{"id":32479,"date":"2024-12-20T13:08:15","date_gmt":"2024-12-20T12:08:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=32479"},"modified":"2024-12-20T13:08:18","modified_gmt":"2024-12-20T12:08:18","slug":"presswerke-vol-232-suesses-oder-saures","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=32479","title":{"rendered":"\/\/ presswerke vol. (2)32 &#8211; &#8222;s\u00fc\u00dfes oder saures&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit der neuen Vinyl-LP von den Blutjungs.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Blutjungs-1024x1015.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32480\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Blutjungs-1024x1015.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Blutjungs-300x298.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Blutjungs-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Blutjungs-768x762.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Blutjungs-1536x1523.jpg 1536w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Blutjungs-2048x2031.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Mit <em>S\u00fc\u00dfes oder Saures<\/em> legen die <strong>Blutjungs <\/strong>nach 28 Jahren Bandgeschichte ein weiteres, morbides Meisterts\u00fcck vor, das irgendwo zwischen Punk, NDW, Schlager, Country und Gothic jongliert \u2013 und zwar mit einem h\u00f6hnischen Grinsen im Gesicht. Schon der erste Song strotzt nur so vor schwarzem Humor: wilde Gitarren, ein treibender Rhythmus, und S\u00e4nger Martin zieht uns mit seiner unverkennbaren Stimme sofort in diesen herrlich verdrehten Kosmos. Wer sich auf die Platte einl\u00e4sst, merkt schnell: Hier wird nichts normal, nichts berechenbar. Die Tracks springen von abgedrehtem Funk zu herzerw\u00e4rmenden Swing, und pl\u00f6tzlich schleicht eine zuckers\u00fc\u00dfe Popnummer daher, nur um im n\u00e4chsten Moment von b\u00f6sen Rockriffs \u00fcberrannt zu werden. Dieses musikalische Chaos ist so konsequent, so eigenwillig, dass es einfach nur genial ist. Das, was die Blutjungs so besonders macht, ist nicht nur die unglaubliche Vielfalt \u2013 es ist vor allem der schwarze Humor. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Texte wimmeln nur so vor absurden Geschichten, skurrilen Figuren und makabren Bildern, die oft zum Lachen sind und manchmal auch ein unangenehmes Kribbeln verursachen. Eine Art groteske Poesie, die mit scharfen Kanten die Abgr\u00fcnde der menschlichen Seele durchforstet. Wenn Martin die kafkaesken Refrains mit diesem verschmitzt-teuflischen Tonfall singt, ist klar: Die Jungs meinen es nicht \u2013 und gleichzeitig verdammt ernst. Manchmal erinnert das ein wenig an die fr\u00fchen Die \u00c4rzte, nur noch d\u00fcsterer und abgefahrener. Musikalisch? Ein Fest. Das Quartett jongliert mit Genres wie kaum eine andere Band. Punkrock, der auf Schlager-Referenzen trifft, Synthie-Passagen, die aus den 80ern stammen k\u00f6nnten, und Volksmusik-Elemente, die so schr\u00e4g eingebaut sind, dass man unwillk\u00fcrlich schmunzeln muss. Die Blutjungs nehmen alles, was sie lieben \u2013 und machen daraus etwas, das nur sie k\u00f6nnen. Das Schlagwort Splatterpop trifft es perfekt: Hier wird gefeiert, zerst\u00f6rt und wieder aufgebaut \u2013 immer mit eing\u00e4ngigen Melodien, die sich sofort festsetzen. Ein besonderes Highlight sind f\u00fcr mich die Songs, bei denen die Grenze zwischen Ballade und Parodie so verschwimmt, dass man nicht mehr wei\u00df: &#8222;Soll ich jetzt lachen oder weinen&#8220;? Und genau das macht <em>S\u00fc\u00dfes oder Saures<\/em> zu einem Erlebnis. Es ist ein Album, das mit Erwartungen spielt, sie auf den Kopf stellt und uns am Ende in bester Manier unterh\u00e4lt. Nebenbei schaffen es die Blutjungs auch, sich als Band treu zu bleiben. Nach fast drei Jahrzehnten sind sie immer noch ungebrochen unabh\u00e4ngig. Ihr eigenes Label, ihr eigener Musikverlag \u2013 DIY in Reinform. Man sp\u00fcrt in jeder Note, in jedem bizarren Text, dass hier eine Band am Werk ist, die v\u00f6llig frei agiert und das macht, worauf sie Lust hat. Ein wilder Ritt durch ihre eigene musikalische Welt, deren T\u00fcrgriffe abgebrochen sind und die man nur zu Fu\u00df erkunden kann. F\u00fcr alle, die Musik lieben, die aus dem Rahmen f\u00e4llt, ist <em>S\u00fc\u00dfes oder Saures<\/em> ein absolutes Muss. Die Blutjungs sind kein einfacher Genuss, sie sind wie eine Fahrt mit der Geisterbahn: Man wei\u00df nie, was um die n\u00e4chste Ecke lauert, aber aussteigen m\u00f6chte man trotzdem nicht. Dieses Album ist frech, schr\u00e4g, bissig \u2013 und bleibt dabei verdammt unterhaltsam. Ein gro\u00dfartiges Geschenk f\u00fcr alle, die genug vom Einheitsbrei haben. Und noch dazu erscheint die Scheibe auch auf klassischem, schwarzen Vinyl inklusive Textbeileger und allen Songtexten. Ein bitters\u00fc\u00dfes Fest f\u00fcr die Fans. Also viel Spa\u00df damit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit der neuen Vinyl-LP von den Blutjungs. \/\/ Mit S\u00fc\u00dfes oder Saures legen die Blutjungs nach 28 Jahren Bandgeschichte ein weiteres, morbides Meisterts\u00fcck vor, das irgendwo zwischen Punk, NDW, Schlager, Country und Gothic jongliert \u2013 und zwar mit einem h\u00f6hnischen Grinsen im Gesicht. 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