{"id":33191,"date":"2025-06-20T11:55:11","date_gmt":"2025-06-20T09:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33191"},"modified":"2025-06-20T11:55:13","modified_gmt":"2025-06-20T09:55:13","slug":"presswerke-vol-256-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33191","title":{"rendered":"\/\/ presswerke vol. (2)56 &#8211; &#8222;meer&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit der neuen Vinyl-LP von Jeremias.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jeremias.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33193\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jeremias.jpg 416w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jeremias-300x297.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Jeremias-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 416px) 100vw, 416px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Ich wei\u00df noch genau, wie ich \u201epillen\u201c das erste Mal geh\u00f6rt habe. Es war Fr\u00fchling, die Sonne schien, und ich sa\u00df mit Kopfh\u00f6rern am Fenster. Und pl\u00f6tzlich war da dieses Gef\u00fchl \u2013 als w\u00fcrde jemand den Raum \u00f6ffnen, als w\u00fcrde man f\u00fcr einen Moment leichter atmen k\u00f6nnen. Kein Song hat 2025 f\u00fcr mich so klar den Fr\u00fchling eingel\u00e4utet wie dieser. Und mit genau diesem Gef\u00fchl hat <em>\u201eTrust\u201c<\/em>, das neue Album von <strong>Jeremias<\/strong>, bei mir eingeschlagen. Nicht mit einem Knall. Sondern mit einer W\u00e4rme, die bleibt. Jeremias \u2013 das sind Jeremias Heimbach, Oliver Sparkuhle, Jonas Hermann und Ben Hoffmann. Eine Band, die nie laut schreit, aber immer geh\u00f6rt wird. Seit <em>\u201eVon Wind und Anonymit\u00e4t\u201c<\/em> war klar: Diese Jungs machen keine Musik f\u00fcr den Algorithmus. Sie machen Musik, die sich traut, ehrlich zu sein. Und <em>\u201eTrust\u201c<\/em> bleibt genau dieser Linie treu \u2013 vielleicht sogar noch kompromissloser, noch feiner, noch n\u00e4her an dem, was Pop sein kann, wenn er nicht gefallen will, sondern ber\u00fchren. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das Album besteht aus zw\u00f6lf Tracks, aber es f\u00fchlt sich eher an wie ein einziger, sorgf\u00e4ltig komponierter Fluss. Jeder Song ist wie ein Tropfen in einer Erz\u00e4hlung, die sich nicht aufdr\u00e4ngt, sondern Vertrauen voraussetzt \u2013 genau wie der Titel es verspricht. Vertrauen in Zwischenmenschliches, in Stille, in Nuancen. Musikalisch hei\u00dft das: warme B\u00e4sse, detailverliebte Gitarrenlinien, elektronische Texturen, die nie glatt, sondern immer organisch klingen. Kein Effekt zu viel. Kein Autotune-Overkill. Stattdessen: Raum. Luft. Ehrlichkeit. Besonders herausgestochen hat f\u00fcr mich \u2013 neben der bereits bekannten Single <em>\u201eMeer\u201c<\/em>, die sowieso alles hat, was ein Song f\u00fcr lange Autofahrten und kurze Herzmomente braucht \u2013 das St\u00fcck <em>\u201eHalt mich wach\u201c<\/em>. Eine fragile Ballade, bei der ich fast den Atem angehalten habe, so sehr trifft sie diesen Knoten zwischen Sehnsucht und M\u00fcdigkeit. Aber auch <em>\u201eNie genug\u201c<\/em> ist ein Highlight: treibend, schimmernd, mit einem Refrain, der erst sp\u00e4t kommt und sich dann festsetzt wie ein letzter Blick \u00fcber die Schulter. Und das Ganze auf dieser wundersch\u00f6nen, tiefroten 180g-Vinyl \u2013 ja, das Gatefold-Cover allein ist schon ein Kunstwerk. Wenn man die Platte aufklappt, diese Textfragmente liest, die Bilder sieht, dann merkt man: Hier hat sich jemand Gedanken gemacht. Nicht einfach ein Release, sondern ein Erlebnis. Das ist keine Platte, die man auflegt, um sie nebenbei durchlaufen zu lassen. Das ist ein Album, das einen Raum f\u00fcr sich braucht. Und verdient. Was mir auch aufgefallen ist: Die Texte auf <em>\u201eTrust\u201c<\/em> sind noch gewachsener, reflektierter, aber verlieren dabei nie die poetische Unsch\u00e4rfe, die Jeremias\u2019 Stimme so besonders transportiert. Zeilen wie \u201eDu sagst, du bist okay \u2013 aber da ist was in deinem Schweigen\u201c oder \u201eWenn alles laut wird, will ich leise bei dir sein\u201c bleiben h\u00e4ngen, ohne laut zu klopfen. Und genau das ist vielleicht das Sch\u00f6nste an diesem Album: Es fl\u00fcstert. Aber es hallt lange nach. <em>\u201eTrust\u201c<\/em> ist kein Album, das sich beim ersten H\u00f6ren komplett zeigt. Es w\u00e4chst. Und pl\u00f6tzlich merkt man, dass man einen bestimmten Song wieder und wieder anmacht \u2013 nicht, weil er catchy ist, sondern weil er etwas in einem ber\u00fchrt, das gerade passt. Diese Art von Intimit\u00e4t, von musikalischer N\u00e4he \u2013 die gibt\u2019s heute nicht mehr oft. Und sie l\u00e4sst sich schon gar nicht programmieren. F\u00fcr mich ist <em>\u201eTrust\u201c<\/em> jetzt schon das perfekte Album zur Jahreszeit \u2013 musikalisch, klanglich, emotional. Und es zeigt, dass es noch geht: Alben, die von Anfang bis Ende durchdacht, gef\u00fchlt, gestaltet sind. Die nicht nur in Sekunden funktionieren, sondern in Stunden, Tagen, vielleicht sogar Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit der neuen Vinyl-LP von Jeremias. \/\/ Ich wei\u00df noch genau, wie ich \u201epillen\u201c das erste Mal geh\u00f6rt habe. Es war Fr\u00fchling, die Sonne schien, und ich sa\u00df mit Kopfh\u00f6rern am Fenster. Und pl\u00f6tzlich war da dieses Gef\u00fchl \u2013 als w\u00fcrde jemand den Raum \u00f6ffnen, als w\u00fcrde man f\u00fcr einen Moment leichter atmen k\u00f6nnen. 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