{"id":2263,"date":"2008-12-08T11:11:10","date_gmt":"2008-12-08T10:11:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2263"},"modified":"2009-01-08T12:15:46","modified_gmt":"2009-01-08T11:15:46","slug":"zuckerbeat-volume-42","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2263","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 42"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/the-sugars.jpg\" alt=\"the-sugars.jpg\" class=\"right\" \/>Ist doch immer wieder sch\u00f6n, wenn sich Bands auf ihrem Deb\u00fctalbum gleich mal selbst zu Grabe tragen. \u201eThe Curse Of <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thesugars\" target=\"_blank\"><strong>The Sugars<\/strong><\/a>\u201c hat jedenfalls das Potenzial, die Szenerie einer Schneelandschaft in die Atmosph\u00e4re eines Lynch Films zu tauchen. Soll hei\u00dfen: Hier preschen die Gitarren so garagen-verbluest nach vorne, dass die Raveonettes ziemlich neidisch werden d\u00fcrften, wenn sich die beiden zum ersten Mal \u00fcber den Weg laufen. Wenn dann auch noch eine Prise Sixties-Verspultheit dazu kommt und eine Retro-Keule der Marke Rascals geschwungen wird, entpuppt sich das Ganze als derber Mix, der wie geschaffen ist, die Welt in ein sanftes Rot zu tauchen. Dazu noch ein paar l\u00e4ssige Mariachi-Moves, wie im \u00e4u\u00dferst verspulten \u201eFairytales Of Love\u201c, und man f\u00fchlt sich schon fast wie zuhause in dieser ambitionierten Stilfabrik. Fast beil\u00e4ufig scheinen die Zuckers\u00fc\u00dfen von der Insel dabei einen Hit nach dem anderen aus dem \u00c4rmel zu sch\u00fctteln. <!--more-->Irgendwann fragt man sich sogar, ob sie nicht vielleicht einen Zeitschalter im (Band)B\u00fcro angebracht haben, um ihren Sound m\u00f6glichst authentisch abzuspulen. Jedenfalls hat man ein \u00e4hnlich subtiles Werk der s\u00fc\u00dflichen Verst\u00f6rung lange nicht geh\u00f6rt. Was hinterher den Drang ausl\u00f6st, erstmal runterzukommen. Etwas Easy Listening d\u00fcrfte da nicht schaden. Vor allem, wenn dabei auch noch ein paar bet\u00f6rende Popmomente aus dem sch\u00f6nen Frankreich auf dich einstr\u00f6men. Die Compilation \u201e<a href=\"http:\/\/www.monstersandcritics.de\/archiv\/item.php\/Diverse-Le-Pop-Les-Filles\" target=\"_blank\"><strong>Le Pop \u2013 Les Filles<\/strong><\/a>\u201c<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/le-pop.jpg\" alt=\"le-pop.jpg\" class=\"right\" \/> jedenfalls wirkt wie ein gekonnter Gegenentwurf zum klassischen Chanson-Tralala. Die Tracks sprudeln nur so \u00fcber vor Ideen. Schon der Auftakt von Barbara Carlotti ist derma\u00dfen von Details durchsetzt, dass man sich gar nicht satt h\u00f6ren kann an diesem Tisch voll Leckereien. Ja ihr habt richtig geh\u00f6rt. Man saugt diese Platte regelrecht in sich auf. Poney Express zum Beispiel \u00fcberf\u00fchren das franz\u00f6sische Liedgut kurzerhand auf den Indie-Plattenteller und erinnern dabei an die rotzigen Klangsausen der Marke \u201eCa Plane Pour Moi\u201c. Doris Park entf\u00fchrt dich anschlie\u00dfend in Richtung H\u00e4ngematte und stupst dir mit sanften Reggaesounds z\u00e4rtlich aufs Gem\u00fct. M\u00e9lanie Pain von Nouvelle Vague haucht dir laszive S\u00e4tze ins Ohr. Und Coralie Clement wirkt wir eine wankelm\u00fctige Version von Carla Bruni, die sich \u00fcber schick geschraubte Beats Richtung Babylon vork\u00e4mpft. Alles in allem also ein sehr empfehlenswerter \u00dcberblick \u00fcber zeitgen\u00f6ssische Musik aus Frankreich, der ganz bewusst Grenzen auslotet. Das tut auch der allseits beliebte <strong><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/luetzenkirchen\" target=\"_blank\">L\u00fctzenkirchen<\/a> <\/strong>auf seinem aktuellen Release \u201ePandora Electronica\u201c. Jedenfalls d\u00fcrften diejenigen, die lediglich seine <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/lutzenkirchen.jpg\" alt=\"lutzenkirchen.jpg\" class=\"right\" \/>Elektro-Ballermann-Hymne \u201e3 Tage wach\u201c kennen, ziemlich \u00fcberrascht sein, wie subtil sich der K\u00fcnstler auf seinem ersten Longplayer pr\u00e4sentiert. Weitere Megahits der offensichtlichen Sorte sucht man jedenfalls vergebens. Stattdessen pr\u00e4sentiert L\u00fctzenkirchen auf Disc 2 einen Querschnitt seines bisherigen Outputs (in mp3-\u00dcberl\u00e4ngen Format) und platziert in bester Jacko-\u201eHIStory\u201c-Manier auch noch einen neuen Tontr\u00e4ger daneben. Dieser besticht durch jazzige Eskapaden, \u201eRaveland\u201c-Momente und jeder Menge Elektro- Trance- und House-Phantasien. Bei L\u00fctzenkirchen ist immer das erlaubt, was Spa\u00df macht. Dabei erzeugt er das starke Bed\u00fcrfnis, das Ganze auch mal live zu erleben. <strong>Also z\u00f6gere nicht lange und schau am Samstag, den 27.12.2008, mal im Airport in W\u00fcrzburg vorbei. Da steht Tobias L\u00fctzenkirchen n\u00e4mlich hinter den Reglern <\/strong>und wird dir mit seinen Tracks einheizen, bis das Antlitz der Sonne langsam hinter den verschneiten Weinbergsh\u00fcgeln empor kriecht. Wer dann noch immer nicht genug hat, kann sich hinterher noch die volle Dr\u00f6hnung in Form der<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/precious-mings.jpg\" alt=\"precious-mings.jpg\" class=\"right\" \/> <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thepreciousmings\" target=\"_blank\"><strong>Precious Mings<\/strong><\/a> rein pfeifen. Allerdings nur in Plattenform. Die haben f\u00fcr ihr aktuelles Album \u201eEvery Time I Sell A Record A Kitten Dies\u201c nicht weniger als drei Garnituren an Musikern verschlissen. Und musikalisch str\u00f6mt da recht gelungener Gitarren-Keyboard-Sing Sang auf einen ein, der sich nur allzu perfekt dazu eignet, eine durchgefeierte Nacht zu beschlie\u00dfen. Hat man sich in dem bunten Treiben aus Lo-Fi-Romantik und hymnischen Sing A Longs erstmal zurecht gefunden, gewinnt die Scheibe mit jedem Durchlauf zunehmend an Reiz. Jedenfalls gibt sich Mastermind Boris Ming gro\u00dfe M\u00fche, g\u00e4ngige Indie-Klischees immer nur sanft zu streifen, anstatt offensichtlich drauf los zu poltern. Alles in allem auf jeden Fall eine Platte, die sich nie so recht entscheiden m\u00f6chte, wohin die Reise denn nun gehen soll. Ein Hauch des Geheimnisvollen umgibt diese Musik. Wie ein zerrissener Vorhang, der sich langsam von der B\u00fchnendecke l\u00f6st, dabei aber noch nicht bereit ist, den Blick auf die Wesentliche vollends frei zu geben. Was uns anschlie\u00dfend zu einem kleinen Trip in die 70er inspiriert. Da war allerorts das Funk-Fieber ausgebrochen. Auf der Compilation \u201e<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/showuprec\" target=\"_blank\"><strong>German Funk Fieber 2<\/strong><\/a>\u201c wurden nun zahlreiche so genannte \u201eKrauty Schlager Wonders\u201c von damals neu aufgelegt. <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/german-funk-fieber-2.jpg\" alt=\"german-funk-fieber-2.jpg\" class=\"right\" \/>Ein paar systemkritische Schmankerl aus der ehemaligen DDR sorgen dabei f\u00fcr Auflockerung zwischen dem instrumentalen Allerlei stilvoller Funkmomente. \u201eAuch wenn du laut sprichst, wird deine L\u00fcge nicht wahr\u201c schallt es einem da von den inzwischen weitestgehend in Vergessenheit geratenen Dresdener Combo Lift entgegen (\u00fcbrigens auch heute noch mit st\u00e4ndig wechselndem Line Up aktiv). Ansonsten sorgt Sigfried Schwab, der vielen vielleicht durch seine Arbeiten am Soundtrack des Kult-Streifens \u201eVampyros Lesbos\u201c ein Begriff ist, f\u00fcr den psychedelisch-tanzbaren Aufschlag, bevor schlie\u00dflich der bekannte Filmmusiker Peter Thomas (Raumpatrouille Orion) das letzte Ass \u00fcbers Feld schmettert. Dazwischen finden sich zahlreiche Rarit\u00e4ten der verfunkten Eleganz, die hier ihre CD-Erstver\u00f6ffentlichung erfahren. Alles in allem also die perfekte Erg\u00e4nzung f\u00fcr die retro-affine Plattensammlung, der ja schon der erste Teil dieser Reihe einige Leckerbissen abseits der plumpen Schlagergesellschaft hinzuf\u00fcgte. Etwas kr\u00e4ftiger in die Pedale getreten wird anschlie\u00dfend bei den Jungs von <a href=\"http:\/\/www.forum.musikexpress.de\" target=\"_blank\"><strong>Trend<\/strong><\/a><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/trend.jpg\" alt=\"trend.jpg\" class=\"right\" \/>. Schlicht \u201eVier\u201c schimpft sich deren energisch stampfendes Punkrockbrett Turbostaatscher Gattung. Dass die Jungs dabei darauf achten, dass vor lauter Brachialit\u00e4t auch mal auf den melodischen Modus umgeschaltet wird, verschafft der Scheibe eine geh\u00f6rige Portion Abwechslung. Trotzdem wirkt hier mancher Text etwas leicht zu durchschauen. Und es stellt sich die Frage, warum das Teil eigentlich \u201evier\u201c getauft wurde, wenn das doch eigentlich der dritte Release der Jungs ist. Ist das jetzt schon wieder der neue \u201eTrend\u201c, allen anderen einen Schritt voraus zu sein? Sachdienliche Hinweise bitte an die Redaktion weiterleiten. Und zwischenrein vielleicht mal auf ein Konzert der Jungs gehen. Da soll es n\u00e4mlich laut zahlreicher Beobachter so richtig derbe abgehen. Ich jedenfalls werde erstmal dran bleiben und mir diese Scheibe so lange sch\u00f6n h\u00f6ren, bis sich die schw\u00e4cheren Passagen in Wohlgefallen aufl\u00f6sen. Dieses Album verdient Aufmerksamkeit. Und schafft in seinen besten Momenten namens \u201ePrinz von Homburg\u201c und \u201eFreundliches Feuer\u201c das Kunstst\u00fcck, die Kompromisslosigkeit der alten Tage in poppige Eleganz zu \u00fcberf\u00fchren. Nicht so richtig warm werde ich hinterher<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/bernhard-eder.jpg\" alt=\"bernhard-eder.jpg\" class=\"right\" \/> mit <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/bernhardeder\" target=\"_blank\"><strong>Bernhard Eder<\/strong><\/a>. Der klingt zwar auf seinem Album \u201eTales From The East Side\u201c sehr versiert und traumwandlerisch. Und die eingestreuten, Balkan-Momente sind sogar \u00e4u\u00dferst subtil mit den melancholischen Sounds verwoben. Aber wo ein Damien Rice immer wieder einen Widerhaken oder ein Schluchzen zu viel in seine Songs einstreut, um dadurch dissonant zu wirken, l\u00e4uft Bernhard Eders Album geradewegs nach vorne, ohne viel Aufsehen zu erregen. Gerade in diesen herbstlichen Tagen d\u00fcrfte dieses Album dabei zweifelsohne auf durchweg positive Resonanz in den einschl\u00e4gigen Kneipen deines Vertrauens sorgen. Und sicher wird es nicht wenige geben, die sich in diesen Kl\u00e4ngen in trauter Zweisamkeit vor den Kamin kuscheln, um den Funken des Feuers beim Salti schlagen zuzusehen. Mir allerdings fehlt irgendwie dieser Moment, in dem es \u201eklick\u201c macht und man sich v\u00f6llig auf den warmen Sound der Musik einzulassen bereit ist. Das gelingt mir dann wiederum bei <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/fuzzmaninthehouse\" target=\"_blank\"><strong>Fuzzman<\/strong><\/a>. Der Bassist der wunderbaren Band Naked Lunch pr\u00e4sentiert auf seinem zweiten Album \u201e2\u201c erhabene Momente der indie-poppigen Gl\u00fcckseeligkeit. Das ist schon allein deshalb bemerkenswert, weil sich der Vorg\u00e4nger noch in einem \u00e4u\u00dferst kargen Soundgewand pr\u00e4sentierte. Diesmal allerdings steuern die Songs auf den gro\u00dfen Popmoment zu. Man kann regelrecht die Flammen der Feuerzeuge<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2008\/12\/fuzzman.jpg\" alt=\"fuzzman.jpg\" class=\"right\" \/> sehen, die bei seinen Konzerten in Richtung Clubhimmel gereckt werden. Es gibt kaum einen Track auf dieser Scheibe, der einen nicht ergreift mit seiner hymnischen Eleganz. Ziel gerichtet werden zudem Stressmomente, wie \u201eWhen Life Becomes A Handgranade\u201c zwischen die Songs gestreut, die daf\u00fcr sorgen, dass man es sich nicht zu gem\u00fctlich macht in der Rolle des Konsumenten. In Mastermind Herwig Zamernik steckt n\u00e4mlich immer noch ein Musiker, der die Zuh\u00f6rer herausfordern will. Und gerade deshalb galoppiert man nur zu gerne mit \u201eOld Man Down\u201c in Richtung Sonnenuntergang. Erfreut sich zu \u201eBased On Nothing\u201c an der verzerrten Spiegelung des Mondes in der Wasseroberfl\u00e4che. Und ber\u00fchrt sanft die Lippen der Herzallerliebsten zu den z\u00e4rtlichen T\u00f6nen von \u201eLove &amp; Laugh\u201c. Sp\u00e4testens bei \u201eA Break For The Broken Ones\u201c ist man dann wie erschlagen von dieser so detaillierten, wie emotionalen Musik und genie\u00dft einfach nur den sch\u00f6nsten Monta-Moment, den Tobi Kuhn nie geschrieben hat. Insgesamt ein \u00fcber weite Strecken ergreifendes Indie-Pop Werk zu dem sich Melancholiker und Indierocker verstohlen die H\u00e4nde reichen, um zum Abschluss einen Walzer aufs Parkett zu legen. Also lasst\u00b4s euch gut gehen. Peace, Love &amp; Happiness und so\u2026 Bis zum n\u00e4chsten Zuckerbeat.<br \/>\n<em>\/\/ von: alexander nickel-hopfengart<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist doch immer wieder sch\u00f6n, wenn sich Bands auf ihrem Deb\u00fctalbum gleich mal selbst zu Grabe tragen. \u201eThe Curse Of The Sugars\u201c hat jedenfalls das Potenzial, die Szenerie einer Schneelandschaft in die Atmosph\u00e4re eines Lynch Films zu tauchen. 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