{"id":33751,"date":"2025-11-07T23:42:13","date_gmt":"2025-11-07T22:42:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33751"},"modified":"2025-11-07T23:42:14","modified_gmt":"2025-11-07T22:42:14","slug":"presswerke-vol-274-little-girl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33751","title":{"rendered":"\/\/ presswerke vol. (2)74 &#8211; &#8222;little girl&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit der neuen Vinyl-LP von The Red Flags.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/The-Red-Flags-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33755\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/The-Red-Flags-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/The-Red-Flags-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/The-Red-Flags-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/The-Red-Flags-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/The-Red-Flags-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/The-Red-Flags-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Es gibt Alben, die sofort ein Gef\u00fchl von Aufbruch und Ungez\u00e4hmtheit transportieren \u2013 <strong>The Red Flags<\/strong> liefern mit <em>Self-Centred And Delusional<\/em> genau so ein Brett ab. Kaum liegt die Vinyl auf dem Plattenteller, wird klar: Hier will sich eine junge Band nicht anpassen, sondern ihre eigenen Regeln schreiben. Zwischen Grunge, Punk und Alternative Rock rei\u00dfen Polly (Gesang), Murphy (Gitarre), Joe (Bass) und Mika (Drums) in ner guten Dreiviertelstunde jede Schublade auf und kippen sie mit Wucht aus. Man sp\u00fcrt in jedem Song, dass die vier Musikerinnen ihre ersten Schritte nicht in Hochglanz-Musikstudios, sondern auf kleinen B\u00fchnen gemacht haben \u2013 angefangen von der Schulaula bis hin zu Festivals wie Rock am Ring. Diese Live-Energie steckt noch immer in ihren Songs: <em>Little Girl<\/em> er\u00f6ffnet das Album mit kratzb\u00fcrstiger Direktheit, w\u00e4hrend <em>Sea Of Atlas<\/em> die ruppige Kante des Punk mit einer fast hymnischen Weite verbindet. In <em>Central Station (Mind the Gap)<\/em> schl\u00e4gt ein zorniger Gro\u00dfstadtpuls, und <em>Hysterical Woman<\/em> wirkt wie eine selbstbewusste Ohrfeige gegen alle, die weibliche Wut kleinreden wollen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Produzent Moses Schneider \u2013 bekannt daf\u00fcr, rohe Energie eher rauszukitzeln, statt sie zu gl\u00e4tten \u2013 hat den Sound genau richtig eingefangen: verzerrte Gitarren, ein Bass, der nicht nur unterlegt, sondern antreibt, und Drums, die zwischen knallhartem Punk und treibendem Alternative-Rock pendeln. Polly tr\u00e4gt das Ganze mit einer Stimme, die zwischen rotzigem Ausbruch und verletzlicher Klarheit wechselt, als w\u00fcrde sie im selben Atemzug schreien und fl\u00fcstern. Lyrisch wird nichts weichgesp\u00fclt: Die Band singt \u00fcber Feminismus, Identit\u00e4t, ungleiche Chancen und den ganz normalen Wahnsinn zwischenmenschlicher Beziehungen. <em>Red Gauloises<\/em> riecht nach kaltem Zigarettenrauch und n\u00e4chtlichen Gespr\u00e4chen, <em>Made Of Glass<\/em> ist eine fragile, fast balladeske Momentaufnahme, w\u00e4hrend <em>Valentine\u2019s Day<\/em> bitter-s\u00fc\u00df mit dem Mythos romantischer Liebe abrechnet. Auf der B-Seite gehen <em>Wish<\/em> und <em>I\u2019m Just A Kid<\/em> mit jugendlicher Verzweiflung nach vorn, <em>Pacify<\/em> klingt wie ein w\u00fctendes Mantra, und <em>Solar System<\/em> schlie\u00dft das Album mit einer weiten, fast kosmischen Melancholie ab. Man k\u00f6nnte meinen, eine so junge Band \u2013 gegr\u00fcndet erst 2022 \u2013 m\u00fcsste sich noch finden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: <em>Self-Centred And Delusional<\/em> klingt, als h\u00e4tten The Red Flags schon seit Jahren B\u00fchnenbretter zum Beben gebracht. Ihre Mischung aus ungeb\u00e4ndigter Energie und klarer Haltung macht s\u00fcchtig, weil sie so kompromisslos authentisch ist. Es ist diese Mischung aus w\u00fctendem Punk, nachdenklichem Alternative und einer unersch\u00fctterlichen Selbstsicherheit, die den vier Musikerinnen nicht nur den Support-Slot f\u00fcr Turbostaat und Tocotronic eingebracht hat, sondern sie jetzt schon zu einer der spannendsten neuen Stimmen der deutschen Indie-Rock-Szene macht. Diese Platte f\u00fchlt sich an wie ein ungest\u00fcmer Befreiungsschlag \u2013 roh, politisch, pers\u00f6nlich. Und genau deshalb sollte man sie laut h\u00f6ren: weil sie daran erinnert, dass Musik immer noch ein Ort sein kann, an dem Wut, Zweifel und Euphorie gleichzeitig Platz finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit der neuen Vinyl-LP von The Red Flags. \/\/ Es gibt Alben, die sofort ein Gef\u00fchl von Aufbruch und Ungez\u00e4hmtheit transportieren \u2013 The Red Flags liefern mit Self-Centred And Delusional genau so ein Brett ab. 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