{"id":33668,"date":"2025-10-24T14:57:36","date_gmt":"2025-10-24T12:57:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33668"},"modified":"2025-10-24T15:22:59","modified_gmt":"2025-10-24T13:22:59","slug":"aufgelesen-vol-637-halloween","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33668","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (6)36 &#8211; &#8222;halloween&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Halloweenkind&#8220; von Lars Engels. <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Lars-Engels-657x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33670\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Lars-Engels-657x1024.jpg 657w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Lars-Engels-193x300.jpg 193w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Lars-Engels-768x1196.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Lars-Engels-986x1536.jpg 986w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Lars-Engels-1315x2048.jpg 1315w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Lars-Engels-scaled.jpg 1643w\" sizes=\"(max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ \u201eHalloweenkind\u201c von <strong>Lars Engels<\/strong> ist ein Kriminalroman, der sich wie ein k\u00fchler Herbstwind anf\u00fchlt: Man schl\u00e4gt die erste Seite auf, und schon nach wenigen Abs\u00e4tzen liegt dieser typische, leicht modrige Geruch von nassem Laub und kaltem Nebel in der Luft. Engels nutzt die Atmosph\u00e4re von Halloween nicht blo\u00df als Dekoration, sondern als zentrales Element seines Plots \u2013 und er versteht es, die Spannung so zu verdichten, dass man beim Lesen fast das Flackern von K\u00fcrbislaternen sieht und die knirschenden Schritte auf feuchtem Asphalt h\u00f6rt. Im Mittelpunkt steht ein Szenario, das vielen Eltern den Atem stocken l\u00e4sst: Eine kleine Nachbarschaft zieht mit ihren verkleideten Kindern zum traditionellen \u201eS\u00fc\u00dfes oder Saures\u201c los. Die Stimmung ist ausgelassen \u2013 bis der elfj\u00e4hrige Joshua spurlos verschwindet. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck bleibt nur sein Geisterkost\u00fcm, blutbefleckt und stumm wie ein b\u00f6ses Omen. Schon diese erste Wendung ist ein Schlag in die Magengrube, doch Engels versch\u00e4rft den Schrecken, indem er eine gespenstische Parallele zieht: Zwei Jahre zuvor verschwand bereits ein Kind an Halloween \u2013 ebenfalls in genau diesem Kost\u00fcm. Was diesen Krimi so fesselnd macht, ist nicht nur der clevere Aufbau, sondern die psychologische Tiefe. Die Geschichte verlagert sich schnell von der reinen Suche nach dem T\u00e4ter zu einer genauen Beobachtung der Elternrunde. Aus der schockierten Gemeinschaft wird nach und nach ein fragiles Geflecht aus Misstrauen und latenten Konflikten. Jeder Blick, jedes unbedachte Wort kann pl\u00f6tzlich verd\u00e4chtig wirken. Besonders interessant ist die Rolle von Lea Fuchs, die als Opferhelferin den fr\u00fcheren Fall begleitet hat und nun gemeinsam mit ihrem Mann Oliver, einem Kriminalpolizisten, die alten und neuen Spuren verfolgt. Durch sie bekommt der Roman eine doppelte Perspektive: die professionelle Distanz einer Helferin und die zutiefst pers\u00f6nliche Betroffenheit einer Frau, die selbst Teil dieses Freundeskreises ist. Lars Engels spielt geschickt mit dem Reiz des Unheimlichen. Er streut subtile Anspielungen auf Halloween-Traditionen und die Faszination des Grauens ein, ohne je in Kitsch oder billigen Grusel abzurutschen. Stattdessen baut er eine beinahe filmische Spannung auf \u2013 man sp\u00fcrt den kalten Wind, h\u00f6rt das ferne Lachen anderer Kinder, w\u00e4hrend die Nacht immer bedrohlicher wird. Der Roman ist gleichzeitig ein Thriller \u00fcber das Verschwinden von Kindern und ein gesellschaftliches Psychogramm: Wie gut kennen wir eigentlich unsere Nachbarn? Welche Geheimnisse schlummern hinter den freundlich erleuchteten Fenstern? Besonders packend fand ich, dass Engels nicht einfach auf eine klassische T\u00e4terjagd setzt. Er wirft Fragen auf, die lange nachhallen: \u00fcber Vertrauen und Verrat, \u00fcber die Zerbrechlichkeit vermeintlich sicherer Gemeinschaften und \u00fcber die Angst, die sich an einem Abend wie Halloween so leicht hinter Masken und Kost\u00fcmen verstecken kann. \u201eHalloweenkind\u201c ist damit weit mehr als ein saisonaler Krimi \u2013 es ist ein intensiver, atmosph\u00e4rischer Roman, der den Leser bis zur letzten Seite im Bann h\u00e4lt und danach noch lange ein leises Fr\u00f6steln hinterl\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Halloweenkind&#8220; von Lars Engels. \/\/ \u201eHalloweenkind\u201c von Lars Engels ist ein Kriminalroman, der sich wie ein k\u00fchler Herbstwind anf\u00fchlt: Man schl\u00e4gt die erste Seite auf, und schon nach wenigen Abs\u00e4tzen liegt dieser typische, leicht modrige Geruch von nassem Laub und kaltem Nebel in der Luft. 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