{"id":33495,"date":"2025-09-08T19:23:10","date_gmt":"2025-09-08T17:23:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33495"},"modified":"2025-09-08T19:23:12","modified_gmt":"2025-09-08T17:23:12","slug":"aufgelesen-vol-623-sunburn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33495","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (6)23 &#8211; &#8222;sunburn&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werken &#8222;Bestie&#8220; und &#8222;Sunburn&#8220;.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Joana-June-1-648x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33498\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Joana-June-1-648x1024.jpg 648w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Joana-June-1-190x300.jpg 190w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Joana-June-1-768x1214.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Joana-June-1-972x1536.jpg 972w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Joana-June-1-1296x2048.jpg 1296w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Joana-June-1-scaled.jpg 1619w\" sizes=\"(max-width: 648px) 100vw, 648px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ In <em>Bestie<\/em> von <strong>Joana June<\/strong> begegnen wir zwei jungen Frauen, die sich in einer modernen Welt voller Inszenierungen und Erwartungen neu erfinden wollen. June, die 1996 in M\u00fcnchen geboren wurde und \u201eTheorien und Praktiken professionellen Schreibens\u201c in K\u00f6ln studiert hat, kennt die Dynamiken von Performance und Selbstinszenierung sehr genau \u2013 nicht zuletzt, weil sie selbst ihre Arbeit und ihren Schreibprozess \u00fcber Social Media mit vielen Followerinnen teilt. Das macht ihr Deb\u00fct so unmittelbar und zeitgen\u00f6ssisch. Die Geschichte um die Influencerin Anouk und die unscheinbare Delia, die unter dem Namen Lilly einen Neuanfang wagt, entwickelt sich schnell zu einem dichten Spiel aus Maskerade, Sehnsucht und echter N\u00e4he. Beide Frauen nutzen einander, beide suchen in der jeweils anderen die Chance, das eigene Leben neu zu definieren, und zwischen Inszenierung, Freundschaft und Abh\u00e4ngigkeit verschwimmen die Grenzen. F\u00fcr mich war das besonders eindringlich, weil June es schafft, die Ambivalenz des Digitalen literarisch zu \u00fcbersetzen \u2013 die Sch\u00f6nheit der Selbstverwirklichung und die Einsamkeit hinter der Fassade.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Ganz anders, und doch tief verwandt, wirkt <em>Sunburn<\/em> von <strong>Chloe Michelle Howarth<\/strong>, einer jungen irischen Autorin, die in West Cork aufwuchs und ihr Deb\u00fct w\u00e4hrend des Lockdowns schrieb. Der Roman, der auf Shortlists wie den British Book Awards und den Nero Book Award stand, erz\u00e4hlt von Lucy in den fr\u00fchen 1990er-Jahren, die in einer eng gepr\u00e4gten Dorfgemeinschaft lebt, in der die Erwartungen klar sind: heiraten, Kinder bekommen, ein angepasstes Leben f\u00fchren. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Sunburn-1-645x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33499\" width=\"463\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Sunburn-1-645x1024.jpg 645w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Sunburn-1-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Sunburn-1-768x1219.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Sunburn-1-968x1536.jpg 968w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Sunburn-1-1290x2048.jpg 1290w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Sunburn-1-scaled.jpg 1613w\" sizes=\"(max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch ein hei\u00dfer Sommer bringt ihre erste gro\u00dfe Liebe zu ihrer Freundin Susannah \u2013 und pl\u00f6tzlich wird alles, was bisher selbstverst\u00e4ndlich schien, in Frage gestellt. Howarth schreibt poetisch, einf\u00fchlsam und von einer Intensit\u00e4t, die beinahe k\u00f6rperlich sp\u00fcrbar wird. Besonders ber\u00fchrt hat mich, wie sie das Gef\u00fchl einf\u00e4ngt, anders zu sein, sich verstecken zu m\u00fcssen und doch der Liebe nicht entkommen zu wollen. W\u00e4hrend June die Gro\u00dfstadt und das digitale Jetzt beschreibt, leuchtet Howarth die Enge der Provinz in den 90ern aus \u2013 beide aber besch\u00e4ftigen sich mit der Frage, wie Frauen ihre eigene Stimme finden und welchen Preis Ehrlichkeit gegen\u00fcber sich selbst haben kann. Im Zusammenspiel wirken die beiden B\u00fccher wie Spiegelungen einer \u00e4hnlichen Suche in unterschiedlichen Welten: Bei June geht es um die Inszenierung im Netz, bei Howarth um das Verbergen in einer konservativen Gesellschaft. Beide Autorinnen zeigen, dass Identit\u00e4t nie einfach gegeben ist, sondern immer im Werden begriffen \u2013 zwischen Angst, Mut und der M\u00f6glichkeit, sich durch andere zu erkennen. Mich haben beide Romane auf ganz verschiedene Arten bewegt: <em>Bestie<\/em> mit seinem scharfen, modernen Blick auf die Selbstinszenierung, <em>Sunburn<\/em> mit seiner stillen, fast schmerzhaften Sch\u00f6nheit einer ersten Liebe. Gemeinsam gelesen entfalten sie eine starke Resonanz \u00fcber Generationen und Kontexte hinweg \u2013 und lassen einen zur\u00fcck mit dem Gef\u00fchl, wie universell das Ringen um Authentizit\u00e4t und Zugeh\u00f6rigkeit ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werken &#8222;Bestie&#8220; und &#8222;Sunburn&#8220;. \/\/ In Bestie von Joana June begegnen wir zwei jungen Frauen, die sich in einer modernen Welt voller Inszenierungen und Erwartungen neu erfinden wollen. 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