{"id":33432,"date":"2025-08-25T20:36:49","date_gmt":"2025-08-25T18:36:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33432"},"modified":"2025-08-25T20:36:51","modified_gmt":"2025-08-25T18:36:51","slug":"werktag-vol-176-fascholand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33432","title":{"rendered":"\/\/ werktag vol. (1)76 &#8211; &#8222;fascholand&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Fascholand&#8220; von Canberk Kokt\u00fcrk. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Canberk-Koktuerk.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-33439\" width=\"250\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Manche B\u00fccher m\u00f6chte man am liebsten gleich mehreren Leuten gleichzeitig in die Hand dr\u00fccken, einfach weil man das Gef\u00fchl hat: <em>Das hier m\u00fcsst ihr alle lesen!<\/em> Genau so ging es mir mit Canberk K\u00f6kt\u00fcrks <em>Fascholand<\/em>. K\u00f6kt\u00fcrk begibt sich auf eine autobiographisch-investigative Reise durch ein Deutschland, das sich selbst gern als \u201ewehrhafte Demokratie\u201c feiert \u2013 und dennoch Risse zeigt, die man nicht mehr \u00fcbersehen kann. Sein \u201eSachbuchkrimi\u201c liest sich wie eine Ermittlungsakte, in der die Anklagepunkte klar sind: Hass, Hetze, Rechtsruck, struktureller Rassismus. Doch statt n\u00fcchtern Zahlen aufzuz\u00e4hlen oder rein akademisch zu argumentieren, verbindet er seine eigenen Erfahrungen mit den Stimmen von Betroffenen und den Analysen von Expert*innen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das macht die Lekt\u00fcre nicht nur aufw\u00fchlend, sondern auch tief menschlich. Was mich besonders gepackt hat, ist der Ton. K\u00f6kt\u00fcrk schreibt, wie andere zuschlagen: direkt, scharf, manchmal sarkastisch, oft mit einem Humor, der einem das Lachen im n\u00e4chsten Satz gleich wieder im Hals stecken bleibt. Genau dieser Wechsel \u2013 zwischen bitterer Realit\u00e4t und ironischer Brechung \u2013 macht <em>Fascholand<\/em> so stark. Ich habe mich beim Lesen oft ertappt, wie ich grinste, nur um Sekunden sp\u00e4ter eine G\u00e4nsehaut zu bekommen. Gleichzeitig hat das Buch ein enormes Tempo. Es ist keine trockene Abhandlung, sondern eher ein atemloser Ritt durch eine Republik, die sich an ihrem Selbstbild festklammert, w\u00e4hrend die Realit\u00e4t br\u00f6ckelt. K\u00f6kt\u00fcrk sammelt Indizien, er befragt Zeug:innen, er konfrontiert. Und dabei wird klar: Hier schreibt jemand, der nicht von au\u00dfen beobachtet, sondern mittendrin lebt. Das macht die Dringlichkeit sp\u00fcrbar \u2013 f\u00fcr Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Was <em>Fascholand<\/em> f\u00fcr mich so wichtig macht: Es ist unbequem, ohne belehrend zu sein. Es h\u00e4lt den Spiegel vor, ohne in Selbstmitleid zu verfallen. Und es zeigt, dass Aufkl\u00e4rung auch unterhaltsam, ja sogar lustvoll sein kann \u2013 selbst wenn der Befund d\u00fcster ausf\u00e4llt. Ich habe selten ein politisches Sachbuch gelesen, das gleichzeitig so nahbar, so w\u00fctend und so witzig ist. Canberk K\u00f6kt\u00fcrk hat mit <em>Fascholand<\/em> nicht nur ein Buch geschrieben, das Deutschland verdient, sondern auch eines, das Deutschland dringend braucht. Ein Text, der schmerzt, weil er so wahr ist \u2013 und der trotzdem Spa\u00df macht, weil er so klug erz\u00e4hlt ist. F\u00fcr mich eines der mutigsten und wichtigsten B\u00fccher dieses Jahres.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Fascholand&#8220; von Canberk Kokt\u00fcrk. \/\/ Manche B\u00fccher m\u00f6chte man am liebsten gleich mehreren Leuten gleichzeitig in die Hand dr\u00fccken, einfach weil man das Gef\u00fchl hat: Das hier m\u00fcsst ihr alle lesen! Genau so ging es mir mit Canberk K\u00f6kt\u00fcrks Fascholand. 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