{"id":21741,"date":"2018-04-05T12:49:47","date_gmt":"2018-04-05T10:49:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=21741"},"modified":"2018-04-05T12:49:47","modified_gmt":"2018-04-05T10:49:47","slug":"aufgelesen-vol-237-die-ladenhueterin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=21741","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (2)37 &#8211; &#8222;die ladenh\u00fcterin&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>mit neuen B\u00fcchern von Esther Kinsky, Nadja Spiegelmann, Serhij Zhadan, Sayaka Murata und Andreas Reckwitz. <\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/esther-kinsky.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-21742\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/esther-kinsky.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/esther-kinsky.jpg 383w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/esther-kinsky-180x300.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>\/\/ Der \u201eLiteraturpreis der Leipziger Buchmesse\u201c ging in diesem Jahr an <strong>Esther Kinsky<\/strong> aus Engelskirchen. Die inzwischen in Berlin und im Friaul lebende Autorin schafft es mit ihrem Werk namens \u201eHain\u201c einen als Leser in einen regelrechten Sog der Emotionen zu rei\u00dfen, der einen erst wieder ausspuckt, wenn der Buchr\u00fccken geschlossen ist. Im Rahmen ihres \u201eGel\u00e4nderomanes\u201c unternimmt die Ich-Erz\u00e4hlerin dabei drei Reisen ins sch\u00f6ne Italien, wobei sie sich allerdings nicht die Hauptstadt oder sonstige touristische Orte aussucht, sondern abgelegene Gegenden und Landstriche. <!--more-->So f\u00fchrt sie ihre Reise unter anderem in die Kleinstadt Olevano Roman oder eine Lagunenlandschaft im Delta der Po-Ebene. Mit diesem Werk kann man sich also ganz nebenbei schon jetzt auf den anstehenden Abenteuerurlaub im Sommer einstimmen und es wird deutlich, dass es nicht immer gro\u00dfe Sehensw\u00fcrdigkeiten und Attraktionen braucht, um ein kleines St\u00fcck Gl\u00fcck zu finden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/nadja-spiegelmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-21743\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/nadja-spiegelmann.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/nadja-spiegelmann.jpg 387w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/nadja-spiegelmann-187x300.jpg 187w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/a>\/\/ Wer auf brutal-ehrliche Werke steht, der kommt auch beim aktuellen Buch von <strong>Nadja Spiegelman<\/strong> auf ihre Kosten. Die Tochter des ber\u00fchmten Comic-Autors Art Spiegelman (\u201eMaus\u201c) lebt heute in Paris und Brooklyn und auch in Berlin bekommt man sie immer wieder zu Gesicht. In ihrem Werk namens \u201eWas nie geschehen ist\u201c widmet sich die Autorin dem schwierigen Verh\u00e4ltnis zu ihrer eigenen Mutter und der Beziehung zu ihrer Gro\u00dfmutter. Das Werk ist in diesem Zusammenhang auch ein Generationenroman und es ist wirklich beeindruckend, wie die Protagonistin hier ihr Innerstes nach au\u00dfen kehrt. Dass es dabei immer wieder zu schmerzvollen Passagen kommt, erkl\u00e4rt sich in diesem Zusammenhang wohl bereits von selbst. Dennoch macht es sehr viel Spa\u00df der Schriftstellerin auf ihrer Reise in die Vergangenheit \u00fcber die Schulter zu schauen und gleichzeitig einen Blick auf die wichtigsten Frauen im Rahmen ihres Lebens zu werfen. Wenn du also nichts dagegen hast, dass jemand die Dinge so ausspricht, wie sie sind, dann schnapp dir das Buch.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/internat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-21744\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/internat.jpg\" alt=\"\" width=\"215\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/internat.jpg 383w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/internat-180x300.jpg 180w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/a>\/\/ Sabine St\u00f6hr und Juri Darkot haben derweil eine wirklich famose \u00dcbersetzung des ukrainischen Romans \u201eInternat\u201c vorgelegt und wurden daf\u00fcr v\u00f6llig zu Recht mit dem \u201ePreis der Leipziger Buchmesse\u201c gew\u00fcrdigt. Das Buch von <strong>Serhij Zhadan<\/strong>, dessen Werk \u201eDie Erfindung des Jazz im Donbass\u201c bereits von der BBC als \u201eBuch des Jahrzehnts\u201c geadelt wurde, konfrontiert uns mit einem jungen Lehrer namens Pascha, der eines Tages seine Neffen aus dem Internat nach Hause holen m\u00f6chte. Die Schule selbst liegt an der Frontlinie und man kann sich dort nicht mehr sicher f\u00fchlen. Die Reise durch den Ort dauert einen ganzen Tag, seit das \u00f6ffentliche Leben zusammengebrochen ist und der Heimweg wird zur gro\u00dfen Herausforderung, weil auf einmal Kampfhandlungen einsetzen. Dabei gelingt es dem Autor das Grauen, welches pl\u00f6tzlich in den Alltag der Figuren tritt, wirklich nachvollziehbar und verst\u00f6rend zu beschreiben und so sollte man sich dieses spannende literarische Werk auf keinen Fall entgehen lassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ladenh\u00fcterin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-21745\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ladenh\u00fcterin-175x300.jpg\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ladenh\u00fcterin-175x300.jpg 175w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/ladenh\u00fcterin.jpg 291w\" sizes=\"auto, (max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/a>\/\/ Hinterher dann gleich noch der Hinweis auf das neue Buch von <strong>Sayaka Murata<\/strong>. Die in Japan geborene Autorin hat bereits vor zwei Jahren f\u00fcr ihr Werk den renommiertesten Litertaturpreis Japans abgestaubt, den Akutagawa-Preis. Nun liegt \u201eDie Ladenh\u00fcterin\u201c auch in deutscher Sprache in der \u00dcbersetzung von Ursula Gr\u00e4fe vor und man m\u00f6chte dieses Buch gar nicht mehr zur Seite legen, wenn man erstmal ein paar Seiten gelesen hat. In der Geschichte dreht sich alles um Keiko Furukura, die sich ein wenig vor ihren eigenen Gef\u00fchlen \u00e4ngstigt. Als sie jedoch eines Tages an einem neu er\u00f6ffneten Supermarkt vorbei kommt, bewirbt sie sich kurzerhand als Aushilfe und sie genie\u00dft es, weil hier alles nach bestimmten Regeln abzulaufen scheint, w\u00e4hrend die Au\u00dfenwelt sie zunehmend irritiert. Als dann allerdings ein zynischer Mann anf\u00e4ngt in dem Gesch\u00e4ft zu arbeiten, ger\u00e4t ihre Welt zusehends ins Wanken und schon bald liegt kein Stein mehr auf dem anderen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/andreas-reckwitz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-21746\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/andreas-reckwitz.jpg\" alt=\"\" width=\"174\" height=\"289\" \/><\/a>\/\/ Zu guter Letzt noch der Hinweis auf das neue Werk <strong>Andreas Reckwitz<\/strong>, welches mit dem Bayerischen Buchpreis 2017 ausgezeichnet worden ist. In \u201eDie Gesellschaft der Singularit\u00e4ten\u201c dreht sich alles um den Durchschnittsmenschen, der sich durch keinerlei Besonderheiten auszeichnet. Er ist scheinbar unsichtbar und genau das macht ihn verd\u00e4chtig. Denn m\u00f6chte heute nicht jeder originell und einzigartig sein? Unter diesem Gesichtspunkt untersucht der Autor den Prozess der Singularisierung in unserer Gesellschaft, die nicht nur jede Menge Gewinner hervorbringt, sondern auch zahlreiche Menschen in ihren M\u00fchlen zu zermahlen droht. Diese Ungleichheiten aufzudecken, das gelingt dem Autor immer wieder ganz hervorragend und so wirft sein Buch einen Blick auf die Schattenseiten unseres Daseins, die sich in den vergangenen Jahren immer weiter in unserem Alltag ausgebreitet haben. Wenn du also mehr wissen m\u00f6chtest, \u00fcber dieses spannende Thema, dann schnupper mal rein. Und damit Schluss f\u00fcr heute. Bis zur n\u00e4chsten Leserunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit neuen B\u00fcchern von Esther Kinsky, Nadja Spiegelmann, Serhij Zhadan, Sayaka Murata und Andreas Reckwitz. \/\/ Der \u201eLiteraturpreis der Leipziger Buchmesse\u201c ging in diesem Jahr an Esther Kinsky aus Engelskirchen. 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