{"id":33563,"date":"2025-09-30T19:18:37","date_gmt":"2025-09-30T17:18:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33563"},"modified":"2025-09-30T20:40:28","modified_gmt":"2025-09-30T18:40:28","slug":"strichcode-vol-433-ibitsu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33563","title":{"rendered":"\/\/ strichcode vol. (4)33 &#8211; &#8222;ibitsu&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit den Werken &#8222;Wild Strawberry\u201c (Band 2) und &#8222;Ibitsu&#8220;. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Ibitsu.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33570\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Ibitsu.jpg 440w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Ibitsu-202x300.jpg 202w\" sizes=\"(max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Lust auf einen spannenden Doppelpack? Beide Mangas \u2013<strong> Haruto<\/strong> <strong>Ryo<\/strong>\u2018s <em>Ibitsu<\/em> und <strong>Ire<\/strong> <strong>Yonemoto<\/strong>\u2019s <em>Wild Strawberry<\/em> \u2013 lassen sich wunderbar nebeneinander betrachten, weil sie auf sehr unterschiedliche Weise das gleiche Grundgef\u00fchl beschw\u00f6ren: die Angst vor dem Unbekannten, das pl\u00f6tzlich in den Alltag bricht und ihn unwiderruflich ver\u00e4ndert. In <em>Ibitsu<\/em> von<strong> <\/strong>Haruto Ryo beginnt alles mit einer scheinbar einfachen, fast schon urbanen Legende. Ein M\u00e4dchen im Kleid, das Passanten mit einer verh\u00e4ngnisvollen Frage konfrontiert, wirkt zun\u00e4chst wie eine klassische Geistergeschichte \u2013 und doch gelingt es dem Autor, diese Idee so zuzuspitzen, dass sie tief ins Unbewusste greift. Kazuki, der skeptische Student, der eigentlich nicht an \u00dcbernat\u00fcrliches glaubt, wird nach und nach in eine Welt hineingezogen, die er weder kontrollieren noch rational erkl\u00e4ren kann. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Das M\u00e4dchen sitzt inmitten von M\u00fcllbergen, ein Bild, das schon f\u00fcr sich ein Symbol der Verwesung, der Dekadenz, vielleicht auch der Schuld ist. Von da an verschwimmen Realit\u00e4t und Wahn.<strong> <\/strong>Haruto Ryo spielt dabei nicht mit schnellen Schockeffekten, sondern mit einem subtilen, psychologisch dichten Horror, der dem Leser das Gef\u00fchl gibt, selbst verfolgt zu werden. Dass die deutsche \u00dcbersetzung von Burkhard H\u00f6fler die dichte Atmosph\u00e4re des Originals bewahrt, macht das Werk f\u00fcr ein deutschsprachiges Publikum besonders eindringlich. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Wild-Strawberry-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33569\" width=\"463\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Wild-Strawberry-2.jpg 438w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Wild-Strawberry-2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Wild Strawberry<\/em> von Ire Yonemoto wirkt auf den ersten Blick v\u00f6llig anders \u2013 hier geht es nicht um eine urbane Legende, sondern um ein apokalyptisches, fast schon biopunkhaftes Szenario. Die Jinka, parasit\u00e4re Organismen, die Menschen befallen und schlie\u00dflich in einer grausamen Bl\u00fcte aus Blut und Bl\u00e4ttern enden lassen, sind ein Konzept, das gleicherma\u00dfen ekelerregend wie faszinierend ist. Inmitten dieser Welt bewegt sich Kingo, der verzweifelt versucht, seine Schwester Kayano zu retten, die nun als Parasit in ihm weiterlebt. Die Geschichte ist k\u00f6rperlicher, brutaler als die von<strong> <\/strong>Haruto Ryo, sie lebt von drastischen Bildern und von K\u00e4mpfen, die an klassische Action-Mangas erinnern \u2013 und doch bleibt sie ebenso stark im Horror verankert. Denn die wahre Bedrohung liegt nicht in der k\u00f6rperlichen Gewalt, sondern in der st\u00e4ndigen Angst vor dem Kontrollverlust, vor der eigenen Verwandlung, vor dem Moment, in dem das Fremde im eigenen K\u00f6rper das Kommando \u00fcbernimmt. Setzt man <em>Ibitsu<\/em> und <em>Wild Strawberry<\/em> in Beziehung, wird deutlich, dass sie zwei Seiten derselben Medaille darstellen. <em>Ibitsu<\/em> zeigt den Horror von au\u00dfen: eine geheimnisvolle Gestalt, die ins Leben tritt und es wie ein Schatten zersetzt. <em>Wild Strawberry<\/em> dagegen zeigt den Horror von innen: das Fremde, das im eigenen K\u00f6rper w\u00e4chst und droht, Identit\u00e4t und Menschlichkeit zu zerst\u00f6ren. Gemeinsam verdeutlichen sie, wie vielf\u00e4ltig der japanische Horror im Manga sein kann \u2013 von der psychologisch feinen Andeutung bis zur k\u00f6rperlichen Eskalation. Gerade dieser Kontrast macht die beiden Ver\u00f6ffentlichungen spannend f\u00fcr alle, die das Genre nicht nur als Schockelement verstehen, sondern als Spiegel von \u00c4ngsten, die uns alle betreffen: die Angst, die Kontrolle zu verlieren, die Angst vor Isolation, die Angst vor dem Moment, in dem das Gewohnte kippt und etwas Fremdes seinen Platz einnimmt. Ob durch ein unheimliches M\u00e4dchen oder durch parasit\u00e4re Bl\u00fcten, die in Menschenk\u00f6rpern sprie\u00dfen. Also viel Spa\u00df beim Gruseln. Bis zu unserem n\u00e4chsten Strichcode. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit den Werken &#8222;Wild Strawberry\u201c (Band 2) und &#8222;Ibitsu&#8220;. \/\/ Lust auf einen spannenden Doppelpack? 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