{"id":33002,"date":"2025-04-18T13:02:46","date_gmt":"2025-04-18T11:02:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33002"},"modified":"2025-04-18T13:02:47","modified_gmt":"2025-04-18T11:02:47","slug":"werktag-vol-169-hase-und-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33002","title":{"rendered":"\/\/ werktag vol. (1)69 &#8211; &#8222;hase und ich&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit den Werk &#8222;Hase und ich&#8220; von Chloe Dalton. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hase-und-ich-622x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33003\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hase-und-ich-622x1024.jpg 622w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hase-und-ich-182x300.jpg 182w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hase-und-ich-768x1265.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hase-und-ich-933x1536.jpg 933w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hase-und-ich-1243x2048.jpg 1243w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hase-und-ich-scaled.jpg 1554w\" sizes=\"(max-width: 622px) 100vw, 622px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Ich gebe zu: Ich war skeptisch. Ein Buch \u00fcber die Freundschaft zwischen einer Frau und einem Feldhasen? Klingt erst einmal nach einem s\u00fc\u00dfen Nischenbuch, vielleicht ein bisschen zu viel Herz, ein bisschen zu wenig Substanz. Doch <em>Hase und ich<\/em> hat mich von der ersten Seite an eines Besseren belehrt \u2013 und am Ende tief ber\u00fchrt zur\u00fcckgelassen. Es ist nicht nur ein Buch \u00fcber ein Tier. Es ist ein Buch \u00fcber Verbindung, \u00fcber F\u00fcrsorge, Verletzlichkeit, Verantwortung \u2013 und letztlich auch \u00fcber Hoffnung in einer Welt, die oft zu schnell, zu laut, zu gleichg\u00fcltig ist. Chloe Dalton schreibt mit einer Ehrlichkeit, die manchmal fast wehtut. Da ist nichts Kitschiges an ihrer Geschichte, obwohl sie voller Z\u00e4rtlichkeit ist. Es beginnt alles ganz unspektakul\u00e4r: Ein winziges Hasenbaby, mutterlos und hilflos, wird von ihr gefunden. Statt es einem Wildtierzentrum zu \u00fcbergeben, entscheidet sie sich \u2013 zun\u00e4chst z\u00f6gerlich, dann mit immer mehr Herzblut \u2013, sich selbst um das Wesen zu k\u00fcmmern. Und dieses Wesen, das sie <em>Hare<\/em> nennt, wird bald mehr als nur ein Pflegefall. Es wird ein Mitbewohner. Ein Spiegel. Ein Gef\u00e4hrte. Was das Buch so besonders macht, ist die Art, wie Chloe Dalton erz\u00e4hlt: ruhig, beobachtend, klug. Sie romantisiert nichts, sie besch\u00f6nigt nicht. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ein Feldhase ist kein Kuscheltier. Er ist wild. Er ist sensibel. Er ist unberechenbar. Und gerade deshalb ist das Vertrauen, das zwischen Dalton und Hare w\u00e4chst, so au\u00dfergew\u00f6hnlich. Das Buch ist durchzogen von kleinen Momenten, die einen regelrecht schlucken lassen: Hare, der sich in einer Ecke versteckt, verst\u00f6rt vom L\u00e4rm drau\u00dfen. Dalton, die nachts stundenlang wach bleibt, weil sie glaubt, das Tier k\u00f6nnte krank sein. Und irgendwann, viele Monate sp\u00e4ter, dieser fast magische Moment, in dem Hare aus der Wildnis zur\u00fcckkehrt, weil er gerufen wird \u2013 nicht gez\u00e4hmt, aber verbunden. Was ich nicht erwartet hatte, war die Tiefe, mit der <em>Hase und ich<\/em> auch \u00fcber den Menschen erz\u00e4hlt. \u00dcber Einsamkeit. \u00dcber mentale Ersch\u00f6pfung. \u00dcber das Gef\u00fchl, in dieser Welt manchmal keinen Platz zu finden \u2013 und wie ein anderes Lebewesen, ganz ohne Worte, einem doch genau diesen Platz zeigen kann. Dalton schreibt \u00fcber ihre eigenen Unsicherheiten, \u00fcber das Scheitern, \u00fcber das Ringen mit dem Alltag. Und sie schreibt dar\u00fcber, wie ein Tier, das sich nicht anpassen will, ihr dabei hilft, sich selbst nicht mehr zu verbiegen. Es ist ein leises Buch, aber keineswegs langweilig. Vielmehr ist es durchzogen von einer ganz eigenen Spannung \u2013 dieser Frage: Wird Hare bleiben? Wird er irgendwann ganz gehen? Und was bleibt, wenn er das tut? Man liest weiter, weil man wissen will, wie diese fragile Freundschaft sich entwickelt. Und man liest weiter, weil man sich selbst immer wieder in Daltons Beobachtungen wiederfindet \u2013 im Versuch, Kontrolle abzugeben, Geduld zu lernen, Liebe nicht festzuhalten, sondern ihr Raum zu lassen. Und ja, es ist ein wundersch\u00f6nes Buch f\u00fcr Tierliebhaber. Aber es ist auch ein Buch f\u00fcr alle, die gerade etwas Halt suchen. Es ist ein stilles Pl\u00e4doyer f\u00fcr Achtsamkeit, f\u00fcr Langsamkeit \u2013 und f\u00fcr das Wunder der kleinen Dinge. <em>Hase und ich<\/em> hat mich nicht nur ber\u00fchrt, sondern mir auch einen neuen Blick auf das gegeben, was \u201eN\u00e4he\u201c eigentlich bedeutet. Zwischen Mensch und Tier. Zwischen Ich und Welt. Ich habe beim Lesen gel\u00e4chelt, geweint, gestaunt \u2013 und am Ende das Buch mit einem tiefen Seufzer zugeschlagen. <em>Hase und ich<\/em> ist kein laut beworbenes Lebenshilfe-Buch, kein Selbstoptimierungsratgeber. Es ist einfach eine wahre Geschichte, ehrlich erz\u00e4hlt. Und gerade deshalb wirkt sie so lange nach. Unbedingt lesen \u2013 nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit den Werk &#8222;Hase und ich&#8220; von Chloe Dalton. \/\/ Ich gebe zu: Ich war skeptisch. Ein Buch \u00fcber die Freundschaft zwischen einer Frau und einem Feldhasen? Klingt erst einmal nach einem s\u00fc\u00dfen Nischenbuch, vielleicht ein bisschen zu viel Herz, ein bisschen zu wenig Substanz. 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