{"id":2754,"date":"2009-02-23T11:13:44","date_gmt":"2009-02-23T10:13:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2754"},"modified":"2009-04-29T14:05:21","modified_gmt":"2009-04-29T13:05:21","slug":"gedanken-zum-flatrate-saufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=2754","title":{"rendered":"\/\/ gedanken zum flatrate-saufen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Flatrate-Saufen<\/strong>, dieses Schlagwort geistert schon seit geraumer Zeit durch die Medien. Jugendliche, oftmals minderj\u00e4hrigen Alters, wetteifer darum, wer sich am Schnellsten und scheinbar auch am Effektivsten betrinken kann. Das deutsche Jugendschutzgesetz, sieht Bier und Wein erst am 16 Jahren vor, den harten Stoff erst am 18 Jahren. Sinn und Zweck der \u00dcbung ist, die Jugendlichen vor k\u00f6rperlichen Sch\u00e4digungen zu bewahren und vor allem, sie auch vor ihrem jugendlichen \u00dcbermut zu sch\u00fctzen, denn wer beginnt zu Alkohol zu trinken, kann oftmals nicht verantworungsvoll damit umgehen.<!--more--><\/p>\n<p>Was einem daran so gro\u00dfe Sorgen macht ist die Anzahl derer die jedes Wochenende mit akuter und teilweise sogar fast <strong>lebensbedrohlicher Alkoholvergiftungen<\/strong> in die Klinik eingeliefert werden. Nicht nur um auszun\u00fcchtern, nein um auch das Schlimmste zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Besonders erschreckend daran ist das Alter der Jugendlichen<\/strong>, dass scheinbar immer geringer wird. So berichten verschiedenste Zeitungen \u00fcber 14 J\u00e4hrige, die so viel Alkohol getrunken haben, dass sie einen Promillewert \u00fcber 2,0 aufweisen oder sogar ins Koma fallen. Wer sich erinnert, der wei\u00df, dass es sogar schon einen Todesfall gegeben hat. Ein Jugendlicher der mit einem Wirt um die Wette getrunken hat und nach 50 Tequila zusammengebrochen und nie mehr aufgewacht ist.<\/p>\n<p>Aber auch solche abschreckenden Beispiele, die auch mit Recht in den \u00d6ffentlichkeit disskutiert und publiziert werden, k\u00f6nnen diesem Treiben keinen Einhalt gebieten.<\/p>\n<p><strong>Was treibt die Jugendlichen blo\u00df dazu, so viel zu trinken, dass sie nicht mal mehr wissen wie sie hei\u00dfen, vor allem, was treibst sie dazu es immer wieder zu tun?!<\/strong> Denn oft reicht ein solches schlimmes Erlebnis nicht um sie davon abzuhalten, viele tun es immer wieder.<\/p>\n<p><strong>Was steckt dahinter?<\/strong> Der Gruppenzwang? Das Ich-muss-cool-sein? Jugendlicher Leichtsinn oder \u00dcbermut? Das man an seine Grenzen geht und diese auch mehr als ausreizt, dass kennt wohl jeder von seiner Sturm und Drangphase. Das zu durchlaufen ist v\u00f6llig normal, nur manchmal hat man das Gef\u00fchl, dass die Grenzen dessen, was man so tut, wenn man pubertiert, sich immer weiter verschieben und zwar nach unten. Grenzen auszutesten, Grenzen zu \u00fcberschreiten, die der Eltern, der Gesellschaft oder auch sich selbst zu \u00fcbersch\u00e4tzen geh\u00f6rt zum Erwachsenwerden wohl dazu. So traurig das ist.<br \/>\nDem gro\u00dfen Reiz des Unbekannte zu widestehen oder auch mal das Verbotene ausprobieren zu wollen, das ist auch noch im Rahmen, dessen was man eben so tut wenn die Hormone verr\u00fcckt spielen.<\/p>\n<p><strong>Alleine schon das Wort, Flatrate-Saufen.<\/strong> Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen l\u00e4sst. Flatrate kennt man sonst nur im Zusammenhang mit Internet oder von mir aus auch mit Handy- oder Telefonflat. Flatrate meint, Trinken ohne Limit, so viel wie eben reingeht, soviel man eben will. Was das Wort impliziert ist, so viel Trinken, bis man Oberkante voll ist.<br \/>\n<strong> Ist es Gier?<\/strong> Ist es der Gedanke ich muss genug bekommen f\u00fcr mein Geld? Ist es das selbe Ph\u00e4nomen wie bei Buffets oder All-you-can-eat-Veranstaltungen, dass man sich so voll schlagen muss, dass sich der Preis wirklich gelohnt hat? Blo\u00df, weil man f\u00fcr etwas zahlt, und so viel nehmen kann wie man will, muss es doch nicht unbedingt hei\u00dfen, dass man auch so viel nimmt, bzw. so viel, dass man sich fast \u00fcbergeben muss oder den ganzen Tag am Telefon oder Handy h\u00e4ngt. Hier beginnen zumindest beim Essen die Grenzen des guten Geschmacks, Essen sollte man genie\u00dfen, aber stattdessen schlingen wir ins uns rein was nur geht. Beim Telefonieren, wer hat denn so viel zu sagen, bzw. was gibt es denn so wichtiges zu sagen, dass man fast 12 h am Tag am H\u00f6rer h\u00e4ngen muss. Das ist kein genie\u00dfen mehr, das ist konsumieren, und zwar zwanghaftes. Wir kriegen den Hals nicht voll genug im wahrsten Sinne des Wortes. In Zeiten in denen das Geld und Arbeitspl\u00e4tze knapp werden, scheinen wir aus allem was wir tun, das Meiste herausholen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Was ich mich dabei nur frage ist, holen wir denn dadurch wirklich alles f\u00fcr uns heraus? <\/strong>Wir essen bei einem Buffet, mehr als wir eigentlich k\u00f6nnen, haben Bauchschmerzen oder uns ist spei\u00fcbel. Wir telefonieren den ganzen Tag, kommunizieren \u00fcber unwichtige Lapalien und haben eigentlich nichts Sinnvolles zu erz\u00e4hlen. Und beim Trinken, die Jugendlichen trinken, soviel sie eben noch trinken k\u00f6nnen, bis ihr Zustand es nicht mehr zul\u00e4sst noch mehr zu Tanken, so viel, dass sie mit ihre Gesundheit und im schlimmsten Fall sogar mit ihrem Leben spielen.<br \/>\nDie Folgen dieses Kampfsaufen sind oft nicht absehbar, Organsch\u00e4digungen oder komat\u00f6se Zust\u00e4nde. <strong>Und wof\u00fcr das alles?<\/strong> Um nicht als Weichei dazustehen, um f\u00fcr sein Geld alles herauszuholen? <strong>Weil wir einfach nicht wissen, wann genug einfach genug ist<\/strong>.<br \/>\nDer Zustand, in dem man sich nach einer solchen Saufeinlage befindet, ist oft \u00fcberhaupt nicht mehr lustig:  kotzend in einer Ecke zu liegen, von der Polizei nach Hause gebraucht zu werden oder gar die Augen erst wieder im Krankenhaus aufzschlagen.<\/p>\n<p>Der Abend mit den Freunden ist recht schnell vorbei, meistens kann man sich am n\u00e4chsten Tag an nichts mehr erinnern. Wer trinkt um zu vergessen, der hat sein Ziel erreicht. <strong>Aber im Zweifel m\u00f6chte man doch einen sch\u00f6nen Abend mit seinen Freunden haben?!<\/strong> Doch wenn man sich so die Laternen aussschie\u00dft, dass man am n\u00e4chsten Tag nicht mal mehr etwas davon wei\u00df, oder man nur durch Erz\u00e4hlungen den Abend rekonstruieren kann, dann f\u00e4llt es mir wirklich schwer, denn Sinn hinter dem allen zu sehen.<\/p>\n<p>Spinnen wir das doch mal weiter, wenn nun jeder aus einem Freundeskreis sich so volllaufen l\u00e4sst, dass keiner mehr in der Lage ist sich zu artikulieren, zu gehen oder den Notartz zu verst\u00e4ndigen, wenn alle nur in dem unnat\u00fcrlichen alkoholisierten Zustand miteinander feiern, wenn das \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich ist mit dem Gehalt an Alkohol im Blut, wer kann dann noch am n\u00e4chsten Tag erz\u00e4hlen wie der Abend eigenltich war oder viel schlimme: <strong>Wer soll noch lebensrettende Ma\u00dfnahmen einleiten?!<\/strong><\/p>\n<p>All die Peinlichkeiten der vergangenen Nacht sind vergessen oder verziehen, denn mit Alkohol bzw. ab einem gewissen Pegel, verliert man nicht nur die Hemmungen, sondern auch jedes Moral- und Anstandsgef\u00fchl. Am n\u00e4chsten Tag kann man sich dann an nichts mehr erinnern und ist fein raus, denn schlie\u00dflich war man ja betrunken. <strong>Aber kann der hohe Alkoholwert im Blut, denn wirklich alles rechtfertigen?!<\/strong><\/p>\n<p>So ist es doch quasi, als h\u00e4tte der Abend nie stattgefunden, weil sich niemand auch nur im Entferntesten daran erinnern kann. Keine Erinnerung, an einen Abend, der mit vielleicht nur der H\u00e4lfte des Alkohols ein toller Abend h\u00e4tte werden k\u00f6nnen, aber so im Krankenhaus oder im Delirium endet.<\/p>\n<p>Solange es noch cool ist, eine ganze flasche Wodka getrunken zu haben, oder wei\u00df der Geier wieviele Kurze, solange auf Ex trinken bis man fast Hops geht noch so angesagt ist, solange wird dieses Thema uns auch noch besch\u00e4ftigen bef\u00fcrchte ich. Wir sehen dieser Entwicklung zu und keiner wei\u00df so recht wem er eigentlich den schwarzen Peter zuschieben soll.<br \/>\n<strong> Sind es die Eltern? Ist es der Staat der mehr Pr\u00e4ventiv- oder Gegenma\u00dfnahmen einleiten sollte? Ist es der gesellschaftliche Verfall von Werten?<\/strong><br \/>\nWas ist, wenn die Eltern keinen Alkohol trinken und die Kinder aber doch ihre Exzesse feiern. Wir k\u00f6nnen und wollen sie schlie\u00dflich nicht 24 h bewachen. Richtlinien f\u00fcr den Umgang von Alkohol im Bezug auf die Jugendlichen gibt es, doch wenn sich keiner daran h\u00e4lt und die Jugendlichen sogar noch anspornt werden wie es z.B. der Wirt mit dem Tequila getan hat, was soll man dann tun? Dieser aber war ein schwarzes Schaf, ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass jeder Wirt einem Minderj\u00e4hrigen eine solche Menge verabreichen w\u00fcrde, geschweige denn \u00fcberhaupt welchen geben w\u00fcrde.<br \/>\nDer Punkt ist auch folgender, selbst wenn sie minderj\u00e4hrig sind und die Folgen ihres Handelns oft nicht in seinem vollen Umfang erfassen k\u00f6nne, sind sie freie Menschen. Jeder entscheidet f\u00fcr sich selbst was und wieviel er trinkt. So sind es die Jugendlichen selbst, die, trotz eines bitterb\u00f6sen Absturz, absolutem Fehlverhalten oder Krankenhaushaufenthalt, sich immer wieder dazu entscheiden so viel zu trinken. Der Effekt mit &#8222;einmal auf die hei\u00dfe Herdplatte gefasst&#8220; scheint hier absolut nicht zu greifen.<\/p>\n<p><strong>Wie appeliert man also an die Vernunft, so dass man auch zu ihnen durchdringt, so dass sie verstehen, dass sie vielleicht auch mit ihrem Leben spielen?<\/strong><br \/>\nMich pers\u00f6nlich, macht das mehr als nachdenklich&#8230;<em><br \/>\n\/\/ ella<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flatrate-Saufen, dieses Schlagwort geistert schon seit geraumer Zeit durch die Medien. Jugendliche, oftmals minderj\u00e4hrigen Alters, wetteifer darum, wer sich am Schnellsten und scheinbar auch am Effektivsten betrinken kann. 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