{"id":34047,"date":"2025-12-20T11:51:45","date_gmt":"2025-12-20T10:51:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34047"},"modified":"2025-12-20T11:51:47","modified_gmt":"2025-12-20T10:51:47","slug":"aufgelesen-vol-649-bad-actors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/?p=34047","title":{"rendered":"\/\/ aufgelesen vol. (6)49 &#8211; &#8222;bad actors&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>mit dem Werk &#8222;Bad Actors&#8220; von Mick Herron.  <\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mick-Herron-2-629x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-34051\" width=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mick-Herron-2-629x1024.jpg 629w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mick-Herron-2-184x300.jpg 184w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mick-Herron-2-768x1251.jpg 768w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mick-Herron-2-943x1536.jpg 943w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mick-Herron-2-1258x2048.jpg 1258w, https:\/\/www.zuckerkick.com\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Mick-Herron-2-scaled.jpg 1572w\" sizes=\"(max-width: 629px) 100vw, 629px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\/\/ Es gibt jedes Jahr diese B\u00fccher, die man sich ganz bewusst bis in die Adventszeit aufspart \u2013 weil ihre Stimmung, ihr Humor oder ihre Spannung einfach perfekt in diese Wochen passen, in denen man abends etwas fr\u00fcher das Licht dimmt, sich eine Tasse Tee holt und in eine Welt eintaucht, die einen zuverl\u00e4ssig packt. <em>Bad Actors<\/em> geh\u00f6rt genau in diese Kategorie. Mick Herron hat \u00fcber die Jahre eine ganz eigene Art entwickelt, Spionagegeschichten zu erz\u00e4hlen: scharfz\u00fcngig, unvorhersehbar, mit Figuren, die so kaputt, schr\u00e4g und gleichzeitig so warmherzig gezeichnet sind, dass man sie fast wie alte Bekannte empf\u00e4ngt. In diesem achten Band sp\u00fcrt man f\u00f6rmlich, wie souver\u00e4n Herron inzwischen mit seinem Ensemble arbeitet \u2013 als w\u00fcrde er ein besonders st\u00f6rrisches, aber liebenswertes Orchester dirigieren, das in letzter Sekunde immer doch den richtigen Ton findet. Im Mittelpunkt steht diesmal das spurlose Verschwinden einer wichtigen politischen Beraterin \u2013 ein Fall, der die ohnehin instabile britische Regierung in noch chaotischere Fahrwasser bringt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Der ehemalige MI5-Chef Claude Whelan wird ausgerechnet von seiner Erzrivalin Diana Taverner auf die Suche geschickt, und nat\u00fcrlich f\u00fchren alle Wege schneller als ihm lieb ist zur\u00fcck ins Zentrum des britischen Geheimdienstlabyrinths: nach Regent\u2019s Park und schlie\u00dflich \u2013 mit einem gewissen unvermeidlichen Knirschen \u2013 zu Jackson Lamb und seinen Slow Horses. Dass Lamb erneut in den Mittelpunkt r\u00fcckt, ist gerade in dunkleren Wintertagen ein Vergn\u00fcgen f\u00fcr sich. Dieser bei\u00dfend-zynische, scheinbar unverw\u00fcstliche Antiheld funktioniert wie ein schwarzer Adventskalender: Hinter jeder T\u00fcr wartet ein bitterb\u00f6ses Bonmot, das einem ein ungehemmtes Grinsen entlockt. Und doch blitzt inmitten der Grobheit immer wieder eine fast z\u00e4rtliche F\u00fcrsorge f\u00fcr seine Leute auf \u2013 in einer Form, wie nur Herron sie schreiben kann, ganz ohne Sentimentalit\u00e4t. Die Dynamik innerhalb der Slough-House-Truppe ist in <em>Bad Actors<\/em> vielleicht so gut wie noch nie: nerdige Besessenheiten, unterschwellige Eitelkeiten, unbeholfene Loyalit\u00e4t \u2013 es ist dieses wuchernde, leicht chaotische Geflecht, das der Reihe ihre ganz besondere Farbe gibt. Und w\u00e4hrend drau\u00dfen die echten Nachrichten selten besinnlich sind, wirkt Herrons satirischer Blick auf politische Machtspiele fast wie ein Ventil. Man lacht, weil es weh tut, und man lacht, weil man wei\u00df: In dieser Fiktion darf wenigstens Jackson Lamb die Dinge zurechtr\u00fccken. Gerade um die Weihnachtszeit entfaltet der Roman einen ganz eigenen Reiz. Vielleicht, weil der moralische Nebel, durch den die Figuren stolpern, so herrlich zu den kurzen Tagen passt. Vielleicht auch, weil Herron so kunstvoll zeigt, dass selbst die schr\u00e4gsten Existenzen Momente der Menschlichkeit finden \u2013 oft unbeabsichtigt, manchmal sogar unfreiwillig. Und vielleicht auch, weil man sich unweigerlich fragt, ob Lamb selbst irgendwo ein vergessener Nikolausstiefel steht, vollgestopft mit kaltem Curry und unangebrachten Kommentaren. <em>Bad Actors<\/em> ist ein hochspannender, clever gebauter Spionageroman, zugleich ein knochentrockenes Vergn\u00fcgen und eine warmherzige Erinnerung daran, dass Familie manchmal aus den Leuten besteht, die man sich am wenigsten ausgesucht h\u00e4tte \u2013 und die man trotzdem nicht missen m\u00f6chte. Das perfekte Dezemberbuch f\u00fcr alle, die in der Adventszeit nicht nur Kerzenlicht, sondern auch klug dosierte Abgr\u00fcnde m\u00f6gen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit dem Werk &#8222;Bad Actors&#8220; von Mick Herron. \/\/ Es gibt jedes Jahr diese B\u00fccher, die man sich ganz bewusst bis in die Adventszeit aufspart \u2013 weil ihre Stimmung, ihr Humor oder ihre Spannung einfach perfekt in diese Wochen passen, in denen man abends etwas fr\u00fcher das Licht dimmt, sich eine Tasse Tee holt und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-34047","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category--unter-der-haut"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34047","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34047"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34047\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34145,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34047\/revisions\/34145"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34047"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34047"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zuckerkick.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34047"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}