dabei zwar manchmal etwas Fehl am Platz, st\u00f6ren das positive Gesamtbild dieses Sammelbeckens an Ideen aber nicht sonderlich. Alles in allem d\u00fcrfte sich der Charme dieser Band am Ende vor allem live erschlie\u00dfen. Da wurden sie schon von so Manchem als das perfektre Mischverh\u00e4ltnis von Vanessa Mae und Morrissey beschrieben. Also gespannt sein. Und mal geschaut, was <a href=\"http:\/\/www.station17.net\" target=\"_blank\"><strong>Station 17<\/strong><\/a> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/station-17.jpg\" alt=\"station-17.jpg\" class=\"right\" \/>so treiben. Das Kollektiv aus Hamburg kriegt mich auf seiner neuen Scheibe \u201eGoldstein Variationen\u201c schon mit dem ersten Track. \u201eRegenbogen\u201c mit Fettes Brot ist vielleicht der beste Brote-Track, den sie vor lauter pomp\u00f6sen Popexperimenten in den letzten Jahren zusammengeschraubt haben. Anschlie\u00dfend kommt dann alles und jeder zum Zug, der in der deutschen Pop-, Elektro- und Indielandschaft Rang und Namen hat. Das funktioniert mal sehr gut (Stereo Total \u2013 \u201eBill\u201c und Knarf Rell\u00f6m Trinity \u2013 \u201eWir woll\u00b4n zusammen sein\u201c). Findet in dem subtilen Gruselmoment \u201eGeister\u201c von Von Spar seinen definitiven H\u00f6hepunkt und zaubert hin und wieder auch ein breites Grinsen aufs Gesicht, wenn sich zum Beispiel Robocop Kraus im Song \u201eF\u00fcr heut Nacht\u201c in spacige und dazu auch noch deutschsprachige Gefilde vorwagen. Den Abschluss macht dann niemand geringerer als Guildo Horn(!) himself, der sich durch das pfiffige \u201eSag doch mal hallo\u201c tr\u00e4llert und dabei das Kunstst\u00fcck fertig bringt, mal keinen W\u00fcrgereiz beim H\u00f6rer auszul\u00f6sen. Alles in allem also sehr zu empfehlen, diese Zusammenstellung zum 20j\u00e4hrigen Bestehen der Gruppe. Womit wir uns auch schon wieder dem Ende n\u00e4hern. Vorher allerdings gibt\u2019s noch die kompilierte Breitseite von<strong> <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/matthelders\" target=\"_blank\">Matt Helders<\/a><\/strong> (Arctic Monkeys). Der stellte k\u00fcrzlich f\u00fcr die allseits beliebte Serie \u201eLate Night Tales\u201c seine Lieblingslieder ins Schaufenster der \u00d6ffentlichkeit. Und wer schon mal den raptechnischen Intros lauschen <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/11\/matt-helders.jpg\" alt=\"matt-helders.jpg\" class=\"right\" \/>durfte, die die Monkeys einem live so um die Ohren pfeffern, der d\u00fcrfte nicht sonderlich \u00fcberrascht sein, wenn sich hier allerhand Reimikonen, wie Mos Def (Ms. Fat Booty), der famose Roots Manuva (\u201eDreamy Days\u201c) und Luniz (lange Jahre schmerzhaft vermisst: \u201eI Got 5 On It\u201c) die Klinke in die Hand dr\u00fccken. Zuvor allerdings w\u00fchlt sich Mr. Helders noch durch Klassisches der Marke Stooges, The Black Keys und Little Barrie. Bevor er schlie\u00dflich mir The Rapture und Simian Mobile Disco noch die Elektrokeule auspackt. In Kombination verschmelzen die verschiedenen Stile zu einem homogenen Gesamtwerk. Und eignen sich absolut perfekt dazu, die Zeit bis zum allabendliche Auflegen der aktuellem Monkeys-live-DVD zu \u00fcberbr\u00fccken. Also chillt euch mal. Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<br \/>\n<em>\/\/ von: alexander nickel-hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es scheint The Shaky Hands etwas erm\u00fcdet zu haben, immer nur pfeifend durch die Parks der City zu rennen und die w\u00e4rmenden Sonnenstrahlen aufzusaugen. Jedenfalls ist auf ihrem zweiten Album \u201eLunglight\u201c ein unumst\u00f6\u00dflicher Drang zu sp\u00fcren, es hin und wieder auch mal so richtig krachen zu lassen. 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