{"id":33862,"date":"2025-10-25T12:26:19","date_gmt":"2025-10-25T10:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33862"},"modified":"2025-10-25T12:26:20","modified_gmt":"2025-10-25T10:26:20","slug":"werktag-vol-181-halloween","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=33862","title":{"rendered":"\/\/ werktag vol. (1)81 &#8211; &#8222;halloween&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Dark Fairy Tales&#8220; von Viktor Wynd.  <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Dark-Fairy-Tales.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-33865\" width=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Dark-Fairy-Tales.jpg 501w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Dark-Fairy-Tales-217x300.jpg 217w\" sizes=\"(max-width: 501px) 100vw, 501px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ <em>Dark Fairy Tales<\/em> von <strong>Viktor Wynd<\/strong> ist ein Buch, das man nicht einfach liest \u2013 man taucht hinein wie in einen dunklen, glitzernden Traum, in dem die Grenzen zwischen M\u00e4rchen, Albtraum und schwarzem Humor verschwimmen. Der britische Kurator, K\u00fcnstler und Geschichtensammler, bekannt f\u00fcr sein kurioses \u201eMuseum of Curiosities\u201c in London, hat hier eine Sammlung von Erz\u00e4hlungen zusammengestellt, die so bizarr, makaber und gleichzeitig wundervoll poetisch sind, dass man sich ihnen kaum entziehen kann. Wynd f\u00fchrt seine Leserinnen und Leser durch die \u201eweirderen Ecken\u201c der Volksm\u00e4rchen aus aller Welt \u2013 von Irland \u00fcber Deutschland bis nach Papua-Neuguinea und Borneo. Dabei geht es nie um die polierten, kindgerechten Versionen, die man aus den M\u00e4rchenb\u00fcchern kennt, sondern um jene urt\u00fcmlichen, schmutzigen, verst\u00f6renden Geschichten, die einst am Lagerfeuer erz\u00e4hlt wurden \u2013 voll von Blut, Lust, List und moralischen Abgr\u00fcnden. Seine Figuren sind Gestalten, die man nicht vergisst: ein ein\u00e4ugiger Troll, ein t\u00f6richter Gl\u00fccksritter, ein Baby fressendes Schwein, ein M\u00e4dchen, das glaubt, eine Hexe austricksen zu k\u00f6nnen. Jede Geschichte tr\u00e4gt den Duft von Moder und Magie, die Atmosph\u00e4re eines alten, handgeschriebenen Manuskripts, das man besser nicht nach Mitternacht \u00f6ffnet. Was <em>Dark Fairy Tales<\/em> so besonders macht, ist die Art, wie Wynd diese Geschichten rahmt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Vor jedem Kapitel berichtet er, wo und wie er die jeweilige Erz\u00e4hlung gefunden hat \u2013 mal in einer verregneten Nacht in Wales, mal in einer W\u00fcstenstadt. Dadurch entsteht das Gef\u00fchl, einem Weltenwanderer zu lauschen, der seine Sch\u00e4tze aus l\u00e4ngst vergessenen Kulturen mitgebracht hat. Seine Sprache ist voller Charme und Ironie, gleichzeitig liebevoll altmodisch und von einer fast viktorianischen Theatralik. Unterst\u00fctzt wird dieser Eindruck durch die Illustrationen der transsilvanischen K\u00fcnstlerin Luciana Nedelea, deren schwarz-wei\u00dfe Zeichnungen eine perfekte Balance zwischen Anmut und Abgr\u00fcndigkeit finden. Ihre Linien sind fein, fast zart, doch das, was sie zeigen, ist oft grotesk \u2013 verzerrte Gesichter, Schattenwesen, fragile Sch\u00f6nheiten mit leeren Augen. Das Ergebnis ist eine visuelle Welt, die Wynds Geschichten kongenial begleitet: elegant, d\u00fcster, ein wenig dekadent. Auch als Objekt ist das Buch ein kleines Kunstwerk: mit Folienpr\u00e4gung, ornamentalen R\u00e4ndern und einem Design, das tats\u00e4chlich an ein verbotenes Artefakt erinnert \u2013 ein Buch, das in einem alten Kuriosit\u00e4tenkabinett liegen k\u00f6nnte, zwischen ausgestopften Raben und Glasgef\u00e4\u00dfen mit seltsamen Inhalten. Was mich an <em>Dark Fairy Tales<\/em> besonders fasziniert hat, ist, dass Wynd das Erz\u00e4hlen selbst zum Thema macht. In einem abschlie\u00dfenden Kapitel widmet er sich der Kunst, M\u00e4rchen zu bewahren und weiterzugeben \u2013 dem Zauber, der entsteht, wenn Geschichten von Mund zu Mund wandern, sich ver\u00e4ndern und in den K\u00f6pfen der Zuh\u00f6rer weiterleben. Das verleiht dem Buch eine zus\u00e4tzliche Tiefe: Es ist nicht nur eine Sammlung von Geschichten, sondern auch ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Kraft der m\u00fcndlichen \u00dcberlieferung \u2013 und f\u00fcr das Dunkle als unverzichtbaren Teil unserer Fantasie. <em>Dark Fairy Tales<\/em> ist ein prachtvoll gestaltetes, wunderbar unheimliches Buch f\u00fcr alle, die sich gerne in die Schattenseiten der M\u00e4rchenwelt begeben. Es erinnert daran, dass das Fantastische nie nur sch\u00f6n ist \u2013 sondern immer auch ein wenig schmutzig, wild und gef\u00e4hrlich. Ein ideales Buch f\u00fcr Herbstn\u00e4chte, Kerzenlicht und jene Momente, in denen man das Gruseln vermisst, das man als Kind einst geliebt hat. In diesem Sinne. Happy Halloween. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Dark Fairy Tales&#8220; von Viktor Wynd. \/\/ Dark Fairy Tales von Viktor Wynd ist ein Buch, das man nicht einfach liest \u2013 man taucht hinein wie in einen dunklen, glitzernden Traum, in dem die Grenzen zwischen M\u00e4rchen, Albtraum und schwarzem Humor verschwimmen. Der britische Kurator, K\u00fcnstler und Geschichtensammler, bekannt f\u00fcr sein kurioses [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-33862","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--modefotos"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33862","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=33862"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33862\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33874,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/33862\/revisions\/33874"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=33862"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=33862"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=33862"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}