{"id":33726,"date":"2025-09-28T11:19:12","date_gmt":"2025-09-28T09:19:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33726"},"modified":"2025-09-28T11:19:31","modified_gmt":"2025-09-28T09:19:31","slug":"zuckerbeat-vol-657-telstar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33726","title":{"rendered":"\/\/ zuckerbeat vol. (6)57 &#8211; &#8222;telstar&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Joe Meek &#8211; Ein Portrait&#8220; von Jan Reetze.  <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Joe-Meek-685x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33729\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Joe-Meek-685x1024.jpg 685w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Joe-Meek-201x300.jpg 201w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Joe-Meek-768x1149.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Joe-Meek-1027x1536.jpg 1027w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Joe-Meek-1369x2048.jpg 1369w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Joe-Meek-scaled.jpg 1711w\" sizes=\"(max-width: 685px) 100vw, 685px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Wenn man dieses Buch aufschl\u00e4gt, \u00f6ffnet sich eine ganze \u00c4ra: die wilden, experimentierfreudigen Jahre des britischen Pop vor den Beatles. Jan Reetze gelingt es, die Geschichte von <strong>Joe Meek<\/strong> so lebendig zu erz\u00e4hlen, dass man den Geruch von Magnetband und hei\u00dfgelaufenen R\u00f6hren f\u00f6rmlich in der Nase hat. Meek, geboren 1929 in dem westenglischen St\u00e4dtchen Newent, war schon als Kind fasziniert von allem, was klang. Er bastelte an Radioger\u00e4ten, baute seine eigenen Verst\u00e4rker und schraubte sich damit buchst\u00e4blich in die Zukunft. Nach seiner Zeit als Funktechniker bei der Royal Air Force verdiente er sich seine ersten Sporen bei den IBC Studios in London \u2013 damals eine der wichtigsten Adressen der britischen Aufnahmeszene. Dort zeigte sich fr\u00fch, dass Meek nicht einfach nur Tontechniker war, sondern ein Klangk\u00fcnstler: Er erfand Hallr\u00e4ume aus Badezimmern, nutzte Oszillatoren und Tonbandschleifen, wenn alle anderen noch brav nach Lehrbuch aufnahmen. In den f\u00fcnfziger Jahren arbeitete er an Pop-, Jazz- und Orchesterproduktionen, bevor er 1960 den mutigsten Schritt ging: Er richtete sein eigenes Studio ein \u2013 ausgerechnet \u00fcber einem Plattenladen in der Holloway Road, mitten in einem unscheinbaren viktorianischen Haus. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dort entstand 1962 sein gr\u00f6\u00dfter Triumph: \u201eTelstar\u201c, ein futuristisch anmutender Instrumentalhit mit Weltraumkl\u00e4ngen, der als erster britischer Song Platz 1 der US-Charts erreichte. Reetze schildert diese N\u00e4chte voller Kabelsalat, improvisierter Mikrofonaufh\u00e4ngungen und unersch\u00f6pflicher Ideen so plastisch, dass man glaubt, selbst im engen Studio zu stehen. Doch so hell Meeks Musik leuchtete, so dunkel waren die Schatten in seinem Leben. Die britische Gesellschaft der fr\u00fchen Sechziger verfolgte Homosexualit\u00e4t noch strafrechtlich; Meek stand auf dem polizeilichen Schwulenregister und lebte in st\u00e4ndiger Angst. Gleichzeitig wuchs seine Tablettenabh\u00e4ngigkeit, sein Arbeitstempo war rastlos. Er war ein Perfektionist, der Musiker zur Verzweiflung treiben konnte, und zugleich ein Vision\u00e4r, dessen Aufnahmen Rock, Pop und fr\u00fche Elektronik entscheidend pr\u00e4gten. Die letzten Jahre wurden \u00fcberschattet von Paranoia, finanziellen Sorgen und psychischen Krisen. 1967 endete sein Leben auf tragische Weise \u2013 ein Schock f\u00fcr Freunde und Kollegen, aber auch der Moment, in dem sein Mythos begann. Jan Reetze zeichnet diesen Weg pr\u00e4zise und zugleich packend nach. Er zeigt nicht nur den genialen Produzenten, der Bands wie The Tornados oder Screaming Lord Sutch formte, sondern auch den verletzlichen Menschen, der sich nach Anerkennung sehnte und sich doch oft selbst im Weg stand. Seine Klangexperimente \u2013 von aufw\u00e4ndigem Overdubbing bis zu eigenwilligen Echoeffekten \u2013 ebneten den Weg f\u00fcr sp\u00e4tere Pop-Avantgardisten von Brian Eno bis zu modernen Elektronikproduzenten. Diese erste deutschsprachige Biografie ist mehr als nur eine Hommage. Sie ist ein sorgf\u00e4ltig recherchiertes, atmosph\u00e4risch dichtes Portr\u00e4t eines Mannes, der die Popmusik in eine neue \u00c4ra f\u00fchrte und dessen Werk bis heute nachhallt. Man legt das Buch aus der Hand und h\u00f6rt pl\u00f6tzlich \u00fcberall den Nachklang von \u201eTelstar\u201c \u2013 wie ein Echo aus einer anderen Zeit, das nie ganz verklingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Joe Meek &#8211; Ein Portrait&#8220; von Jan Reetze. \/\/ Wenn man dieses Buch aufschl\u00e4gt, \u00f6ffnet sich eine ganze \u00c4ra: die wilden, experimentierfreudigen Jahre des britischen Pop vor den Beatles. 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