{"id":31763,"date":"2024-09-15T17:59:57","date_gmt":"2024-09-15T15:59:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=31763"},"modified":"2024-09-15T19:07:15","modified_gmt":"2024-09-15T17:07:15","slug":"presswerke-vol-218-long-dark-night","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=31763","title":{"rendered":"\/\/ presswerke vol. (2)18 &#8211; &#8222;long dark night&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit der neuen Vinyl-LP von Nick Cave &amp; The Bad Seeds<\/em>.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Wild-God-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31777\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Wild-God-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Wild-God-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Wild-God-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Wild-God-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Wild-God-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Wild-God-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Es gibt wenige K\u00fcnstler, die einen so tief in den Bann ziehen wie Nick Cave. Mit \u201eWild God\u201c gelingt ihm und den Bad Seeds wieder einmal das Kunstst\u00fcck, die Dunkelheit der menschlichen Seele zu ergr\u00fcnden \u2013 aber diesmal mit einer unerwarteten Leichtigkeit. Aufgelegt auf wei\u00dfem Vinyl, das aus einem dicken Schuber gleitet, beginnt schon das physische Erlebnis dieser Platte magisch. Die bedruckten Innenh\u00fcllen laden ein, die famosen Lyrics zu durchst\u00f6bern, die bei Nick Cave ja schon immer mehr als nur Beiwerk sind. Sie sind Lyrik, verdammt intensive Poesie, die man in den H\u00e4nden h\u00e4lt. Schon der Einstieg mit \u201eSong of the Lake\u201c hat mich in eine andere Welt katapultiert. Es ist kein klassischer Bad Seeds-Sound, aber er tr\u00e4gt die unverkennbare Signatur dieser Band, die zwischen Konvention und Experiment tanzt. Das Bariton von Cave schwebt, manchmal fast zerbrechlich, \u00fcber den treibenden Beats und melancholischen Melodien, w\u00e4hrend Warren Ellis&#8216; Produktion f\u00fcr die n\u00f6tige Unruhe sorgt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Zusammenspiel der beiden ist wie immer ein Balanceakt zwischen Sch\u00f6nheit und Chaos \u2013 und hier funktioniert das so gut wie lange nicht mehr. Das Titelst\u00fcck \u201eWild God\u201c klingt zun\u00e4chst fast meditativ, aber dann trifft es dich wie ein Schlag. Es hat diese treibende, fast sakrale Energie, die Nick Cave meisterlich aufbauen kann. Man wird mitgerissen und versteht genau, was er meinte, als er sagte: \u201eWenn es trifft, dann trifft es.\u201c Dieser Track ist eines der Highlights, nicht nur wegen der Lyrics, sondern wegen des unfassbaren Spannungsbogens, den die Band hier aufbaut. Die B-Seite beginnt mit \u201eConversion\u201c, und hier wird es experimentell. Der Track klingt wie eine wilde Mischung aus d\u00fcsterem Jazz und krautigem Rock, wobei Caves Stimme immer wieder aus dem Gewirr auftaucht, fast als w\u00fcrde er einen durch ein musikalisches Labyrinth f\u00fchren. \u201eCinnamon Horses\u201c und \u201eLong Dark Night\u201c sind dann die ruhigen Kontraste, die zeigen, dass Cave es immer noch versteht, die feinen, leisen T\u00f6ne zu setzen, ohne dass die Intensit\u00e4t verloren geht. Besonders hervorzuheben ist auch die N\u00e4he zur Vergangenheit der Bad Seeds, die sich immer wieder einschleicht \u2013 aber nicht auf eine nostalgische Art. Nein, diese Momente sind wie Geister, die kurz auftauchen und dann wieder verschwinden, um Platz f\u00fcr die rastlose Vorw\u00e4rtsbewegung zu machen. \u201eO Wow O Wow (How Wonderful She Is)\u201c erinnert in seinem Titel vielleicht an alte Balladen, doch der Sound ist radikal anders: eine Mischung aus leichten, fast poppigen Melodien und d\u00fcsteren, bedrohlichen Untert\u00f6nen. Die Produktion von Warren Ellis und Nick Cave selbst ist ein weiteres Kapitel f\u00fcr sich. \u201eWild God\u201c klingt hervorragend auf Vinyl \u2013 das wei\u00dfe, schwere Vinyl gibt den Tracks die Tiefe, die sie brauchen. Besonders bei Tracks wie \u201eFinal Rescue Attempt\u201c und dem abschlie\u00dfenden \u201eAs the Waters Cover the Sea\u201c sp\u00fcrt man die Erhabenheit, die nur Vinyl liefern kann. Es ist, als w\u00fcrde man in die Songs eintauchen, w\u00e4hrend sie sich entfalten. Insgesamt ist \u201eWild God\u201c ein Album, das die Bad Seeds in ihrer rastlosen, kreativen Kraft zeigt. Es ist kein einfaches Album, aber auch keines, das sich in Schwermut verliert. Vielmehr vermittelt es die Freude am Experiment, die Lust, sich immer wieder neu zu erfinden. Wenn du Nick Cave in seiner besten Form erleben willst, dann hol dir diese Platte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit der neuen Vinyl-LP von Nick Cave &amp; The Bad Seeds. \/\/ Es gibt wenige K\u00fcnstler, die einen so tief in den Bann ziehen wie Nick Cave. Mit \u201eWild God\u201c gelingt ihm und den Bad Seeds wieder einmal das Kunstst\u00fcck, die Dunkelheit der menschlichen Seele zu ergr\u00fcnden \u2013 aber diesmal mit einer unerwarteten Leichtigkeit. 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