{"id":2661,"date":"2009-01-29T14:04:26","date_gmt":"2009-01-29T13:04:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2661"},"modified":"2009-05-26T11:44:29","modified_gmt":"2009-05-26T10:44:29","slug":"zuckerbeat-volume-48","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2661","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat volume 48"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/franz-ferdinand.jpg\" alt=\"franz-ferdinand.jpg\" \/>Jetzt isses also so weit. Die herzallerliebsten<strong> <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/franzferdinand\" target=\"_blank\">Franz Ferdinand<\/a> <\/strong>haben ihr neues Album raus gehauen. Und auch wenn die Stimmung nach dem \u00f6den Vorg\u00e4nger ziemlich ged\u00e4mpft war, hat man sich nat\u00fcrlich trotzdem ganz doll drauf gefreut, dass da jetzt endlich neuer Stoff aus der Pipeline tr\u00f6pfelt. Gleich im Opener \u201eUlysses\u201c (liegt derzeit \u00fcbrigens einem nicht ganz unbekannten Musikmagazin als schicke Vinyl-Single! bei) wird dann klar: Berechenbar wollen die Jungs auch anno 2009 nicht sein. Nur so ganz dem Hitappeal verschlie\u00dfen k\u00f6nnen sie sich auch nicht. Ganz im Gegenteil. Eigentlich dampft das ganze Album nach dem zahmen Auftakt drauf los, wie ne tiefer gelegte Lok auf Freiflug \u00fcber die Klippen. Jedenfalls scheint man inzwischen wieder Lust am sympathischen Stampfen auf dem Dancefloor bekommen zu haben. <!--more-->Wo beim Vorg\u00e4nger noch das uns\u00e4gliche \u201eDo You Want To\u201c mit dick aufgetragenen Produktion vor sich hin klotze, wie Holzf\u00e4ller, wird die Kettens\u00e4ge diesmal auf stumm geschalten und sich wieder auf die Melodien besonnen. Im Glanze eines solch hymnischen Refrains, wie ihn das sagenhafte \u201eLucid Dreams\u201c da in die Geh\u00f6rg\u00e4nge wuchtet, st\u00f6rt solch ohrenbet\u00e4ubendes Gedr\u00f6hne nur und auf der n\u00e4chsten Party sind sie mit dem Trademark als tanzbarster Indie-Act der Gegenwart eh schon gebucht. Also Schuster bleib deine(n-m) Leisten. Dann klappts auch mit dem Publikum. Das wird ihnen n\u00e4mlich f\u00fcr diese hittige \u201eDrei\u201cstigkeit mal wieder ein Denkmal setzen. Ganz so hell, wie der unerreichte Erstling schimmert \u201eTonight: Franz Ferdinand\u201c zwar nicht, aber wen juckt das schon: schlie\u00dflich hat bisher auch keine andere Band an der Bestmarke von den Jungs geschnuppert. Dementsprechend feiern wir hier in gewisser Weise den sch\u00f6nsten \u201eScheiter\u201chaufen im Hexenkessel der Popmusik. Und mal ganz im ernst: Wer will schon immer perfekt sein? Also genie\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/mike-doughty.jpg\" alt=\"mike-doughty.jpg\" width=\"299\" height=\"298\" \/>Und hinterher freuen, dass endlich mal jemand das Solowerk von Soul Coughing S\u00e4nger <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/mikedoughty\" target=\"_blank\"><strong>Mike Doughty<\/strong><\/a> f\u00fcr den hiesigen Markt aufpoliert. Jedenfalls sind dir in den letzten Jahren viele schmissige Hits entgangen, wenn du keine seiner Scheiben im Schrank stehen hast. Vorausgesetzt nat\u00fcrlich du versp\u00fcrst eine gewisse Affinit\u00e4t zum romantischen Ges\u00e4usel der Counting Crows und Smoking Popes. In den besten Momenten jedenfalls schreibt Mike Doughty Songs, die du zu n\u00e4chtlicher Stunde deiner Herzallerliebsten ins Ohr fl\u00fcstern k\u00f6nntest. Und wenn du ihr dann noch ganz tief in ihre Augen schaust, wird sie vor lauter Gl\u00fcck ihre ganze Kuschelrock-Kollektion in den M\u00fcll pfeffern und die Menschheit -also vorwiegend dich- von dem Schmerz erl\u00f6sen, der da allabendlich auf dich einstr\u00f6mt. Die Compilation zehrt dabei von vier Alben und unz\u00e4hligen EPs. Was dazu f\u00fchrt, dass die 19 Songs ausnahmslos Hitcharakter aufweisen. Und in ihren besten Momenten einen leicht verschrobenen Vibe ausstrahlen. Dass es Mike dabei gelingt, einen derma\u00dfen glatten Poprocker wie \u201eI Just Want The Girl In The Blue Dress To Keep On Dancing\u201c ohne Selbst-Sch\u00e4m-weil-das-ist-ja-doch-irgendwie-Radiomucke-Feeling rauszuhauen, kann man ihm gar nicht zu hoch anrechnen. Und ohne Schei\u00df. Eine bessere \u201eIntroduction\u201c eines hier noch nahezu unbekannten K\u00fcnstlers, werdet ihr in diesem Fr\u00fchjahr auch nicht mehr um die Ohren gehauen bekommen. Also anchecken.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/arnaud-rebotini.jpg\" alt=\"arnaud-rebotini.jpg\" \/>Und hinterher mal in elektronische Gefilde abtauchen. Der Grund, warum<strong><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/arnaudrebotini\" target=\"_blank\">Arnaud Rebotinis<\/a> <\/strong>neues Album so \u201eold school\u201c klingt, liegt jedenfalls in der Art der Produktion. Der renommierte K\u00fcnstler, der vielen unter dem Namen seines Alter Egos Black Strobe besser bekannt sein d\u00fcrfte, hat f\u00fcr sein Album \u201eMusic Components\u201c lediglich auf analoge Instrumente zur\u00fcckgegriffen. Also hat er die alten Synthies aus dem Keller gekramt, die Staubschicht auf den Computer gepustet und fr\u00f6hlich drauf los gepoltert. Dementsprechend klingt sein Album auch ziemlich retro. In technoider Atemlosigkeit ballert er sich durch die Tracks, die zeitweise wirken, als h\u00e4tten man den Zeiger der Uhr k\u00fcnstlich zur\u00fcck gefahren. Die Puristen unter seinen Anh\u00e4ngern d\u00fcrften an diesem Ansatz sicher die reine Freude haben. Und man muss zugeben, dass der ein oder andere Track auch ziemlich rein knallt. Allerdings h\u00e4tte man sich am Ende vielleicht doch mal dem ein oder anderen zeitgen\u00f6ssischem Thema widmen k\u00f6nnen. Unter analogen Vorrausetzungen w\u00e4re da ein ziemlich hohes Potenzial an vision\u00e4rer Energie sicher noch besser aufgehoben gewesen. Womit wir uns mal einer durchaus vision\u00e4ren S<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/kleze\" target=\"_blank\"><strong><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Womit wir uns mal einer durchaus vision\u00e4ren Scheibe namens \u201eVom Feuer der Gaben\u201c zuwenden. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann ich die Jungs von<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/kleze\" target=\"_blank\"><strong> Klez.e<\/strong><\/a> mal derart harmonieverliebt und poppig erlebt h\u00e4tte. Vorbei die Zeit, in der sie ihre Alben einem geschlossenen Kontext unterordnen? Denkste\u2026 Auch anno 2009 klingen Klez.e noch nach einem Flussbett, aus dem sich immer wieder einzelne Wassertierchen nach oben sch\u00e4len um Pirouetten zu drehen. Dennoch entfalten die Songs diesmal auch f\u00fcr sich allein \u2013 los gel\u00f6st aus den Zw\u00e4ngen der Albumproduktion \u2013 einen fast tanzbaren Charme. Wenn diese Musik \u00fcberhaupt noch vergleichbar ist, dann noch am ehesten mit dem Output von Radiohead zu \u201eOk Computer\u201c \/ \u201eKid A\u201c \u2013 Zeiten. Immer wieder sch\u00e4len sich aus den vertrackten Songstrukturen schwelgerische Melodien, die einen umwerfen. Da wo Polarkreis 18 zuletzt mit \u201eAllein allein\u201c den Platz an der Sonne f\u00fcr sich beanspruchten, verstecken sich Klez.e lieber im Schatten. Ihre Songs str\u00f6men von einem dunklen Ort auf einen ein. Sie \u00fcberkommen dich nachts, wenn du durch die Stra\u00dfen l\u00e4ufst und das Flackern der Stra\u00dfenlaternen ein Tor zu einer anderen Welt aufst\u00f6\u00dft. Das, was sonst im L\u00e4rm der Stadt verhallt, wird auf \u201eVom Feuer der Gaben\u201c ins Bewusstsein zur\u00fcck geholt. Anders gesagt: Dass die Songs in solch mysteri\u00f6se Eleganz gekleidet wurden, verleitet nur allzu sehr dazu, sich Kopfh\u00f6rer \u00fcber die Ohren zu st\u00fclpen, die Augen zu schlie\u00dfen und den Alltag f\u00fcr eine Stunde aus dem Leben zu verbannen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/original-silence.jpg\" alt=\"original-silence.jpg\" \/><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thefirstoriginalsilence\" target=\"_blank\"><strong><\/strong><\/a><\/p>\n<p>Ein ziemlich krudes Bild ergibt sich, wenn man sich bei vollem Bewusstsein das neueAlbum von<a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/thefirstoriginalsilence\" target=\"_blank\"><strong>Original Silence<\/strong><\/a> reinzieht. Auf \u201eThe Second Original Silence\u201c fr\u00f6hnen Thurston Moore (Sonic Youth) und seine Kumpanen fr\u00f6hlich dem verzerrten Free Jazz-Wahnsinn. Daraus entspringt ein l\u00e4rmdurchtr\u00e4nkter Amoklauf der Instrumente, der in sieben bis 22min\u00fctigen Infernos endet. Im Geiste eines Thelonious Monk lenken die Protagonisten ihr musikalisches Schaffen in bisher unerforschte Klanggebiete, verlieren dabei aber zunehmend den Kern des Songs aus den Augen. Als Zuh\u00f6rer ist es zeitweise fast schmerzhaft zuzuh\u00f6ren, wenn sich das chaotische Treiben \u00fcber einen ergie\u00dft. Trotzdem wohnt dieser Platte eine gewisse Faszination inne. So kompromisslos wie hier werden heutzutage kaum noch Grenzen ausgelotet. Genauso kann ich mich nur an ganz wenige Scheiben erinnern, auf denen zuletzt die w\u00fctenden Passagen so dynamisch mit verst\u00f6rend wirkenden Ruhephasen verkn\u00fcpft wurden. Letztlich entstehen daraus flimmernde Klanggebilde, die den sechs Musikern alles&#8230; und zwar wirklich alles abverlangen. \u201eThe Second Original Silence\u201c ist damit letztlich nicht weniger als ein kompromissloses Sammelbecken f\u00fcr Meistermusiker, die sich ganz gezielt \u00fcber jegliche Konventionen erheben. Ein schlicht be\u00e4ngstigendes Album.<\/p>\n<p>Was man am Besten mit einem tanzbaren Tune kontert. F\u00fcr eine geh\u00f6rige Portion Schubkraft unter der House-Anlage sorgt dabei der Londoner DJ und Produzent <strong>J<\/strong><img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/jesse-rose.jpg\" alt=\"jesse-rose.jpg\" \/><a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/jesseroseandcontent\" target=\"_blank\"><strong>J<\/strong><strong>esse Rose<\/strong><\/a> mit seinem Longplayer \u201eWhat Do You Do If You Don\u00b4t\u201c. Neben Gastauftritten von Afra &amp; The Incredible Beatbox Band und David E Sugar sind auch Hot Chip auf der Scheibe am Start. Dementsprechend geht\u2019s hier zeitweise auch \u00e4u\u00dferst poppig zu. Der renommierte DJ, den manche von euch vielleicht aus der Berliner Panorama Bar kennen, verkn\u00fcpft auf seinem bunten Mix an Stilen auf elegante Weise wabernde B\u00e4sse mit Acid-Irrsinn und bastelt ein \u00e4u\u00dferst kurzweiliges, aber ebenso spannungsgeladenes Album, das einen als H\u00f6rer kurzerhand zum Jonglieren mit Wunderkerzen anregt. Unter den spr\u00fchenden Funken f\u00e4ngt man dann heftig an, den K\u00f6rper in zuckender Gl\u00fcckseligkeit vollends der Musik auszuliefern. Kurz gesagt: Bei dieser Platte brennt die H\u00fctte. Dabei wird  das Genre zwar nicht neu erfunden, aber immerhin ein schr\u00e4ger Streifzug durch die Geschichte hingelegt und auf das Jahr 2009 upgedatet. Insgesamt also ein \u00e4u\u00dferst empfehlenswerter Post-House-Tune, der hinterher von einer kleinen Geschichtsstunde<img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/lynne-hanson.jpg\" alt=\"lynne-hanson.jpg\" \/> in Sachen Mixing gekontert wird. Ziemlich klassischen Songwriterpop mit Folkans\u00e4tzen verarbeitet <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/lynnehanson\" target=\"_blank\"><strong>Lynne Hanson<\/strong><\/a> hinterher auf ihrem Album \u201eEleven Months\u201c zu einem unaufgeregten Mix gepflegter Langeweile. Zu dieser Scheibe kann man leicht angetrunken in einer vernebelten Bar fr\u00f6hlich im Takt schunkeln und sich durch die alkoholischen Versuchungen nippen. Ich werde mit diesem Sound leider nicht warm. Die Musik klingt so derma\u00dfen traditionell &amp; versiert, dazu noch stark vom Country beeinflusst, dass ich mich ganz unweigerlich in eine Strohballen-Szenerie versetzt sehe. Das juckt dann so derma\u00dfen unter den Fingern, das ich mich schnell auf die Suche nach zeitgem\u00e4\u00dferen Kl\u00e4ngen mache.<a href=\"http:\/\/profile.myspace.com\/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&amp;friendid=63433031\" target=\"_blank\"> <\/a><strong><a href=\"http:\/\/profile.myspace.com\/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&amp;friendid=63433031\" target=\"_blank\">Bosse<\/a> <\/strong>kommt mir da gerade recht. Dessen neues Album \u201eTaxi\u201c beginnt mit dem Song \u201e3 Millionen\u201c schlicht erhaben. Durchs Leben stolpernd, in entwaffnender Ehrlichkeit fr\u00f6nt der Braunschweiger Musiker dem Moment, an dem man am Rande der Klippen steht und nur darauf wartet, dass einen jemand zur\u00fcck auf festen Boden zerrt. \u00dcberhaupt. Diese Scheibe klingt so charmant<img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/bosse.jpg\" alt=\"bosse.jpg\" \/> unaufgeregt und gerade heraus, dass man ihr die ein oder andere textliche Schwachstelle nur allzu gerne als \u201eauthentischen Moment\u201c durchgehen l\u00e4sst. Rutschte der Musiker fr\u00fcher hin und wieder auf dem schmalen Grad zwischen charttauglichen Einheitsbrei und musikalischen Ambitionen aus, lenkt er sein musikalisches Dreirad nun versiert an allen Stolpersteinen vorbei in Richtung Herzklappen. Kurz gesagt: diese Scheibe geht direkt dorthin, wo es weh tut. Das mag manchem, der schon mit der gef\u00fchlsduseligen Art von Virginia Jetzt! oder Anajo so seine Probleme hatte, durchaus das ein oder andere Mal ein St\u00fcck zu weit gehen. Im richtigen Moment abgespielt, k\u00f6nnen diese Songs dich trotzdem wieder aus dem tiefen Loch zerren. Bosses neue Platte ist wie ein \u201eTaxi\u201c, das einen mitnimmt und all die Dramen, die da am Wegesrand auf einen warten, in einer Staubwolke versenkt. Und jetzt ab in Richtung Freiheit\u2026 und gef\u00fchlte 500 Euro sp\u00e4ter auf einen gem\u00fctlichen Zwischenstopp bei<strong> <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/nealcasal\" target=\"_blank\">Neal Casal<\/a><\/strong> halt gemacht. Der kalifornische Songschreiber ist manchem unter Umst\u00e4nden bereits als Lead Gitarrist der allseits beliebten Ryan Adams Backing-Band \u201eThe Cardinals\u201c aufgefallen. <img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/neal-casal.jpg\" alt=\"neal-casal.jpg\" \/>Alle anderen sollten sich nicht scheuen, seinem Solo-Ausflug in Richtung Neil Young und Konsorten ein wenig Geh\u00f6r zu schenken. Die eine oder andere Perle findet sich n\u00e4mlich durchaus unter den traditionsbewussten Songs seines Deb\u00fctalbum \u201eRoots &amp; Wings\u201c. Am besten setzt man sich zu dieser Musik Kopfh\u00f6rer auf und schlendert durch verschneite Landschaften. Ich garantiere euch. Der Schnee wird unter euren F\u00fc\u00dfen dahin schmelzen und den Blick auf die staubigen Felder frei geben. Die Sonne wird zum Himmelszelt empor steigen und der Wind dir aus den staubigen \u00dcberresten am Wegesrand einen Strohhut auf das zottelige Haar hieven. Diese Musik ist schlicht wie geschaffen, um von einer alten Jukebox aus mit Sheryl Crow und Ryan Adams um die Gunst des gro\u00dfen Moments zu buhlen. Wie der aussieht. Das m\u00fcsst ihr schon selbst definieren. Oder ihr werft euch schon mal trainingshalber ein paar fesche Badeklamotten \u00fcber und freut euch in Gedanken auf den anstehenden Sommer. <a href=\"http:\/\/www.guadalajara-music.de\" target=\"_blank\"><strong>Guadalajara<\/strong> <\/a>(nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt in Mexiko) machen sich jedenfalls schon mal auf, den passenden Soundtrack f\u00fcr das kollektive Ringelreih-Tanzen auf einer sonnendurchfluteten F<img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/guadalajara.jpg\" alt=\"guadalajara.jpg\" \/>estivalwiese raus zu posaunen. Ich muss jedenfalls lange zur\u00fcck denken, wann ich zum letzten Mal ein solch euphorisches Ska-Punk-Brett aus \u00f6sterreichischen Landen erleben durfte. Da vergisst man sofort den ein oder anderen textlichen Stolperstein, den sie eingebaut haben und wirft sich Hals \u00fcber Kopf ins weite Gr\u00fcn. Steckt sich freudetrunken ein paar G\u00e4nsebl\u00fcmchen in die Haarspitzen und pustet so lange drauf los, bis sich ein Seifenblasenregen \u00fcber die Szenerie ergie\u00dft. Ich sag euch, ich steht jetzt schon halbh\u00fcpfend im Zimmer, weil ich mich nicht entscheiden kann, ob ich meinem Drang zum Tanzen nachgeben soll, oder euch weiterhin von dieser so berauschenden, wie zuf\u00e4lligen Ska-Punk Entdeckung berichten soll. Einfach die Anlage aufdrehen und in einem Gl\u00fcckstaumel versinken. Mit \u201eWeapons Of Mass Seduction\u201c f\u00fchlt man sich zeitweise fast beseelt die Schneeschichten vor dem Haus eigenh\u00e4ndig mit einer dicken Schicht Sonnenblumen zu \u00fcberdecken. Die perfekte Sommerplatte, die auch im Winter Spa\u00df macht. Also unbedingt mal anchecken das Teil. Und sich dann hinterher noch auf eine kleine Turtelei zwischen Violet Clark und Black Francis (Ex-Pixies) einlassen. Die bewerfen sich auf \u201ePetits Fours\u201c unter den bet\u00f6renden Schwingen ihres gemeinsamen Projekts<strong> Grand Duchy<\/strong> mit so vielen Z\u00e4rtlichkeiten, dass man sich f\u00fchlt wie ein gefallener Engel nach gegl\u00fcckter Fl\u00fcgeloperation. Schlicht euphorisierend gelingt das Wechselspiel der Geschlechter. Mit einfachsten Mitteln preschen die synthetisch unterwanderten Melodien direkt <img decoding=\"async\" class=\"right\" src=\"http:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2009\/01\/grand-duchy.jpg\" alt=\"grand-duchy.jpg\" \/>ins Tanzbein, dass man meint, diese Offensichtlichkeit m\u00fcsste sich irgendwann r\u00e4chen. Tut sie aber nicht. Stattdessen zieht einen die Scheibe mit jedem Durchlauf tiefer in einen Sog der Euphorie. Und wenn Black Francis in \u201eBlack Suit\u201c ein sagenhaftes \u201ethe boy looks so devine\u201c ins Mikro schmettert und dabei mehr kr\u00e4chzt, als singt, erreicht diese Scheibe eine Emotionalit\u00e4t, die einen schier fassungslos zur\u00fcckl\u00e4sst. Ich habe jedenfalls seit langem kein gelungeneres Duett mehr geh\u00f6rt, als dieses. Hier scheinen sich Gegens\u00e4tze wie von selbst aufzul\u00f6sen und \u00fcberhaupt wirkt alles wie ein ausgelassener Jam der Emotionen. Leider ist das Ganze schon nach neun Songs und knapp 40 Minuten zu Ende. Bleibt aber dennoch ein gegl\u00fccktes Beispiel f\u00fcr einen gelungenen Ann\u00e4herungsversuch zweier brillanter Einzelk\u00fcnstler. Und damit machen wir mal Schluss f\u00fcr heute. Mehr gute Musik gibt\u2019s im n\u00e4chsten Zuckerbeat.<br \/>\n<em>\/\/ von: alexander nickel-hopfengart<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt isses also so weit. 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