{"id":32913,"date":"2025-04-06T10:27:55","date_gmt":"2025-04-06T08:27:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=32913"},"modified":"2025-04-06T10:27:56","modified_gmt":"2025-04-06T08:27:56","slug":"aufgelesen-vol-575-walzer-fuer-niemand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=32913","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (5)75 &#8211; &#8222;walzer f\u00fcr niemand&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Walzer f\u00fcr Niemand&#8220; von Sophie Hunger. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Sophie-Hunger-626x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-32951\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Sophie-Hunger-626x1024.jpg 626w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Sophie-Hunger-183x300.jpg 183w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Sophie-Hunger-768x1257.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Sophie-Hunger-939x1536.jpg 939w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Sophie-Hunger-1252x2048.jpg 1252w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Sophie-Hunger-scaled.jpg 1565w\" sizes=\"(max-width: 626px) 100vw, 626px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ <strong>Sophie Hunger<\/strong> hat mit &#8222;Walzer f\u00fcr Niemand&#8220; einen Roman geschrieben, der so poetisch, vielschichtig und eindringlich ist wie ihre Musik. Wer ihre Alben kennt, ihre Texte liebt und sich von ihrer Stimme in unbekannte emotionale Tiefen f\u00fchren l\u00e4sst, wird in diesem Buch eine literarische Entsprechung ihres musikalischen Universums finden. Dieses Werk ist wie eine Feier des Moments, der abseits dessen nichts dultet. Keine Zukunft, keine Vergangenheit, einfach nur die pure Essenz des perfekten Augenblicks. Es ist daneben aber auch ein Roman \u00fcber das Aufwachsen zwischen Orten, Kulturen und Identit\u00e4ten, getragen vom best\u00e4ndigen Rhythmus der Musik, die Schutzraum und Spiegel zugleich ist. Die Erz\u00e4hlerin und ihr bester Freund Niemand wachsen als Kinder von Milit\u00e4rattach\u00e9s auf und sind immer unterwegs. Doch das Umherziehen macht ihnen weniger aus als die Realit\u00e4t der Erwachsenenwelt, die oft unbegreiflich bleibt. Ihr Halt ist die Musik, ihre geheime Landkarte der Welt, in der Bandnamen und Lieder wichtiger sind als Stra\u00dfennamen und Nationen. In ihren gemeinsamen Ritualen \u2013 dem Durchst\u00f6bern der Plattensammlung, dem Herausbr\u00fcllen von Dezibelangaben im Klavierunterricht \u2013 steckt eine fast heilige Intensit\u00e4t. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Sie sind einander Zuflucht, doch ebenso wie ein Lied nach dem Crescendo irgendwann endet, beginnt auch ihre Freundschaft Risse zu bekommen. Niemand verf\u00e4llt einer Obsession f\u00fcr die Volkskunde der Walserinnen, aus deren Linie die Erz\u00e4hlerin stammt, w\u00e4hrend sie selbst eigene Lieder schreibt. Aus Verbundenheit wird Fremdheit, aus Neugier eine bedrohliche Fixierung, die sich unausweichlich auf eine Katastrophe zubewegt. Hunger schreibt mit der poetischen Kraft einer Songwriterin, die mit wenigen Worten ganze Welten erschaffen kann. Ihre Sprache ist mal zart und fl\u00fcsternd, mal hart und rhythmisch wie ein Schlagzeugbeat. Es gibt Passagen, die sich lesen wie Songtexte \u2013 verdichtet, intensiv, von Melancholie durchzogen. Und dann wieder entfaltet sich das Erz\u00e4hltempo wie ein Lied mit langsamen Strophen und eruptiven Refrains. Ihre Art, das Elementare der Musik mit der Geschichte eines Heranwachsens zu verkn\u00fcpfen, ist einzigartig. Sie f\u00e4ngt nicht nur die Magie von Musik ein, sondern auch ihre Wucht, ihre M\u00f6glichkeit, Menschen zu verbinden und zugleich voneinander zu entfremden. Dass Sophie Hunger diesen Roman geschrieben hat, scheint fast folgerichtig. Ihre eigene Karriere ist ein Grenzgang zwischen Genres, Sprachen und Emotionen. Von Folk \u00fcber Jazz bis hin zu elektronischen Experimenten \u2013 sie hat nie den leichten, vorgezeichneten Weg gew\u00e4hlt. Ebenso wie ihre Musik ist auch &#8222;Walzer f\u00fcr Niemand&#8220; kein gef\u00e4lliges Werk, sondern ein herausforderndes, tiefgehendes und mitunter abgr\u00fcndiges Erlebnis. Es ist ein Buch f\u00fcr diejenigen, die bereit sind, sich mit voller Intensit\u00e4t darauf einzulassen, so wie man sich auf ein Album einl\u00e4sst, das man nicht nur nebenbei h\u00f6rt, sondern das einen auf einer viel tieferen Ebene trifft. Ein Roman, der klingt und nachhallt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Walzer f\u00fcr Niemand&#8220; von Sophie Hunger. \/\/ Sophie Hunger hat mit &#8222;Walzer f\u00fcr Niemand&#8220; einen Roman geschrieben, der so poetisch, vielschichtig und eindringlich ist wie ihre Musik. 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