{"id":33433,"date":"2025-08-20T14:51:24","date_gmt":"2025-08-20T12:51:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33433"},"modified":"2025-08-20T14:51:47","modified_gmt":"2025-08-20T12:51:47","slug":"aufgelesen-vol-610-bologna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33433","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (6)08 &#8211; &#8222;bologna&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Dass es uns \u00fcbehaupt gegeben hat&#8220; von Marco Wanda. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Marco-Wanda-627x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33437\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Marco-Wanda-627x1024.jpg 627w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Marco-Wanda-184x300.jpg 184w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Marco-Wanda-768x1254.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Marco-Wanda-941x1536.jpg 941w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Marco-Wanda-1255x2048.jpg 1255w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Marco-Wanda-scaled.jpg 1568w\" sizes=\"(max-width: 627px) 100vw, 627px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Es gibt B\u00fccher, die f\u00fchlen sich beim Lesen so an, als w\u00fcrde man in ein vertrautes Gespr\u00e4ch hineingeraten \u2013 halb Beichte, halb Bekenntnis, halb Rausch. <strong>Marco Wanda<\/strong> hat mit <em>Dass es uns \u00fcberhaupt gegeben hat<\/em> genau so ein Buch geschrieben. Es ist sein literarisches Deb\u00fct, aber man merkt sofort: Hier schreibt keiner, der sich in Sprache erst vorsichtig vortastet. Hier schreibt einer, der lebt, der erlebt hat, der mit jedem Satz etwas von sich preisgibt \u2013 und gerade deshalb ber\u00fchrt. Wer die Band <em>Wanda<\/em> kennt, wei\u00df, dass ihre Songs immer ein Spiel mit Exzess und Melancholie, mit Euphorie und Tod sind. Dieses Spannungsfeld durchzieht auch Marcos Buch. Es ist ein literarisches Selbstportr\u00e4t, aber keines, das auf Hochglanz poliert wurde. Vielmehr wirkt es wie ein Blick hinter die Kulissen, roh, ehrlich und gleichzeitig poetisch. Die S\u00e4tze haben etwas Musikalisches \u2013 sie scheinen im Rhythmus zu atmen, in den Pausen so viel zu sagen wie in den Worten selbst. Besonders beeindruckt hat mich, dass Marco Wanda nicht nur den H\u00f6henflug beschreibt \u2013 den Aufstieg einer Band, die \u201ezum lebenden Kult\u201c wurde, die Hallen f\u00fcllte, eine ganze Generation pr\u00e4gte \u2013, sondern auch die Abgr\u00fcnde. Er spricht von Verlust, von Tod, vom Preis, den Erfolg fordert. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Und doch ist das Buch keine Klage. Es ist eher eine Feier des Lebens in all seiner Widerspr\u00fcchlichkeit: \u201eDas Leben ist ein Urlaub vom Totsein\u201c \u2013 ein Satz, der mich beim Lesen mehrfach gestreift hat wie ein K\u00e4lteschauer, weil er so einfach klingt und gleichzeitig so viel in sich tr\u00e4gt. Besonders stark sind die Passagen, in denen er Wien beschreibt \u2013 nicht als touristische Kulisse, sondern als lebendigen Organismus aus Bars, Hinterh\u00f6fen, Freundschaften, Abschieden. Es ist die Stadt, die seine Band und seine Generation hervorgebracht hat, und im Buch wird sie fast selbst zur Hauptfigur. <em>Dass es uns \u00fcberhaupt gegeben hat<\/em> ist kein Musikerbuch im klassischen Sinn, kein \u201eBest of\u201c in Prosa. Es ist viel mehr: eine Meditation \u00fcber Freundschaft, Verlust und die Fl\u00fcchtigkeit von Momenten, die sich erst im R\u00fcckblick als pr\u00e4gend herausstellen. Ich habe beim Lesen oft das Gef\u00fchl gehabt, dass hier einer versucht, das Unm\u00f6gliche festzuhalten: dieses kurze Aufflackern, das man Leben nennt. Marco Wanda hat ein gro\u00dfes, ernsthaftes und gleichzeitig leichtf\u00fc\u00dfiges Buch geschrieben. Es ist voller Melancholie und gleichzeitig voller Lebenslust, getragen von einer Sprache, die so unmittelbar ist wie seine Musik. <em>Dass es uns \u00fcberhaupt gegeben hat<\/em> ist kein Buch, das man n\u00fcchtern weglegt. Es ist eines, das h\u00e4ngen bleibt, weil es daran erinnert, dass wir alle irgendwann nur noch eine Erinnerung sind \u2013 und dass es gerade deshalb so wichtig ist, dass es uns <em>\u00fcberhaupt gegeben hat<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Dass es uns \u00fcbehaupt gegeben hat&#8220; von Marco Wanda. \/\/ Es gibt B\u00fccher, die f\u00fchlen sich beim Lesen so an, als w\u00fcrde man in ein vertrautes Gespr\u00e4ch hineingeraten \u2013 halb Beichte, halb Bekenntnis, halb Rausch. Marco Wanda hat mit Dass es uns \u00fcberhaupt gegeben hat genau so ein Buch geschrieben. 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