{"id":32810,"date":"2025-03-12T21:04:16","date_gmt":"2025-03-12T20:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=32810"},"modified":"2025-03-12T21:04:18","modified_gmt":"2025-03-12T20:04:18","slug":"aufgelesen-vol-567-die-liste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=32810","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (5)67 &#8211; &#8222;die liste&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Die Liste&#8220; von Yomi Adegoke. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Yomi-676x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32811\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Yomi-676x1024.jpg 676w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Yomi-198x300.jpg 198w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Yomi-768x1164.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Yomi-1014x1536.jpg 1014w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Yomi-1352x2048.jpg 1352w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Yomi-scaled.jpg 1690w\" sizes=\"(max-width: 676px) 100vw, 676px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ <strong>Yomi Adegoke<\/strong>s <em>Die Liste<\/em> ist ein Roman, der einen nicht mehr losl\u00e4sst \u2013 weil er nicht nur eine fesselnde Geschichte erz\u00e4hlt, sondern auch ein hochaktuelles Thema aufgreift: die Macht und die Gefahren von Social Media im digitalen Zeitalter. Es geht um Rufmord, Schuld, Unschuld und die Frage, was passiert, wenn das Internet zur Anklagebank wird. Adegoke verkn\u00fcpft dies mit einer pers\u00f6nlichen Geschichte \u00fcber Liebe, Vertrauen und die Zerbrechlichkeit von Beziehungen, wenn das Fundament pl\u00f6tzlich ins Wanken ger\u00e4t. Ola und Michael scheinen das perfekte Paar zu sein. Sie ist eine erfolgreiche Journalistin, die sich f\u00fcr feministische Themen engagiert, er ein charismatischer Fernsehmoderator, dessen Karriere gerade rasant an Fahrt aufnimmt. Sie stehen kurz vor ihrer Hochzeit, die nicht nur ihr pers\u00f6nliches Gl\u00fcck besiegeln, sondern auch den H\u00f6hepunkt ihres gesellschaftlichen Erfolgs markieren soll. Doch dann taucht <em>die Liste<\/em> im Netz auf \u2013 eine anonyme Aufstellung von M\u00e4nnern, denen sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen wird. Michaels Name steht darauf. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Mit einem Mal bricht Olas Welt zusammen. Sie, die sich in ihrer Arbeit f\u00fcr Frauenrechte starkmacht, sieht sich mit der schlimmsten aller Fragen konfrontiert: Hat sie all die Jahre mit einem Mann verbracht, dem sie nicht vertrauen kann? Oder wird Michael Opfer eines brutalen Rufmords? Adegoke erz\u00e4hlt diese Geschichte mit einem treibenden, packenden Tempo. Von der ersten Seite an wird man in Olas innere Zerrissenheit hineingezogen: Ihr Verstand sagt ihr, dass Frauen geh\u00f6rt werden m\u00fcssen \u2013 sie selbst hat jahrelang Artikel \u00fcber genau solche F\u00e4lle geschrieben. Doch ihr Herz will an Michaels Unschuld glauben. Die Atmosph\u00e4re ist angespannt, jeder Dialog f\u00fchlt sich an wie ein verbaler Drahtseilakt zwischen Wut, Angst und verzweifeltem Festhalten an der Vergangenheit. Besonders eindrucksvoll ist, wie Adegoke die Dynamiken sozialer Medien einf\u00e4ngt: die gnadenlose Geschwindigkeit, mit der sich Vorw\u00fcrfe verbreiten, das \u00f6ffentliche Tribunal, das keine Differenzierung zul\u00e4sst, die Anonymit\u00e4t, die gleichzeitig Schutz und Waffe sein kann. Die Figuren sind komplex und vielschichtig. Ola ist nicht nur eine k\u00e4mpferische Journalistin, sondern auch eine Frau, die sich nach Sicherheit und Best\u00e4tigung sehnt. Michael ist charmant und charismatisch \u2013 aber ist er auch ehrlich? Adegoke spielt geschickt mit der Unsicherheit der Leser:innen. Man schwankt mit Ola zwischen Zweifel und Hoffnung, hinterfragt seine eigenen \u00dcberzeugungen, sp\u00fcrt die erdr\u00fcckende Last der Entscheidung, vor der sie steht. Was <em>Die Liste<\/em> so stark macht, ist die Ambivalenz. Es gibt keine einfachen Antworten. Weder ist Michael sofort als T\u00e4ter entlarvt, noch ist Ola nur eine leidende Verlobte. Der Roman stellt schwierige Fragen: Wann reicht eine Anschuldigung aus, um eine Karriere oder ein Leben zu zerst\u00f6ren? Wie geht man mit der M\u00f6glichkeit um, dass Menschen, die man liebt, dunkle Geheimnisse haben k\u00f6nnten? Und wie viel Macht sollten anonyme Anschuldigungen im Netz haben? Adegoke schafft es, ein hochbrisantes Thema mit psychologischer Tiefe und erz\u00e4hlerischem Feingef\u00fchl zu verkn\u00fcpfen. Die Sprache ist pr\u00e4zise, schn\u00f6rkellos, aber voller Emotionalit\u00e4t. Die Geschichte f\u00fchlt sich beunruhigend real an \u2013 weil sie es ist. Man kann sich gut vorstellen, dass eine solche Liste tats\u00e4chlich existiert. Dass Menschen innerhalb von Sekunden verurteilt werden, bevor \u00fcberhaupt Fakten auf dem Tisch liegen. <em>Die Liste<\/em> ist ein Roman, der nachhallt, weil er sich mitten in eine der gr\u00f6\u00dften gesellschaftlichen Debatten unserer Zeit wirft. Es ist eine fesselnde, klug erz\u00e4hlte Geschichte \u00fcber Vertrauen und Verrat, Schuld und Unschuld, Wahrheit und Wahrnehmung \u2013 und \u00fcber eine Frau, die inmitten des digitalen Sturms herausfinden muss, was sie glauben kann. Wer sich f\u00fcr moderne Gesellschaftsromane interessiert, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen, sollte dieses Buch unbedingt lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Die Liste&#8220; von Yomi Adegoke. \/\/ Yomi Adegokes Die Liste ist ein Roman, der einen nicht mehr losl\u00e4sst \u2013 weil er nicht nur eine fesselnde Geschichte erz\u00e4hlt, sondern auch ein hochaktuelles Thema aufgreift: die Macht und die Gefahren von Social Media im digitalen Zeitalter. Es geht um Rufmord, Schuld, Unschuld und die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-32810","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--unter-der-haut"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32810","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32810"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32810\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32812,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32810\/revisions\/32812"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32810"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32810"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32810"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}