{"id":33009,"date":"2025-07-08T18:54:03","date_gmt":"2025-07-08T16:54:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33009"},"modified":"2025-07-08T18:54:05","modified_gmt":"2025-07-08T16:54:05","slug":"zuckerschock-fuer-den-juli-2025-uketsu-hen-na-e-seltsame-bilder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33009","title":{"rendered":"\/\/ zuckerschock f\u00fcr den juli 2025: uketsu &#8211; &#8222;hen na e &#8211; seltsame bilder&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;HEN NA E &#8211; Seltsame Bilder&#8220;. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hen-Na-E-645x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33012\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hen-Na-E-645x1024.jpg 645w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hen-Na-E-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hen-Na-E-768x1219.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hen-Na-E-968x1536.jpg 968w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hen-Na-E-1290x2048.jpg 1290w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Hen-Na-E-scaled.jpg 1613w\" sizes=\"(max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Es gibt B\u00fccher, die liest man, legt sie beiseite und macht weiter mit dem Alltag. Und dann gibt es B\u00fccher wie <em>HEN NA E \u2013 Seltsame Bilder<\/em>. Ich habe es innerhalb von zwei Abenden verschlungen, und seitdem l\u00e4sst es mich nicht mehr los. Nicht, weil es besonders laut, brutal oder actiongeladen w\u00e4re \u2013 im Gegenteil. Sondern weil es auf leise, fast poetische Weise tief ins Unterbewusstsein kriecht. Und dort bleibt. Der Titel klingt harmlos \u2013 fast verspielt. <em>\u201eSeltsame Bilder\u201c<\/em> klingt nach einem Kunstband, vielleicht sogar nach etwas Skurrilem. Doch was sich hinter diesem unscheinbaren Namen verbirgt, ist ein Krimi von geradezu unheimlicher Intensit\u00e4t. <strong>Uketsu<\/strong> (dessen Pseudonym allein schon eine Andeutung auf das R\u00e4tselspiel ist, das uns erwartet) hat ein Werk geschrieben, das man eher erlebt als einfach nur liest. Alles beginnt mit einem Blogeintrag. Es ist einer dieser Posts, bei dem man nicht wei\u00df, ob man Zeuge einer privaten Trag\u00f6die oder eines gut gemachten Hoaxes wird. Zeichnungen sind angeh\u00e4ngt \u2013 harmlos auf den ersten Blick, verst\u00f6rend bei genauerem Hinsehen. Eine Kinderzeichnung zeigt ein Haus \u2013 aber nicht irgendein Haus. Die Perspektive stimmt nicht. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Fenster sind zu viele. Und wer genau hinsieht, erkennt, dass da jemand im Fenster steht. Immer. Auf jedem Bild. Die Geschichte wird dann von zwei Journalisten aufgenommen \u2013 neugierig, skeptisch, ein bisschen abgekl\u00e4rt. Was als Recherche beginnt, verwandelt sich bald in eine sehr pers\u00f6nliche Obsession. Einer der beiden stirbt. War es ein Unfall? Selbstmord? Oder etwas ganz anderes? Was mich an diesem Buch so beeindruckt hat, ist die Art, wie es Spannung aufbaut, ohne laut zu werden. Es schreit nicht, es fl\u00fcstert. Und es nutzt Elemente, die man in westlichen Krimis selten so raffiniert findet: Andeutungen, Leerstellen, Symbole. Die Zeichnungen \u2013 \u00fcbrigens im Buch tats\u00e4chlich abgedruckt, was das Leseerlebnis noch intensiver macht \u2013 sind nicht blo\u00df Gimmicks. Sie erz\u00e4hlen mit. Oder besser: Sie verbergen Geschichten. Und genau das ist das Leitmotiv dieses Romans \u2013 die Dinge, die wir nicht sagen k\u00f6nnen. Nicht sehen wollen. Oder nicht verstehen. Das Tempo ist typisch japanisch: ruhig, fast meditativ. Aber unter der Oberfl\u00e4che brodelt es. Ich habe mich oft dabei ertappt, dass ich Abs\u00e4tze zweimal gelesen habe, weil ich das Gef\u00fchl hatte, etwas \u00fcberlesen zu haben \u2013 eine Spur, eine Anspielung, einen Hinweis, der mir sonst entgeht. Und ja: Man kann <em>HEN NA E<\/em> durchaus als R\u00e4tselbuch lesen. Aber es ist weit mehr als das. Es ist ein psychologisches Portr\u00e4t von Schuld, Liebe, Verlust \u2013 und der Frage, was Wahrheit eigentlich ist. Ein gro\u00dfes Lob auch an die \u00dcbersetzung von Heike Patzschke. Selten habe ich einen so feinf\u00fchligen, atmosph\u00e4risch dichten Ton in der \u00dcbertragung japanischer Literatur erlebt. Die Sprachmelodie bleibt erhalten, ohne sich jemals h\u00f6lzern anzuf\u00fchlen. Man merkt, dass hier nicht nur \u00fcbersetzt, sondern verstanden wurde. <em>HEN NA E \u2013 Seltsame Bilder<\/em> ist kein gew\u00f6hnlicher Krimi. Es ist ein literarisches R\u00e4tsel, ein d\u00fcsteres M\u00e4rchen, eine Studie \u00fcber die Macht von Bildern und die Fragilit\u00e4t menschlicher Wahrnehmung. Es ist klug, atmosph\u00e4risch und stellenweise so ber\u00fchrend, dass es mir kalt den R\u00fccken hinunterlief. Wer Spannung sucht, aber keine Lust auf plumpe Thriller-Kost hat \u2013 wer bereit ist, sich auf ein feinsinniges, psychologisch tiefes Spiel einzulassen \u2013 wird dieses Buch lieben. Und am Ende mit Fragen zur\u00fcckbleiben, die man so schnell nicht loswird. G\u00e4nsehaut inklusive.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;HEN NA E &#8211; Seltsame Bilder&#8220;. \/\/ Es gibt B\u00fccher, die liest man, legt sie beiseite und macht weiter mit dem Alltag. Und dann gibt es B\u00fccher wie HEN NA E \u2013 Seltsame Bilder. Ich habe es innerhalb von zwei Abenden verschlungen, und seitdem l\u00e4sst es mich nicht mehr los. 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