{"id":33734,"date":"2025-10-09T22:01:35","date_gmt":"2025-10-09T20:01:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33734"},"modified":"2025-10-09T22:01:37","modified_gmt":"2025-10-09T20:01:37","slug":"aufgelesen-vol-634-katzentage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33734","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (6)34 &#8211; &#8222;katzentage&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Katzentage&#8220; von Ewald Arenz.  <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katzentage-671x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33737\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katzentage-671x1024.jpg 671w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katzentage-197x300.jpg 197w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katzentage-768x1172.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katzentage-1007x1536.jpg 1007w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katzentage-1342x2048.jpg 1342w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Katzentage-scaled.jpg 1678w\" sizes=\"(max-width: 671px) 100vw, 671px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Schon beim Aufschlagen von <em>Katzentage<\/em> sp\u00fcrt man, wie sehr <strong>Ewald Arenz<\/strong> es versteht, kleine Momente zum Leuchten zu bringen. Gebunden mit Schutzumschlag, farbigem Vorsatzpapier und einem Leseb\u00e4ndchen, f\u00fchlt sich dieses Buch schon in der Hand wie eine Einladung an, sich Zeit zu nehmen \u2013 so, wie auch die Geschichte selbst vom Innehalten erz\u00e4hlt. Paula, \u00c4rztin, und Peter, Jurist in der Klinikverwaltung, kennen sich seit Jahren. Immer war da ein kaum greifbares Interesse, ein stilles Knistern, das nie ausgesprochen wurde. Erst nach einem mehrt\u00e4gigen Seminar verbringen sie eine Nacht miteinander \u2013 ein Augenblick, der alles ver\u00e4ndert und doch noch nichts festlegt. Auf der R\u00fcckfahrt nach Hause zwingt sie ein Bahnstreik zu einem ungeplanten Halt in W\u00fcrzburg. Pl\u00f6tzlich sind da Tage, die niemand geplant hat. Zeit, die sich wie ein Geschenk anf\u00fchlt und gleichzeitig Fragen aufwirft, die man sonst leicht verdr\u00e4ngt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Arenz f\u00e4ngt dieses Zwischenreich meisterhaft ein: die leisen Spannungen, wenn man neben einem Menschen sitzt, den man schon so lange kennt und doch erst jetzt wirklich sieht. Peter m\u00f6chte wissen, wohin diese N\u00e4he f\u00fchrt, sucht nach einer Antwort, nach einem Versprechen. Paula dagegen will den Augenblick auskosten, frei von der Last einer sofortigen Entscheidung. Diese Gegens\u00e4tze tragen die Erz\u00e4hlung \u2013 man sp\u00fcrt das zarte Ringen zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und dem Zauber des Ungewissen. Eine streunende Katze gesellt sich zu ihnen und wird zur stillen Beobachterin und zugleich zum Sinnbild: Sie lebt vollkommen im Moment, sucht keine Pl\u00e4ne, keine Definitionen \u2013 und zeigt den beiden Menschen, wie schwer es ist, sich dieser Freiheit hinzugeben. Gerade in diesen scheinbar kleinen Szenen entfaltet sich die ganze St\u00e4rke von Arenz\u2019 Sprache. Sie ist unaufgeregt, klar und dennoch von einer poetischen Leichtigkeit, die lange nachhallt. Er braucht keine gro\u00dfen Gesten, um N\u00e4he sp\u00fcrbar zu machen \u2013 ein kurzer Blick, ein unsicheres L\u00e4cheln, das lange Schweigen zwischen zwei S\u00e4tzen sagen hier mehr als jede Erkl\u00e4rung. Was <em>Katzentage<\/em> so ber\u00fchrend macht, ist auch das Pers\u00f6nliche, das man als Leser:in unweigerlich hineinliest: Wer kennt sie nicht, diese Momente zwischen Aufbruch und Ankunft, zwischen \u201eWas wird?\u201c und \u201eVielleicht bleibt alles offen\u201c? Man erinnert sich an eigene Stunden, in denen die Welt f\u00fcr einen Augenblick stillstand und man sp\u00fcrte, dass gerade in der Unsicherheit etwas Kostbares liegt. Mit <em>Katzentage<\/em> gelingt Ewald Arenz eine zarte, illustrierte Erz\u00e4hlung \u00fcber die Kunst, den Moment zu leben \u2013 und dar\u00fcber, wie N\u00e4he oft dann entsteht, wenn man aufh\u00f6rt, sie erzwingen zu wollen. Ein Buch, das nicht laut ist, sondern nachklingt wie ein leiser, warmer Akkord, der noch lange im Kopf und im Herzen bleibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Katzentage&#8220; von Ewald Arenz. \/\/ Schon beim Aufschlagen von Katzentage sp\u00fcrt man, wie sehr Ewald Arenz es versteht, kleine Momente zum Leuchten zu bringen. 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