{"id":31926,"date":"2024-11-17T16:04:43","date_gmt":"2024-11-17T15:04:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=31926"},"modified":"2024-11-17T16:04:44","modified_gmt":"2024-11-17T15:04:44","slug":"aufgelesen-vol-540-okaye-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=31926","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (5)40 &#8211; &#8222;okaye tage&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Okaye Tage&#8220; von Jenny Mustard.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Jenny-Mustard-643x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31927\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Jenny-Mustard-643x1024.jpg 643w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Jenny-Mustard-188x300.jpg 188w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Jenny-Mustard-768x1223.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Jenny-Mustard-965x1536.jpg 965w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Jenny-Mustard-1286x2048.jpg 1286w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Jenny-Mustard-scaled.jpg 1608w\" sizes=\"(max-width: 643px) 100vw, 643px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Kennt ihr das Gef\u00fchl, wenn man ein Buch aufschl\u00e4gt und pl\u00f6tzlich mitten in einem hei\u00dfen Sommer in London steckt? &#8222;<em>Okaye Tage<\/em>&#8220; von <strong>Jenny Mustard<\/strong> ist so ein Buch, das dich reinzieht, als w\u00fcrdest du selbst auf einer dieser Underground-Partys mit einem Gin Tonic in der Hand stehen, w\u00e4hrend das Chaos und die Melancholie dieser Stadt auf dich \u00fcberspringt. Sam, die impulsive Schwedin, und Luc, der etwas verloren wirkende Tr\u00e4umer, begegnen sich in genau diesem Setting. Beide sind nicht wirklich angekommen \u2013 weder in der Stadt noch im Leben. Sam ist f\u00fcr ein Praktikum in einer dieser Agenturen, bei der man sich nicht sicher ist, ob die Leute dort wirklich arbeiten oder nur \u00fcber Instagram-Strategien f\u00fcr die coolsten Vintage-L\u00e4den diskutieren. Luc dagegen schwebt in einer post-universit\u00e4ren Identit\u00e4tskrise \u2013 er ist nicht wirklich sicher, wo sein Platz ist und ob er \u00fcberhaupt in dieser Stadt oder gar in dieser Welt sein will. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Was &#8222;<em>Okaye Tage<\/em>&#8220; so besonders macht, ist der krasse Mix aus Leichtigkeit und tiefen Emotionen. Die Beziehung zwischen Sam und Luc ist echt, roh, manchmal h\u00e4sslich, aber auch wundersch\u00f6n. Sie verlieben sich schnell, doch beide wissen, dass es nicht f\u00fcr die Ewigkeit sein kann \u2013 und genau das verleiht der Geschichte diesen bitters\u00fc\u00dfen Unterton. Man fiebert mit ihnen mit, wei\u00df aber, dass es immer dieses drohende Ende gibt. Die Art, wie Mustard die H\u00f6hen und Tiefen ihrer Beziehung beschreibt, hat etwas Cinematisches, fast wie ein Indie-Film, den man an einem regnerischen Sonntag schauen m\u00f6chte. Besonders gut gelingt es Mustard, die beiden Perspektiven der Protagonisten einzufangen. Wir springen abwechselnd in Sams und Lucs K\u00f6pfe, und dabei wird klar, wie unterschiedlich sie die Welt \u2013 und einander \u2013 sehen. Sam, die impulsiv und manchmal fast selbstzerst\u00f6rerisch agiert, steht im krassen Gegensatz zu Luc, der st\u00e4ndig gr\u00fcbelt und sich in seinen eigenen Unsicherheiten verliert. Es ist fast so, als w\u00fcrden wir zwei v\u00f6llig verschiedene Liebesgeschichten gleichzeitig lesen \u2013 aber genau das macht den Reiz aus. Der Roman geht dabei weit \u00fcber eine typische Romanze hinaus. Es ist eine Erkundung dessen, was es hei\u00dft, in den Zwanzigern zu sein, diese Phase des Lebens, in der man sich st\u00e4ndig fragt: &#8222;<em>Wer bin ich? Wo geh\u00f6re ich hin?<\/em>&#8220; und vielleicht noch am h\u00e4rtesten: &#8222;<em>Was, wenn das hier nicht genug ist?<\/em>&#8220; Die Unmittelbarkeit und Ehrlichkeit, mit der Mustard diese Fragen aufwirft, ist erfrischend und wird vielen aus der Seele sprechen. Und dann ist da nat\u00fcrlich noch London. Die Stadt spielt fast eine eigene Rolle in der Geschichte, mit all ihren Ecken und Kanten. Sie ist gleichzeitig B\u00fchne und Spiegel f\u00fcr die Verlorenheit der Charaktere. Die beschleunigte Hektik, die anonymen Begegnungen, das st\u00e4ndige Gef\u00fchl, dass man auf der Suche ist, ohne genau zu wissen, nach was \u2013 all das f\u00e4ngt Mustard in einer Art und Weise ein, dass man das Buch kaum weglegen kann. Wenn du auf der Suche nach einem Roman bist, der dir unter die Haut geht, dich zum Lachen bringt, aber auch zum Nachdenken anregt, dann ist &#8222;<em>Okaye Tage<\/em>&#8220; genau das Richtige. Jenny Mustard hat mit ihrem Deb\u00fct einen Nerv getroffen \u2013 und wer einmal in Sams und Lucs Welt eingetaucht ist, wird so schnell nicht wieder rauskommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Okaye Tage&#8220; von Jenny Mustard. \/\/ Kennt ihr das Gef\u00fchl, wenn man ein Buch aufschl\u00e4gt und pl\u00f6tzlich mitten in einem hei\u00dfen Sommer in London steckt? &#8222;Okaye Tage&#8220; von Jenny Mustard ist so ein Buch, das dich reinzieht, als w\u00fcrdest du selbst auf einer dieser Underground-Partys mit einem Gin Tonic in der Hand [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-31926","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--unter-der-haut"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31926","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=31926"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31926\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32308,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/31926\/revisions\/32308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=31926"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=31926"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=31926"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}